Amp: ENGL Tube Monitor

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Amp: ENGL Tube Monitor

gekauft:
Beyers Musik 1.000 DM,
gesehen sogar für 750 DM

Ich mag:
Der Tube Monitor ist ein 20W 1x12 Röhrencombo in Monitorform, also mit schräg abfallender Front mit dem Speaker drin eingebaut.
Das hat den Vorteil, daß man sich auch auf kleineren Bühnen sehr gut hört, wenn der Amp neben einem Steht, da er schräg nach oben abstrahlt.
Er ist einkanalig aufgebaut, hat aber einen zusätzlichen Endstufeneingang. Die Bedienungselemente sind für den Hauptkanal Gain und ein abschaltbarer Dreiband-EQ, dann gibt es für beide Kanäle zusammen einen Mix-Regler (regelt die Lautstärkebalance zwischen den biden Kanälen) und zu guter letzt ein Mastervolumen. Darüberhinaus gibt es einen schaltbaren Groundlift.

Die Röhren (zwei 12 AX 7, zwei EL 84) habe ich vor längerem gegen Groove Tubes ausgetauscht, keine Probleme seit dem. Ein "Voll"-Röhrenamp ist er aber in dem Sinne nicht, da der "Mix" zwischen Preamp- und externem Signal über einen Opamp geschieht.

Zum Sound.
Bis zur 10 Uhr Stellung des Gainpotis bleibt der Amp auch mit Humbuckern Clean, die Klangregelung arbeitet sehr efektiv, es lassen sich sehr knackig-drahtige, aber auch jazzig warme Sounds erzielen. Die Lautstärke ist dabei noch ausreichend hoch; im Direktvergleich mit einem (bis zum Kragen aufgerissenen) Marshall VS 80 2x12 Combo unterliegt der Engl clean nur sehr knapp.

Wenn man das Gain-Poti weiter aufdreht, stellen sich die ersten Verzerrungen ein.
Voll aufgedreht, und mit den Tonereglern voll nach rechts, kommt man in die Bereiche der Endstufensättigung. Mit meiner Tele neigt der Tube Monitor da etwas zum Eierschneiden, aber mit zurückgenommenen Höhen (so auf 13-14 Uhr) klingt er richtig Klasse.
Ein Highgain Sound steckt da nicht drin, der Zerrsound geht eher so in Richtung AC/DC.
Lautstärke geht hier bis zum Ohrenbluten.
Mit heißeren Vorstufenröhren wäre hier aber noch mehr drin.
Der Dynamikumfang ist bei allen Einstellungen gut.
Mit Vorschaltgeräten ist der Monitor nicht zickig, auch die Mikrofonierung ist unkritisch.
Beim Anschluss einer Vorstufe muss man etwas Fingerspitzengefühl mit deren Output haben, sonst überfährt man den Opamp. Das klingt fies.

Ich mag nicht:
1x12 Combo mit 17 kg
Fettes Logo vor dem Speaker,
ohne klingt er besser!

Verarbeitung:
Über alle Zweifel erhaben.
Die Platine ist sauber verlötet, die Potis sind leichtgängig und geräuschfrei.
Das Gehäuse ist aus 3cm MDF-Platten zusammengebaut, den Speaker (mit ENGL-Label) schütz das ENGL-typische lackierte Stahlgitter.

Support:
Gut.
Um die Röhren zu wechseln brauchte ich den Schaltplan, ein Anruf und er wurde mir per Post zugesandt.
Ansonsten hatte ich bisher keine Probleme.

Zusammenfassung:
Ein schöner Amp für pillich Geld.
Einziges Manko ist ein fehlender Hall bzw ein fehlender Einschleifweg.
Doof angeguckt wir man zwar manchmal (wenn man mit dem brachialen Outfit bei einem Jazzgig aufschlägt), aber er macht seine Arbeit sehr ordentlich.
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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RE: Amp: ENGL Tube Monitor

Nachtrag:
Einen Bericht über einen Wasserschaden mit Reperatur und Tücken des Objekts gibt es hier.
Gruß,
Woody
 
The truth is rarely pure and never simple.
Oscar Wilde
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