LANEY LIONHEART Topteil, Marshall 2061x - Preise ??!


A
Anonymous
Guest
Hallo,

mich würde mal interessieren, ob hier jemand hinreichend Erfahrungen mit den Amps gesammelt hat.

Das fiel mir auf:
Beide sind in letzter Zeit deutlich günstiger geworden.
Der Lionheart (20 Watt Topteil) kostet "nur" noch knapp 520,- Euro, der Marshall 2061x ist auch knapp 200,- Euro im Preis gefallen.

Das interessiert mich:
Kann wer was über die Qualität / ggf. Anfälligkeit dieser beiden Amps sagen?
Der Marshall ist ja ohne Platine, aber das scheint mir kein Garant für ein höheres Maß an Zuverlässigkeit zu sein.
Laney scheinen ja in der Vergangenheit den Ruf gehabt zu haben, öfter mal "Aussetzer" zu haben.

Was mich bei beiden ebenfalls interessieren würde:
Gibt es da wohl hörbare Unterschiede in der Lautstärke?
20 Watt "klingt ja nicht viel", kann aber sicherlich durchaus für eine Bandprobe ausreichen - das Thema headroom mal außen vor gelassen. Clean mit viel Reserven ist wohl mit solchen Amps nicht möglich und ggf. ja auch nicht benötigt.
Ich denke eher an klassische Rocksounds britischer Prägung!

Und zuletzt:
Der 2061x kostet ja noch immer über doppelt so viel wie der Lionheart - ist das nicht reichlich viel Geld für einen eigentlich in seinen Fähigkeiten ja eher limitierten Amp??
:?:

Bin mal sehr gespannt, ob hier jemand solche Amps spielt?!

Viele Grüße und Danke
V.
 
68goldtop
68goldtop
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hi v-mann!

sorry, über die zuverlässigkeit und die unterschiede der amps kann ich nicht viel sagen, da ich die amps bisher nicht vergleichen konnte und keinen davon besitze...

allerdings war ich - obwohl ich eigentlich ziemlicher marshall-fan bin - vom 2061x nicht sehr beeindruckt...

und ja, natürlich ist der preis ziemlich happig für einen sehr spartanisch ausgestatteten amp.
wahrscheinlich ist das auch ein grund für die preissenkung. ich kann mir kaum vorstellen, daß sich diese teile gut verkaufen...

ansonsten - ja, ich spiele hauptsächlich 15 - 20w amps (fender princeton/deluxe) und bin ganz glücklich damit.
und nicht nur ich - auch meine band und die meisten live-mischer ;)


cheers - 68.
 
G
Gino
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Vom Aufbau / Design her "Äpfel und Birnen".
Der Marshall ist eine Replik/Reissue aus den späten 60ern, handverdrahtet, einkanalig, Kathodenbias-Class AB und holt so aus 2 EL84 20 Watt.
Der Laney ist eine eigenständige Entwicklung mit starkem vintage-Flair und -sound, aber mit teils modernen Features. Er ist 2-kanalig ausgelegt (clean/overdrive), und obwohl beide Kanäle sich den Dreiband-EQ zuzügl. Bright-schalter und Toneregler (ähnlich tonecut-Regler beim AC 30) teilen, ist die Auslegung sehr gut gelungen.
Von der Endstufe her ist der Lionheart ein 'echter' Class-A-Verstärker ('single-ended parallel class A'), der aus 4 EL84 ebenfalls nominelle 20 Watt produziert. Außerdem hat er einen sehr gut klingenden, röhrenbetriebenen Hall an Bord sowie einen (parallel verschalteten) Effektweg. Fußschalter zum Kanalwechsel und Hall wird mitgeliefert. Beide amps arbeiten mit Dioden-Gleichrichter (der Marshall COMBO arbeitet übrigens mit einer Gleichrichterröhre, weswegen er auch nur nominelle 18 watt abliefert).
Der Laney ist NICHT point-to-point verdrahtet, sondern hat eine große, sehr stabile Platine (dass das kein Nachteil sein muss, beweist Mesa/Boogie ja seit Jahr und Tag...). Allerdings, so die Aussage des Herstellers, ist der Laney komplett handgebaut in UK.

Ich selbst spiele seit einiger Zeit einen 5-Watt Lionheart combo, der bis auf die Endstufensektion (hier 1x EL84 single-ended class A) identisch mit der 20 Watt Version ist und bin sehr, sehr angetan von dem Verstärker !!
Sehr sauber und robust aufgebaut und sehr geringes Grundrauschen.
Den Marshall kenne ich nicht näher, aber er scheint ja wohl eher ein 'one trick pony' zu sein, der Lionheart - schon durch die beiden Kanäle, eher nicht! Soundmäßig ist der Laney schon relativ eigenständig, geht aber m.E. sehr deutlich in die Marshall-Richtung, wobei der clean-Kanal ein wunderbares Spektrum von wunderbar 'blackface-like' clean über subtil angezerrt bis crunchig geht. Der clean-Kanal hat übrigens durchaus eine Prise 'Vox-chime', während der overdrive-Kanal deutlich 'marshallet'.
Ich bin dremaßen von dem amp begeistert, dass ich die zusätzliche Anschaffung des 20-Watt-Topteils in Auge fasse (für mehr cleanen headroom und Sachen, wo mehr power nötig ist).

Ich habe den Amp mit verschiedenen Speakern probiert, und der sowohl im Combo (1x) als auch in der Box (2x) verbaute Celestion G12H Heritage ist mit Abstand die beste Lösung (für meine Ohren auch komischerweise besser als ein Celestion Gold!!).
Da die Box in UK für knapp 400.- EUR zu kriegen ist, solltest Du durchaus das halfstack ins Auge fassen...
Ach ja, der amp kann auch prima mit Pedalen...
 
physioblues
physioblues
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HI,

und ich war vom 20er Lionheart mit der 2x12er Box so gar nicht begeistert. ich meine auch , dass nicht der G12H Heritage sondern der Greenback Heritage darin verbaut ist.

Jedenfalls empfand ich den Amp als etwas zäh und verschlafen. So richtig wollte der mir nicht gefallen. Die Cleanen Sounds waren recht gut, aber der verzerrte Sound kam irgendwie nicht aus den Puschen.
Ich bin damals mit dem Vorsatz in den Laden, den Laney plus Box zu kaufen, war dann aber so enttäuscht, dass ich nach einer halben Stunde nur noch überlegt habe, ob ich jetzt den Koch Twintone oder den Statesman kaufe.

Ich denke, das musst du wirklich selber an die Öhrchen lassen.
 
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Gino
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Sind definitiv die G12H (30 watt, 55Hz Resonanzfrequenz) drin.

Die Lionhearts möchten etwas in der Endstufe gekitzelt werden - gilt insbesondere für den drive-Kanal. Sonst kann man sich ja auch ein 100 Watt Top hinstellen...
 
A
Anonymous
Guest
Danke für die Antworten!!!

Ich finde gut 1100,- für den Marshall auch recht heftig, zumal "handwired" ja nicht unbedingt mit höherer Qualität gleichzusetzen ist. Eine Platine würde mich jetzt nicht stören - wichtig ist, was hinten raus kommt.
Ein Bekannter hatte sowohl eine "handwired"-Box (was ist an einer Box eigentlich so großartig zu "handwiren" ?) als auch den 2061x - beide waren jeweils 1 Mal kaputt und mußte eingeschickt werden :)

Für um die 1000,- ist das Angebot ja riesig groß. Dann aber meist auch wieder mit mehr Power und größeren Gehäusen.
(Orange Rocker, AD-30, ...)
Ein moderner Sound sollte es jedenfalls nicht sein. Und Clean brauche ich erst mal auch nicht. Ein gut klingener Kanal reicht mir (britisch)
So schön handlich wie die beiden genannten sind die meisten anderen Amps ja nicht.
Das wäre aber auch ein Kriterium für mich. Wobei ein vernünftiger Sound natürlich deutlich wichtiger ist.

Es ist auch nicht so, dass ich unbedingt einen neuen Amp brauche - aber manchmal hat man ja einfach Lust, mal was Neues zu probieren/zuzulegen, zumal ich meinen 2x12-Combo so langsam unhandlich und zu schwer finde.
Bei dem Gedanken, das Teil durch die Gegend zu schleppen, könnte ich mich schon übergeben ("Pussy" - ich weiß ;-))
Dummerweise gibt es in der Nähe nichts zum Testen und ein tatsächlich verwertbares Urteil läßt sich wohl auch nur nach dem Test mit der kompletten Band fällen.

Den 2061x habe ich aber im Gegensatz zum Lionheart schon mal "Auge in Auge" gehört. Er hat mir gut gefallen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob mir dieses "gut gefallen" 1100,- Euro wert ist?!

Für die Tipps aber noch einmal DANKE !!!

Ach ja: was haltet Ihr von den Soundclips bei YouTube?
Sie geben ja sicher, wenn sie gut gemacht sind, schon mal die grundsätzliche Richtung an. Mehr aber sicher nicht?!

Viele Grüße
V
 
A
Anonymous
Guest
Hi,
ich hatte mal das Lionheart-Topteil, das ich mit verschiedenen Boxen getestet habe. Es geht ein wenig in Richtung AC30, mit modernen Features.
Der cleane Kanal ist mit Fender nicht wirklich zu vergleichen, eher eigenständig, aber für die Preisklasse überraschend gut. Crunch hat mir gut gefallen, weil sehr dynamisch. Verzerrt habe ich nur mit Pedalen (OKKO und Co.) gespielt. Das Gewicht ist angenehm
Insgesamt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Ausfälle hatte ich innerhalb eines Jahres keine (regelmäßiger Studiobetrieb). Die passende Laney-Box gefiel mir persönlich gar nicht, aber das ist wie immer Geschmackssache. Sehr gut klang dazu eine Marshall 2x12 Vintage 1936.

Der Marshall 2061x ist eine ganz andere Abteilung und nur etwas für Puristen mit Hang zum Luxus (nicht hinsichtlich der Ausstattung :lol: , sondern als Amp für den, der schon alles hat oder nur so etwas braucht). Sehr dem Original gleichkommend, sehr gut verarbeitet.

Die 2061cx Box habe ich schon lange im Studioeinsatz und liebe sie in Kobination mit einer basslastigen Box, da sie selbst nicht so stark im unteren Frequenzband ist. In den Höhen und Mitten aber sehr viel schöner als manch teurere Box.

Beste Grüße
Bernd ;-) ;-)
 
 

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