Eine Frau, ein Song


A
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Warum schreibt man Songs? Warum schreibt Mann Songs?

Gerade klimpere ich ein wenig auf der alten Westerngitarre herum und denke an den Song, den ich damals der Frau meiner Wahl geschrieben habe. Es war eine Beschreibung der Tatsachen, ein wenig poetisch verpackt, aber nicht besonders beschönigend. Eher traurig als erfüllend. Es hat ihr immerhin eine Träne entlockt.
Schlimm zu sagen - aber so entstehen die besten Songs.

Wie ist das bei euch?
 
mr_335
mr_335
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Hi, früher war's vielleicht so ähnlich wie von Dir beschreiben.

Obwohl meine besten Songs mittlerweile einfach über mich kommen...ich schreib sie nicht, sie schreiben sich selber und dann sind sie da. Erst im Kopf und dann beginnt manchmal ein kleiner Kampf, sie aus der Gitarre zu locken.....

Gerade glotzt hier wieder so ein Bengel aus dem Schallloch und will raus :eek:)
 
A
Anonymous
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Warum schreibt man Songs? Warum schreibt Mann Songs?

Ein Ziel von Liedern oder Melodien ist es, glaube ich, bei anderen Menschen bestimmte Gefühle auszulösen, sie emotional zu berühren.
Gelingt dies bei einem Lied finden wir es gut.

Und zwar sind das Emotionen, welche man zuvor selbst erlebt und in ein Lied quasi verpackt hat. Es ist also eigentlich eine Art von Gefühls - Kommunikation, zum einen zwar abstrakter, zum anderen aber ganz unmittelbar, besser wie man es etwa durch Sprache ausdrücken könnte.
Durch diese Unmittelbarkeit haben Lieder mit guter Melodie, sogar selbst wenn der Text "nicht so besonders" ist eine sehr starke Wirkung.

Es ist außerdem gewissermaßen Kommunikation über Raum, Zeit und selbst Sprachgrenzen hinweg.

Gute Gründe für das Songwriting.

(Ich hoffe das war jetzt nicht zu abgehoben.)
 
auge
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zwischen Tür und Angel...
Also bei mir isse schon so wie beim McCracken.
Es ergeben sich Themen, Probleme, Freuden, Erlebnisse usw. die ich gerne mit Musik ausdrücke.
Ein bissl plagt mich im Moment der Zeitmagel daher schreib ich zuwenige Songs.
Aber in 2,5 Jahren haben sich etwa 35 fertige Songs und ein paar Bruchstücke angesammelt.
Bei mir ist auch mein Glaube ein wichtiger Fundus um Songs zu schreiben.
Aber zum Beispiel hatte ich privat im Jänner eine eher schwere Zeit woraus wieder 2 Songs hervorgingen...

Aber nicht immer ist es nur Inspiration. Manchmal ist es auch gnadenloses Handwerk einen Song fertig zu bekommen. Übergänge zu finden.

Ich möchte IM MOMENT meine Songs so haben, dass sie auch alleine mit der Akustischen gesungen auch funktionieren. Vocalist sei dank ist das ja auch bei mehrstimmigen Sachen heute möglich.


So long
Lg
Auge

FRAGE: Könnte jemand den Thread in: Meine Band, meine Musik verschieben? Danke.
 
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Blackbeer
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Moin,

Songs entstehen bei mir immer dann, wenn ich relaxt irgendwo sitze und vor mich hinklimpere. Dann entstehen bei mir je nach Stimmung/Umgebung plötzlich Melodien, eine Hookline, Gedanken ...

Z.B. als ich meine Holde kennenlernte mein erster Song in Open-D oder
auf einer Bank an der Steilküste in der Bretagne,
im Gebirge in Norwegen vor dem Wohnmobil,
nach dem Tod meiner Großmutter ...

Gruß und Blues
Andreas
 
Swompty
Swompty
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Die Songs und Ideen im Sinne von Melodien sind bei mir eigentlich immer da.

Was relativ schwerfällt sind die Texte.

Da ich immer von einer musikalischen Idee komme, finde ich es extrem schwierig, hierzu (gute) Texte zu schreiben.

Auf reine Instrumentalmusik habe ich aber keine Lust.

Bin gerade dabei meine Skizzen der letzten Jahre zu sichten, um daran textlich zu arbeiten.

Das wird noch ein längeres Ringen ;-)

Und die Frage nach dem Warum - die stelle ich mir eigentlich gar nicht...
 
A
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Et kütt wie et kütt...
sacht der Kölner. Und hat in diesem Fall ausnahmsweise recht...
:shock:

Schönes WE

Gruß Peter
 
A
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Ich habe immer so ein halbes bis ganzes Dutzend Fragmente im Kopf. Und nur da - keine Skizzen, keine Notizen. Akkordfolgen, Binnereime, Farben, Assoziationen.

Irgendwann gibt es einen Anlass, dass zwei oder drei Puzzleteile zusammenfallen. Dann muss ich mich in den Allerwertesten treten und das Ding in Form gießen, sonst isses weg. Danach ist der Song aber fertig und wird in aller Regel nicht mehr großartig verändert. Wenn die Band ihn nicht nimmt, wandert er ins Solorepertoire. So entstehen etwa fünf Songs im Jahr. Wahrscheinlich könnte ich den Prozess auch forcieren.

Ich glaube auch, dass das Zeug irgendwo herumschwirrt und nicht, dass ich es selbst erschaffe. Dementsprechend sind meine Songs wenig konkret und textlich eher assoiziativ.

Anders sieht es aus, wenn ich mit einer konkreten Vorgabe arbeiten kann oder muss. Dann entstehen zwar nicht meine besten Sachen, aber es klappt. Neulich fragte mich ein Pastor, ob ich einen Gottesdienst mit dem thematischen Angelpunkt Uno (das Kartenspiel) musikalisch gestalten könne - ein zugegeben recht schmales Thema. Da muss es natürlich ein deutscher Text sein (mache ich sonst nicht), der zugänglich ist, aber nicht zu platt und eine eingängige Melodie. Das bedeutete dann ein paar Tage lang Textideen im Kopf sammeln und einen Abend mit dem H4. Das war eine schöne Übung und hat gut funktioniert.
 
Ugorr
Ugorr
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Moin.
Ich habe festgestellt das ich zwei Arten von Songs schreibe(Country und Western... ;)):
a. der "mit Plan" - meist kommt erst der Text, oder zumindest ein Teil davon. Ich versuche da immer eine Geschichte zu erzählen oder bei Zeitmangel ein "Bild" zu erschaffen, welches sich aus Text und Musik ergibt.
Das klappt inzwischen ganz gut auch mit Auftrag bzw unter Druck. Ich kenne MEINE Methoden sowas zu schreiben, kann mich gezielt hinsetzten und sagen: Jetzt schreibe ich mal was. Ob das dann ein guter Song wird oder nur Skizzen/Parts oder auch mal gar nichts(was allerdings selten vorkommt) ist einwenig in der Schwebe. Aber auch bei etwas gekünstelten Ergebnissen, habe ich mal wieder geübt zu schreiben. Was da allerdings fast nie funktioniert sind Liebeslieder, das geht so nicht.
Ich schreibe ja auch hin und wieder für andere, die Sachen können also nicht so großer Mist sein.

b. der "zugeflogene Song": Diese eine Melodie/Textpassage geht nicht aus dem Kopf. Sowas wird archiviert und dann ausgebaut. Oder eben Songs, die aus besonderen Momenten entstehen. Der letzte Fertige ist für meine Freundin entstanden. Sie mag den Song und ein paar Mitmusiker ebenfalls. Bisher bin ich an guten Liebesliedern immer gescheitert. Die waren alle zu platt oder zu hochgestochen. Muß wohl an der richtigen Frau liegen.
Bisher existiert das Werk nur mit AGitarre und Gesang. Mal gucken ob das nochmal in Bandformat arrangiert wird.
Die emotionalen Songs sind mMn besser, was klar ist, denn sie sind ja viel näher an mir dran.

Ich glaube wenn man ein bißchen Schreibhandwerk lernt und sich aneignet, ist das eine große Hilfe. Und man muß etwas zu erzählen haben. Die Texte, die ich mit 14 geschrieben habe, sind sowas von Bäh. Aber damals hatte ich ausser: "Dagegen!" und "Ihr könnt mich alle mal!" wohl nicht viel zu sagen. Hoffe heute ist das anders.

Bin gespannt welche Wege noch so ans Licht kommen, wie Songs entstehen.
Gruß
Ugorr
 
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JohnnyT
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Aloha!


Songwriting, ein schönes Thema. Ich mache das ernsthaft erst seit 3 Jahren, davor war das eher Zufall, wenn ich mal nen Song gebastelt habe. Als Sänger muß man sowieso meistens Texte schreiben, von daher hatte ich dahingehend schon Übung (zufrieden ist man dennoch nie...). Aber das alles an einem Punkt zu verbinden, Musik udn Text und dabei das große ganze nicht aus dem Auge zu verlieren, das ist etwas, wo man jeden Tag was neues dazulernt.

Wenn es um die Musik geht, da setze ich mich ganz doof hin und klimpere auf der Gitarre herum und dann finde ich eiegntlich immer irgendwas, was ich gut finde und baue darauf aus. manchmal hat man die Musik in 10 Minuten fertig, manchmal kann es Wochen dauern.

Texte fallen mir leichter. Sie sind eigentlich immer zu einem bestimmten Thema, auch Songs schreibe ich immer schon mit einem Thema (oder einer Frau,-))) im Kopf.

Dabei hat mir immer geholfen viele Texte anderer zu lesen, gerade Springsteen finde ich immer wieder inspirierend.

Da ich ja Sänger bin, habe ich schon immer mehr mit Texten zu tun gehabt, als meine Mitmusiker, das ist ganz klar ein Vorteil, und ich kann es jedem empfehlen viele Texte zu lesen. Man kommt da schnell in einen Vibe, und dann läuft es manchmal wie von selbst.

Man darf auch keine Angst vor Banalitäten haben, Mut zur Peinlichkeit ist gefragt. 1. hört niemand auf den Text und 2. sind die meisten Texte, die ich als gut empfinde meist sehr einfach und verständlich geschrieben.

Es gibt auch noch eine nette Methode, die ich mit meiner Schweinerock Truppe anwende: man hat den Song und singt irgendwas drüber, wie es einem gerade passt. Wenn man den Song 2-3 Tage geprobt hat, haben sich Worte herauskristallisiert, die an bestimmten Stellen des Songs super gut klingen. Die schreibe ich auf und schreibe den Text drumherum. Das ist aber mühsamer, dennoch ist es so einfacher, ein Metrum einzuhalten und den Text melödiös klingen zu lassen.

Ich "klaue" auch permanent Textideen aus anderen Texten, die geben einem, wie gesagt, einen super Input, wie man über etwas schreiben kann, oder was für Themen man beschreiben kann.

Wenn es jetzt echt um Songs für Frauen geht, das habe ich 3x gemacht, aber nur 1x um eine rumzukriegen...es hat nicht geklappt,-))))
Ist aber auch nicht schlimm, wenn man schwer verknallt ist, ist man sowieso nicht zurechnungsfähig, und "Peinlichkeiten" sind einem egal, und so werden dann auch die Texte zuckersüß, aber haben immer das gewisse etwas. Und es erinnert einen immer wieder an diese Zeit, ein schöner Nebeneffekt,-))

Melodien, darum mache ich mir nie Gedanken, das kommt ganz natürlich, wenn ich über etwas singe, das plane ich nicht, das passiert einfach, aber da habe ich als Sänger, wie gesagt, auch Vorteile, weil man eben auch da sein Repertoire and Licks und Gimmicks aufbaut mit der Zeit,-)))


Alles Gute!
 
Dr.Dulle
Dr.Dulle
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Pfaelzer":ne2htwlr schrieb:
Sorry, bei mir ist das ziemlich unromantisch.....

Mit Gitarre kann ich weder schreiben noch arrangieren... :shock: :shock: :shock:


Unterm Strich: Die Rübe muß leer sein...zu einem bestimmten Ereignis gezielt was zu schreiben ist immer
in unbefriedigenden bzw. zu gitarristischen Dingen geendet.

p

Das erstaunt mich jetzt doch etwas.......

ohne Gitarre (oder ein anderes Instrument) in der Hand kann ich
keinen Ton schreiben. Daher scheiden Dusche und Klo
schonmal aus, da ich dorthin nie nie nie eine Gitarre mitnehme :lol:

Aber je weniger ich denken muss, je freier ich also die Birne habe
desdo besser die erzielten Resultate. Manchmal entstehen so
komplette Songideen in 15 - 20 Minuten, manchmal trage
ich Fragmente jahrelang mit mir rum.
Mir konkret vorzunehmen einen Song für diese oder jene
Person/Frau zu schreiben funktioniert also überhaupt nicht.
Ich schreibe einen Song und bekomme dann im Laufe des
Entwicklungsprozesses erst mit worum es sich
Gefühlsmässig eigentlich dreht.......


Gruß
 
A
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Guest
Ich wach manchmal mit guten Melodien mitsamt Textzeile auf, die sing ich dann schnell ins iPhone (so gehts auch ohne Gitarre).

Kleine Geschichte dazu:
Einmal, ein einziges Mal, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, hab DIE Killermelodie ins iPhone gesungen, hab im Traum auch ganz genau gewußt, wo die Töne auf dem Griffbrett sind, bin dann wieder beruhigt eingeschlafen, noch ganz euphorisch. Am nächsten Morgen war die Aufnahme nicht mehr zu finden. Gegoogelt, aha, der iPhone-Rekorder hat ein Software Problem, und aha, mit einer anderen Anwendung kann man die verlorenen Dateien wieder zurückholen. Endlich hatte ich dann nach 2 Tagen meine Supermelodie wieder -- nur um dann völlig sinnfreie Töne anhören zu müssen...

Aber seitdem hab ich wenigstens einen besseren Rekorder auf dem iPhone (iRecorder)...

Zurück zum "Warum schreibt man": Bei mir waren es Probleme, mich selber zu erkennen, zu wissen, wie ich denke und fühle. Das mag ein wenig lächerlich wirken, aber viele Menschen haben eine Barriere zwischen ihrem ganz Inneren und dem Bewußtsein, so auch ich. Wenn ich Texte geschrieben habe, war das zum ersten mal eine Möglichkeit, mein Inneres zu hören. Ein bisschen wie "Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich geschrieben habe?"
Ich hab nicht für andere geschrieben, sondern für mich.

Und ich hab mich damals auch zum ersten mal mit dem eigenen Tod beschäftigt, zwar im Breitwandkinoformat, aber immerhin. http://www.hhjh.de/mp3/Frozen.mp3 Die Gitarrensounds sind manchmal arg eigen (Gt-8), aber den Song find ich nach wie vor toll.
 
A
Anonymous
Guest
Freut mich, dass das Thema auf Resonanz stößt!

Ich für meinen Teil bekomme den Kreativ-Schub erst bei Themen, die mich stark bewegen. Erfreuen oder belasten - je nachdem. Erst dann springt der Motor an. Es ist auch eine Frage der Konzentration, denn ohne Ziel und klaren Gedanken komme ich nicht weit.
Da gibt es bestimmt auch gegenteilige Ansätze (The Cure, Doors, Queens of the Stone Age, ...) bei denen eine Menge Dope im Spiel ist. Zum rumklimpern ist man dann vielleicht noch fähig. Aber gute Texte kommen da nicht mehr bei raus.

Zum schnellen Festhalten von Ideen habe ich mir jetzt dieses Gerät zugelegt, ein Olympus LS-5:
http://www.thomann.de/de/olympus_ls_5.htm
Der Klang ist prima und das Teil ist unkompliziert zu bedienen. Es hat seinen festen Platz auf dem Verstärker und wird ständig benutzt. God bless that Teil, jetzt geht nichts mehr verloren.
 
A
Anonymous
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Moin moin,

sehr schöner Fred!

Ich schrub gestern mal wieder einen Text runter, der mir zunächst mal ganz gut gefiel – so weit, so gewöhnlich –, bei der Frage, wie er zu vertonen ist, scheitere ich aber mal wieder kläglich.

Mein Problem scheint mir zu sein, dass das mit den Texten eigentlich laufen würde und ich auch mehr schriebe, wenn ichs einmal schaffen würde, einen Text dann auch in eine musikalische Umsetzung zu bringen, die mir Freude macht.

Die Texte bleiben dann unbearbeitet auf meiner Festplatte oder im Notizbuch liegen, noch einmal anpacken tue ich sie in den wenigsten Fällen. Auf diese Weise dürften schon einige EPs zusammen gekommen sein.

Hat jemand ein ähnliches Problem? Oder sogar eine Lösung?

Viele Grüße
Simon
 
 

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