Solospiel

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Anonymous

Guest
Hallo Allerseits,
Ich wollte mal wissen, woher man weiß welche Tonleitern man über bestimmte Akkorde spielen kann.

Ich weiß ist jetzt komisch formuliert aber...[:I]

Das mit der Stufentheorie hab ich so halb verstanden, allerdings weiß ich nicht was sie einem bringen soll...[xx(]


Viele Grüße Kathie
tannenbaum_singend.gif
 
A

Anonymous

Guest
Hi,

das ist ein ziemlich komplexes Thema... eigentlich hat so ziemlich alles aus dem Bereich Harmonielehre damit zu tun.
Mit Stufentheorie meinst Du sowas wie I=maj7 II=m7 usw? Gut, dann bist Du für die Rock/Popmusik schonmal ganz gut gerüstet und kannst mit etwas Glück sogar im Jazz überleben;-)

Einfachster Fall: Ein Stück ohne Tonartwechsel. Alle Akkorde sind diatonisch, d.h. sie entsprechen der erwähnten Stufentheorie.
Skala: Du kannst über das ganze Stück mit der Pentatonik der Stufen III und VI (wenn Du von der jeweiligen Dur-Tonart ausgehst) improvisieren. Also über ein Stück in C-Dur/a-moll mit den Pentatoniken a-moll und e-moll. Natürlich brauchst Du dich bei der VI Stufe nicht auf die Pentatonik beschränken, sondern kannst auch die ganz normale a-moll/C-Durtonleiter verwenden.

Wenn ein Akkord nicht diatonisch ist, kannst Du versuchen, das einfach zu ignorieren. In vielen Fällen klappt’s trotzdem mit einer Pentatonik. Natürlich kannst Du da auch theoretisch angehen: Sind in Akkord und Skala Töne, die nicht passen? Ein Beispiel:
Oft hast Du in einem Stück in moll einen Dom7 statt einen m7 auf der V. Also in a E7 statt e7. In E7 ist aber ein g# enthalten, das sich mit dem g aus der a-moll-Pentatonik beisst. Harmonisch moll wäre hier die passende Skala. Natürlich kannst Du statt dessen auch das g vermeiden oder geschickt einsetzen - als chromatischer Durchgangston klingt’s vielleicht, aber nicht als lang gehaltene Note auf einer starken Zählzeit.

Hast Du mehrere nicht-diatonische Akkorde nahe beinander, solltest Du überprüfen, ob im Stück ein Tonartwechsel stattfindet. Dann kannst Du vielleicht mit 2 oder 3 Pentatoniken durch ein Stück kommen, das auf den ersten Blick extrem komplex erscheint.

Dann könntest Du auch über Dur-Akkorde die entspr. Dur Pentatonik spielen, analog moll-Pentatoniken über moll-Akkorde. Und dann gibt’s ja noch die Modes...

Mein Tip: Frank Haunschildts Neue Harmonielehre und vor allem: Unterricht!

Gruß, Oli

www.die-band.net
 
A

Anonymous

Guest
"Die chromatische Tonleiter hat 12 Halbtöne. Ich lasse mir nicht vorschreiben,
wann ich welchen Ton spiele."
-Eddie van Halen

Beachtenswert, welche Mühe sich Oli mit der Antwort gemacht hat. Danke auch von mir!
Trotzdem würde ich nur bedingt auf diese sicher brauchbaren, anfangs aber eher verwirrenden, Theorien bauen.
Ich fands auch mal toll, "phrygisch in der Bridge, äolisch im Solo" oder so ein Zeuch zu
spielen. Heute sehe ich´s aber eher wie EVH. Skalen sind vielleicht mal ne schöne Sache,
um sich einen Klangeindruck zu verschaffen, wenn man auf einem bestimmten Level angekommen ist.
Ein B.B. King, ein SRV, ein K. Hammett oder ein E. Clapton kommen mit ´ner stinknormalen
Pentatonik inkl. hier und da eingestreuten Zwischentönen ziemlich weit.
Lass Dir von einem Lehrer Pentatonik ("Bluestonleiter") zeigen und spiele sie in der Grundtonart zu einem Playback in verschiedenen Lagen, bis die Finger bluten.
Mit Harmonielehre, Skalenwechseln und anderen Skalen kannst Du Dich beschäftigen,
wenn Du Rentnerin bist.
Soweit mein subjektiver Rat an Dich!
-elvis

... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
Daniel

Daniel

Well-known member
Auch ich spiele ausschliesslich Pentatonik... und da die meisten meiner Songs in A Moll sind, ist es halt die A Moll Pentatonik... tja...


Viele Grüsse aus dem Käseland...
Daniel



Ich hätte gerne Haare...
 
W°°

W°°

Well-known member
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:

Mein Tip: Frank Haunschildts Neue Harmonielehre und vor allem: Unterricht!

Gruß, Oli

www.die-band.net
</td></tr></table>

Cher Kathie,

danke an Oli für seine profunde Auskunft. Wenn Du den Dingen auf den Grund gehen willst, ist sein Tipp gewiss das Richtige.
Ein Tipp noch von meiner Seite:
Hören und Jammen! Eine tolle CD zum Jammen und Ohren öffnen ist Dave Weckl’s "Rhythm of the Soul". Eine Wonne!!! Aber die "Überjam" von John Scofield kann ich Dir zum Ohren öffnen auch nur ans Herz legen. Robben Ford wäre vielleicht noch zu erwähnen, oder ein paar Sachen von Pat Metheny... Es gibt noch viele tolle Produktionen, die man hier anhängen könnte, aber wenn es um schräges Zeug in Verbindung mit einfachen Strukturen geht, ist es dann doch nicht mehr so viel.

Grundsätzlich gibt es (glaube ich) zwei Sorten von Menschen.
Die eine Sorte begreift Dinge über eine Struktur - die Mathematik, die Skalen - die Harmonielehre.
Die andere Sorte muß die Dinge erst _begriffen_, also angefasst, gemacht, persönlich erfahren haben. Für diese Leute ist das Hören und Mitspielen eine große Hilfe.
Die letzte Form ist aufwendig und zeitraubend, die erste mühselig und langweilig.
Ich habe mich um die Harmonielehre immer herumgedrückt und weiß aber, daß ich in vielen Bereichen aus diesem Grunde ein Analphabet bin.
Darum:
Hören - spielen -
"...Harmonielehre und vor allem: Unterricht!"


Grüße aus dem milden Westen!
W°°
 
A

Anonymous

Guest
Nee,
Ich komme eigendlich ziemlich gut klar mit Pentatoniken und auch mit Tonleitern. Bei Tonleitern komme ich auch bei Dur und Moll Major 7 und co über die Runden das Problem ist das innerhalb von kurzer Zeit zu machen. Und ebenfalls wie ist das mit alterierten Akkorden?

PS: Unterricht habe ich.

Viele Grüße Kathie
tannenbaum_singend.gif
 
A

Anonymous

Guest
Alterierte Akkorde gibt’s fast nur auf der V. Ich kann dir jetzt gar nicht sagen, ob’s da rein theoretisch falsch wäre, die Alteration zu ignorieren und z.B. mixolydisch zu spielen (was Du tust, wenn Du in C-Dur mit der C-Dur Tonleiter improvisierst und halt auf ein G triffst).
Aber grade für alterierte Akkorde gibt’s ne Menge Spezialitäten. GTHT- und Ganztonleiter sind glaub ich strenggenommen nur für die alterierte(!) V gedacht.
Dann noch die alterierte Skala, die entspricht melodisch moll einen HT höher. Als G alteriert=Ab melodisch moll.

Gruß, Oli



www.die-band.net
 
A

Anonymous

Guest
Yo

Muss meinen Senf auch mal wieder hinzufügen. Was so die Kirchentonleitern angeht, mein Tipp: Alles lernen und anwenden, damit man die Musik wirklich versteht. Theorie einfach so ist langweilig, jedoch, wenn man Lieder plötzlich versteht, weil man den Tönen folgen kann, das ist äusserst interessant, find ich.

Man müsste direkt im Kopf komponieren können, die Skalen im Kopf zu üben ist noch happig. Im Kopf aber auch Akkordwechsel und dann die Kirchentonleitern anwenden, da fängt nämlich das Bewusstwerden über die einzelnen Töne an. Auf der Gitarre ne lokrische Leiter zu spielen ist nicht schwierig, aber die auch singen zu können...

Grüsse

Abe
 
blues guy

blues guy

Well-known member
Hi Kathie und die anderen,

ich habe gerade eine super Seite mit Jamtracks gefunden.

Du kannst dir dort sogar den Spass machen auf die Grundkompositionen anderer eine Gitarrenspur hinzuzufügen und wieder ins Netz stellen.
Jan das würde die auch bestimmt Laune machen.

Hier der Link:
http://www.cyberjammin.com/phpnuke/html ... oad&cid=23

Lest doch einfach mal die Erläuterungen auf www.cyberjam.com durch:
http://cyberjammin.com/phpnuke/html/mod ... cyclopedia

Im harmony-central.com (discussion) Forum gibt es extra ein Forum, wo Leute Online Lesson Links Posten.

Viel Spass beim Surfen der Seite
 
A

Anonymous

Guest
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by blues guy
Du kannst dir dort sogar den Spass machen auf die Grundkompositionen anderer eine Gitarrenspur hinzuzufügen und wieder ins Netz stellen.
Jan das würde die auch bestimmt Laune machen.

Hier der Link:
http://www.cyberjammin.com/phpnuke/html ... oad&cid=23
</td></tr></table>
Hi!
Auf jedenfall danke für den Link.
Mir klingen die Blues-Nummern zu kalt und leblos, da kann ich nicht zu spielen (jedenfalls nicht gefühl- und geschmackvoll).
Für Blues empfehle ich als Jam-CD die "From the Craddle" von Clapton.
Gänsehautblues mit geschmackvollen Solos (und -sounds) in unterschiedlichen Stilen (und natürlich Tonarten). Während den Instrumental-Passagen und während des Gesangs kommt der echte Blues auf, während Claptons Solos kann man schön probieren, seine Licks nachzuspielen. Finde ich geiler als Midi-Blues ;-).
-elvis




... und nicht vergessen: Der Sound kommt aus den Fingern!
 
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Anonymous

Guest
Hi leutz.

Ich hab erst einmal mit pentatonischen Tonleitern was gemacht, aber mein Gitarrenlehrer hat mir auch geholfen. Da ham wir n solo für "No woman no cry" geschrieben. COOL!

@ W°° : "Grundsätzlich gibt es (glaube ich) zwei Sorten von Menschen.
Die eine Sorte begreift Dinge über eine Struktur - die Mathematik, die Skalen - die Harmonielehre.
Die andere Sorte muß die Dinge erst _begriffen_, also angefasst, gemacht, persönlich erfahren haben. Für diese Leute ist das Hören und Mitspielen eine große Hilfe.
Die letzte Form ist aufwendig und zeitraubend, die erste mühselig und langweilig.
Ich habe mich um die Harmonielehre immer herumgedrückt und weiß aber, daß ich in vielen Bereichen aus diesem Grunde ein Analphabet bin."

Das man, wenn man die Harmonielehre außer acht lässt, in manchen Bereichen des Gitarrespielens und der Musik im allgemeinen aufgeschmissen is, ist mir vor kurzem auch bitter aufgestossen.:D
Daraufhin hab ich mir die Grundlagen beibringen lassen, und obwohl ich kein Mathe-freak bin, komme ich damit relativ gut zurecht.
Aber wie gesagt: die Grundlagen
Das liegt zum Teil daran, dass ich zuerst die Gitarre "kennengelernt" habe, also mich nicht groß um Tonlagen usw. geschert, und jetzt dieses Wissen gut einsetzen kann.
Man lebt auch ohne Harmonielehre weiter.:)

Mo
 
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Guest
<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">quote:Originally posted by Dreadlock

Das man, wenn man die Harmonielehre außer acht lässt, in manchen Bereichen des Gitarrespielens und der Musik im allgemeinen aufgeschmissen is, ist mir vor kurzem auch bitter aufgestossen.:D
Daraufhin hab ich mir die Grundlagen beibringen lassen, und obwohl ich kein Mathe-freak bin, komme ich damit relativ gut zurecht.
Aber wie gesagt: die Grundlagen
Das liegt zum Teil daran, dass ich zuerst die Gitarre "kennengelernt" habe, also mich nicht groß um Tonlagen usw. geschert, und jetzt dieses Wissen gut einsetzen kann.
Man lebt auch ohne Harmonielehre weiter.:)

</td></tr></table>

Denk mal ne gesunde Mischung ist Sinnvoll. Kenn genug leute die total die Ahnung von Harmonien etc. haben, aber absolut kein gefühl im spiel, andererseits wieder Musiker die nur nach Gefühl/Gehör spielen und dann eben nur Ihre standart sachen machen können... man muss gucken das man beides sinnvoll kombiniert...


[Vorsicht Schleichwerbung]
www.Metal-Jukebox.de.vu
 
 
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