Fender und die Zukunft :O

Seite 1 von 2
Verfasst am:

Fender und die Zukunft :O

Hallo allerseits,

mein Mitbewohner muss morgen ein Referat halten. Als Thema hat er sich die Firma Fender ausgesucht.

Soweit hat er das Referat eigentlich ganz gut vorbereitet. Das einzige was mir gefehlt hat ist die Antwort auf folgende Frage.

Was macht Fender eigentlich heute Neues und Innovatives?

Ich mein es gibt unglaublich viele Serien und Costum Gitarren, ok.

Allerdings finde ich das es wenig neue Innovation von Fender gibt. Es sind immer die gleichen Korpusformen etc.

Kann jemand Beispiele nennen und meine dick geschriebene, in der Sturm und Drangphase geschriebene Aussage wiederlegen?

LG Paul
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
Verfasst am:

Re: Fender und die Zukunft :O

Paul18 schrieb:
Kann jemand Beispiele nennen und meine dick geschriebene, in der Sturm und Drangphase geschriebene Aussage wiederlegen?


Nöö! Fender macht, was die Kundschaft möchte: 1952-1965 bis ans Ende der Zeit.

Es gibt nur kleinere Versuche zu modernisiere. Machete Amp, Select Serie, Pawn Shop...

Ist "Costum" eigentlich Satire oder Versehen? Habs schon öfter so gelesen und fänds als Satire gut...

Grüße
Michael

P.S. Bei Gibson sieht man, dass das Thema "Modern" eher anderen überlassen werden sollte.
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei Fender in der Lage wäre, Neues, Innovatives zu schaffen. Man wird damit nur nicht erfolgreich sein, weil der Käufer es nicht will. Es werden Nischenprodukte bleiben. Es ist ähnlich wie mit Chanel No.5, der NIVEA-Creme oder Maggi.

Und weil alle Versuche, neue Wege zu gehen, fehlschlugen, hält man sich an das traditionelle Konzept. Ändert hier und da Kleinigkeiten, verkauft sie als „neue“ Kollektion und der Konsument jubelt, als wären sie eine Weltneuheit.

Wenn der Kunde also nichts Neues will und man mit den alten Brettern weiterhin erfolgreich ist, warum dann etwas ändern?

Tom
Verfasst am:

Re: Fender und die Zukunft :O

Paul18 schrieb:
Allerdings finde ich das es wenig neue Innovation von Fender gibt. Es sind immer die gleichen Korpusformen etc.

Kann jemand Beispiele nennen und meine dick geschriebene, in der Sturm und Drangphase geschriebene Aussage wiederlegen?


Es gab viele Momente wo Fender versuchte hat, modernere Technik als Grundelemente der 50er Jahre zu verwenden. Jemand mit besserem Modellnamensgedächtnis würde das jetzt genauer sagen. Aber Fender hatte schon die Roland-ready Modelle als das noch cutting edge war, Fender hatte diese Strats mit Gitarren-Simulationen drin (ich erinnere mich an Greg Koch-Präsentationsvideos) und ich meine, Fender mit USB-Anschluss dran auch schon mal gesehen zu haben. Darüber hinaus war Fender oft vergleichsweise umtriebig was Pickups angeht mit ungewöhnlichen Modellen oder Kostruktionsformen von Bill Lawrence oder Don Lace (die Lace Sensors, z.B.) oder mit Schaltungsvarianten (z.B. TBX, Countour, Greasebucket, Clapton-Boost).

Andererseits weiß Fender wofür sie stehen und dass sie nicht mit einem Avantgarde-Image belegt sind wie zum Beispiel Parker. Eine Marke verliert Identität wenn sie kein "Kern"-Image besitzt.

Das Zentrum Fenders kreist nun mal um Strat, Tele und Verwandtes. Ich möchte nicht sagen, dass "der Kunde also nichts Neues will" (wie little-feat oben sagt), sondern der Fenderkunde will nichts verschreckend innovatives. Und wenn, dann nicht von Fender.

Fenders Versuche, Ibanez-artige Flitzbretter mit Floyd Rose zu vermarkten waren entsprechend mässig erfolgreich weil dort z.B. Gitarrengigant Ibanez seine Image-Basis schon verankert hat. Es müsste sich schon schwer lohnen (zum Beispiel durch musikalische Trends wenn der Mainstream-Geschmack wandert) wenn eine Firma versuchen wollte, ihr Image auf andere Marktsegmente zu erweitern ohne dass es zwischen den Marktbereichen verwässert und Wert verliert.

Es ist nun mal so, dass man "Innovation" streng bzw. radikal verstanden nur in Nischen des Marktes findet wo kleinere Anbieter noch auf Luft im Marktsegment hoffen und neuere Ideen entstehen aufgrund eines Ringens um Alleinstellungsmerkmale.
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Guter Beitrag von Kollege Groby, seh ich auch so.
Fender setzt immer mal wieder Nadelstiche in Sachen Innovation. Die Workhorses im Fenderstall, Strat/Tele/Preci/JazzBass, kommen jedoch prima ohne großartige Innovation aus. Warum? Weil die Instrumente seit Jahrzehnten die Bedürfnisse des Kunden befriedigen.

Man verbindet mit Fender wohl eher Kontinuität als Innovation, was ja auch nicht negativ ist, solange der Kunde zufrieden ist.

Gruß
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Fender WAR in den 50er Jahren enorm innovativ:
Tele, Strat, Preci, Jazzbass, Mustang, Jazzmaster, Jaguar ...
Brettgitarren mit Schraubhals, das Syncronized Trem ...
Kurz: LEO FENDER war Fenders innovatives Hirn & Herz.
Aber selbst in den 60ern (die gesuchten Pre-CBS-Teile) wurde nur noch
Modellpflege betrieben.

Danach war Leo bei Musicman (Sting Ray) und G&L (ASAT) noch sehr rührig.

Zu Fender heute:
Verwaltung des Erbes auf breiter Ebene.
Wobei man sagen muss, dass Fender seit einiger Zeit (mMn) wirklich ein gutes QM hat, die meisten Instrumente, die ich in der Hand hatte, waren ok. So konstant kannte man das von Fender wirklich lange nicht mehr ...
 
Grüße DeLüXe vom Rolf
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Ich danke euch für die vielen Antworten. Ich denk als guten Abschlusssatz für das Referat kann man sagen, das sich die Firmenpolitik auf tradtitionele Gitarren weiter konzentrieren wird, aber immer mal wieder kleinere interresante Versuche gestarten werden, noch nicht Gesehenes in den Boxring der Gitarrenwelt zu werfen ;)

Dankeschön
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Moin.
Wer moderneres(80er) Gitarrenmaterial möchte, kann ja bei Jackson oder Charvel gucken. Gehören auch zu Fender und dort wird mMn eher mal was ausprobiert.
Dann schadet ein Fehlversuch auf dem Markt auch nicht auf der großen Marke.
Gruß
Ugorr
 
Status Series 1 5Saiter sucht ein neues Heim.
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

sunburst schrieb:
To name but a few...Gruß,


Kleiner Nachtrag: Im Fender-Sonderheft von G&B, das ja wahrscheinlich in vielen Haushalten zu finden ist, gibt es einen interessanten Artikel über die durchaus zahlreichen Versuche von Fender, mal was Anderes als Tele/Strat/Preci/Jazz Bass zu präsentieren. Praktisch alles Flops. Ich würde dabei freilich nicht in jedem Fall von "Innovationen" sprechen: Die Coronado z.B. war nur der Versuch, auf dem Feld der der F-Loch-Gitarren Fuß zu fassen, wo andere Hersteller das Sagen hatten und haben. Wirklich innovativ war sie nicht.

Grüße vom
Stardustman
 
Man soll nicht alles glauben, was man denkt.
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

sunburst schrieb:
Fender D'Aquisto



Mit Fender hat das nur an einer Stelle was zu tun: dass Fender den Geldbeutel hatte, die Marke (den Markennamen) D'Aquisto zu kaufen. Wie die Nähe zu "Aquise" ja auch schon suggeriert...
 
Gruß
Markus


"Communication is the problem to the answer" (Eric Stewart)
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Fender heute, das heisst:

Fender, Charvel, Jackson, Genz Benz, EvH usw.

Fender ist also nur ein Segment im Produktportfolio. Zugegebenermaßen das für Liebhaber der ollen, schrabbelichen Bretter. In den anderen Segmenten versuchen sie, den moderneren Vertretern der Gitarristenzunft gerecht zu werden. Letzter Coup (von dem ich weiß) ist die Verpflichtung von Gowan für Charvel, ein Gitarrist, dem man nicht unbedingt das kleben an althergebrachten Traditionen nachsagen kann.

Fender als Nachlassverwalter ist also nur ein Teil der Gruppe. Allerdings ein Grosser.
 
"Any organized sound I consider to be music. Could be music if it was well organized, depends on the organizer."
(Malcolm Cecil)

"If you love music, sell Hoovers or be a plumber. Do something useful with your life."
(Robert Fripp)

"The more we have a disrespectfull attitude towards our egos I think the happier life becomes!"
(John Cleese)
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

Hi,

streiche Fender, setzte Gibson und der Thread wäre nicht sehr viel anders verlaufen.

Ich denke, dass deren Innovations-Versuche unter diesen Namen nicht fruchten, liegt weniger an diesen beiden Firmen, eher an den Kunden. Es wird einfach zuviel Tradition mit den beiden Namen verbunden. Da haben beide Firmen das gleiche "Problem".

Gruß Diet
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

diet schrieb:
streiche Fender, setzte Gibson und der Thread wäre nicht sehr viel anders verlaufen.


Nicht ganz.

In den späten Fünfzigern begann Fender eine extrem junge, hippe, coole Marketingkampagne die den Markt der jungen Leute erschliessen sollte. Botschaft: Fesche, braungebrannte, coole junge Leute tragen ihre Fender überall hin und sind auf Achse und haben Tatendrang spielen Fender.

Zur gleichen Zeit zeigte die Marketingkampagne Gibson gediegene und betuliche Gentleman mit Gitarren auf dem Schoß. Und die Botschaft war ungefähr: Tradition, Kunst, Souveränität und gute Werte. Gitarren für ältere Herren.

Und irgendwie habe ich das Gefühl, die Firmen haben sich von dieser Differenz nie verabschiedet.

Und das was Gibsons an "Innovation" herausbringt, kann manchmal wirken wie der alte Opa der sich mal eben keck eine neongrüne Schirmmütze aufsetzt und glaubt, er würde jetzt auf einer Techno-Party ernst genommen.
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

groby schrieb:
diet schrieb:
streiche Fender, setzte Gibson und der Thread wäre nicht sehr viel anders verlaufen.


Nicht ganz.

In den späten Fünfzigern begann Fender eine extrem junge, hippe, coole Marketingkampagne die den Markt der jungen Leute erschliessen sollte. Botschaft: Fesche, braungebrannte, coole junge Leute tragen ihre Fender überall hin und sind auf Achse und haben Tatendrang spielen Fender.

Zur gleichen Zeit zeigte die Marketingkampagne Gibson gediegene und betuliche Gentleman mit Gitarren auf dem Schoß. Und die Botschaft war ungefähr: Tradition, Kunst, Souveränität und gute Werte. Gitarren für ältere Herren.

Und irgendwie habe ich das Gefühl, die Firmen haben sich von dieser Differenz nie verabschiedet.

Und das was Gibsons an "Innovation" herausbringt, kann manchmal wirken wie der alte Opa der sich mal eben keck eine neongrüne Schirmmütze aufsetzt und glaubt, er würde jetzt auf einer Techno-Party ernst genommen.


Hi Groby,


stimmt. Mit der Strat auf dem Rücken beim Surfen und so was in der Art.
Da gibt es viele schöne Bilder.

Der Vergleich hat was, da ist was dran!

Gruß Diet
Verfasst am:

RE: Fender und die Zukunft :O

diet schrieb:
stimmt. Mit der Strat auf dem Rücken beim Surfen und so was in der Art.


...dieses Bild ist mir auch vor kurzem untergekommen. Ich frage mich...warum zum Teufel bindet man sich beim Surfen 'ne Strat auf den Rücken? Zum Zurückpaddeln wenn die Welle nicht kommt?

Da gibt's doch auch noch den Typen im Kleinwagen mit 'ner Strat auf dem Rücksitz. Seine Holde muss draussen stehen, weil sie nicht mehr reinpasst, mitten in der Pampa. Wie ist die dahin gekommen?

Ach, alte Werbung ist manchmal so schön unbeholfen! Man müsste direkt mal 'nen Thread über alte Gitarrenwerbung eröffnen. Vermutlich ist das aber urheberrechtlich problematisch.
 
Gruss, tommy
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde