Strat mit Nitrolack


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Hallo, hab neulich eine Gitarre bei e-bay ersteigert. Eine neue USA Stratocaster. Jetzt brauch ich einen neuen Ständer, weiß aber ich nicht, was solche instrumente für einen Lack haben. Ich will auf keinen Fall meine Gitarre zerstören, sollte sie z.B. einen Nitrolack haben. Also, wisst ihr welche Art Lack solche Strats haben?
http://www.vivamusica.pt/images/fender/ ... at_Hss.jpg
 
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Hi,

das sollte normalerweise bei Fender ein Polyurethan Lack sein. Sehr unempfindlich gegenüber eventuellen Weichmachern und Lösungsmittel.

Da wird immer (noch) viel erzählt über Ständer und das man aufpassen muss. Für die wenigsten Gitarren trifft das heute aber noch zu.
 
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Polyurerthan, also kein Problem.

Entgegen Auges Aussage haben längst nicht alle CS Instrumente eine Nitro Lackierung, hingegen z.B. alle Vintage RIs (ausser der 70er, deren Hals mit Polyurethan und der Korpus mit Polyester lackiert ist) aus US Fertigung. Und entgegen Marcellos Aussage kann das sehr wohl ein Problem werden, das sehr unschöne dunkle Verfärbungen am Hals oder Body mit sich ziehen kann.

Du kannst die erforderlichen Angaben aber sämtlich zu jedem Instrument auf der Fender HP finden (=> Specifications).
 
auge
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die turffs haben alle nitro und ich pass auch auf da sich das richtig anlösen kann.
hatte mal eine alte hamer in händen. das hat gar nicht schön ausgesehen.
 
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Hi,

Du kannst auch einfach etwas Stoff um die Bügel des alten Ständers wickeln. Sollte nicht gerade aus Seide sein, dann hälts auch. Ich würde mir nicht gleich einen "Custom- Ständer" holen.
Eben sehe ichs: Ist ja gar nicht Nitro. Egal. Ich bleib trotzdem dabei.

Mache ich bei meiner Gibson auch, wenn sie mal etwas Zeit am Wandhalter verbringen muss. Keine Ahnung, ob es daran lag, aber bei einem Bekannten hat der Lack an der Stelle, an der er die Wandhalterung berührt hat, hässliche Blasen geworfen.
Schaden kanns ja nicht.

Gruß
 
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Marcello":3vf5vg7c schrieb:
Hi,

das sollte normalerweise bei Fender ein Polyurethan Lack sein. Sehr unempfindlich gegenüber eventuellen Weichmachern und Lösungsmittel.

Da wird immer (noch) viel erzählt über Ständer und das man aufpassen muss. Für die wenigsten Gitarren trifft das heute aber noch zu.

Kleine Korrektur:

Normalerweise lackiert Fender mit Polyester. Das ist der Plastik, aus dem man gute Boote baut. Damit kann man (wäre da nicht das Holz im Weg) duschen gehen!
Die matt lackierten Highway Strats sind allerdings mit Acryl überzogen. Der löst sich tatsächlich durch Weichmacher auf. Wenn man das gleichmäßg hin bekommt, wird vielleicht noch ein guter Taucheranzug daraus.
Jetzt frag mich bitte nicht, wie man da einen Reißverschluss einnäht... :roll:
 
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Oh,

ich wusste nicht, was das für ein Zeug ist, nur des es Scheiße ist! Danke für die Info! Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, es handle sich um nicht polierten Nitrolack....muhahahah!


Sehr Krass finde ich übrigens, dass Fender das selbst so in den Features aufführt, das es sich um Polyurethan bzw, bei der Highway um Nitrofinish handelt.

Kann es also sein, dass die uns bewusst Quatsch erzählen? Nach dem Motto: Wenn wir oft irgendwas erzählen, wird es irgendwann jeder glauben, auch wenn´s nicht wahr ist!!? Mein Einschätzung nach funktioniert das sehr gut bei den meisten Gitarristen..Sie "lieben" irgendeinen Nitrolack, den sie, selbst wenn´s drauf steht, nicht erkennen würden
 
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Marcello":36p31iuy schrieb:
Sehr Krass finde ich übrigens, dass Fender selbst sogar in den Features aufführt, das es sich um Polyurethan bzw, bei der Highway um Nitrofinish handelt.

Ich bin kein Chemiker und habe keine Analysen gemacht. Sicher ist, dass sich NC durch Weichmacher in Gummis zwar verfärbt, aber nie auflöst. Auch bei PU kenne ich das nicht. Bei Acrylaten schon.
 
frank
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Nick,

das einfachste ist, nicht zuviel Wirbel um den Lack zu machen, sondern einfach gute Ständer zu kaufen.

Ich habe seit Jahren Wandhalter und Ständer der Fa. Hercules, sehr stabil, standfest und obendrein mit einer Sicherung am Kopfhalter versehen. Meine Nitro-lackierten Gibson haben keine Macken am Lack bekommen. Und mit knapp 20 Euro sind sie auch nicht zu teuer.

Mein Fazit: Empfehlenswert.
 
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Hallo!

Einfach die [Macho-Modus ON] Freundin/Frau [Macho-Modus OFF] Überzieher aus alten Stoffresten nähen lassen, die den direkten Kontakt zwischen Lack und Moosgummi verhindern.

Gruß
Björn

P.S.: Die besten Ständer sind meiner Meinung nach diese hier: sehr stabil, der Hals wird gar nicht erst berührt/belastet.
KM-17540-E-Gitarrenstaender.jpg
 
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Jo, dann erstmal danke, dass so viele sich mit dem Themn beschäftigt haben. Ich gaube, da kann ich ganz beruhigt sein, aber wahrscheinlich werd ich mir zur Sicherheit trotzdem einen der empfohlenen Ständer kaufen...
 
Thorgeir
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W°°":o2pvlsyo schrieb:
Normalerweise lackiert Fender mit Polyester. Das ist der Plastik, aus dem man gute Boote baut. Damit kann man (wäre da nicht das Holz im Weg) duschen gehen!
Die matt lackierten Highway Strats sind allerdings mit Acryl überzogen. Der löst sich tatsächlich durch Weichmacher auf.

Hui, aufgrund dieser Aussage musste ich mich dann doch mal im Forum anmelden, Gratulation dazu =}

Sollte sich das tatsächlich so verhalten, wie du es im obigen Zitat beschreibst, würde mich das schwer wundern. Schliesslich bewirbt Fender die Highways mit dem Zusatz Nitrocellulose Laquer, zumindest, was den Korpus angeht. Glaubst du, die würden sich tatsächlich eine derartige Blöße geben, mit Features zu werben, die erwiesenermaßen unwahr sind? Das wäre ja gallopierender Betrug.

Verhält es sich nicht eher so, daß der Hals, wie auch von Fender angegeben, mit einem Acrylüberzug versehen ist, der Body aber tatsächlich mit Nitro lackiert ist?

Falls du tatsächlich den Body meinst, hast du da ne Quelle parat? Das wäre ein Fall für den Verbraucherschutz.

Gruß

Thorgeir
 
univalve
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Thorgeir":1ijo814h schrieb:
W°°":1ijo814h schrieb:
Normalerweise lackiert Fender mit Polyester. Das ist der Plastik, aus dem man gute Boote baut. Damit kann man (wäre da nicht das Holz im Weg) duschen gehen!
Die matt lackierten Highway Strats sind allerdings mit Acryl überzogen. Der löst sich tatsächlich durch Weichmacher auf.

Hui, aufgrund dieser Aussage musste ich mich dann doch mal im Forum anmelden, Gratulation dazu =}

Sollte sich das tatsächlich so verhalten, wie du es im obigen Zitat beschreibst, würde mich das schwer wundern. Schliesslich bewirbt Fender die Highways mit dem Zusatz Nitrocellulose Laquer, zumindest, was den Korpus angeht. Glaubst du, die würden sich tatsächlich eine derartige Blöße geben, mit Features zu werben, die erwiesenermaßen unwahr sind? Das wäre ja gallopierender Betrug.

Verhält es sich nicht eher so, daß der Hals, wie auch von Fender angegeben, mit einem Acrylüberzug versehen ist, der Body aber tatsächlich mit Nitro lackiert ist?
Hi Thorgeir und herzlich Willkommen hier.
Walter ist Zupfinstrumentenmachermeister aus Aachen und ich denke, dass seine Aussage so tatsächlich korrekt ist.

greetz
univalve
 
Thorgeir
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Danke !

zum Thema:
Ja schon, mag ihm ja auch gar keine Kompetenzen absprechen. Aus seinem Beitrag geht allerdings nicht eindeutig hervor, ob er von dem Body bzw. der ganzen Klampfe oder nur vom Hals spricht. Genau das wäre aber hier der kleine Unterschied, der die Grenze zwischen Betrug und korrekter Beschreibung der Specs ausmacht :)

Das Thema liegt mir am Herzen, da ich mit der Anschaffung einer solchen Highway liebäugele, insofern verzeiht meine Beharrlichkeit ;)
 
gitarrenruebe
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Thorgeir":2bx6aqhu schrieb:
Das Thema liegt mir am Herzen, da ich mit der Anschaffung einer solchen Highway liebäugele, insofern verzeiht meine Beharrlichkeit ;)

Wäre es denn ausschlaggebend, wie der Lack heißt, der drauf ist? Wenn Du die Gitarre gut findest (Klang, Handling, Preis/Leistung), das isses doch wurscht, mit was die da lackiert haben, oder :roll: ???
 
Thorgeir
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Falsch ausgezeichnete Spezifikationen sind für mich durchaus ein Kaufargument, ich befinde mich ja noch in der Entscheidungsphase (Die kann auch noch ne ganze Weile andauern)

Ich mag schliesslich wissen, wofür ich meine Kröten lockermache.
 
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Hi,

Fender gibt beim Hals der Highway Polyurethan als Lack an. Das ist etwas anderes als Polyester und auch als Acryl.

Ob man hier Betrug unterstellen kann, ist fraglich, da sich Hersteller das Recht vorbehalten Spezifikationen zu ändern, ohne dies in irgendeiner Form mitteilen zu müssen.

Letztlich wird sich hier wohl auch keiner aus dem Fenster lehnen und definitiv sagen, dass Fender die aufgeführten Lacke überhaupt nicht verwendet. Aber die Betrachtung der einzelnen Instrumente spricht eine Sprache.

Im übrigen meine ich auch, dass das, was heute als "Nitrolack" gilt, ein diffuses Gemisch ist, dass mit dem ursprünglichen Nitrolack nichts mehr zu tun hat, da ich glaube, dass die Verarbeitung der "alten" Nitrolacke in USA nicht mehr erlaubt ist. Da bin ich mir aber nicht 100% sicher.
 
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Marcello":mhud0j74 schrieb:
......da ich glaube, dass die Verarbeitung der "alten" Nitrolacke in USA nicht mehr erlaubt ist. Da bin ich mir aber nicht 100% sicher.


du hast fast recht.
der terry (mcinturff) musste ziemlich viel in seine anlage investieren um weiterhin echt nitro lackieren zu können. und ein kleiner hersteller kann sich auch mal was halblegales leisten.
für die grossen isses nimmer wirklich machbar.
soweit mein infostand aus USA
 
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Marcello":sp2dcvs6 schrieb:
Im übrigen meine ich auch, dass das, was heute als "Nitrolack" gilt, ein diffuses Gemisch ist, dass mit dem ursprünglichen Nitrolack nichts mehr zu tun hat, da ich glaube, dass die Verarbeitung der "alten" Nitrolacke in USA nicht mehr erlaubt ist. Da bin ich mir aber nicht 100% sicher.

Jepp!

Was als Nitro verkauft wird, ist fast immer ein Mischlack. Was sich durch Weichmacher auflöst, sind einkomponentige (zugemischte) Kunststoffe. Niemals Nitrozellulose. Die kann sich verfärben, wird aber nicht weich.
 
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Hallo zusammen,

ich habe die Highway strat und ich muss sagen, mir ist völlig egal was Fender in diesen Lack gemischt hat. Er bröselt fast von selbst ab. Dieser Lack ist total mies. Und ich spreche nicht vom Hals, sondern vom schicken halbdurchsichtigen Korpuslack. Dieser Lack ist Müll.

Also: Wenn jemand Wert auf eine schickes katschenfreies Finish legt: Kauft Euch was anderes.

Wenn nicht: Ran! Ich verspreche Euch, Ihr werdet diese Gitarre meistens bei genauerem Hinsehen mit Lackschäden finden und einen Preisnachlass bekommen!

Gruß

Martfart

PS: Diese Gitarre ist ideal für die Relict/Aging-Fraktion. das Aging von mehreren Jahren habt ihr hier innerhalb eines einzigen auftrittes. Ich kanns beweisen! :lol:
 
Don_Mauzo
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Martfart":328z9nzo schrieb:
Hallo zusammen,

ich habe die Highway strat und ich muss sagen, mir ist völlig egal was Fender in diesen Lack gemischt hat. Er bröselt fast von selbst ab.

Würde mich jetzt doch interessieren wie du das hin bekommen hast das der bröselt... Wie alt ist die Gitarre denn?

Ich hab auch eine (siehe Avatar-Bild) und der Lack hält wie ein Kaugummi an der Schuhsohle.

Gruß,
Don Mauzo
 
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Ich hab auch ne Highway Strat mit dem gleichen Lackproblem.

Ist ne Frechheit von Fender, sowas unrobustes anzubieten.

Mich persönlich stören die Macken nicht allzusehr, aber wieviele Leute hüten ihre Klampfen wie den eigenen Augapfel?

Die Strat ist ganz bestimmt keine Bühnenschlampe, sieht aber nach jahrelanger Arbeit aus....
 
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Tja Walter,
jetzt muss ich als Chemiker aber dann doch mal.
Nitro löst sich MASSIV mit Lösemitteln und manchen Weichmachern an.
Auch pures Nitro, wie es bei alten Gibsons zum Einsatz kam.
Das sich Nitro also "nur" Verfärben soll ist in diesem Fall schlicht die Weitergabe gefährlichen Halbwissens.
Man muss nur wissen, dass Nitrocellulose ein Salpetersäureester ist und an sich chemisch alles andere als stabil ist.
Weichmacher wie sulfochlorierte langkettige Paraffine sind von der chemischen Löslichkeit den Nitroparaffinen leider sehr sehr ähnlich und Nitroparaffine, auch Nitroalkane genannt sind DIE Lösemittel für Nitrolack.
Aber auch schnöder Ethanol löst Nitro, Ethylacetat noch viel besser.

Übrigens ist auch der heutige Nitro von das Basis noch genau wie früher.
Es wurden nur Kunststoffe als Füllstoff beigemischt um das elende Verlaufen zu verhindern und so ein, zwei Produktionsschritte einzusparen.
Ein wesentlicher Nachteil des Nitro ist leider das es läuft wie´d Sau und daher nur ultradünn aufgetragen werden kann.
Bis also eine perfekte Oberfläche zustande kommt, heißt es immer wieder "Zwischenschliff" und "Lackieren". Kostet Zeit und Zeit ist für eine große Company schlicht Geld.
Also suchte man nach Lösungen einfach den Prozess billiger und schneller zu machen, ohne das prima Werbemittel "Nitrolack" zu verlieren.

Grüße
MIKE
 
 

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