Stilbildung und das Spielen bestimmter Stile ...

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Anonymous

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Hallo!
Ich habe einmal eine Frage, wie es bei euch mit der Stilbildung war. Ich denke mal, dass sich nach einer gewissen Zeit ein eigener Stil bildet (zumindest hoffe ich es ;)), doch wie kommt man dahin? Es geht jetzt eigentlich vor allem ums Improvisieren, denn das ist irgendwie mein größeres Problem. Wenn ich jetzt sagen wir mal auf irgendeiner Pentatonik rumklimpere, dann hört sich das in meinen Ohren (meistens) nicht besonders gut an. Ich spiele jetzt erst seit einem Jahr richtig (d.h. mit Lehrer, vorher immer nur Fire Water Burn für 4 Monate gespielt *g*) und ich denke mir, dass das erstmal normal ist, denn auch der größte Star wird ja auch nicht eine Gitarre bekommen haben, einen Fingersatz und hat dann die größten Soli gespielt oder ? Wie wars bei euch ? Sollte man zur Stilbildung einfach auch nur viel Musik seiner Vorbilder hören ?
Dann noch was: Gibt es bestimmte Tonleitern, um bestimme "Stimmungen" auszudrücken? Wie z.B. spielt man ein trauriges Solo außer das man viele tiefe Töne benutzt (meine Vorstellungen), oder wie spielt man etwas, dass sich asiatisch anhört ?
Ich bin schon gespannt auf die Antworten!
Gruss, Peter
 
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Anonymous

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Servus Peter!

Also ich kann dir nicht viel weiterhelfen, aber vielleicht doch ein bisschen:

Traurige Soli kann man nur über Moll-Akkorde spielen, daß heißt, du brauchst nur die Moll-Improvisationsskalen kennnen.

So das wars wieder von meinen Saiten...

FUTY is alive!
 
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Hi,

Dann noch was: Gibt es bestimmte Tonleitern, um bestimme "Stimmungen" auszudrücken?
Klar. Skalen gibt’s Dutzende. Aber sobald man sich ausserhalb von Dur/natürlich moll plus Bluenote bewegt, wird’s schnell kompliziert. Viele Ansätze eignen sich dann nur noch zum akkordbezogenen Solieren oder ist im Rock/Pop-Bereich gar nicht mehr anwendbar. Das würde dein Problem auch nicht lösen.

Wie z.B. spielt man ein trauriges Solo außer das man viele tiefe Töne benutzt (meine Vorstellungen),
Wichtig ist nicht nur dein Solo, sondern auch die Akkordfolge. Über einen Blues kann man leicht gut klingen; bei komplexen Jazzstücken wirkt ein einfaches Solo manchmal enorm; weil die einfache Melodie durch die komplexe Harmonik sozusagen getragen wird.
Konkrete Tips? Langsam gezogene Bendings. Probier auch mal, aus Klischees auszubrechen und z.B. (a-moll, 5.Bund) nicht nur die Quinte auf der g-Saite zu ziehen, sondern auch vom h zum c und zurück auf dieser Saite.
Als Zieltöne nicht immer nur den Grundton, sondern z.B. auch mal 7 oder 9 spielen. Generell auf die Akkordtöne des grade klingenden Akkords gehen.

oder wie spielt man etwas, dass sich asiatisch anhört?
Spiel mal nur die "schwarzen Tasten auf dem Klavier".
Auch hier ist das Hauptproblem: Wie spiel ich was asiatisch klingendes zur existierenden Akkordfolge.

Gruß, Oli


www.die-band.net
 
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Solieren ist wie sprechen.. du musst im GRunde erstmal einen Wortschatz lernen. Bau dir ein paar Licks zusammen die dir gefallen (am besten was kurzes) was du in deinem Soli-spiel einbringenkannst und erweitere deinen "Wortschatz"...

Für asiatische (orientalische) Klänge gibt es bestimmte Skalen etc. am besten mal googeln... ich benutz für orientalische Klänge in der Regel Harmonisch Moll (sofern mal der richtig akkord kommt *lol*). Ist aber alles geschmackssache.. viel glück..

"Signatur aufgrund Prävention vor Amok-Laufenden, mit Abmahnungen hantierenden Anwälten aufgehoben!"
 
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Ola,
ich glaube hier wird eines der schwierigsten Themen zur Gitarre oder allg. zur Musik angesprochen. Wie komme ich zur Improvisation und wie drücke ich vorallem Gefühle in der Musik aus. Ich denke, das füllt ganze Vorlesungen an Musikhochschulen.
Leider habe ich selbst keine Ahnung von der ganzen Sache, da ich noch nie einen Lehrer hatte und Bücher waren mir schon immer zu teuer. Ich probiere einfach immer solange rum, bis es sich für mich irgendwie gut anhört. Was ich dabei aber gemerkt habe, ist das neben der Harmonie auch der Takt einem Solo ein ganzes Stück an Gefühl mitgibt.
Man kann die gleiche Tonleiter auf tausend verschienden Arten spielen und je nach Feeling einzelne Töne betonen. Ich denke, das macht den eigentlichen Stil aus. Aber soetwas kann man schwer üben oder erklären. Man muß es einfach ausprobieren.
Mein Motto lauted, weniger ist meistens mehr ;)

Gruß Josh
 
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Halli Hallo!

Sofern ich das mitbekommen hab muss man zuerst die Skalen
( welche auch immer ) lernen und verbinden bis
die einem aus den Ohren rausstauben!
Und dann ( endlich ) sollte
man sich langsam aber doch von den Skalen lösen und "frei"
spielen!
Jedoch is das `n langer Weg und ohne theorie läuft so
gut wie gar nichts!

Das beste ist man probiert einfache Melodien zum jeweiligen
Stück zu finden ( Vielleicht die Gesangsmelodei ?
Probiers mal aus! )und der dann mit Spieltechnik ( Ho/Po/Sl/ etc.etc. )
Leben einzuhauchen! :)
Chromatische Verzierungen und so ...
Da kann man schon `ne Menge persönlichkeit
zeigen!
Und immer `n entspanntes Gesicht und Körperhaltung! :D

Und ach ja üben,üben,üben ... [xx(]

Greetz D[:0]zeR
 
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Aloha Floyd!

Es kann sicher nicht schaden, sich anfangs das eine oder andere Vorbild zu suchen und dessen Stilmittel zu üben und mit der Zeit anzupassen oder aus dem Repertoire zu werfen.

Für mich setzt sich ein Stil aus bestimmten Stilmitteln zusammen:
Kirk Hammet dudelt eher atonal rum und eiert dazu ein bissel auf dem WahWah rum. James Hetfield spielt fast ausschließlich Downstrokes. Tom Morello rifft in der E-Pentatonik umher und macht lustige Geräusche mit den Pfoten, den Möglichkeiten der Gitarre und 2-3 Effekten. Zakk Wylde ist für seine Quietschtöne bekannt. SRV hat den absoluten Traumsound. B.B. King spielt wenig Töne, die eher nach Dur klingen (in meinen Ohren). Ich glaube, es wird behauptet, er spiele Mixolydisch. Wenn man die Pentatonik der parallelen Molltonart spielt, klingt es auch Dur-ig (sprich zu ’nem G-Blues die E-Pentatonik, also 3 Halbtöne tiefer; jaja, Halbwissen, ich weiss, ich komm’ damit aber zurecht). Satriani hat ein paar orientalisch klingende Stücke; dort spielt er phrygische Skalen. Der häufige Einsatz von Tapping ist auch ein Stilmittel. Oder auch einfach pure Geschwindigkeit.

Der Anschlag ist für mich auch sehr stilbildend. Spielt man viele Hammerons/Pulloffs und klingt so sehr flüssig? Oder haut man rein ohne Ende und schlägt fast jeden Ton an? Oder vielleicht eher ein bisschen Funky mit vielen Deadnotes und sehr betonter Rhythmik im Solo? Wie ist’s mt der Geschwindigkeit eines Bendings? Wie ists mit dem Vibrato im Bending? Um wieviele Töne zieht man nach oben? Gibts viele "im vorbeigehen" gespielte Dirty-Bends? Werden Lick oft wiederholt? Werden Teile der Gesangsmelodie aufgegriffen? Berücksichtigt der Solist die Akkordwechsel besonders? "Spielt" man mit eventuellen Delays? Und und und ...

Nicht verzagen, alles braucht seine Zeit. Guter Geschmack und Stil will reifen. Wie ein Wein. Nur so wird er "Vintage" ;-)

Lass krachen,
elvis



--
LYRICS? WASTED TIME BETWEEN SOLOS!
 
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Hi Leutz,
also ich finde das mit den Skalen sollte man schon beherrschen.Seinen eigenen Stil aufzubauen ist nicht sehr schwer.Also wenn man sich viele Gitarristen mal in Videos anschaut,dann merkt man,das sie meist ihre Solos in einem bestimmten Rhytmus also in ihrem Stil spielen.Beispiel Angus Young.Seine Solos sind meist immer vom hören und Style her ähnlich.Er geht mal vom langsamen ins schnelle und so weiter.Ich habe das Problem,dass ich(das mag jetz lustig klingen)meinen Stil nicht mehr los werde.Wenn ich Solos spiele klingt es fast immer gleich,weil meine Hände und mein Kopf sich an manche Licks gebunden haben.Das ärgert mich,weil ich ja will,dass meine Solos möglichst verschieden klingen.Ich finde auch,dass Solos eigentlich auch nur in Begleitung,also in einer Band,gut klingen.Den das macht das ganze voller.Es kommt auch auf die Musikrichtung an.Beim Blues kann man nicht ein wildes Solo spielen,sondern man muss ein Schema aufbauen.Man muss seine Solis immer der Begleitung und natürlich dem Rhytmus anpassen,dann wird das Solo ein Hammer!

[^]So fertig![^] [8][8][8]


*Rocker-Ali*
 
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Hallo,

B.B. King spielt wenig Töne, die eher nach Dur klingen (in meinen Ohren). Ich glaube, es wird behauptet, er spiele Mixolydisch.
Ich kenn jetzt wenig von B.B. King, aber hinter dem, was du vermutlich meinst, steckt der Ansatz, bei Akkordwechseln als ersten Ton die Quinte des Akkords zu spielen.

Wenn man die Pentatonik der parallelen Molltonart spielt, klingt es auch Dur-ig (sprich zu ’nem G-Blues die E-Pentatonik, also 3 Halbtöne tiefer; jaja, Halbwissen, ich weiss, ich komm’ damit aber zurecht).
Was kein Wunder ist, denn eine Dur-Penta enthält die gleichen Töne wie eine moll-Penta der parallelen Molltonart.

Gruß, Oli

www.die-band.net
 
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Tach zusammen,

also ich finde ihr verwechselt Kenntnis von verschiedenen Techniken mit Stil. Mit eigenem Stil ist doch gemeint, dass man unverwechselbar klingt. Das kann auch ganz ohne die verschiedenen Skalen passieren.

Wenn man nur Skalen spielt klingt man denke ich eher nicht so unverwechselbar und darüber hinaus haben sich die Skalen haben doch als Standart entwickelt aber vorher gab es oft andere Standarts und nur weil es Leute gab, die was eigenes gemacht haben, hat sich das Ganze weiterentwickelt.

Sicher ist es leichter aus einem Baukastensystem (den Skalen) sich Stücke zu nehmen und dann zu verbinden, vor allem wenn man improvisiert, aber letztlich kann man genauso von diesen Baukasten abweichen und gerade damit einen eigenen Stil entwickeln.

Um nicht falsch verstanden zu werden, ich benutzte selbst Skalen, aber es geht ja hier um den eigenen Stil und da finde ich den "sklavischen" Glauben an dieselben etwas übertrieben.

Wenn man den Eindruck hat, dass man immer gleich klingt, sollte man sich evtl. mehr Licks draufschaffen um so vielseitiger zu werden.

Genrell stellt sich aber mir die Frage was ist den ein eigener Stil? Da gehört doch das was man spielt genauso dazu wie der Sound und wie man dan irgendwelche Phrasen etc. spielt, oder?

Cu
Etienne

it’s only Rock’n’Roll, but i like it
 
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Hallo!

Also das mit den Skalen sollte ja nur `ne Hilfestellung sein.
Soviel ich weiss ...
Das schwierige ist dann sich von den Skalen zu lösen.

Das klingt zwar sehr komisch aber hat anscheinend Sinn!
Ums in anderen Worten zu sagen ( schreiben:) ) :
Die skalen helfen dir/mir die "guten" von den "schlechten" Noten
zu unterscheiden! Sprich die zum Akkord und/oder Kadenz passenden
Noten zu spielen. Skalen sind !kein! Garant für gute Melodeien!!

Sie sollten mehr als Orientierungshilfen fungieren.

Ist ja nur die Spitze des Eisbergs :D:D:D

Zum Stil gehört ( für mich ) das man sich selbst auf der Gitarre
verwirklicht! Also ich , ich selbst bin! Was nützt da ein Lick von
Steve Vai wenn "ich" nicht Steve Vai bin? Nur weil ich bei allen
meinen Soli 3-4 Licks von ihm reinpresse sind meine Soli nicht automatisch gut!
Ein Stil ergibt sich mit der Zeit und wird durch all das geprägt
was ich tue! Wenn ich viel Hendrix höre wird mich das beeinflussen
und somit auch meinen Stil ...

Glaub ich halt ... :D:)

Keep on rockin`
 
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Moinsens -

um das ganze mal auf eine entmystifizierte Ebene zu bringen: jeder hat seinen eigenen "Stil". Er setzt sich aus dem verwendeten Tonmaterial, den Spieltechniken, die man nutzt und dem Sound, mit dem man das ganze zu Gehör bringt zusammen. "Stil" kann man nicht lernen, Stil ist da. Und er entwickelt sich.

Spannend wird es, wenn Stil zur wiedererkennbaren Signatur wird. Wenn Sound, Spieltechnik und Tonmatrial eine Einheit werden, die signifikant unter tausenden von anderen Musikern "heraushörbar" sind.

Btw: es ist Quatsch das ein "eigener" Stil nur durch das zwanghafte Ausbrechen aus bekannten Schemen zu erreichen ist. Es gibt wenige Ausnahmemusiker, die dies geschafft haben.

@ "It’s only Rock’n’Roll but I like it": Bei dem Song fällt mir immer eine lustige Anekdote ein. Keith Richards hatte seinem großen Idol Chuck Berry eine Geburtstagsfeier zum Sechzigsten in St. Louis organisiert. Das ganze wurde als Film festgehalten: "Chuck Berry - Hail hail Rock’n’Roll" (unbedingt empfehlenswert, wenn man sich ein wenig mit der Geschichte der Rockgitarre unterhaltsam auseinandersetzen mag). Im Film sind einige Probeszenen mit Chuck und Keith. Es gibt eine schöne Szene wo die beiden bei einem typischen Chuck Berry Intro aneinandergeraten. Es geht eigentlich nur um ein kleines Doublebending, bei dem Chuck Berry Keith Richards vorwirft er würde es völlig Scheiße spielen. Sehr lustige Szene, wo das beste Berry Plagiat Richards an einem kleinen verkackten Bending scheitert, das Chuck dermaßen charmant (und verstimmt) dahinschluddert. Bei Chuck Berry klingt das gleiche Introriff homogen und nach "Stil", bei Richards (der wie kein zweiter Berry studiert hat) klingt es nach "Plagiat" (wenn auch nicht weniger geil)....

Keith Richards ist für mich auch ein gute Beispiel das sich ein signifikanter Stil oft erst über lange Jahre entwickelt. Am Anfang der Stones war Richard nicht viel mehr als ein klasse Chuck Berry Imitat. Brian Jones war der weit eigenständigere Gitarrist. Das was man heute unverwechselbar mit Keith Richards verbindet, ist erst nach seinem Zusammentreffen mit Ry Cooder (der kurze Zeit mal als Ersatzgitarrist für die Stones zur Diskussion stand) entstanden. Danach setzte Richards massiv das Open G Tuning ein. In Verbindung mit den wunderbar schlampigen Doublebendings, die er von Berry abgekupfert hat, entstand ein typischer, aus tausenden von Gitarristen heraus erkennbarer Stil.

slide on ...
bO²gie
 
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Anonymous

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Tach boogie,

ganz deiner Meinung! Stil ist einfach da und entwickelt sich, hast Du gut gesagt!

cu
Etienne

it’s only Rock’n’Roll, but i like it
 
 
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