52 Telecaster


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Hallo Leute,

was haltet ihr denn von den Vintage Teles, die Anfang der 90er gebaut wurden?
Ich habe kürzlich eine gesehen, deren Verarbeitung eher mau war (dunkelgelb gebeizter Hals, der Gilb war überall, auch auf den Bundstäbchen und Sattel...), aber der Klang war richtig gut. Konnte sie mit verschiedenen Teles vergleichen.
Kennt sich jemand mit diesen speziellen Anfang der 90er Vintage Teles aus, am besten speziell das 52er Modell?
Was würdet ihr dafür zahlen?

Gruß,

Thiemo.
 
univalve
univalve
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Hi,

schnelle Antwort:
Die Serie wurde 2000 (meine ich, 7ender könnte das aber genauer sagen) überarbeitet (Pickups, Lackierung, etc.). Mir persönlich gefallen die Modelle vorher nicht so... Geschmackssache.
Wenn sie Dir gefällt und gut klingt würde ich so von 600-900 EUR ausgehen - müßte ich aber eben selber in der Hand haben.

Die PU's waren in den alten mMn auch nicht so dolle...

greetz
univalve
 
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Hallo,
1998 hat Fender die Reissue Modelle überarbeitet
http://namm.harmony-central.com/Newp/SNAMM98/Fender/American-Vintage-Series.html

Im Falle der Telecaster hat sich seinerzeit das Halsprofil geändert - die Hälse der neueren Modelle wurden etwas fetter (u-förmig) und auch die Tonabnehmer wurden überarbeitet. Die neueren Modelle sollen etwas näher am Original sein. Allerdings hat bekanntlich schon bei den Originalen aus den 50er Jahen die Halsform variiert und gleiches gilt für die Tonabnehmer. Auch bei den neuen Modellen (ab 1998) sind die Hälse immer mal wieder etwas anders gewesen. Ich habe eine 52 RI Telecaster aus dem Jahr 1999 und deren Hals ist ordentlich kräftig aber immer noch sehr handlich. (Nicht annähernd so fett wie die Hälse auf den Nocaster-Modelen aus dem Customshop). Ich habe auch schon Exemplare aus der älteren Serie in der Hand gehabt, die deutlich "dünner" waren. Aber das Halsprofil und die Halsdicke ist ohnehin eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Bei den klarlackierten "1-piece-maple-necks" ist es bei den Reissue-Modellen regelmäßig so, dass die Bünde und Sattel mitlackiert sind. Die "Spielfläche" der Bünde sollte aber von Lack befreit sein.
Was den Preis angeht ist m.E. je nach Zustand der individuellen Gitarre normalerweise die Hälfte des aktuellen Neupreises des Modells eine gute Richtschnur.
Beste Grüße,
Klaus
 
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Besser hätte ich's nicht schreiben können! :clap:
Die mitlackierten Bundstäbchen haben übrigens nicht nur die RIs, sondern alle One-Piece Maple Griffbretter bei Fender...
 
A
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...ich hab jetzt zugeschlagen.
Telecaster 52 US Vintage, Bj. 1994
Für 500.- € konnte ich nicht widerstehen :-D

Kann mir jemand evtl. sagen, wo ich genauere Infos über dieses Modell kriegen kann (z.B. welcher Lack usw.)?
 
A
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Nitrolack. Auf der Fender HP findest Du die grundlegenden Informationen zur 52er RI, die Unterschiede alte/neue Serie hat der Klaus sehr gut beschrieben. Sollte Dir noch etwas unklar sein, frag einfach nochmal nach.

Ich denke, der Preis ist sehr gut. Glückwunsch!
 
A
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Lieber 7-ender, ich danke dir für deine kompetenten Antworten!
Weißt du vielleicht zufällig auch noch, wieviel dieses Modell 1994 neu gekostet hat?
 
A
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Wenn ich mich recht erinnere, lag der Listenpreis bei 1299,99 USD, den deutschen "Streetprice" weiss ich leider nicht mehr. Intressant ist noch zu erwähnen, dass das Dotspacing im 12ten Bund nicht dem Orginal entsprach, bei dem die Dots ziemlich genau unter der H bzw. A Saite lagen. Das wurde in der zweiten Serie korrigiert. Wie Klaus schon schrieb, waren auch die PUs etwas different: Bei beiden PUs haben einen höheren Output als beim Orginal, hier waren die damaligen US Standard-SCs näher am Geschehen dran. Soweit ich weiss, entsprechen die heutigen Mexico Vintage PUs weitestgehend dem alten US PU.

Gruß, Martin
 
A
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... laut einiger älterer Kataloge die ich noch habe, lag der Verkaufspreis Ende der 80er Jahre für die sog. '52 Tele bei 1750,- - 2000 DM.
Laut Angaben von Fender weisen diese Modelle eine Nitrolackierung auf. Was darunter zu verstehen ist, ist nicht ganz unumstritten. Im einschlägigen amerik. Telecasterforum ( www.tdpri.com ) gibt es dazu immer mal wieder Debatten. Es scheint so zu sein, dass die oberste Lackschicht sog. Nitrolack ist. Darunter ist aber auf dem Korpus Porenfüller aufgebracht. Unter dem Nitro scheint bei den Reissues (neu und alt) aber noch was anderes zu sein, von dem nicht wenige Leute meinen, es sei ein sog. Polyester-"undercoat"
( http://www.tdpri.com/forum/telecaster-d ... ro+reissue ).
Allerhand Infos zum Lack bei alten Fenders gibt es auch hier: http://www.provide.net/~cfh/fenderc.html
und "FAQs" zu Teles allgemein hier: http://home.cfl.rr.com/amathews/telefaq.htm

Viel Spaß mit dem "neuen" Schätzchen,
Klaus
 
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Diese Diskussion gibt es schon länger und hat einige Gitarrenbauer, u.a. Juha Ruokangas, der imo zur Zeit die besseren Teles baut dazu bewogen, mit der Begründung, dass "die alten" Nitrolackierungen nicht mehr reproduzierbar sind, nur noch Polyurethan basierte Lacke zu verarbeiten.

Juha Ruokangas":2h40jjjo schrieb:
...There are very good reasons for this policy! Nitrocellulose lacquer contains nowadays plastics - yes, it's definitely not the same stuff as it used to be in the good old 50s'. These changes affect to the drying of nitro finish making the surface soft, almost gum-like. Dirt is difficult to remove from the finish, and the neck feels sticky and uncomfortable especially with sweaty hands. Ruokangas uses exclusively polyurethane lacquer, which works extremely well as applied correctly. Thin layer of polyurethane dries hard and does not affect the tone of a guitar. The surface is easy to keep clean and the neck feels smooth and slippery. There is absolutely no sensible reason to try to emulate the old in this issue!

Obwohl sich das mit der Klebrigkeit mit den Jahren gibt... ;-)
 
A
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... stimmt, dass manche der mit "Nitrolack" (es sei mal dahingestellt was genau darunter zu verstehen ist) behandelten Hälse sich mitunter klebrig anfühlen. Ich hatte das schon bei mehreren Gitarren. Bei der '52er RI Tele verlor sich das aber nach einigen Wochen Spielzeit. Wobei ich sagen muß, dass ich die Gitarre 2nd Hand gekauft habe. Wie lange mein Vorbesitzer an ihr "geklebt" hat, weiß ich nicht.
Ich habe auch eine sog. Nocaster aus dem Fender Customshop und deren Hals hat sich nie klebrig angefühlt. Auch der soll mit Nitro lackiert sein - aber irgenwas scheint an diesem Nitrolack anders zu sein.
"Schlimmer" ist das kebrige Gefühl meiner Erfahrung nach bei Gibson-Gitarren.
Kürzlich habe ich mit jemandem gesprochen, der selbst in/für seien Laden Gitarren baut. Der meint, was klebt, sei nicht der Nitrolack als solcher, sondern vielmehr "Weichmacher", der dem Lack hinzugefügt wird, um Reißen des Lacks zu verhindern. Nitrolack reißt wohl sehr leicht unter Temperatur- und Klimaeinflüssen. Um zu verhindern, dass neue Gitarre schon mit Lackrissen im Laden auftauchen, fügen manche Firmen möglicherweise recht viel Weichmacher dem Nitrolack hinzu.
Bedenkt man nun, dass Fenders Customshop-Gitarren "geaged"/"reliced"
am beliebtesten zu sein scheinen, sind dort die Lackrisse kein Problem - im Gegenteil. Daher wird dort - vermute ich - wenig/gar kein Weichmacher zugefügt, was erklären könnte, dass dortige nitrolackierte Hälse sich nicht klebrig anfühlen

Ob Nitro überhaupt Sinn macht, kann ich leider nicht beurteilen. Manche schwören darauf, andere halten das für "Voodoo"
hmmm... so ein wenig Voodoo kann aber auch seinen Reiz haben :)

Schöne Grüße,
Klaus
 
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Meine 62er RI Strat hat auch nie geklebt, sie war allerdings schon gut abgehangen, als ich sie kaufte ;-) . Ich vermute den Unterschied heutzutage im Wesendlichen im Trocknungsverfahren, was auch zu Deinen Ausführungen bezüglich der Customshop Instrumente passen würde. Und offengestanden habe ich klangliche Unterschiede bei Instrumenten eigendlich immer an anderen Dingen festmachen können...

Damit wir nicht ganz OT sind: Ich habe Deine Angaben des Preises mal mit den offiziellen Preislisten verglichen. Ende 1988 stieg der Preis von 899,99 USD auf 1099,99 USD. Demzufolge wird der Verkaufspreis in Deutschland bei ~2000-2400 DM gelegen haben.

:)
 
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hallo schon wieder :)
tja - an Gitarren beeinflußt sicher Vieles den Klang. Welche Rolle da tatsächlich der Lack spielt, kann ich nicht beurteilen. Wie gesagt habe ich eine CS Nocaster und eine 52 RI Tele und- als letzte im Tele-Bunde eine Standad Telecaster von 1978 (mit richtig dickem Polyester-Panzer). Jede davon klingt wie eine Tele und trotzdem klingt jede anders. Dabei haben Nocaster und die 52RI (in meinem Fall) die gleichen Tonabnehmer drin. Eigentlich wollte ich die 52er RI verkaufen, als ich die Nocaster anschaffte, konnte mich dann aber trotzdem nicht von ihr trennen, weil sie eben ihren ganz eigenen Charakter hat.
Gute Nacht :)
Klaus
 
A
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Meine Neue hat sich nach genauerem Hinsehen als End-98er Modell herausgestellt. Handschriftliches Halsdatum 17.12.98, Zusammenbau Mitte Januar 1999 (Stempel in der Halstasche, bzw. Unterseite des Halses).
Allerdings muß der Vorbesitzer ein Vollidiot gewesen sein. Viele Schraubenlöcher sind überdreht und eine Halsbefestigungschraube ist verbogen. Wie schafft man bitte sowas?
Ich mach natürlich jetzt alles schön heil...
 
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Hi,
ich habe eine 96zigerJapan 52 Anniversary Tele in Blond die richtig gut is. Schau dich da mal nach um, mit ein bisschen Glück kriegst du die noch zwischen 400 und 500
Euro.
Gruß
Woole
 
 

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