JCM 900 Modifikation


Oscar Zeta Acosta
Oscar Zeta Acosta
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Guten Abend an das Guitarworld-Forum.

Ich habe hier einige Zeit geblättert, aber nichts gefunden, was mir bei meiner folgenden Frage wirklich weiterhilft, also hab ich mich flugs angemeldet. Das Problem ist folgendes:
Ich habe ein Marshall JCM 900 Top (Modell 4500, also 50 Watt), aus den Jahr 1995, also mit 2 5881 Endstufenröhren. Viele von Euch wissen jetzt wahrscheinlich schon, wo das Problem liegt. Der Sound ist 'untenrum' recht dünn. Mit dem Channel A ('clean') bin ich eigentlich recht zufrieden , der macht einen netten Crunch und verträgt sich auch sehr gut mit meinem Ibanez TS-10. Der Channel B klingt jedoch oft nach Bienenstock, einen schönen singenden sahnigen Leadsound, oder druckvoll metalmäßiges lässt er sich jedoch nicht entlocken.
Für mich ergeben sich da mehrere Möglichkeiten das zu verbessern, und ich würde dazu gerne ein paar Meinungen oder Erfahrungen von anderen Musikern hören.
1.)Austausch der Endstufenröhren gegen EL34 und Neueinstellung des bias.
Hat das mal jemand gemacht/machen lassen? Wieviel sollte das bei einem erfahrenen Techniker ungefähr kosten? (Die Röhren so um 30 €, oder?)
2.)Endstufentuning/Leistungsumschaltung, wie es zum Beispiel bei amptechnik.de angeboten wird. Auch hier die Frage: Kennt jemand den Herrn Frank Finkhäuser, und hat dort oder woanders schon mal seinen JCM 900 tunen lassen?
3.)Eine Möglichkeit, die mir eingefallen ist, die jedoch nicht an der Ursache des Problems ansetzt: Was ist wenn man einen externe (Röhren-) Vorstufe zusätzlich benutzt? Macht das überhaupt Sinn? Oder würde man nur tiefe Frequenzen in den Marshall jagen, die am Ende doch wieder weg sind ?

Mein weiteres Equipment neben dem Tubescreamer sind eine gute Les-Paul Kopie vom Hamer (Korea, Anfang 90ger) und eine 4x12 Box von Park (Marshall Lizenz, auch so Mitte 90ger, keine Ahnung welche Speaker). Die Box ist bestimmt auch ein Schwachpunkt, die trag ich allein in den 2ten Stock, habe den Verstäker aber auch schon mit anderen Boxen gehört, das klang fast genauso.

Besten Dank im Voraus für Eure Anmerkungen und Meinungen
Gruß aus Hamm
Hendrik
 
B
Bumblebee
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Hallo Hendrik,

aus eigener Erfahrung bin ich bei Modifikationen sehr skeptisch.

Oft versenkt man dabei viel Geld, bekommt nicht den gewünschten Erfolg und muß Einbußen bei einem eventuellen Wiederverkauf hinnehmen.
Im Nachhinein ist es dann oft billiger wenn man spart und in einen anderen Verstärker investiert.

Zweikanalverstärker sind so eine Sache, oft sind die Kanäle kompromißbehaftet, vor allem wenn sie sich auch noch eine Klangregelung teilen.
Auch klingen die Lautsprecher selten sowohl verzerrt, als auch clean gleich gut.

Ich würde mich auch nicht schämen die Zerre mit einem Pedal zu machen, denn die Verzerrung im Röhrenamp muß nicht zwangsläufig besser sein. Ich hab jetzt den Schaltplan vom JCM900 im Kopf aber z. B. beim JCM800 Zweikanaler wird die Verzerrung im 2. Kanal über Halbleitergleichrichter vorgenommen.

Die größte Klangveränderung wirst Du jedoch feststellen, wenn Du mal mit deinem Amp der Gitarre zum Händler gehst und andere Boxen ausprobierst. Aber einen sahnigen Leadsound wirst Du wohl damit allein nicht bekommen.

Meine Meinung.

Gruß
Bumble
 
A
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Guest
Moinsen,

andere Möglichkeit wäre ein kleiner Boden-Equalizer für den zweiten Kanal
(da beide Kanäle ja nur eine Klangregelung haben)

oder besser ein extern An/Aus-schaltbarer EQ...-den könntest du mit dem Footswitsch-Schalter vom Marshall kombinieren (EQ/On+B CHannel--EQ/off+AChannel)

meist lassen sich damit diese Mankos, ohne operativen Eingriff, schon kostengünstig beheben.

einfach mal einen ausprobieren..zB die kleinen Ibanez oder boss...die haben die relevanten Gitarrenfrequenzen als 6 Band.

greez
 
A
Anonymous
Guest
Oscar Zeta Acosta":3ai4rxe4 schrieb:
Kennt jemand den Herrn Frank Finkhäuser, und hat dort oder woanders schon mal seinen JCM 900 tunen lassen?

Hallo Oskar Z,

der Frank Finkhäuser besitzt einen guten Ruf, seine Arbeit wurde hier schon öfter lobend erwähnt. Schau mal unter http://www.amptechnik.de/ und bei uns hier in der Suche...

Man kann Dir sicher auch bei Tonehunter http://tonehunter.de/, beim Ampservice http://ampservice.de/ oder bei Dirk Baldringer in Lverkusen-Opladen weiterhelfen, und in Bremen sitzt der Manfred Reckmeyer, der einen legendären Ruf genießt.

Viel Erfolg, und er möge berichten!
 
Oscar Zeta Acosta
Oscar Zeta Acosta
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Hallo und vielen Dank für Eure Anmerkungen!

Nach intensiven Reglerschrauben bei der letzten Probe war ich dann mit beiden Kanälen des Tops recht zufrieden, vom Grundsound her (Die fisselige Verzerrung geht weg, wenn ich Presence und Treble stark cutte. Das ist aber auch immer von der Tagesform meiner Ohren abhängig. :? )
Nachdem ich gemeinsam mit dem Gitarren-Kollegen der Band verschiedene Kombinationen (Engl 4x12, Heritage Paula, 25/50 Watt Schalter) ausprobiert habe, bleibt das Problem jedoch der mangelnde Druck (Die Hose sollte ruhig schon etwas wackeln, bevor die Ohren bluten :-D ).
Im Moment ist also ein 10Band EQ (Boss RGE-10, Ebay, 27 Tacken, ist nicht zuviel hoffe ich) zu mir unterwegs, damit werde ich es als erstes mal probieren. Der operative Eingriff in das Innenleben des Amps wird also ersteinmal vertagt, und ich doktere an den Symptomen herum. Mit elf Schiebern und der Möglichkeit den EQ vor der Vorstufe oder im Einschleifweg zu fahren kann ich mich bestimmt ein Weilchen beschäftigen.
Bumblebee: Ich hab jetzt den Schaltplan vom JCM900 ([nicht], wolltest Du bestimmt schreiben) im Kopf aber z. B. beim JCM800 Zweikanaler wird die Verzerrung im 2. Kanal über Halbleitergleichrichter vorgenommen.
Habe ich auch irgendwo gelesen (wars hier oder Harmony Central?). Der JCM 900 ist sozusagen 95% Vollröhre. ;-) . Ich habe aber auch schon die EL34 Version gespielt, da schiebts doch mehr, und die Vorstufe ist dieselbe.
Meld mich dann wieder.
Grüße
Hendrik
 
A
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Guest
Moinsen


also der GE 10 von ca. 1977....für 27 Schleifen.
Da hast du einen KIlladeal gemacht...

den kannst du sogar wie nen Tubenschreier einsetzen
(viele Metallplatten wurden schon in der Konstelation GE10 mit jcm800 eingespielt
früher war der GE Standart-Besteck.

der pustet nämlich sehr harmonisch raus wenn man ihn kitzelt.

greez
 
Oscar Zeta Acosta
Oscar Zeta Acosta
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Yippiieh!
Sowas hört man doch gerne. Das baut mich wieder auf, nachdem ich gestern im Tube Town Forum mehrfach gelesen hab, was für ein Schrotthaufen mein Dual-Reverb doch eigentlich ist. :(
(Ist übrigens ein blauer mit grauer Frontbespannung, Musik-Produktiv Jubiläums Edition). Ich mag Ihn aber trotzdem noch.
Ich hab auch ein wenig den Verdacht, die Jungs dort würden ausnahmslos jeden Verstärker der Welt ersteinmal aufmachen um zu gucken ob man nicht irgendeinen Kondensator austauschen kann. Ist halt auch ein Hobby :)
Gerade eben ist der EQ übrigens eingetroffen, ich hab zwar am Wochenende keine Zeit, aber ich glaube ich nehme sie mir trotzdem
Gruß
Hendrik
 
Oscar Zeta Acosta
Oscar Zeta Acosta
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Tach auch, da bin ich wieder;
hat alles etwas länger gedauert, seit der EQ bei mir eingetroffen ist, nachdem ich ihn ausprobiert hatte hat sich jedoch gezwungenermaßen noch mehr getan, und ich wollte nicht jeden Tag mit einer Soundbefindlichkeit meinerseites nerven. Aber der Reihe nach:

Der Boss EQ ist tatsächlich ein sehr schickes Teil, er hat beim Testen nicht nur geholfen die Bässe hörbar zu machen, sondern rundet den Klang im ganzen harmonisch ab, sehr feine Sache. Durch die kräftigeren Bässe musste ich dann feststellen, dass irgendetwas in meiner Box tierisch schnarrte (beim Gis).
Also zwei Tage später mit dem Akkuschrauber in den Proberaum und in die Box geschaut. Da gibt es so eine Art Abstandhalter für die Rückwand, der war lose (Park hat übrigens Celestion G12L verbaut, Standardware, denk ich mal). Alles wieder zu gemacht, probiert, klasse klappt, Box (mit Top oben drauf) an die Wand gerollt - Sound weg / bzw. nur noch leise.:evil:
So ähnlich wie letztes Jahr als die Endstufenröhren durch waren. Daraufhin habe ich mal die Vorstufenröhren 1 und 3 vertauscht, und es ging wieder.:?:
Und nun das Peinliche an der Sache (Ich schäme mich tatsächlich etwas dafür) :oops: Die drei kleinen ecc83 waren noch die ersten, Marshall Logo drauf und ca. 10 Jahre alt :shock: :oops: :oops: :roll: :oops:
Da hätte ich wohl eindeutig früher drauf kommen müssen, dass da nicht mehr viel Klang kommen kann :roll:

Also, letzte Woche habe ich dann neue ecc83ger bei Tube Town bestellt, die waren sensationelle 2 Tage später da (trotz Feiertag dazwischen) und die Marshall Kiste ist jetzt quasi neu geboren.

Für alle, die bis hierhin gelesen haben (Schönen Dank auch) habe ich jedoch noch eine Frage:
Ich weiß ja, dass Röhren empfindlich sind, aber die tatsächlich Schaden nehmen wenn ich die Box einen Meter über Teppich rolle? Oder war das nur weil die eh überfällig waren, der dringend benötigte Schlag mit dem Zaunpfahl auf meinen Hinterkopf sozusagen. :-D

Wie auch immer, vielen Dank nochmal für Eure Hilfe und eine schönen
Gruß
Hendrik

P.S. Habe letztes Wochenende Aufnahmen gemacht, und den EQ weiterhin eingesetzt, ganz sparsam zwar, aber der ist echt super. Und wenn das nächste Mal die Endstufenröhren fällig sind (also 2020 ungefähr :-D ), gibts trotzdem noch den EL34 Umbau.
 
A
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Guest
Oscar Zeta Acosta":34afx006 schrieb:
Ich weiß ja, dass Röhren empfindlich sind, aber die tatsächlich Schaden nehmen wenn ich die Box einen Meter über Teppich rolle? Oder war das nur weil die eh überfällig waren, der dringend benötigte Schlag mit dem Zaunpfahl auf meinen Hinterkopf sozusagen. :-D

Nabend,

also Röhrentechnik ist nicht so empfindlich wie man immer glaubt. Das sollten die Röhren schon abkönnen und damit kannst du es ruhig auf das Alter der alten Röhren schieben.

Viel Spaß noch,

Jacques
 

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