Verständnisfrage Software-Effekte


A
Anonymous
Guest
Hallo,
eine Frage wurmt mich schon länger.

Da gibt es nun all die sauteuren altehrwürdigen Effekte und Studio Geräte in Hardware..sagen wir mal, ein EQ.
Wie hörbar gut, edel oder schlecht dieser arbeitet, hängt nun grundlegend von der Güte und Selektion der verwendeten Elektronik Bausteine ab...die Widerstände, Transitoren, Röhren, Potis, Gleichrichter...was weiss ich alles....es fließt Strom, Spannung, es wird geregelt, es tut sich real elektrisch etwas in der Kiste zwischen vorne rein und hinten raus.

So, nun habe ich in Cubase auch einen EQ....ja aber...womit bitte wird denn hier nun konkret der Sound geformt....? Welche Hardware im PC ist tatsächlich für die Güte des Klanges verantwortlich?? wenn ich ein freeware plugin nehme oder eines für 3.000,-......meine CPU ist die gleiche, meine Soundkarte, alles ist gleich....wie also kann eine Software eigentlich den Sound ändern....zwischen zischend hell und mumpig dumpf...welche Bausteile bewerkstelligen die tatsächliche Änderung/Filterung am Sound, und wie kann etwas dann teuer oder billig sein...?

Ash
 
B
Banger
Guest
Ash-Zayr schrieb:
Welche Hardware im PC ist tatsächlich für die Güte des Klanges verantwortlich??
Die Hardware ist nur für die Wandlung von analogen Signalen (Line-In) in digitale und umgekehrt (Line-Out) zuständig.
Innerhalb des Rechners liegen die Signale naturgemäß nur digital vor, sind also ein großer Haufen Bits.

Ash-Zayr schrieb:
wie also kann eine Software eigentlich den Sound ändern
Im Grunde genommen sind das mathematische Algorithmen. Die objektive Qualität hängt von der Effizienz eines Algorithmus' ab, also wie viele Signale in möglichst kurzer Zeit verarbeitet werden können.
Die subjektive Qualität wiederum davon, wie "natürlich" ein Algorithmus das Ergebnis formt. Denn das ist es, was auch in analogen Geräten passiert und auch dem menschlichen Ohr schmeichelt: Nicht nur bestimmte Frequenzen werden mathematisch sauber angehoben oder bedämpft, sondern auch andere Frequenzbereiche bzw. Obertöne beeinflusst, verzerrt, komprimiert etc.
Diese "Unsauberkeiten" nachzubauen erfordert entsprechenden Aufwand und Können.

Ein visuelles Beispiel: Es ist ein Kinderspiel, einem Computerprogramm beizubringen, einen perfekt blauen Himmel und einen absolut runden Kreis darzustellen. Es wird aber extrem schwer, dem Programm beizubringen, das Ergebnis dann nach van Gogh aussehen zu lassen.
 
Riddimkilla
Riddimkilla
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Banger schrieb:
Ein visuelles Beispiel: Es ist ein Kinderspiel, einem Computerprogramm beizubringen, einen perfekt blauen Himmel und einen absolut runden Kreis darzustellen. Es wird aber extrem schwer, dem Programm beizubringen, das Ergebnis dann nach van Gogh aussehen zu lassen.

Bezaubernd formuliert ... zum Thema Harware und Wandler hat das Xound Heftchen die Tage einen aufwändigen Test in der Oberklasse veranstaltet und eine Diskussion darüber gabs hier: (längeres Widio)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=q4Jip0dFNMo[/youtube]

Grusssss

r
 
A
Anonymous
Guest
Super erklärt !!

Ich habe es mir immer so vorgestellt ... was natürlich nicht unbedingt 100% korrekt sein muss ;-) ...

(Ich brauch für mich halt was einfaches!! ;-) ;-) )

Dein Audio auf der Spur in deiner DAW ist ja schon digital. (vorher umgewandelt) Effekte werden in 'Echtzeit' benutzt ... das heisst, jedes mal wenn du PLAY (oder Record) drückst, läuft das Signal DURCH das Plug-in.

Das Plug-in ist nur Software das dein digitales Signal jetzt digital 'ändert' ..... und WIE gut der das macht, liegt an obengenannten 'Algorithmen'.

WIE gut die Firma diese Algorithmen erstellt, ist dass was Geld kostet. Haben die die Software geschrieben dass das Signal so 'Pi mal Daumen' ändert .... oder hat die Firma großen Aufwand geleistet, alte EQ' aus Abbey Road mit teuren Geräten 'analysiert' und daraus exakte Algorithmen erstellt?

Ehh ... naja, so ungefähr !! :-D

J
 
Riddimkilla
Riddimkilla
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Takatukaland
JMan schrieb:
WIE gut die Firma diese Algorithmen erstellt, ist dass was Geld kostet. Haben die die Software geschrieben dass das Signal so 'Pi mal Daumen' ändert .... oder hat die Firma großen Aufwand geleistet, alte EQ' aus Abbey Road mit teuren Geräten 'analysiert' und daraus exakte Algorithmen erstellt?

sowohl als auch ... man kann hingehen und die "Logik" eines EQs digital umsetzen und das tuts, dann möchte wer anders genau den Sound eines Neve, Camebridge, Pulltec haben und der wird sich sicher einen alten besorgen und durchmessen. Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit des Profilings, z.B. für Reverbs, wo es Profiles von realen Räumen gibt ...
so oder so oder so kommt hinten ein Algoritmus bei raus.

Mfg

r
 
A
Anonymous
Guest
Stimmt. Ich glaub das hat am Anfang auch beigetragen zu der 'Sterilität' der digitalen Umgebung. Wie der Banger schon gesagt hat ... diese "Unsauberkeiten" nachzubauen und mit einzubauen, kam kurz danach als man merkte dass es ohne doch sehr öde klingt.
Auf der anderen Seite, manche mögen's halt so :)

J
 
A
Anonymous
Guest
Wow, was ein tiefes Fass...
Einige meiner Bekannten haben sich mittlerweile komplett von der Idee verabschiedet, bestimmte "althergebrachte" Instrumente wie Moogs oder Oberheims oder Effekte wie den 1176 virtuell nachstellen zu wollen sondern setzen auf die Kraft eines modularen Systems wie Max for Live, um neue Sounds und Effekte zu generieren.


Ich halte es da mit Steven Wilson von Porcupine Tree, der für mein Empfinden völligst unverkrampft und undogmatisch ans Produzieren ran geht. Wichtig ist, wie es am Ende klingt. Wenn ich mir mal anschau, mit welchen minimalen Mitteln z.B. "Insurgentes" produziert wurde....
Doe meisten Host-eigenen Plug-ins von Studio One z.B. halte ich für sehr ok, und durchaus konkurrenzfähig mit den Platzhirschen am Markt. Aber trotzdem gibt es für mich auch immer wieder den ein oder anderen speziellen Sound, den man mit den Stock-Plugins nicht hinbekommt.
Der Transient Designer von SPL z.B. ist so ein Plugin.
Auf der anderen Seite frage ich mich, wieviel Urei-Clone die Welt noch vertragen kann.

Vieles von dem, was ein Plugin machen muss, hat Pfälzer ja schon sehr treffend beschrieben.


For furhter reading sozusagen:
http://www.releasetime.de/interview-dirk-ulrich-von-brainworx/

Ein Interview mit Dirk Ulrich von Brainworx/Plugin Aliance/SPL, welches ein recht gutes Bild hinter die Kulissen der Plugin Entwicklung gewährt.
 
 

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