Da ich hier persönlich genannt wurde, mal der Versuch, das Ganze möglichst kurz darzustellen:
Supersonic 60 Watt-Combo (schöner Vibrolux-Sound, sehr guter Bassman-Sound, genial-guter Burn-Kanal), gekauft im Nov. 2008.
Im Dez. 2008 zum ersten Mal zu einem Tech in Stuttgart. Weil er ab und zu kurze Aussetzer hatte, einfach mal durchchecken lassen (,vielleicht 'ne Röhre?). Laut Rechnung „kalte Lötstelle nachgelötet“.
Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass der Amp mehr rauscht, als andere. Außerdem fing er an zu „Rascheln“ und leise zu „Knacken“. Als ich mal in GW einen kurzen Aufnahmeschnippsel reinstellte, kamen so Kommentare wie „Das klingt ja wie´n Laubgebläse“.
Dann im Juni 2009 zum nächsten Tech. Der hat gleich mehrere Mängel festgestellt und behoben: Unsauber gelötet, teilweise mit viel zu wenig Lötzinn. Manchmal war es ein Wunder, dass die Teile überhaupt drin geblieben sind. Zum Teil standen auch kleine Drähtchen so weit über, dass es jederzeit zu einem Kurzschluss mit dem danebenliegenden Kontakt kommen konnte, ein Kabel hing nur an einem "seidenen Faden"... Der Hammer: Ein Kabel an einem Röhrensockel, war gar nicht angelötet! Es hatte mal Kontakt und manchmal eben nicht. Daher das Knacken und Rascheln.
Im April 2010 ging es wieder zum Tech. Ich ließ neue Endstufenröhren einsetzen und einmessen. Dabei entdeckte er, dass eine Steckverbindung schon ziemlich verschmort war! Die Verbindung der Heizungsleitungen ist über Steckverbindungen ausgeführt, die gecrimpt sind. Leider so schlecht ausgeführt, dass der Übergangswiderstand so hoch war, dass der Stecker-Mantel geschmolzen war.
Dass im Amp mittlerweile (Juni 2010) irgendetwas „klingelte“, habe ich einfach hingenommen. Es war keine Röhre, es musste irgendein anderes wackelndes Bauteil sein. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr, mit dem Amp schon wieder zum Tech zu fahren.
Weil ein Umzug aufs Land bevorstand, kam ich ein Jahr fast nicht dazu, den Amp zu spielen. Tatsächlich tauchte in dieser Zeit auch kein neuer Fehler auf! Erkenntnis: „Wenn man einen Supersonic unbenützt in der Ecke stehen lässt, geht er auch nicht kaputt.“ Toll!
Im August 2011 hatte ich plötzlich ein neues Nebengeräusch im Speaker: Es klang alles „gepresst“ und unsauber und hörte sich an, als ob im Hintergrund noch ein falsch eingestellter Harmonizer mitspielen würde. Außerdem brummte der Amp stärker als vorher. Ich schicke den Amp zu einem anderen Tech, der tausche darauf die Netzteil-Elkos aus.
Im Okt. 2011 brachte ich den Amp zu einem „Tech“ in der Nähe. Diesmal war es ein (weiterer?) defekter Kondensator. Der Fehler war tatsächlich weg. Dafür brummte nun der Hall extrem! Noch einmal zum Tech. Der war allerdings unfähig. Ich bekam den Amp unrepariert zurück.
Darauf den Amp wieder vergeschickt - es war jetzt Dez. 2011. Unter anderem wieder mal Elkos getauscht, Versorgungsspannung der Halltreiberstufe stabilisiert und eine durchgebrannte Leiterbahn zu einer Schutzdiode im Endstufenbereich repariert.
Die Jahre 2012 und 2013 habe ich sehr selten und nur daheim mit dem Amp gespielt. Merke: „Wenn man einen Supersonic unbenützt in der Ecke stehen lässt, geht er auch nicht kaputt“.
In Jahr 2014 nahm ich wieder öfter den
Fender. Und schon geht’s wieder los:
Im Juni 2014 hatte der Zerr-Kanal plötzlich Aussetzer und es kracht sehr laut. Der Zerr-Kanal war leiser als sonst. Dann war's kurz wieder normal laut und dann ist es wieder leise geworden. Ein Käbelchen von einer Platine zu einer Röhrenfassung war direkt an der Platine abgebrochen. Außerdem fand der Tech an zwei Elkos kleine Austrittstellen von Elektrolyt und hat die letzten 5 verbliebenen minderwertigen Original-Elkos gleich mit ausgetauscht. Als der Amp ankam, habe ich ihn kurz eingeschaltet, alles schien zu funktionieren. Dann den Amp wieder in die Ecke gestellt („Wenn man einen Supersonic unbenützt in der Ecke stehen lässt...“).
Im Juli 2014 hole ich wieder meinen Fender hervor... Plötzlich geht ein extrem lautes Kreischen, Krachen und Pfeifen los. Der Tech hat einen Wackler auf der Platine mit den Cinch-Steckern für die Hallspirale als Übeltäter ausgemacht und dort etwas nachgelötet.
Aug. 2014, der Amp ist wieder zurück, der Clean-Kanal funktioniert, aber der Zerr-Kanal ist totenstill! Ich habe den Übeltäter selbst entdeckt: Wieder ein Käbelchen, das von einer Röhrenfassung zu einer Platine geht und direkt an der Platine abgebrochen ist. Also wieder zum Tech. Er lötet das Käbelchen an. Kurzer Test: Aaah, alle beide Kanäle funktionieren. Toll!
Drei Tage später nehme ich den Amp zu einem Bekannten mit. Nach knapp 2 Minuten fängt der Amp im Clean-Kanal plötzlich an zu pfeifen. Es ist eher ein hohes Fiepen. Schaltet man den Amp aus und wieder ein, ist er wieder ruhig. Nach kurzem Spielen geht es wieder los!
Hier habe ich mal das ganze Drama aufgenommen:
http://www.kir-royal-musik.de/gear/Amp_Fiepen01.mp3
Resümee: Ein super klingender flexibler Amp – wenn er denn mal klingt.
Es ist richtig, dass sich die ganze Story auf mehrere Jahre erstreckt, allerdings nur, weil der Amp auch äußerst selten überhaupt gespielt wurde - und wenn dann fast nur daheim in Wohnzimmer-Lautstärke. Hätte ich den Amp so genutzt, wie er eigentlich genutzt werden sollte, wäre das Ganze wahrscheinlich schon innerhalb weniger Wochen passiert. Er kam in fünfeinhalb Jahren insgesamt bei fünf Gigs zum Einsatz. Bei Bandproben war er vielleicht 15 bis 20x dabei. Er wurde von mir immer vorsichtig und pfleglich behandelt. Leider kann ich ihn wirklich nicht weiter empfehlen.
Seit zwei Wochen habe ich einen Deluxe Reverb, bin aber mit ihm noch nicht richtig "warm geworden". Der Supersonic hat mir besser gefallen, aber wenn er nicht tut, nützt's ja auch nix.