Moin,
neben dem Hauen und Stechen zum Axe wieder mal Geschichten aus dem Leben...
Letztes Wochenende, recht große Bühne, also natürlich den Super Reverb mitgenommen.
Das erste was der Ton-Mensch verkündet "klingt mördergeil, aber ganz schön dominant - sprich zu laut".
Also erstmal wieder fummeln und versuchen den "Mörderton" irgendwie in leiser darzustellen.
Ist zwar gelungen, aber schärft die Erkenntnis das ein alter Super Reverb nicht nur schwer ist und mördergeil klingt, sondern einfach auch laut ist wenn er eben so klingt, wie er am besten klingt.
Und zudem das wir zu laut Proben ;-)
Der Gig war jetzt einen vollen Volumenteilstrich leiser als im Proberaum... öhm.
Will sagen - wenn meine Prioritäten nicht grade so verschoben wären in Richtung Sohnemann (was EXTREM GUT so ist) wäre ein aktiver Monitor, ein FCB1010 und ein AXE-FX schon auf dem Weg zu mir.
Das wäre exakt das Setup was ich bräuchte - nicht mehr und nicht weniger.
Zudem werde ich alt, hab eigentlich keinen Bock auf das Geschleppe mehr und auf Tonmenschen, die zwar meinen Sound lieben, aber meinen Lärmpegel hassen eigentlich auch nicht mehr.
Klar kann man sagen "Verkauf den Super", aber ehrlicherweise habe ich in meinem Leben schon soviele alte, heute wertvolle Amps verkauft - nein, dieser Blackface bleibt und das AXE kommt wenn ich die Asche zusammen habe, ohne diesen Amp verbimmeln zu müssen.
Und wegen der ewigen Diskussion "klingt wie" - Leute das ist soooo ermüdend.
Warum ? Weil zum Beispiel in unserem Proberaum ein Blackface und ein ganz früher Silverface Super Reverb stehen.
Die Amps sind also technisch identisch, mit der Ausnahme das meiner, als der ältere Amp schon einen großen Service hinter sich hat.
Die beiden Amps klingen auf den ersten Ton nach sehr gutem
Fender, aber im direkten Vergleich doch ganz unterschiedlich.
Der Silverface ist bedeckter, weicher, wärmer und meiner hat Punch das einem Angst und Bange werden kann.
Wenn ich z.B. die gleichen Höheneinstellungen fahren würde wie auf dem Silver - mein Amp würde zum Glasschneider.
Wenn also praktisch identische Amps schon so grundlegend anders klingen - wer zur Hölle will sich dann hier hinstellen und über die letzten Frequenzgangsabweichungen im 4ten Oberton schwadronieren.
Woody hat beim Halsformat was schönes gesagt: Passt oder passt nicht.
Trifft hier auch zu... AXE taugt und erfüllt meine Bedürfnisse, oder nicht.
Und ERSETZEN kann es meine Röhrenamps eh nicht. Zumindest solange nicht, wie es nicht nach altem Staub, Hitze und glühenden Röhren riecht ;-)
grüße
MIKE