Tech21 Fly Rig 5 - Honeymoon-Review

E

erniecaster

Power-User
19 Dez 2008
4.447
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Vorsicht! Langer Beitrag - Es wird dringend empfohlen, noch einmal zur Toilette zu gehen und sich etwas zu trinken zu holen!


Hallo zusammen!

Wenn man einen Preamp plus Zerrer, einen Booster, einen Hall und ein modulierendes Delay mit Tap-Funktion auf einem Effektboard befestigen will, braucht man nicht nur die GerÀte, sondern auch das Board, eine passende Stromversorgung, Patchkabel und vielleicht ein Case. Oder man greift zum FlyRig5 von Tech21. Da sind nÀmlich all die oben genannten Komponenten enthalten.

Die Besonderheiten des FR5 sind GrĂ¶ĂŸe und Gewicht. Die genauen Angaben findet man bei den ĂŒblichen Online-HĂ€ndlern oder in amerikanischen GrĂ¶ĂŸen auf der Website des Herstellers. Weder die Fotos noch die Angaben geben auch nur annĂ€hernd wieder, wie klein das FR5 wirklich ist. Zur Verdeutlichung: In einem Video hĂ€lt jemand ein iPhone quer vor ein FR5 und deckt es zur HĂ€lfte ab. Das FR5 ist etwa so breit wie eine Computertastatur – ohne den Nummernblock - und so tief, wie ein BOSS-Treter breit ist. Das FR5 ist so leicht, dass es lĂ€cherlich wĂ€re, ĂŒber das Gewicht auch nur ein weiteres Wort zu verlieren.

Dennoch wirkt das FR5 stabil. Es ist keins der BodengerĂ€te, bei denen man Angst haben mĂŒsste, auf die Schalter zu treten. Die Schalter sind dabei so platziert, dass das GerĂ€t weder wackelt noch rutscht, wenn man auf sie tritt. Die dahinter angebrachten Regler sind so flach in das GehĂ€use eingelassen, dass man auch nicht darauf tritt oder sie sich in einem Gigbag verdrehen.

GerĂ€te von Tech21 haben so ihre Eigenarten: Die daran befindlichen Klangregelungen sind extrem effektiv, teilweise ĂŒber die Praxistauglichkeit hinaus. Dazu wirken die GerĂ€te von Tech21 immer ein wenig sachlich und nĂŒchtern. Vintagegeruch und Feenstaub findet man hier nicht.

Eine Beschreibung des GerÀts braucht hier sicherlich niemand, die gibt es nebst Foto beim HÀndler. Kommen wir zu den wesentlichen Fragen: Was kann die Kiste und wie klingt es.

Der Sansamp in der Mitte ist klanglich Richtung Fender ausgelegt. Qualitativ ist das dem Blonde Pedal sehr Ă€hnlich, allerdings nicht so flexibel. Clean ist alles wunderbar, auch der Jazzer wird fĂŒndig. Bei stĂ€rker aufgedrehtem Driveregler (und/oder aktiviertem Boost) ist auch verzerrter Betrieb möglich. Das geht dann ebenfalls in Richtung aufgerissenem oder angeblasenem Fender-Combo, kann also etwas grĂ€tzig und auch bollerig in den BĂ€ssen werden, wenn man ĂŒbertreibt. Vermutlich versteckt sich irgendwo in den möglichen Reglereinstellungen auch noch etwas Richtung Vox, wie gesagt ist Tech21 bei Klangregelungen immer fĂŒr eine Überraschung gut.

Der Reverb-Regler ist Teil des Sansamps. Auf hochdeutsch: Kein separater Fußschalter. Den Hall finde ich ĂŒbrigens toll.

Der Booster ganz rechts sorgt fĂŒr einen ordentlichen Extra-Schub. Hier trĂŒbt sich das erste Mal der bis dahin sehr gute Eindruck des FR5 ein wenig, denn der Booster rauscht vernehmlich, wĂ€hrend das FR5 sonst sehr, sehr nebengerĂ€uscharm ist. Zum GlĂŒck sind alle Fußschalter knackfrei, daher ist das Rauschen in Spielpausen mit einem kurzen Kick auch schnell abgestellt.

Zweiter Fußschalter von rechts: Das „Plexi-Pedal“. Drive, Level und ein Tone-Poti, bei dem die neutrale Position fast am Rechtsanschlag ist. Da klingt es in meinen Ohren auch am besten. Es ist ein Plexi-Simulator, Highgain ist da nicht drin und Metaller werden das höchstens als mĂŒden Crunch bezeichnen. FĂŒr Pop, Blues, Fusion und „klassischen“ Rock reicht der Gainbereich fĂŒr saftigen Rhythmus allerdings locker aus. Wer mehr Gain braucht, tritt beherzt auf den Boost, dann kommt man fĂŒr die genannten Musikrichtungen auch auf einen tragenden Solosound. Slash kĂ€me damit klar, Carlos Santana wĂŒrde das allerdings nicht gefallen, es wird nicht wirklich cremig und mĂŒhelos tragend.

Die beiden Fußschalter links sind fĂŒr das Delay. Ganz links der Tap-Schalter – ohne irgendwelche Zusatzfunktionen fĂŒr punktierte ZĂ€hlzeiten. Das muss man eintappen lernen.

Das Delay ist zwar digital, tut aber klanglich so, als wĂ€re es analog. Ein Regler mit dem schönen Namen „Drift“ sorgt fĂŒr Modulation. Bei herunter geregelter Delayzeit lĂ€sst sich sich damit eine Art Chorus einstellen. Das muss mit spitzen Fingern eingestellt werden, man wird sehr schnell seekrank.

So viel zu den Einzelkomponenten. Testweise hatte ich das FR5 am Input und Effektreturn eines Transistorcombos, an meinem sehr neutralen AER AG8 und an einer P.A.

Es ist durchaus wichtig, woran man das FR5 anschließt. Der Sansamp hat eine Speakersimulation. Wenn das FR5 nicht an einem Gitarrenamp oder genauer gesagt einer Gitarrenbox plus Endstufe angeschlossen ist, ist die auch nötig. Der Plexi alleine klingt sonst, als wĂŒrde man ein Zerrpedal an eine P.A. anschließen – das will niemand. Zwar lĂ€sst sich die Speakersimulation nicht abschalten, dennoch lassen sich auch Sansamp und Gitarrenamp gemeinsam betreiben, ohne dass die Simulation stört.

Am Input des Gitarrenamps sieht die Welt also etwas anders aus als an P.A., Aktivmonitor und Effektreturn des Gitarrenamps, denn da stehen weitere Sounds zur VerfĂŒgung: Der komplette cleane Gitarrenamp sowie Amp plus Sansamp, Amp plus Boost, Amp plus Boost und Sansamp, Amp plus Boost und Plexi. Wenn man sich fĂŒnf Minuten Zeit zum Einstellen der Regler nimmt, lassen sich all diese Möglichkeiten (plus Delay) wunderbar auf einander einstellen. Damit steht die Palette von superclean bis hochgezĂŒchtetem Plexi nebst Delay zur VerfĂŒgung.

WorĂŒber reden wir hier qualitativ? Das ist nicht High-End und nichts fĂŒr Soundfetischisten, hier geht es um Pragmatismus und brauchbare Sounds, die man mit Spaß spielen kann. Ich finde das FR5 sowohl von der KlangqualitĂ€t als auch vom SpielgefĂŒhl besser als ein Mustang Floor.

In einem amerikanischen Forum hat Tech21 geschrieben, dass sich Richie Kotzen dieses GerĂ€t gewĂŒnscht hat. Er spielt seine „Flug-Gigs“, bei denen er wenig mitnehmen kann, ĂŒber das FR vor einem cleanen Marshall (plus einem Wah davor). Offen gestanden fliege ich selten zu meinen Gigs – ich muss allerdings mein Equipment auch selbst tragen und aufbauen.

Der große Vorteil des FR5 gegenĂŒber Modeling-Floorboards liegt fĂŒr mich darin, dann man sich in diesem GerĂ€t nicht in Optionen verlieren kann. Es gelten die Slogans „what you see is what you get“ und „set and forget“.

Tech21 preist das FR5 als perfektes Backup an. Das FR5 ist mehr als das, es ist eine vollstÀndige kleine Anlage.

Kommen wir abschließend zum Thema Geld und versuchen mal, das FR5 preisgĂŒnstig nachzubauen. Dabei gehe ich nicht von den absolut billigsten Komponenten am Markt aus:

Booster: 50 Euro
Marshall in a Box: 100 Euro
Sansamp: 100 Euro
Delay: 50 Euro

Der Straßenpreis des FR5 liegt bei 299 Euro. Die hĂ€tte man jetzt ausgegeben. Fehlen noch:

Effektboard: 30 Euro
Patchkabel: 10 Euro
Stromversorgung: 40 Euro

So gesehen ist das FR5 auch preislich ein SchnÀppchen.

Bleibt noch ein Minuspunkt: Schade, dass kein Tuner drin ist.

Das ist jetzt lang geworden und ich hoffe, ich habe nichts vergessen. FĂŒr Fragen stehe ich gerne zur VerfĂŒgung – jetzt muss ich wieder Gitarre spielen gehen!

Gruß

erniecaster


P.S. Produkte von Tech21 spiele ich seit Jahren und hege fĂŒr Tech21 eine gewisse Sympathie. Ich habe das Tech21 FlyRig5 bei einem OnlinehĂ€ndler gekauft und den vollen Preis ohne jegliche VorzĂŒge von meinem versteuerten Geld bezahlt.

Was sehen und hören?

https://www.thomann.de/de/tech_21_fly_rig_5.htm

http://www.youtube.com/watch?v=07CCno2K-1I

http://www.youtube.com/watch?v=Y4IdEiudda4

http://www.youtube.com/watch?v=tdJP4wKOgYs

http://www.youtube.com/watch?v=ABr-dMVp5fw

http://www.youtube.com/watch?v=6ozAj0uJ8x4
 
Vielen Dank!
(Mist, ich könnte mir das auch vorstellen...)

Eine Frage noch wie klingt denn das Marty McFly Rig
mit nem externen Zerrer (z.b. dem Liverpool :cool: ) davor ??

Gruß
 
Dr.Dulle schrieb:
Vielen Dank!
(Mist, ich könnte mir das auch vorstellen...)

Eine Frage noch wie klingt denn das Marty McFly Rig
mit nem externen Zerrer (z.b. dem Liverpool :cool: ) davor ??

Gruß

Hallo,

siehe unten das "Satriani" Video mit Wah und DS1. Man beachte da mal die GrĂ¶ĂŸenverhĂ€ltnisse von BOSS zu FR5.

Gruß

erniecaster
 
Erstmal: Sehr informativ und ausfĂŒhrlich.
Dann: Ich weiß eigentlich, dass wenn Ernie was gefĂ€llt, ich eigentlich weiterblĂ€ttern kann.
Wir sind eigentlich nicht wirklich auf dem gleichen Dampfer unterwegs.

Aber: Die Videos (gerade die mit dem DI-Line-in-Signal) find ich gut.
Das VH-Ding kommt echt sehr amp-mĂ€ĂŸig.

Toll wÀre es, wenn man die Speakersim pauschal ein- und ausschalten könnte (vor dem Amp und DI und so).
Schade auch, dass der Hall nicht separat fußschaltbar ist.

Ansonsten könnte mir durchaus vorstellen, dass das ein praktischer Helfer fĂŒr vielerlei Situationen sein kann.
Denn den Grundsound des Amp-Teils und des Plexis (ohne Hot) find ich echt gut.
Ob mir Art des HOT-Boosters gefallen wĂŒrde, das kĂ€me auf einen Versuch an. Der scheint mir zuviel Höhen dazu zu tun.

Nochmal nachgefragt: Der Rauschpegel - ist der echt ok?
Da liest man in ganz unterschiedlichen Ecken immer, das Dinge wĂŒrde rauschen wie ein Wasserfall ...
 
Hallo!

gitarrenruebe schrieb:
Ob mir Art des HOT-Boosters gefallen wĂŒrde, das kĂ€me auf einen Versuch an. Der scheint mir zuviel Höhen dazu zu tun.

Nochmal nachgefragt: Der Rauschpegel - ist der echt ok?
Da liest man in ganz unterschiedlichen Ecken immer, das Dinge wĂŒrde rauschen wie ein Wasserfall ...

Der Booster ist einigermaßen klangneutral, rauscht aber.

Der Rest rauscht nicht ernsthaft.

Rauscht was in den Videos?

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
Der Rest rauscht nicht ernsthaft.
Na, bei so einem Video ist doch immer mal schnell ein ISP Decimator dazwischengeklemmt, ohne dass das ausdrĂŒcklich auch erwĂ€hnt wird.
Umso besser, wenn es Stand-Alone ohne RauschunterdrĂŒckung nutzbar ist.

Ach so, voll vergessen: Das Ding ist ja echt klein.
Ich hatte das deutlich grĂ¶ĂŸer vermutet bei den ersten AnkĂŒndigungen ...
 
Hallo,

nochmal zum Rauschen: Ich hatte das in einem Kommentar bei Thomann auch gelesen. Wenn ich das Rauschem mit dem einer PSA vergleiche, ist das FlyRig fast studiotauglich. Aber wer geht mit sowas ins Studio?

Das GerĂ€t ist fĂŒr Proberaum und BĂŒhne gedacht, da ist selbst der Boost hinsichtlich des Rauschens eigentlich kein Thema.

Eins muss ich noch nachreichen: Das FlyRig ist nicht so extrem variabel und mit so spitzen Fingern einzustellen wie beispielsweise die Character-Pedale. Ich war sehr schnell da, wo ich hinwollte.

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
Der Booster ist einigermaßen klangneutral, rauscht aber.

Der Rest rauscht nicht ernsthaft.
Ich habe mir das Flyrig auch gekauft und bei meinem ist das leider ganz anders. Vor allem die Sansamp-Abteilung rauscht schon bei Cleansounds extrem. Alle anderen Komponenten fĂŒgen dann weiteres Rauschen hinzu. FĂŒr Boost und Verzerrer ist das ja normal, dass aber schon der Clean-Sound rauscht, ist m. E. nicht akzeptabel. Bin drauf und dran das GerĂ€t zurĂŒckzusenden.

Und, Àhm ja, meine Hauptanwendung wÀre an sich schon das heimische "Studio" gewesen - da werde ich dann aber wohl weiter meinen alten Tubeman verwenden.
 
gitarrenruebe schrieb:
gruenspan schrieb:
univalve schrieb:
Alternative?
http://www.t-rex-effects.com/soulmate/j
Ca 440.- EUR strassenpreis.

nich fragen! Sagen! isses?
Nö, ist ja kein Amp-Simulator dabei.
DafĂŒr Tuner.
Im Hinblick auf live vielleicht doch eine alternative :shrug:
Ich benutze keine amp-sim. Von daher kann ich den Stellenwert nicht beurteilen.
Vor allem nach dem Post von MH wĂŒrde ich das flyrig nur noch fĂŒr live sehen. Aber klar vielleicht gilt da noch das Argument direkt ins Board zu spielen...
 
univalve schrieb:
gitarrenruebe schrieb:
gruenspan schrieb:
univalve schrieb:
Alternative?
http://www.t-rex-effects.com/soulmate/j
Ca 440.- EUR strassenpreis.

nich fragen! Sagen! isses?
Nö, ist ja kein Amp-Simulator dabei.
DafĂŒr Tuner.
Im Hinblick auf live vielleicht doch eine alternative :shrug:
Ich benutze keine amp-sim. Von daher kann ich den Stellenwert nicht beurteilen.
Vor allem nach dem Post von MH wĂŒrde ich das flyrig nur noch fĂŒr live sehen. Aber klar vielleicht gilt da noch das Argument direkt ins Board zu spielen...
Live vorm Amp auf jeden Fall eine Alternative.
Ich kenn da jemand, der will das T Rex mal checken, vielleicht hört man ja hier was davon ...
Als "flyrig", also quasi Mini-/Backup-Rig sicher nicht.
 
Ich bin nicht ganz sicher, ob mein GerÀt nicht einfach einen leichten Defekt hat. Erniecaster versichert ja, dass sein Flyrig nur dann rauscht, wenn er den Booster betÀtigt.

Eine Alternative zum Flyrig gibt es bisher m. E. nicht, zwar gibt es diverse digitale Modelling-Amps, die alles können, was das Flyrig kann. Aber die sind eben digital mit den entsprechenden Latenzen (bitte jetzt nicht streiten, ob man die ĂŒberhaupt bemerkt oder nicht). Als analoge Preamps mit Lautsprecher-Simulation fallen mir ansonsten nur der Hughes & Kettner Tubeman II ein und die anderen Sansamps, die aber alle keine Effekte eingebaut haben.

Mir ist das direkte Spielen ins Pult sehr wichtig. Aufnehmen im Heimstudio ist auf diese Weise einfach viel angenehmer, stressfreier und (wenn es sein muss) auch leiser - und bei Auftritten, insbesondere wenn fremde Techniker am Mischpult sitzen, ist man damit auch auf der sicheren Seite. Was aus der Monitorbox kommt, entspricht dann auch dem, was vorne rausgeht.

Ich habe mal ein Demo mit dem Sansamp aufgenommen. Alle Gitarren sind direkt mit dem Sansamp eingespielt ohne weitere Effekte oder Nachbearbeitung:

[sc]https://soundcloud.com/markus-horn-2/amp-demo-sansamp-fly-rig-5[/sc]
 
Hallo!

Leider sitze ich im Moment nur an einem Notebook ohne die Möglichkeit, "richtige" Boxen anzuschließen. Daher ist das jetzt vielleicht nicht so aussagekrĂ€ftig, aber: Ich habe da jetzt kein bemerkenswertes Rauschen gehört.

Allerdings sind ja NebengerĂ€usche auch eine subjektive Sache, was den einen schon stört ist fĂŒr den anderen noch Teil des Sounds.

Daher wĂŒrde ich an deiner Stelle mal mit Thomann telefonieren und mir ein anderes FlyRig schicken lassen, denn bis auf den Boost rauscht bei mir wirklich gar nichts. Der allerdings nervt schon.

Im ĂŒbrigen wĂŒrde ich fĂŒr Recording auch nicht zu der Kiste greifen. Die Character-Pedale sind fĂŒr einen einzelnen Sound klanglich flexibler als das FlyRig, dafĂŒr ist es aber halt auch ein nackter Sound ohne Effekte. Ich wĂŒrde dann eher unterschiedliche Sounds mit mehreren Takes aufnehmen und/oder Software einsetzen. Aber auch das ist eine sehr subjektive Meinung.

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
Ich habe da jetzt kein bemerkenswertes Rauschen gehört.
Wenn man keine Spielpause macht, deckt das Gitarrensignal das Rauschen zu. Hallfahnen und Delays muss man dann allerdings schon kĂŒnstlich abschneiden, sonst wĂŒrde das Rauschen allzu deutlich.

erniecaster schrieb:
Im ĂŒbrigen wĂŒrde ich fĂŒr Recording auch nicht zu der Kiste greifen. Die Character-Pedale sind fĂŒr einen einzelnen Sound klanglich flexibler als das FlyRig, dafĂŒr ist es aber halt auch ein nackter Sound ohne Effekte.
Welche genau wĂŒrdest Du empfehlen und warum?

erniecaster schrieb:
Ich wĂŒrde dann eher unterschiedliche Sounds mit mehreren Takes aufnehmen und/oder Software einsetzen.
Mehrere Takes aufnehmen, wenn es Sound-Wechsel gibt, ist ja ohnehin selbstverstÀndlich.

Was allerdings die grundsĂ€tzliche Arbeitsweise angeht: da habe ich fĂŒr mich persönlich in den letzten Jahren doch ein paar sehr entscheidende Feststellungen gemacht: ich bevorzuge entschieden "reines" Direct-Monitoring, ich arbeite mit DAWs am liebsten ganz genau in der gleichen Weise wie frĂŒher mit der Mehrspur-Bandmaschine: "What You Hear Is What You Get." Ich kann mit Software-Effekten zur Nachbearbeitung meiner Spuren leben, aber Delay oder Verzerrung gehören fĂŒr mich zum Gitarrensound. Diese "Effekte" will ich "direkt" so einspielen, wie ich sie auch nachher "auf dem Band" hören möchte.

Jegliche Form der digitalen Amp-Simulation hat sich in meinem Erfahrungsbereich bisher als unbefriedigend erwiesen. Man kann das analog machen und das macht dann richtig Spaß! Siehe Tubeman und Sansamp!
 
Hallo,

bei deiner Musik? Liverpool oder Blonde. Blonde rauscht noch weniger als Liverpool.

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
Bei deiner Musik? Liverpool oder Blonde. Blonde rauscht noch weniger als Liverpool.
Danke fĂŒr den Tipp. Nun ist "meine Musik" allerdings auch nicht auf das von mir gepostete Demo zu reduzieren. Ich verfĂŒge ĂŒber einen AC30 und gute Mikrofone. Außerdem habe ich einen alten Hughes & Kettner Tubeman I. Das VOX-Klangspektrum ist also bereits gut abgedeckt, wenn ich das will. WĂ€re als ErgĂ€nzung dazu nicht vielleicht auch der Sans Amp "British" eine gute Empfehlung?
 
Hallo,

am Ausprobieren wirst du nicht vorbei kommen.

Gruß

erniecaster
 
cooles Review - DANKE, mich hat das Ding auch interessiert...

Ich brauche keine Amp-Sim da ich immer mit Amp spiele aber die FlexibilitÀt hÀtte mich gereizt.

Ich bin jetzt beim Quattro von Carl Martin gelandet, das AusstattungsmĂ€ĂŸig in eine Ă€hnliche Richtung geht "Comp", "Drive1", "Drive2", "Chorus" und "TapDelay" in einer doch etwas grĂ¶ĂŸeren aber dafĂŒr super stabilen Box inkl. Einschleifweg aber ohne "Sim".

Funktioniert echt super - ich hab sÀmtliche Verzerrer von meinem Board geschmissen und verwende nur noch ein bis 2 Booster die mir gemeinsam mit dem Amp-Sound (einkanalig und clean eingestellt) und dem Quattro eine super FlexibilitÀt gewÀhrleisten.

Dieses Setup schlÀgt sÀmliche Modeler (POD, ToneLab, MustangFloor, NovaSystem), die ich bis jetzt immer wieder mal zwischendurch hatte, soundtechnisch um Welten!

Ein Vergleich zwischen FlyRig und Quattro wÀre sicher mal interessant...

LG Hannes
 
Tag zusammen!

Update?

Mehr als einen Zweikanaler plus Boost und Delay brauche ich nicht. Das FlyRig5 angeschlossen an irgendeinen Lautermacher gibt mir alle Sounds, die ich brauche. Zu 90% habe ich in etwa zwei Minuten meine Sounds. An ein paar Tagen ging es nicht, da waren aber auch meine HÀnde, meine Ohren und der Rest von mir blöd.

Brummen? Nein. Rauschen? Ja, bei viel Gain des Plexis oder viel Boost. Wenn ich das bei einem echten Plexi oder einem echten Boost so einstelle, dann rauscht es etwa doppelt so viel. Davon mal abgesehen, wĂŒrde ich mit dem GerĂ€t wohl auch nicht aufnehmen. Das passiert eh am PC, dann ist Software angesagt.

Fazit dieses Updates: Große Zufriedenheit!

Gruß

erniecaster
 
erniecaster schrieb:
Tag zusammen!

Update?

Mehr als einen Zweikanaler plus Boost und Delay brauche ich nicht. Das FlyRig5 angeschlossen an irgendeinen Lautermacher gibt mir alle Sounds, die ich brauche. Zu 90% habe ich in etwa zwei Minuten meine Sounds. An ein paar Tagen ging es nicht, da waren aber auch meine HÀnde, meine Ohren und der Rest von mir blöd.

Brummen? Nein. Rauschen? Ja, bei viel Gain des Plexis oder viel Boost. Wenn ich das bei einem echten Plexi oder einem echten Boost so einstelle, dann rauscht es etwa doppelt so viel. Davon mal abgesehen, wĂŒrde ich mit dem GerĂ€t wohl auch nicht aufnehmen. Das passiert eh am PC, dann ist Software angesagt.

Fazit dieses Updates: Große Zufriedenheit!

Gruß

erniecaster

Ernie ist ja gleich mit seiner Dose bei mir vorbei gekommen. Ich fand es in fast allen Disziplinen beeindruckend! Vor allem die cleanen und leicht angeknusperten Sounds machen echt Freude. Die zwei Effekt klingen gut und das Ding bedient sich intuitiv. Bei sehr viel Zerre wird er mir im Anschlag zu weich, was vielen "Tubefreaks" vermutlich gerade gefallen wird - ist also voll Geschmacksache.
HÀtte ich nicht vier Anlagen die Staub ansetzen - das hier wÀre meine!
 
Hi!

Und ich lege auch hier nochmal einen drauf nach einer Handvoll Proben mit der Kapelle und dutzenden Stunden des heimischen Rumspielens.

Bei allen Modelern, MultieffektgerĂ€ten oder ausgefeilten Stressbrettern wollte ich hĂ€ufig mal einfach nur Gitarre spielen und fand mich schnell dabei wieder, an Sounds zu spielen. Hier ist das totale Gegenteil. Wenn ich an Sounds spielen will, endet das nach ein paar Sekunden und ich spiele einfach nur Gitarre. Das ist einfach nichts fĂŒr "Tweaker".

Das Flyrig5 ist wie ein zweikanaliger Amp plus Booster und Delay mit Tapfunktion. Damit kann ich alles abdecken, was bislang gebraucht wird. Ich regele zwischen den Songs ausschließlich am Delay nach. Im Normalfall habe ich da eine wenig hörbare Wiederholung, die im Solo klischeemĂ€ĂŸig etwas dick macht, manchmal brauche ich drei gut hörbare Wiederholungen fĂŒr die Momente, in denen ich gerne The Edge wĂ€re. Das wird allerdings immer seltener.

Vorher hatte ich folgende GerÀte als Amp oder Ampersatz lÀnger in Benutzung: Mustang Floor, Vox Tonelab LE, Tech21 Trademark 60, Peavey Bandit und Hughes&Kettner Silver Edition. Das Flyrig5 stellt die unterschiedlichen Gitarren deutlich besser dar als alle oben genannten GerÀte und reagiert vor allem viel besser auf das Volumenpoti und den Anschlag. Gerade das macht dieses Ding einfach unfassbar gut.

Ich habe bei einer Probe da gestanden mit aktiviertem Plexi plus Boost - also dem eigentlichen singenden Solo-Sound - und spielte mittels Volumenregler völlig clean eine leise Begleitung. Das finde ich nach wie vor einfach grandios.

FĂŒr Leute, die das Zerrverhalten des FR5 nicht mögen, gibt es ja jetzt das RK5. Ich gebe zu, dass es mich in allen Fingern juckt, das Ding zu probieren (und sei es nur als Luxus-Backup).

Beste GrĂŒĂŸe

erniecaster
 

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