Servicewüste (nicht nur) in Deutschland


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Wer kennt sie nicht, die kleinen Probleme des Alltags, vor kurzem was gekauft, Fehler festgestellt und man will die Garantie beanspruchen. Letzte Woche eine (zugegeben billige) Ministereoanlage für den Proberaum erstanden. Ausgepackt, ups, Loch in der Lautsprechermembran, Box hat Wasserflecken => umtauschen. Der Verkäufer guckt mich ungläubig an: Das stört sie? Was erwarten sie denn bei dem Preis? Schluck. Na ja, z.B. ne neue Box. Tut mir leid, keine mehr da, bekommen wir auch nicht wieder. Nach zehn Minuten zetern, Martin wird blass, dann rot und der Verkäufer wird blass, ist er einverstanden, dass ich ihm den Scheiß wieder zurückgebe. Bargeld? Das geht aber nicht. Warengutschein? Der Kragen des Pullovers spannt sich sehr eng um den Hals: Hatte ich nicht vor einer Stunde auch bar bezahlt? Her mit dem Geschäftsführer. Unter mißmutigen Blicken, untermalt von dummen Sprüchen, verlasse ich mit meinem Geld das Geschäft. Danke schön! :evil:

Garantiefall bei Fender: Instrument eingeschickt (über Händler; selbst wechseln geht nicht, dann ist die Garantie futsch), kein Ersatzteil da (wird sofort bestellt). Immerhin: nach 8(!) Monaten hielt ich mein repariertes Instrument wieder in den Händen. Danke :? ! Wohl dem, der nie ein Problem hatte...

Ibanez: Ich warte seit Monaten auf eine simple Auskunft von Meinl... Es wäre bestimmt einfacher gewesen, ich hätte suggestiert, dass ich mir morgen noch drei Stück kaufen will :(

Zum Glück gibt es rühmliche Ausnahmen: Stelle bei der Probe fest, dass der Stegpickup meiner weißen Mojo pfeift => wohl etwas mikrofonisch. Frag mal bei Juha Ruokangas nach. Antwort nach einer Stunde: Prinzipiell kein Problem, ich schicke Dir im Austausch sofort Ersatz, wenn du möchtest. Leider ist in deiner Mojo aber ein anderer (Häussel) PU drin, als wir inzwischen in der Serie verbauen. Schade... na da frag ich doch mal bei Harry nach. Prompte Antwort: Klar, schick mal her, vielleicht ist er nicht 100%ig verwachst, kein Problem, kost nix. Kommentar von Juha: Schickst du den PU direkt an Harry? Ja. Super, dann grüss ihn lieb von mir!

Haben also große Firmen oder Großhandelsketten (Geiz ist bekanntlich geil) es nicht mehr nötig, sich um ihre Kunden zu kümmern? Anscheinend herrscht diese Arroganz vor und anscheinend sind wir alle zu blöd und lassen uns das gefallen...


Martin
 
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Hi!

Was kleine Firmen angeht, hab ich auch ne lustige Story auf Lager. Es geht um die kleine deutsche Firma Clover.

Also...

Mein Bruder hat lange Zeit Rechtshänderinstrumende gespielt obwohl er Linkshänder ist. Vor 2 Monaten ist er aber dann endgültig auf Linkshand umgestiegen und hat alle seine Rechtshänderteile verkauft, u.A. einen Clover Fretless mit dem er mehr als zufrieden war.
Daher der Entschluss, dass der neue Bass auch ein Clover, genauer der neuen Serie, sein sollte. Nachdem er seinen Bass ne knappe Woche hatte ist ihm aufgefallen, dass der Hals aber nicht 100% in die Halstasche passte. Klanglich wars zwar nen super Teil aber freuen tut man sich über sowas ja dennoch nicht, vor allem wenn in der aktuellen GItarre und Bass auch noch die Passgenauigkeit des Halses gelobt wird ;-)

Naja... Einfach mal nen Foto davon gemacht und an Clover nach Münschen geschickt, ob man da nicht irgendwas machen könnte, auch wenns nichts am Klang ändert.

Die Anwort kam sofort: Der Chef hat ihm vorgeschlagen, da er am folgenden Wochenende eh in der Nähe sei, ihm einfach nen Bass mitzubringen und zu tauschen.
Joa... und hat er dann auch gemacht. Ist bei meinem Bruder in Bochum vorbeigekommen, hat sich den Bass angesehen und zugestimmt, dass das so nicht 100% in Ordnung sei, ihm den neuen Bass gegeben, bisschen Smalltalk und weiter gefahren. Aber dennoch hat er sich rausgeredet, dass das erste Modell mit dem Fehler von einem Mitarbeiter und nicht von ihm gebaut sei ;-)

Auf jeden Fall fand ich diese Art von Kundenservice mal absolut bemerkenswert !!!

Gruß
Simon

P.S.: Als besonders lustiges Gimmick wurde beim Smalltalk festgestellt, dass der Chef von Clover 14 Jahre lang, ca. 100 m Luftlinie von unserer alten Wohnung entfernt gewohnt hat und immer mit meiner Mutter mit den Hunden spazieren war... tjaaa... die Welt ist soooo klein :roll:
 
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Ein schönes, positives Beispiel!

Trotzdem muß ich mir die Frage stellen, ob wir unser "Schicksal" nicht manchmal selbst in der Hand halten, weil wir uns (abgesehen von den leider zu seltenen positiven Beispielen) das gefallen lassen, es durch Kauf unterstützen und uns immer noch vorrechnen, irgendwo bei irgendeinem Artikel 10€ gespart zu haben und dafür noch 20Km weit gefahren zu sein... und sich hinterher darüber beschweren, wenn der Händler, Hersteller, Anbieter, der das anders macht und möglicherweise auch noch direkt greifbar war, nicht mehr da ist.

Ein Hoch auf die Ausnahmen!


Martin (=> der nichts verkauft...)
 
Gilliw
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Also sowas ähnliches hatte ich auch mal . Ich besitze eine gebraucht erstandene Hohner St Lead Professional Strat . Hatte folgendes Problem , das die Strat nicht mehr komplett war , 2 Rändelschrauben von den Feintunings fehlten und am Hals die Nuts , sowie das das Supertremolo(heißt wirklich so) war total verbogen . Ich schon die Sachen soweit gerichtet , erzählt mir mein Onkel , das ich Peter Sturzt vom Hohner Vertrieb oder so ähnlich anrufen solle . Ich also am nächsten Tag angerufen und ihm mein Problem erklärt . Dieser sehr nette Mensch hat mir ohne wenn und aber alle benötigten Teile umsonst zugeschickt und noch Tips für Schaltungen mir zugepackt . Der Hammer war , das er sogar einen Jammerharken , der auch fehlte mit zupackte . Das Nenne ich Service und obwohl ich eine Ibanez SZ520 besitze spiele ich die Hohner noch am liebsten .
 
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Service? :lol:
Da habe ich eine schöne Geschichte von meiner Bank. Am Montag so geschehen...
........
Ich komme gerade von der Aacher Bank. Geld abgeben. Umgezogen! steht auf dem Schild. Der neue "24Stunden Teminal" ist in einem Neubau im Industriegebiet zwischen Merkur Spilothek und Schuhcenter gelegen. Aha! Beim Eintreten denke ich, das ist nur das gläserne Entree, aber nein! Der 2,5 X 5 Meter lange Korridor ist die Bank. Durch die Scheiben sehe ich auf die Auslage des Schuh - Discounters - auf der anderen Seite stehen Automaten. Geld- aber keine Spielautomaten. Die einzig verbliebene Angestellte von ehemals Dreien begrüßt mich von einem Stehpult, was die Größe eines Tabletts aufweist. "Ich möchte Geld einzahlen" äußere ich zaghaft meine Bitte. "Das geht jetzt nur noch hier am Automaten" entgegenet mir das Sevice-Rudiment, "dafür können Sie jetzt Tag und Nacht einzahlen! - Haben sie ihre Karte dabei?"

Ich besitze überhaupt keine Karte. Mein Geschäftskonto ist ein Einzahl-Konto und Karten kann man nur verlieren und ihre Geheimnummern vergessen. "Sie stecken das Geld hier in dem Umschlag", zwitschert sie fröhlich weiter " und schreiben die Summe und die Kontonummer darauf, stecken ihre Karte in den Schlitz - wir können auch meine nehmen - ist nur, damit die Klappe aufgeht - und fertig!" "Moment mal", protestiere ich, "ich schreibe den Betrag drauf und irgendwer kontrolliert das im Laufe des Tages? Was ist, wenn das nicht stimmt?" "Sie müssen halt richtig zählen!" verblüfft mich die plappernde Restkostenstelle. Dabei drückt sie sich schnell für mich durch das Menü der Automaten-Bedienung. "Sehen sie, da drücken sie immer weiter und..." Versenkt mein Geld im Gerät, was zum Dank einen "Einwurfbeleg" mit der Kontonummer der kleinen Plapperfee ausspuckt, auf dem besonders deutlich mitgeteilt wird, dass ich eben den "Bedingungen für die Benutzung des Automaten" zugestimmt habe. Habe ich nicht, aber ich wische den Gedanken an Protest weg, denn ich habe ja keine Wahl. Es gibt keinen Knopf auf dem steht: " Ich finde diesen Automaten zutiefst abstoßend und sein Erfinder gehört in eine einsame Zelle gesperrt!" Außerdem war ich ja gar nicht dran, an dem Geldschlucker.
Sie streicht ihre Kontonummer auf dem Automatenwisch sorglos durch, schreibt meine Nummer mit Kuli darüber und schließt aufmunternd:" Wenn alles gut geht, ist das Geld heute Mittag auf ihrem Konto gut geschrieben - hat bis jetzt immer geklappt!"
"Wie lange ist denn BIS JETZT IMMER?", will ich wissen.
"Schon zwei Wochen!"

Na dann...
 
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VVolverine":cbnoana8 schrieb:
Hi Walter,

toller Beitrag... Endlich mal was zu lachen heute morgen. :lol: ;-)

Gruß aus Hamm
Mirko

Moin,
Das fand der Zweigstellenleiter der Bank nicht, der mich gestern anrief. Ich hatte das Schreiben an die Bank geschickt und denke nun, dass die Angestellte, die am wenigsten mit dem ganzen Unsinn zu tun hat, dafür einen eingeschenkt bekommen hat. Blöd von mir, dachte ich danach. :roll:
Aber sich allen Quatsch ansehen und stillschweigen ist sicher auch nicht der Weg. Ich weiß es oft nicht.....
 
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Hi Walter,

ja das ist immer das Problem, dass es meistens dann die Falschen trifft. Aber hinnehmen sollte man es eben auch nicht. Und manchmal muß die Konsquenz halt auch lauten, dass man bestimmte Händler oder Hersteller nicht mehr durch Kauf unterstützt, oder, wie in Deinem Fall, ggf. die Bank wechselt. Sonst ändert sich nichts!

Gruß, Martin
 
 

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