HH-Gitarre mit bis zu 42 Kombinationen


DerOnkel
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Hier eine Modifikation der klassischen HH-Schaltung, wie sie in der LP, SG und anderen Gitarren dieses Typus eingesetzt wird:

WiDi_HH_2V2T_42.gif


Für jeden Tonabnehmer gibt es einen "Mode"-Schalter mit dem zwischen Seriell, Single-Coil und Parallel (Tri-Sound) umgeschaltet werden kann. Hierfür ist ein (teurer) ON-ON-ON-Schalter erforderlich. Leistet man sich nur einen wesentlich billigeren ON-ON, so hat man immerhin noch Dual-Sound (Seriell, Parallel).

In der Mittelstellung des Wahlschalters können beide Tonabnehmer in Reihe oder Parallel kombiniert werden. Ein Phasenumkehrschalter sorgt dann für weitere ungewöhnliche Sounds. Beide Schalter müssen vom Typ ON-ON sein.

Setzt man für den Ser/Par Schalter einen ON-OFF-ON ein, so hat man in der Mittelstellung beide PU's getrennt. Die Gitarre ist also aus, egal in welcher Position sich der Wahlschalter befindet.

Bei der Reihenschaltung gibt es etwas zu beachten: Ist dieser Schalter aktiviert, so ist für den Wahlschalter auf "Both" oder "Neck" immer die Reihenschaltung aktiv. In Stellung "Bridge" sollte kein Signal kommen (geht nicht anders). In der Praxis ist doch ein leises Signal zu hören. Also bitte nicht wundern, das ist in Ordnung so.

Wer keine Minischalter haben möchte, kann auch vier Push-Pull-Potis zum Einsatz bringen. Dann ist aber nur Dual-Sound für die PU's möglich, was aber immerhin noch 20 verschiedenen Kombinationen entspricht.

Auf die Verdrahtung von Masse und Abschirmung wurde besonderen Wert gelegt. Diese Schaltung kann also auch so in eine ES-335 o. ä. eingebaut werden. Einfach mal in Ruhe anschauen und darüber nachdenken. Zu dem Thema habe ich schon häufig was geschrieben.

Diese Schaltungsvariante finde ich persönlich sehr angenehm, da sie sozusagen "Setups" ermöglicht. Ich spiele häufig den Neck als Single-Coil (clean) und die Soli mit dem Bridge Humbucker. Das kann ich so einstellen und dann schnell mit dem PU-Wahlschalter wechseln.

Ulf
 
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Nachdem die Schaltung in meinem ersten Beitrag Gegenstand von Diskussionen war, hier eine Variante mit einem Tri-Sound, der Humbucker und 2 mal Split ermöglicht. Grundlage dafür ist dieser Beitrag von mir. Hier das modifizierte WiDi:

WiDi_HH_2V2T_42_2.gif


Für jeden Tonabnehmer gibt es einen "Mode"-Schalter mit dem zwischen Single-Coil (Nord), Humbucker Seriell und Single-Coil (Süd) umgeschaltet werden kann. Hierfür ist ein lediglich ein handelsüblicher ON-OFF-ON-Schalter erforderlich. Nimmt man nur einen On-On-Schalter, wie er auch in Kombination mit einem Push-Poti erhältlich ist, so kann man zumindest noch einen Split realisieren.

In der Mittelstellung des Wahlschalters können beide Tonabnehmer in Reihe oder Parallel kombiniert werden. Ein Phasenumkehrschalter sorgt dann für weitere ungewöhnliche Sounds. Beide Schalter müssen vom Typ ON-ON sein.

Setzt man für den Ser/Par Schalter einen ON-OFF-ON ein, so hat man in der Mittelstellung beide PU's getrennt. Die Gitarre ist also aus, egal in welcher Position sich der Wahlschalter befindet.

Bei der Reihenschaltung gibt es etwas zu beachten: Ist dieser Schalter aktiviert, so ist für den Wahlschalter auf "Both" oder "Neck" immer die Reihenschaltung aktiv. In Stellung "Bridge" sollte kein Signal kommen (geht nicht anders). In der Praxis ist doch ein leises Signal zu hören. Also bitte nicht wundern, das ist in Ordnung so.

Wer keine Minischalter haben möchte, kann auch vier Push-Pull-Potis zum Einsatz bringen. Dann ist aber nur ein einfacher Split für die PU's möglich, was aber immerhin noch 20 verschiedenen Kombinationen entspricht.

Ulf
 
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Hallo Ulf,

ich habe noch zwei Fragen und hoffe, dass Du sie mir als Laien erklären kannst.

In dieser Schaltung hast Du einen Trisoundschalter für jeden Humbucker vorgesehen. Bringt der Unterschied zwischen SC-Nord und SC-Süd tatsächlich einen hörbaren Unterschied oder reicht ein 'einfaches' Splitting?

Falls es einen Soundunterschied gibt, dachte ich daran beide Trisoundschalter zu verwenden und den Out-of-Phase und Seriell/Parallel-Schalter wegzulassen.

Auf jeweils einen Volume und Tone würde ich verzichten und die beiden verbleibenden Potis hinter den Wahlschalter packen. Wäre das möglich oder ergeben sich dadurch Nachteile, die ich nicht erkennen kann?

Vielleicht ist das ja eine brauchbare Alternative für alle 5fach-gebohrten Gitarren!?

Gruß,
Michael
 
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MichaK":izn65yl8 schrieb:
In dieser Schaltung hast Du einen Trisoundschalter für jeden Humbucker vorgesehen. Bringt der Unterschied zwischen SC-Nord und SC-Süd tatsächlich einen hörbaren Unterschied oder reicht ein 'einfaches' Splitting?
Den klanglichen Unterschied zwischen Nord-und Südpule möchte ich einmal als Nuance beschreiben. Generell gilt: Je weiter man in Richtung Hals kommt, desto mehr Bässe können übertragen werden. Für den "normalsterblichen" Gitarristen, wird vermutlich ein Split ausreichen.

Wenn man nur einen Split verwendet, so sollte man darauf achten, daß bei einem PU die Nord- und bei dem anderen PU die Süd-Spule aktiviert wird. In der Zusammenschaltung beider Pickups ergibt sich dann nämlich ein Humbucker-Effekt! Macht man das nicht so, so sind die beiden Spulen in der Regel gegenphasig kombiniert (out of phase) und es brummt.

MichaK":izn65yl8 schrieb:
Falls es einen Soundunterschied gibt, dachte ich daran beide Trisoundschalter zu verwenden und den Out-of-Phase und Seriell/Parallel-Schalter wegzulassen.
Wenn Du sowieso zwei Mini-Schalter einbauen willst/mußt, so ist IMHO die Verwendung eines ON/ON/ON oder ON/OFF/ON für die beiden vorgestellten Tri-Sound-Varianten die flexiblere Lösung, die keinen zusätzlichen mechanischen Aufwand erfordert. Ich persönlich habe gern die maximale Funktionalität bei minimalem Aufwand, da es sich hier auch um persönlichen Geschmack und Vorlieben geht, kann man sich darüber lange streiten.

Wenn Du den Split mit Push-Pull-Potis machen willst, so muß man sich natürlich für einen Split entscheiden, da diese speziellen Schalter ja nur zwei Positionen bieten.

MichaK":izn65yl8 schrieb:
Auf jeweils einen Volume und Tone würde ich verzichten und die beiden verbleibenden Potis hinter den Wahlschalter packen. Wäre das möglich oder ergeben sich dadurch Nachteile, die ich nicht erkennen kann?
Das kann man natürlich so machen. Ob man bei einer HH-Gitarre gemeinsame oder getrennte Manipulationsmöglichkeiten benötigt, ist wieder eine Frage des persönlichen Geschmackes. Klar ist, daß eine stufenloses Mischen beider Tonabnehmer, soweit eine Paula-Schaltung das überhaupt vernünfig kann, mit Master-Volume und Master-Tone nicht mehr möglich ist. Ich habe meine ES-700 ebenfalls auf Master-Betrieb umgestellt und vermisse - zumindest bis heute - nicht wirklich etwas. ;-)

MichaK":izn65yl8 schrieb:
Vielleicht ist das ja eine brauchbare Alternative für alle 5fach-gebohrten Gitarren!?
Wenn Du mit dem Begriff eine HSH-Gitarre meinst, so ist das eine recht brauchbare Lösung, bei der ich, aus heutiger Sicht, auch nach Möglichkeit mit Push-Pull-Potis arbeiten würde, um keine unnötigen Löcher in das Instrument zu bohren.

Ulf
 
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Hallo Ulf,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich werde die mir vorschwebende Schaltung nochmal auf Fehler überprüfen lassen und dann frisch, fromm, fröhlich, frei an die Sache rangehen.

Schaltplan und Soundbeispiele folgen dann demnächst.

Nochmal vielen Dank!

Gruß,
Michael

P.S. Mit 5-fach gebohrten Gitarren meinte ich alle Gitarren, die 2 x Volume, 2 x Tone und einen PU-Wahlschalter haben.
 
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MichaK":3pc8t7gl schrieb:
Mit 5-fach gebohrten Gitarren meinte ich alle Gitarren, die 2 x Volume, 2 x Tone und einen PU-Wahlschalter haben.
Aha!

Das Maximum an Funktionalität stellt dann der sogenannte "Jimmy Page Mod" dar. Man verwendet dazu diese Schaltung

WiDi_HH_2V2T_42_2.gif


und ersetzt die Mini-Schalter durch Push-Pull-Potis. Man erhält dann:
  1. 2 mal Humbucker/Split
  2. Out of Phase
  3. Tonabnehmer Seriell/Parallel
Da sind dann jede Menge netter Klangmöglichkeiten enthalten, die man einfach braucht, wenn man es insbesondere auf den Sound von Jimmy Page abgesehen hat. Das ganze ist aus preislicher Sicht nicht so dramatisch und läßt sich optisch unsichtbar in fast jede HH-Gitarre einbauen, so weit die Humbucker sich splitten lassen.

Man kann die Sache natürlich noch auf die Spitze treiben, wenn man nur Master-Volume und -Tone braucht und in die frei werdenden Löcher zwei Drehschalter einbaut. Dann kann man den von Lemme als "C-Switch" bezeichneten Schalter und eine einstellbare Baßabsenkung (nützlich insbesondere für das Neck-PU) einbauen. Wie so ein Monster aussehen kann, zeigt das nächste WiDi:

WiDi_HH_1V1T_42_6048.gif


Diese Variante habe ich zur Zeit in meiner PE-60BG eingebaut. Dieses Instrument hat eindeutig den Vorteil, daß schon werkseitig zwei Mini-Schalter vorgesehen sind. Was man mit Pauline so alles anstellen kann, ist ihr eindeutig nicht anzusehen! ;-)

1160.jpg


Die vorgestellte Schaltung erlaubt ebenfalls 42 verschiedene Kombinationen der Tonabnehmer. Zusammen mit den Drehschaltern ergeben sich insgesamt 6048 Kombinationsmöglichkeiten!!

Man sollte sich vor dieser Zahl jedoch nicht erschrecken, denn die Drehschalter sind in ihrer Funktion eher als "diskrete Potis" aufzufassen. Sie ermöglichen es, eine bestimmte Einstellung (die ich vielleicht als besonders toll, nützlich,... empfinde) leicht wiederzufinden.

Lösungen mit aktiver Elektronik, wie zum Beispiel der 3-Band-EQ in der Ibanez MC-400 und MC-5X0, oder das sogenannte "State-Variable-Filter" bieten zwar eine unendliche Klangvielfalt, machen es aber unter Umständen auch unendlich schwierig, den tollen Sound von gestern auch morgen noch schnell wiederzufinden. Für die Arbeit im Studio mag so etwas sehr nützlich sein. Die sich aus einem Live-Betrieb ergebenden praktischen Anforderungen lassen sich damit in der Regel aber nur schlecht in Deckung bringen. Da ist weniger eben mehr. ;-)

Ulf
 
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Hallo Ulf,

eine abschließende Frage habe ich aber noch. Beim Anschauen der Schaltpläne fällt mir auf, dass der Tri-Sound-Schalter immer anders verdrahtet ist.

Ich habe Deine Erklärungen zu den einzelnen Bildern mehrfach gelesen, verstehe aber nicht, warum das so ist.

Gruß,
Michael
 
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Hallo zusammen,

die Schaltung von Ulf habe ich ein bisschen abgewandelt, da ich mir das Auflöten der Kondensatoren auf den Drehregler nicht zutraue.
Die Schaltung sieht dann so aus:

gitarre.JPG


Die benötigten Bauteile habe ich bei Thomann und Rockinger gefunden. Sicherlich gibt es diese Teile auch noch bei anderen Musikgeschäften, dort habe ich dann aber nicht mehr nachgeschaut. Bei Conrad habe ich sie übrigens nicht gefunden.

Der Einbau erfolgt nun aber in einen ES-335-Nachbau, der hier schon seit Ewigkeiten rumliegt. Die Sheraton ist seit gestern beim unsympatischsten und unfreundlichsten Gitarrenbauer in Berlin.

Gruß,
Michael
 
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MichaK":3m6tjdys schrieb:
Die Schaltung sieht dann so aus:...
Deine Nachbarn werden, ob dieser stummen Gitarre, begeistert sein und Dich mit Sicherheit in ihr Nachtgebet einschließen...

... solange Du die fehlende Verbindung vom Tone-Kondensator zum Volume nicht doch noch einbaust! ;-)

MichaK":3m6tjdys schrieb:
Hallo Ulf,

eine abschließende Frage habe ich aber noch. Beim Anschauen der Schaltpläne fällt mir auf, dass der Tri-Sound-Schalter immer anders verdrahtet ist.

Ich habe Deine Erklärungen zu den einzelnen Bildern mehrfach gelesen, verstehe aber nicht, warum das so ist.
Mir sind zur Zeit vier verschiedene Verdrahtungen für den Tri-Sound bekannt, die in jeweils zwei Variationen auftreten. Sie unterscheiden sich nur darin, welche Spule als Single-Coil verwendet wird und ob der Single-Coil-Mode durch Kurzschluß einer Spule oder durch galvanische Trennung erreicht wird.

In der Regel findet man das Pattern von DiMarzio vor, welches ich auch im WiDi in meinem ersten Beitrag verwendet habe. Da Neck und Bridge-PU im Normalfall um 180° gegeneinander verdreht sind reicht ein Pattern für beide Tonabnehmer aus.

Ich lege jedoch Wert darauf, daß in der Zusammenschaltung beider Singles ebenfalls ein Humbucker-Effekt entsteht und muß von daher immer eine Nord- und eine Südspule kombinieren. Deshalb verwende ich grundsätzlich zwei verschiedene Pattern.

Der Split durch Kurzschluß einer Spule dämpft die Resonanzspitze der verbleibenden Spule um rund 3dB, da die kurzgeschlossene Spule induktiv mit ihr gekoppelt ist (Trafo-Effekt) und folglich als Belastung wirkt. Aus diesem Grund habe ich in meinem letzten WiDi (das mit den 6000 Möglichkeiten) zwei andere Pattern verwendet, welche die nicht benötigte Spule tatsächlich deaktivieren ohne die aktive Spule zu belasten. That' it!

Wenn man versucht, über die verschiedenen Möglichkeiten nachzudenken, kann einem schon mal schwindelig werden.

Zum Schluß noch ein paar Anmerkungen zur Begriffsdefinition:

Dual-Sound wird von DiMarzio verwendet und beschreibt die Modes Seriell und Parallel. (2 Sounds)

Tri-Sound kommt von Ibanez und beschreibt Seriell, Single-Coil und Parallel. (3 Sounds)

Ich persönlich verwende den Begriff "Tri-Sound" auch wenn ich die Modes Seriell, Single Coil (Nord) und Single Coil (Süd) oder Parallel, Single Coil (Nord) und Single Coil (Süd) beschreibe, da hier auch 3 Sounds möglich sind. Vieleicht sollte ich in Zukunft dafür eher den Begriff "Double-" oder "Dual-Split" verwenden, um Mißverständisse zu vermeiden. Im WiDi des "Jimmy Page Mods" ist also ein Dual-Split am Werk! Sorry for confusing you!

Ulf
 
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DerOnkel":1jwiion0 schrieb:
MichaK":1jwiion0 schrieb:
Die Schaltung sieht dann so aus:...
Deine Nachbarn werden ob dieser stummen Gitarre begeistert sein und Dich mit Sicherheit in ihr Nachtgebet einschließen...

... solange Du die fehlende Verbindung vom Tone-Kondensator zum Volume nicht doch noch einbaust! ;-)

Hallo Ulf,
danke für den Tipp! Stimmt - da fehlt was - jetzt sehe ich es auch!


Sorry for confusing you!

Nein, nein - ich habe zu danken für Deine Tipps und Erklärungen! Allmählich fängt es an zu dämmern was dort in den bunten Drähten und Schaltern passiert!

Gruß,
Michael
 
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Hallo DerOnkel!

Kannst du mir sagen, welche Kapazitäten du in deinem Nachbau von Lemmes C-Switch benutzt hast? Ich habe ein Studio und würde gerne einen externen C-Switch bauen, um die billigen Gitarren aufzupeppen, mit denen so manche Band hier aufkreuzt.
danke
Leo
 
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Hi Ulf,

obwohl ich frischer SingleStrat fan bin:
Hochinteressante, archivierungswürdige Beiträge.
Wenn ich die Schaltung irgendwann kapier', werd' ich sie im Strat-Pickguard testen.

Grüße

Micha
 
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leolo":2zquio58 schrieb:
Hallo DerOnkel!

Kannst du mir sagen, welche Kapazitäten du in deinem Nachbau von Lemmes C-Switch benutzt hast? Ich habe ein Studio und würde gerne einen externen C-Switch bauen, um die billigen Gitarren aufzupeppen, mit denen so manche Band hier aufkreuzt.
danke
Leo

Hier eine Liste mit 11 Kapazitäten für einen Schalter mit 12 Positionen. Welche Frequenzen man damit erreichen kann habe ich exemplarisch für 2 Tonabnehmer berechnet. Dabei wurde von einer kapazitiven Last von 700pF (7m Kabel) ausgegangen. Andere Kabellängen und andere Tonabnehmer führen natürlich zu anderen Frequenzen.

Kapazität: 0pF, 120pF, 270pF, 470pF, 680pF, 1nF, 1.2nF, 1.8nF, 2.2nF, 2.7nF, 3.9nF, 4.7nF
Stratocaster: 3.558 Hz, 3.343 Hz, 3.122 Hz, 2.884 Hz, 2.684 Hz, 2.445 Hz, 2.324 Hz, 2.045 Hz, 1.905 Hz, 1.764 Hz, 1.521 Hz, 1.404 Hz
Gibson P-490: 2.565 Hz, 2.428 Hz, 2.282 Hz, 2.121 Hz, 1.984 Hz, 1.816 Hz, 1.730 Hz, 1.530 Hz, 1.428 Hz, 1.325 Hz, 1.146 Hz, 1.059 Hz

Die Werte sind logarithmisch gestuft, damit sich auch eine gehörmäßig lineare Einstellbarkeit ergibt.

Achtung: Der C-Switch funktioniert außerhalb der Gitarre nur dann richtig, wenn das Volume auf 100% steht!

Verringert man das Volume, wirkt die ganze Sache als Tiefpaß, der die hohen Frequenzen schluckt. Siehe dazu auch mein Beitrag hier.

Ulf
 
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Hallo Onkel!

Vielen Dank ich werde das umgehend mal bauen und berichten.
Ich bestelle meinen Kram immer bei Reichelt, da finde ich aber keine Folienkondensatoren mit solch kleinen Werten ich würde jetzt Keramit-Scheibenkondensatoren nehmen, meinst du das geht?

Danke auch für deinen Artikel über die verschiedenen Einflüsse von Lautstärkereglerschaltungen ich beginne ernsthaft über einen kleinen Impedanzwandler/Preamp in meiner Gitarre vor dem Lautstärkepoti nachzudenken, da alles passive ja anscheinend einen Kompromiss darstellt. Ich habe neulich mal einen für einen Freund gebaut, der eine Dobro mit Piezo an einem Gitarrenamp spielt ( das klang scheußlich ohne den Wandler, danach erkannte man wenigstens, dass es eine Dobro war, wenn auch eine halbwegs schlecht gefertigte von Johnson ) Die Schaltung habe ich bei Scott Helmke (scotthelmke.com)gefunden, sehr einfaches Teil schnell auf einer Lochrasterplatine aufgebaut. Ich dachte wenn ich die Eingangsimpedanz auf 1 Mohm verkleinere, sollte das in meiner Gitarre für Frieden sorgen. Anstatt der 700pf des Kabels kann ich ja einen Kondensator davorhängen dessen idealen Wert ich mir mal mit dem C-Switchnachbau austeste. Jetzt muss das nur noch machen ;-)
Grüße
Leolo
 
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leolo":27doah8t schrieb:
...da finde ich aber keine Folienkondensatoren mit solch kleinen Werten ich würde jetzt Keramit-Scheibenkondensatoren nehmen, meinst du das geht?
Keramik würde ich nicht nehmen, da sie starke nichtlineare Effekte aufweisen. Gleichwohl hat Fender sie teilweise in der Stratocaster verwendet (Ceramic Disc).

Die kleinen Werte sind als Styroflex- oder Polypropylen-Kondensatoren erhältlich. Letztere werden auch im professionellen Audiobereich gerne verwendet und stellen aus dieser Sicht grundsätzlich die beste Lösung dar

Ulf
 
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Hallo zusammen,

ich habe meine Les Paul nach dem WiDi von "DerOnkel" mit dem Bass-Cut und dem C-Switch umgebaut. Für die beiden Mini-Schalter musste ich zwei zusätzliche Löcher bohren, da meine Paula leider nicht über ausreichend Bohrungen verfügte.
Mit den von "DerOnkel" oben bereits beschriebenen Schaltvarianten, verfüge ich nun über eine wahre Fülle an Möglichkeiten der Klangbeinflussung meines Gitarrensounds, sodass für mich wirklich keine Wünsche mehr offen beleiben. Vielen Dank "DerOnkel"! Diese Mod ist einfach geil!

Und so sieht meine Paula nach der Modifikation aus: (Master-Tone/seriell-parallel ,Master-Volume/ out of phase, Bass-Cutt,C-Switch und in der Mitte die beiden Humbucker-Mode-Schalter)

forum2.jpg


Fazit:

Wer mutig genug ist mit einer Bohrmaschiene auf seine Gitarre loszugehen und genug Erfahrung im Umgang mit dem Lötkolben hat (das Anbringen der Kondensatoren auf den Drehschalter ist etwas kniffelig) und wer das Maximum an Flexibilität schätzt, dem kann ich diese preislich wirklich verträgliche Modifikation nur empfehlen.

MfG

LesSepPaul
 
 

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