neue verzerrertechniken in den letzten 10 j?

A
Anonymous
Guest
Hi!
Ich hatte am Wochenende mit nem Freund ne Diskussion...er hatte ein System Of A Down album gehört, und meinte
"so ein gitarrensound wäre vor 10-15 jahren nicht möglich gewesen"

ich sagte ihm dass ich das n bischen anders sehe, und dass es doch wohl zum grössten teil an der produktionsweise, dem geschmack liegt der sich in den letzten jahren halt immer mal wieder n stückchen geändert hat. habe zum beispiel mal pantera genannt, die auch schon vor 10 jahren einen brachialsound hatten, der den, für meinen geschmack eher breiigen SOAD sound locker in den schatten stellt.

er behauptet, es liege an "neuen verzerrtechniken", konnte mir aber nicht begreiflich machen, was er meint.

ich bin der auffassung, dass immer noch 90% aller zerrgitarren durch n marshall gespielt werden (jcm900 is doch aus den 80ern oder?!?)
und die speaker dann mitm sm57 abgenommen werden...alles andere is die art wie es gemischt wird, bzw, wie man die gitarren doppelt etc..

was meint ihr dazu?!?
gab es in den letzten 15 jahren irgendwelche innovationen im bereich der gitarrenverzerrertechnik?
 
A
Anonymous
Guest
Ganz kurz ma.

Moin.

Der reine technische Aspekt, der hinter der Verzerrung liegt, hat sich nicht spektakulär geändert. Ein Signal wird in der ein oder anderen Weise übersteuert und folgt einer Kennlinie. Diese ist bei Röhren in der Regel bogenförmig, bei Transistoren gibt es in der Regel einen "Knick" (gilt nicht für alle)!

Was es schon seit mindestens zehn Jahren gibt, ist die digitale Nachformung von Kennlinien. Die Technik ist heute allgemein akzeptierter (Line6 brachte den Marktdurchbruch im Breitensegment) und ausgereifter- das liegt u.a. am Preiverfall von Analog/Digital und D/A-Wandlern. Gute Wandler sind das A und O.

Was aber den konkreten Sound dieser Tiefbummbumm-SOAD-wie-sie-alle-derzeit-heißen Bands angeht: der dürfte in erster Linie produktionsbedingt sein. Es trifft den Geschmack der Zeit. Die Klampfen sind tief gestimmt, werden mehrfach gedoppelt und spielen meist unisono mit dem Bass. Dann wird das ganze mit EQ, Kompressoren, Enhancern etc. "aufgewertet". Hör Dir mal nen Meas/Bubu TripleRectischreier "alleine" an, dann weißt Du, was ich meine [}:)]

CU
burke
 
finetone
finetone
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2.644
Hallo cedric3k1,

es ist so wie gerade schon beschrieben.
Aber was sind die Vorbilder der ganzen Modelingsounds und Digitaleffekte?? - Das sind zum größten Teil wieder die Originale aus der Blütezeit des Rocks, die heute teilweise nicht mehr oder nur noch schwer zu bekommen sind, oder denen negative Eigenschaften anhaften, mit denen heute keiner mehr was zu tun haben will (Brummempfindlichkeit, Rauschen usw.[:0][:(!][}:)]). Die Effektgeräte von damals waren durchweg analog und sehr spartanisch aufgebaut, im Vordergrund stand nur der entsprechende Effekt - sonst nichts. Erst im Laufe der Jahre ging man die Problem an, die Effekte wurden immer komplizierter und natürlich auch rauschärmer, aber durch diese Maßnahmen ging dann auch immer mehr die Lebendigkeit des Sounds dahin.
Was Dein Kollege wohl mit neuen Verzerrersounds meinen könnte, würde ich eher so interpretieren: Mit der Digitaltechnik wurde es auch möglich, ganze Wiedergabeketten nachzubilden, d.h. es wurde ein Verzerrertyp geschaffen der kling wie bei Mr.Mc ABC, ist aber eigentlich im Original eine Kombination aus HighGain-Pickup + Booster + Amp. (Damit meine ich wirklich nur den einzelnen Verzerrersound und nicht ein ganzes Patch bei einem Multi).
Vor ein paar Wochen habe ich mal ein Interview mit KORN gelesen, auch die Jungs spielen und experimentieren mit ganz normalen Effekten und stöbern ständig in der "Vintage-Ecke" herum. [;)]

finetone-bf
 

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