"Epiphone" - Eine Marktanalyse

DerOnkel

Power-User
26 Nov 2004
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Ellerau
"Epiphone" - Eine Marktanalyse

Es gibt unter den Elektrogitarren heute wohl kaum eine Marke, die mehr polarisiert und mehr Kontroversen auslöst, wie "Epiphone". Die Meinungen gehen weit auseinander und reichen von absoluter Zustimmung bis hin zur totalen Ablehnung. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind unter anderem in der Geschichte dieser Marke zu finden.

Im Zuge der elektrischen Untersuchung einiger Tonabnehmer von "Epiphone" entstand jede Menge weiterer Text, der mit dem eigentlichen Thema immer weniger zu tun hatte. Besonders interessant war die Beurteilung der Tonabnehmer im Vergleich zu anderen Angeboten, was dann zu eine kleinen Marktanalyse fĂŒhrte.

Da der Artikel lÀnger und lÀnger wurde, kam immer hÀufiger die Frage auf, ob man da nicht doch besser eine Trennung vornehmen sollte, die ich letztendlich dann mit einem "Ja" beantwortet habe. In diesem Artikel geht es also ein wenig um die Geschichte, das aktuelle Angebot, die QualitÀt und die Positionierung von "Epiphone" im Markt. Eine genauerer Blick auf die Tonabnehmer sowie elektrische Analysen sind dann Gegenstand weiterer Artikel, die demnÀchst erscheinen werden.

1. Geschichtliches: Von Griechenland nach China

Im Jahre 1923 tauchten in den USA erstmalig Instrumente unter der Bezeichnung "Epiphone" auf, die von dem griechischen Einwanderer Epimanondas Stathopoulos in seiner Firma "House Of Stathopoulo" in New York produziert wurden. Die Geschichte beginnt aber schon 1873, als sein Vater, Anastasios Stathopoulos, sein erstes Instrument baute. Die Emigration seiner Familie fĂŒhrt 1877 von Griechenland ĂŒber die TĂŒrkei bis in die USA im Jahre 1903.

Die Söhne, Epimanondas und Orpheus, halfen schon frĂŒh im New Yorker GeschĂ€ft, welches den Namen "A. Stathopoulo, manufacturer-repairer of all kinds of musical instruments" trug. Nach Anastasios Tod im Jahre 1915 setzten "Epi" und "Orphie" die geschĂ€ftlichen AktivitĂ€ten ihres Vaters fort. Ab 1917 wurden die Instrumente dann unter dem Namen "House of Stathopoulo" hergestellt.

1924 wurde der Name "Epiphone" in den Vereinigten Staaten von Amerika als Marke registriert. Er setzte sich aus Epimanondas Spitznamen "Epi" und dem griechischen Wort "Phone" fĂŒr Klang zusammen. Die Firma produzierte bis in die 50er Jahre hinein verschiedene Saiteninstrumente die teilweise Weltruf erlangten. Besonders die Archtop-Gitarren stellten eine große Konkurrenz fĂŒr "Gibson" dar.

Als Epimanonda 1943 stirbt, tritt sein Bruder Frixo in die Firma ein. Es kommt jedoch bald zum Streit unter den beiden BrĂŒdern und Frixo verkauft 1948 seine Anteile an Orpheus, der damit die Firma alleine kontrolliert.

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Bild 1: Reissue einer Epiphone Triumph aus den 40er Jahren

Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Produktion jedoch drastisch zurĂŒck und 1953 geriet die Firma in ernste finanzielle Schwierigkeiten sodas ein erster Besitzerwechsel stattfand, mit dem auch eine Verlagerung der Produktion von New York nach Philadelphia verbunden war. Da die meisten Facharbeiter diesen Umzug jedoch nicht mitmachten, wurde die Firma von dem entstehenden Verlust an Wissen und Erfahrung hart getroffen. Zwar gelang es Orpheus, "Epiphone" 1955 zurĂŒckzubekommen, aber es wurden weiterhin kaum Instrumente produziert. In der Folge wurde bereits zwei Jahre spĂ€ter wieder ein KĂ€ufer gesucht.

Zu dieser Zeit war "Epiphone" schon kein ernsthafter Konkurrent fĂŒr "Gibson" mehr. Ein kleine Firma aus Californien macht dem damaligen PrĂ€sidenten Ted McCarty da wesentlich mehr Sorgen. Allerdings hatte "Gibson" eine SchwĂ€che im Bereich der KontrabĂ€sse, die von "Epiphone" immer noch erfolgreich produziert wurden. McCarty ĂŒberlegte nicht lange, sondern ergriff die Gelegenheit und so kam der ehemalige Konkurrent 1957 zur "Chicago Musical Instrument Company" (CMI), dem Mutterkonzern von "Gibson".

Aus der ursprĂŒnglichen Idee mit den KontrabĂ€ssen wurde jedoch schnell eine neue Modellreihe verschiedener Instrumente, die aus einer Mischung von Gibson- und Epiphone-Teilen gebaut wurden. Als 1961 die Materialien aus der Epiphone-Fabrik ausgingen, kamen nur noch Materialien von "Gibson" zum Einsatz. Damit begann "Epiphones" Weg zum B-Label.

EpiCasino1965Wilshire1962.jpg

Bild 2: Epiphone Casino (1965) und Wilshire (1962)

1969 wurde die Produktion aus KostengrĂŒnden nach Japan ausgelagert. Einige Modelle, wie die "Crestwood", das "Model 1140 Flying V", die "Scroll" sowie die "Sheraton", wurden in der legendĂ€ren Fabrik von Matsumoku gefertigt, die ebenfalls fĂŒr "Aria", "Vantage", "Washburn" und "Skylark" produzierte. Mit dieser Entscheidung war jedoch auch wieder ein Bruch in der Modellpalette verbunden. Diese japanischen Epiphones sind also etwas ganz anderes und eher mit den anderen Matsumoku-Instrumenten zu vergleichen.

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Bild 3: Epiphone Scroll SC-450 produziert von 1976 bis 1979 im Matsumoku-Werk in Japan

Da der Kostendruck sich stĂ€ndig erhöhte, folgte "Gibson" 1983 dem allgemeinen Trend und verlagerte die Produktion von "Epiphone" nach Korea. Hier ĂŒbernahm hauptsĂ€chlich "Samick" die Produktion und wieder gab es eine Bruch in der Modellpalette, dem die meisten ursprĂŒnglichen Gitarren von "Epiphone" zum Opfer fielen. Galt die teurere "Crestwood" zum Beispiel als GegenstĂŒck zur "SG", so war es nur konsequent, diese jetzt tatsĂ€chlich durch einen echten SG-Nachbau zu ersetzen, da diese Form eine deutlich höhere Akzeptanz bei den Musikern aufwies und somit einen höheren Absatz versprach.

Im Jahre 2000 begann man mit der Produktion in der Volksrepublik China. Wieder lieferten die Kosten die hauptsĂ€chliche BegrĂŒndung fĂŒr den Wechsel und wieder hatte man in der Anfangszeit mit teilweise massiven QualitĂ€tsproblemen zu kĂ€mpfen. Die asiatische MentalitĂ€t unterscheidet sich ganz wesentlich von dem was wir in Europa oder Nordamerika gewohnt sind. FĂŒr einen Asiaten gibt es nichts schlimmeres, als "sein Gesicht" zu verlieren. Wenn also ein Problem auftaucht, "bastelt" man lieber so lange daran herum, bis das Problem nicht mehr sichtbar ist, als sich mit den Partnern in den USA oder Europa auseinanderzusetzen, um gemeinsam eine vernĂŒnftige Lösung zu finden.

Selbst "Epiphone", als eine der großen und umsatzstarken Marken, scheint da nicht genĂŒgend Durchgriff auf die ProduktionsqualitĂ€t der einzelnen Fabriken gehabt zu haben. Das mag der Grund dafĂŒr sein, daß seit 2002 Epiphone-Gitarren in einem eigenen Werk in Qingdao hergestellt werden.

2. Heutiges: Nur noch nachgemacht?

Seit der koreanischen Zeit hat "Gibson" die Marke "Epiphone" konsequent im oberen Einsteigerbereich plaziert. Neben wenigen eigenstĂ€ndigen Modellen besteht die heutige Produktpalette hauptsĂ€chlich aus lizensierten Kopien bekannter Gibson-Modelle. "Epiphone" ist der einzige "Hersteller", der mit offizieller Genehmigung die Namen der entsprechenden Modelle fĂŒr seine Instrumente verwenden darf.

Das Angebot

Konsequenterweise besteht der Schwerpunkt des aktuellen Angebotes aus verschiedenen Variationen des Themas "Les Paul". Zum Beginn des Jahres 2009 fanden sich alleine 18 verschiedene Modelle im Preisbereich von 149 Euro bis 780 Euro.

EpiPaulas2009.jpg

Bild 4: Verschiedene Versionen der "Les Paul"

Bei einer solchen Vielfalt, die sich nicht hinter dem Angebot von "Gibson" verstecken muß, darf natĂŒrlich der Nachfolger der "Les Paul" nicht fehlen: Die "SG"! Hier eine kleine Auswahl von 149 Euro bis 899 Euro:

EpiSGs2009.jpg

Bild 5: Das Angebots an "SGs"

Die nĂ€chst grĂ¶ĂŸere Gruppe besteht aus Instrumenten vom Typ "ES-335" und den sogenannten "Archtops". Hier findet man auch die hauseigene "Sheraton" und "Casino", die ihre Verwandschaft zur "ES-335" wahrlich nicht leugnen können:

EpiArchtopDesigner2009.jpg

Bild 6: Variationen de "ES-335", "Explorer", "Firebird" und "Flying-V"

Schlußendlich gibt es auch noch die "Explorer", die "Firebird" und die "Flying-V", die natĂŒrlich auch nicht im Angebot fehlen dĂŒrfen.

Mit diesen letzten drei Bilder hat man den Großteil des Angebotes bereits dargestellt. Ein Blick auf das aktuelle Angebot von "Gibson" und die Preise bei "Epiphone" zeigen deutlich, was hier Sache und Ziel ist: Es werden im Grunde genommen nur preiswerte Kopien der Originale angeboten. Aus dieser Sicht macht "Epiphone" nichts anderes, wie ein halbes Dutzend anderer asiatischer Hersteller von Elektrogitarren: Es wird einfach kopiert, allerdings mit Genehmigung. EigenstĂ€ndigkeit scheint zur Zeit nicht besonders gefragt zu sein!

Köpfchen

Zu sehr wollte man bei "Gibson" die Tochter wohl doch nicht im eigenen Teich rÀubern lassen und so unterscheiden sich die entsprechenden Instrumente vom Original deutlich durch den Kopf, wie das folgende Bild belegt:

EpiGibsonHeadstock.jpg

Bild 7: Gibson und Epiphone Kopf an Kopf

Über Geschmack lĂ€ĂŸt sich bekanntlich trefflich streiten, was letztendlich zu keinem sinnvollen Ergebnis fĂŒhrt. Tatsache ist jedoch, daß einige Kunden von "Epiphone" mit diesem Kopf-Design nicht so recht zufrieden sind. BastelwĂŒtige Vertreter dieser Gruppe greifen dann prompt zu Werkzeug, Material und Selbsthilfe:

EpigoesGibsonHeadstock.jpg

Bild 8: Epi goes Gibson

Eine solche Aktion ist in vielerlei Hinsicht zweifelhaft. Gelingt es, das ganze professionell zu beenden, dann ist die Versuchung groß, auch gleich den Schriftzug von "Gibson" anzubringen, womit das Plagiat vollstĂ€ndig wĂ€re. Jetzt noch schnell eine Auktion bei eBay starten und schon ist man, zumindest in Deutschland, mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In den meisten FĂ€llen wird das Ergebnis jedoch nicht wirklich ĂŒberzeugen und spĂ€testens auf den zweiten Blick wird das ganze dann als "gewollt aber nicht gekonnt" auffallen. Wenn es nur darum ging, den Wiederverkaufswert des betreffenden Instrumentes zu verringern, war das ganze natĂŒrlich ein voller Erfolg!

SpezialitÀten

Neben der gesunden Hausmannskost nach dem Vorbild von "Gibson" findet sich im Laufe der Jahre auch die eine oder andere RaritÀt, wie zum Beispiel ein Instrument in Form der Karte der USA oder die "Airscream".

EpiSpecial.jpg

Bild 9: Epiphone Airscream und US-Map

Diese, im Design an die einzigartige Optik der amerikanischen Airstream-Wohnwagen angelehnt, war das Signature-Modell der Band "The Trailer Park Troubadours". Neben der Form fiel vor allem die ungewöhnliche Positionierung der EMG-Pickups auf, die natĂŒrlich ein ZugestĂ€ndnis an das Design war. Zumindest beim Klang des Halstonabnehmers dĂŒrfte sich die im Juli 2003 vorgestellte "Airscream" deutlich von anderen Elektrogitarren unterscheiden.

Derartige RaritĂ€ten sind natĂŒrlich auch fĂŒr die Prommis sehr interessant und so soll unter anderem Paris Hilton im Besitz einer "Airscream" sein. Ob sie das Instrument tatsĂ€chlich musikalisch nutzt oder ob die "Airscream" als eine von vielen TrophĂ€en nur an der Wand hĂ€ngt, lĂ€ĂŸt sich so natĂŒrlich nicht mit Sicherheit sagen. In jedem Fall war das jedoch eine schöne Werbung fĂŒr "Epiphone".

Auch heute, nach mehr als sechs Jahren, findet man immer noch HĂ€ndler, die diese Gitarre anbieten. Allerdings wird der empfohlene Preis von seinerzeit 719 Euro mit jetzt nur noch 499 Euro deutlich unterboten. Ein ungewöhnliches Design ist eben nicht zwingend mit ungewöhnlich hohen UmsĂ€tzen verbunden. Daß die "Airscream" heute nicht mehr bei "Epiphone" im Programm ist, aber trotzdem von HĂ€ndlern angeboten wird, mag als deutlicher Hinweis auf die mangelnde Akzeptanz fĂŒr dieses ungewöhnliche Instrument gewertet werden. Daran konnte augenscheinlich auch Paris Hilton nichts Ă€ndern. Vielleicht hĂ€tte man stattdessen einen der bekannten Guitar-Heros wie Hendrix, Clapton oder Page auswĂ€hlen sollen. Die sehen zwar nicht so gut aus...

Die "USA Map Guitar" tauchte erstmalig in den 80ern als Promotion-Instrument auf. 2005 wurde diese Gitarre in einer limitierten Ausgabe wieder angeboten. Abseits der ungewöhnlichen Form fand man hier einen Mahagonikorpus mit dreiteiligem Ahornhals. Aus technischer Sicht war die "USA Map" also nichts Neues, sondern eher eine Design-Spielerei!

Das Ende der Elite

Auch nach dem Produktionswechsel nach Korea wurden einige wenige Instrumente weiterhin in Japan hergestellt, die dann unter dem Namen "Epiphone Elitist" vertrieben wurden. Im Gegensatz zum normalen Angebot stand hier die QualitĂ€t ganz oben und viele dieser Instrumente mußten den Vergleich mit einer Gibson nicht scheuen. Allerdings war hier auch ein deutlich höherer Preis zu entrichten. Bis zum Jahre 2007 wurde das entsprechende Angebot jedoch weitestgehend eingestellt.

Heute findet man nur noch eine handvoll Modelle im aktuellen Angebot, die sich aus preislicher Sicht deutlich von den anderen Instrumenten abheben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß sie in den nĂ€chsten Jahren ebenfall aus dem Angebot gestrichen werden, da sie sich preislich zu sehr den Gibson-Modellen nĂ€hern und in der Folge Absatzprobleme und eine unerwĂŒnschte Konkurrenzsituation entstehen könnten.

3. BetrĂŒbliches: Von Hölzern und Pappen

Aus dem Streben nach Gewinnmaximierung haben sich im Laufe der letzten Produktionsjahre bei "Epiphone" eine ganze Reihe von "MerkwĂŒrdigkeiten" ergeben. So fand man zum Beispiel lange Zeit keine eindeutige Spezifikation der Korpushölzer. In den Werbematerialien war bei einer Paula zum Beispiel "Alder/Mahagony" zu lesen. Ob es sich jetzt um das eine oder das andere Material oder aber um eine Kombination beider Hölzer handelte, war völlig offen. In der Folge konnte man ein und dasselbe Modell mit einem Korpus aus Erle oder aus Mahagoni finden. Fast schien es so, als ob in der Fabrik das Holz genommen wurde, was gerade verfĂŒgbar war. Hier hielt man sich augenscheinlich an den römischen Schreiber Cicero, der da sagte: "Variatio delectat!"

Daß es sich bei dem verwendeten "Mahagoni" in der Regel um das wesentlich billigere Nato, einem Holz der JohannisbrotgewĂ€chse, handelt, wurde gerne verschwiegen. Die spĂ€ter verwendete Bezeichnung "Nato-Mahagoni" ist jedoch auch irrefĂŒhrend, denn Mahagoni gehört zur Gattung der Meliaceae wĂ€hrend Nato zu den Mora Excelsa und Mora Gonggrijpii gehört. Diese Unsicherheit hat unter den Musikern zu vielen Diskussionen gefĂŒhrt und in diesem Zusammenhang den Begriff "Holzroulette" entstehen lassen.

Um die Kosten weiter zu senken, ersetzen viele Hersteller manchmal die massiven Ahorndecken der Paula-Kopien durch ein dĂŒnnes Furnier. TatsĂ€chlich gibt es jedoch auch FĂ€lle, in denen die Decke aus einfacher Presspappe besteht, wie das folgende Bild beweist:

EpiPappDecke.jpg

Bild 10: Kopie eine Les Paul Standard mit Decke aus Presspappe

Daß es sich im vorliegenden Fall angeblich um eine Epiphone der gehobenen Preisklasse handeln soll, macht die Sache natĂŒrlich sehr pikant, denn hier erwartet man als Kunde selbstverstĂ€ndlich die klassische Ahorndecke auf einem Korpus aus echtem Mahagoni! Entsprechend sahen dann auch die Diskussionen aus, die in einem Online-Forum ĂŒber diese angebliche Epi gefĂŒhrt wurden.

Besonders schöne Maserungen werden gerne mit Hilfe eines sogenannten "Photo Flame" erzeugt. Hier klebt man einfach eine Folie mit dem geeigneten Muster auf und lackiert dann transparent. Dieses Vorgehen hat sich im Bereich der Einsteigermodelle mittlerweile auf breiter Basis bei vielen Herstellern etabliert. GrundsĂ€tzlich ist gegen ein "Photo Flame" nichts einzuwenden, solange es aus der Beschreibung des Instrumentes deutlich hervorgeht, was allerdings lĂ€ngst nicht immer der Fall ist. Die "Photo Flames" sind mittlerweile so gut geworden, daß der durchschnittliche Musiker den Unterschied aus optischer Sicht nicht bemerken wird. Hier stellt sich die Frage, wie man sich Gewissheit verschafft?

Liegt das Instrument vor, so kann man einen Tonabnehmer ausbauen und ein wenig vom Lack im Schacht entfernen. Findet man dann unten ein dunkleres Holz und darĂŒber eine ca. 8 bis 10mm dicke Schicht eines helleren Holzes, dann scheint die Konstruktion Ahorn auf Mahagoni zumindest zu stimmen.

MapleTopMahagonyBody.jpg

Bild 11: Hier stimmt es! Mahagonikorpus mit Ahorndecke

Ob das Ahorn allerdings die entsprechende Maserung aufweist, bleibt ungewiß. Zur KlĂ€rung dieser Frage muß man den Lack am Übergang zur DeckenoberflĂ€che etwas entfernen, was wohl keiner ohne Not machen wird, um das Finish des Instrumentes nicht zu beschĂ€digen. Weist der Korpus kein Binding auf, so kann man unter UmstĂ€nden am Übergang von der Decke zur Zarge einen Bruch der Maserung feststellen, aber das ist nicht ganz einfach und hĂ€ufig widersprĂŒchlich.

Man kann jedoch auch eine indirekte Methode zur Anwendung bringen, die zumindest Indizien liefert. Zu diesem Zweck betrachten wir die drei Bodies im nÀchsten Bild:

QuiltMapleTop.jpg

Bild 12: Drei Paula-Bodies mit "Quilt Maple Top"

Links ist der Korpus einer "Epiphone Prophecy Les Paul GX" dargestellt. Laut Spezifikation besteht er aus Mahagoni mit "quilt maple top". Hier stimmt Beschreibung und Bild ĂŒberein. Wem der Sinn nach diesem Instrument steht, der muß in den USA mit einem Preis von $799 rechnen. Zum Vergleich wurden zwei Bodies von" Warmoth" herangezogen. Hier muß man $495 fĂŒr den Rohling in der Mitte und $995 fĂŒr den fertigen Korpus anlegen!

NatĂŒrlich hinkt dieser Vergleich ein wenig, denn bei "Epiphone" erhĂ€lt man industriell gefertigte Massenware wohingegen die Bodies von "Warmoth" eher den Status einer Einzelanfertigung haben. Allein die Auswahl der geeigneten Deckenhölzer dĂŒrfte einen saftigen Aufpreis zur Folge haben und das 100%ige bookmatching wird man in einer Massenfertigung nie realisieren können, wie bei der "Prophecy" auch deutlich zu erkennen ist. Aber selbst wenn wir davon ausgehen, daß man bei "Epiphone" einen Ă€hnlichen Korpus fĂŒr die HĂ€lfte des Warmoth-Preises anbieten könnte wird klar, wie dĂŒnn die gesamte Kalkulation sein muß, denn dann bleiben fĂŒr der Rest des Instrumentes nur noch $300 Verkaufspreis ĂŒbrig, was unter UmstĂ€nden schon knapp werden könnte.

Aus dieser Betrachtung kann man eine ganz einfache Schlußfolgerung ziehen: Solche optisch ansprechenden Decken aus hochwertigen Hölzern sind im unteren Preisbereich nicht zu realisieren! Wer also glaubt, bei einer Elektrogitarre fĂŒr 250 Euro eine solche Decke zu erhalten, der ist im wahrsten Sinne des Wortes auf dem "Holzweg"!

Angesichts des Preises fĂŒr eine "Epiphone Prophecy Les Paul GX" kann man also mit Recht vermuten, daß es sich bei der Decke nicht um ein Photo Flame handelt. Allerdings ist es möglich, daß eine normale Ahorndecke mit einem geeigneten Furnier kombiniert wurde, um Kosten zu sparen. Aber das ist eine pure Spekulation!

Neben diesen "Spielereien" mit Begrifflichkeiten und vorgetĂ€uschten Maserungen, findet man manchmal jedoch auch amtlichen Pfusch! So ist zumindest ein Instrument bekannt, bei dem anlĂ€ĂŸlich eines Halsbruches, von einem renommierten deutschen Gitarrenbauer im angeschĂ€fteten Kopf ein großes StĂŒck Borke festgestellt wurde.

EpiBorkenHals.jpg

Bild 13: Borke im Kopf einer Paula-Kopie

Von einem Versehen kann man in diesem Fall wirklich nicht mehr sprechen, sondern hier liegt ein definitiver QualitÀtsmangel vor, der bei der Produktion des Instrumentes augenscheinlich wissentlich in Kauf genommen wurde!

Man muß hier zur Ehrenrettung jedoch sagen, daß solche oder Ă€hnlich krasse FĂ€lle die absolute Ausnahme darstellen und auch bei den Instrumenten anderer Hersteller aus diesem Preisbereich (zumindest) denkbar sind, denn sehr hĂ€ufig beziehen die verschiedene Handelsfirmen ihre Instrumente aus der gleichen Fabrik. Und was fĂŒr den einen gilt, könnte folglich auch... Hier sollte man also nicht in erster Linie ĂŒber eine schlechte ProduktionsqualitĂ€t, sondern ĂŒber mangelnde oder gar fehlende PrĂŒfungen der QualitĂ€t seitens der betreffenden Handelsfirmen klagen!

Sowohl der "Borkenkopf" als auch die "Pappdecke" fallen in den Zeitraum von 2000 bis 2005. Sollten beide Instrumente wirklich dem Hersteller "Epiphone" zuzuordnen sein, dann ist es denkbar, daß diese AuswĂŒchse in die Zeit der frĂŒhen chinesischen Produktion fallen. Hier hatten viele renomierte Hersteller unter anfĂ€nglichen QualitĂ€tsproblemen zu leiden, die heute jedoch der Vergangenheit angehören sollten.

Eine weitere Quelle nie endender "Erheiterung" stellt die QualitĂ€t der elektromechanischen Bedienelemente dar. Man findet im Internet an "jeder Ecke" Klagen ĂŒber nicht funktionierende oder frĂŒhzeitig verschlissene Schalter oder Potentiometer. Mehr als ein stolzer Besitzer einer Epi hat schon nach kurzer Zeit die gesamte Elektronik ausgetauscht. Manchmal auch inklusive der Tonabnehmer! Da die betreffenden Bauteile beim Kauf in der Regel einwandfrei funktionierten, muß man hier aber nicht von einem QualitĂ€ts-, sondern von einem ZuverlĂ€ssigkeitsproblem sprechen. Warum man bei einem Instrument fĂŒr mehrere hundert Euro ein paar Cent fĂŒr wertige und damit zuverlĂ€ssigere Bedienelemente einspart ist, bei Licht betrachtet nicht wirklich nachzuvollziehen!

GlĂŒcklicherweise bleiben solche Probleme und "Tricks" im Zeitalter des schnellen Internet nicht lange verborgen. Diese kleinen "Verfehlungen" haben der Reputation der Marke "Epiphone" aber mit Sicherheit geschadet und wirken in den Köpfen vieler Musiker noch lange nach.

4. Qualitatives: Verbesserungen durch Testen

Unter dem Titel "A Look at Epiphone’s Stringent Inspection Process" findet sich ein Artikel vom Gibson-Mitarbeiter Gabriel J. Hernandez datiert vom 14.01.2009, der sich mit der Inspektion von Epiphone-Elektrogitarren beschĂ€ftigt. Folgende Aussagen sind dort zu lesen:
  1. Alle Epiphones fĂŒr die MĂ€rkte USA, Europa und Japan werden bei den lokale Distributoren (Gibson USA in Nashville, Tenn., Gibson Europe in den Niederlanden und Gibson Japan), anhand einer fĂŒnfzehn Punkte umfassenden Checkliste ĂŒberprĂŒft und die Ergebnisse dokumentiert.
  2. Distributoren fĂŒr andere MĂ€rkte sind aufgefordert, vergleichbare Prozesse einzufĂŒhren.
  3. Steve Hill steht einem Team von 10 Mitarbeitern vor, welche diese QualitĂ€tstests durchfĂŒhren. Ob dieses Team weltweit arbeitet oder ob es sich hierbei nur um Mitarbeiter in Nashville handelt, wird aus dem Artikel nicht klar. Aufgrund des vermuteten Produktionsumfanges, ist wohl letzteres der Fall.
  4. Dieses Team ĂŒberprĂŒft zur Zeit (vermutlich fĂŒr Gibson USA) tĂ€glich rund 500 Instrumente. Entsprechend dieser Aussagen stehen, eine tĂ€glich Arbeitszeit von 8 Stunden vorrausgesetzt, fĂŒr die PrĂŒfung eines Instrumentes durchschnittlich 9 Minuten und 36 Sekunden zur VerfĂŒgung. Legt man den bei uns gĂŒltigen (sehr geringen) Stundensatz fĂŒr Handwerker von 60 Euro pro Stunde zugrunde, dann kosten eine Inspektion im Schnitt 9,60 Euro.
  5. Alle Saiten werden an jedem Bund angespielt, um Probleme mit der Saitenlage aufzudecken. Setzt man pro Bund und Saite einen Zeitbedarf von einer Sekunde an, so sind allein fĂŒr diesen Test 2 Minuten und 12 Sekunden erforderlich.
  6. Um elektronische Probleme wie schlechte Lötungen zu beheben, stehen dem PrĂŒfer maximal fĂŒnf Minuten zur VerfĂŒgung. Instrumente, deren Reparatur einen lĂ€ngeren Zeitbedarf erfordert, werden in einer spezielle Werkstatt vor Ort instand gesetzt.
  7. LĂ€ĂŸt sich der Hals nicht einstellen, wird das betreffende Instrument als Ausschuß ausgemustert.
  8. Zehn bis zwanzig Prozent aller Instrumente fallen durch Probleme mit dem Finish oder der Hardware auf. Sie werden nicht mehr weiter ĂŒberprĂŒft. Was mit ihnen geschieht, ist unklar.
  9. Zwei oder drei von zwanzig Instrumenten benötigen nachtrĂ€glich eine Einstellung von Saitenhöhe oder HalskrĂŒmmung. Das entspricht einem Ausfall von zehn bis fĂŒnfzehn Prozent!
Gehen wir einmal von einem Instrument mit einem Verkaufspreis von 149 Euro und einer Gewinnspanne von 40 Prozent ĂŒber alles aus, dann gelangt man vor Steuern zu einem Fabrikpreis von 89 Euro, in dem auch schon die Frachtkosten enthalten sein mĂŒssen. Mehr als 80 Euro wird der Fabrikpreis also kaum betragen; eher weniger. Da schlagen Testkosten von 9,60 Euro schon mit mindestens 12 Prozent zu Buche. Bei einem Verkaufspreis von 780 Euro betragen die potentiellen Testkosten nur noch 2,1 Prozent. Das ist dann zwar bemerkenswert, aber nicht wirklich ein unlösbares Problem!

Solche Testkosten kann man sich im unteren Marktsegment nur leisten, wenn man eine Mischkalkulation machen kann in der die teureren Instrumente die Kosten fĂŒr die preiswerten Instrumente subventionieren. Aufgrund der breiten Produktpalette hat "Epiphone" eindeutig diese Möglichkeit. Ein Hersteller, der sich nur auf das untere Marktsegment konzentriert, wird hier bereits in Schwierigkeiten geraten und den entsprechenden Test gerne "unter den Tisch" fallen lassen.

Wenn wir uns die spĂ€rlichen Informationen bezĂŒglich der AusfĂ€lle ansehen, so kommt man zu dem Schluß, daß hier eine initiale Ausfallrate zwischen 19 und 32 Prozent vorliegend ist, was kein gutes Licht auf die ProduktionsqualitĂ€t der betreffenden Fabrik wirft! TatsĂ€chlich dĂŒrfte die gesamte Zahl der AusfĂ€lle noch etwas grĂ¶ĂŸer sein, da zum Beispiel keine Angaben zu elektrischen AusfĂ€llen gemacht wurden.

Zum Vergleich: In der Halbleiterbranche sind im Consumer-Bereich Ausfallraten von weniger als 200 ppm Standard. Die Automobilindustrie fordert fĂŒr elektronische Bauteile teilweise 50 ppm und weniger. Zur Zeit gehen die Diskussionen sogar in Richtung 0 ppm! Damit ist die Fabrik von "Epiphone" mit einer Ausfallrate von mindestens 190.000 ppm "Lichtjahre" von der QualitĂ€t der modernen Halbleiter entfernt!

Mit der EinfĂŒhrung eines solchen "Quality Gate" verfolgt ein Hersteller in der Regel zwei Ziele:
  1. Der Endkunde soll vor solchen qualitĂ€tsbedingten ProduktionsausfĂ€llen geschĂŒtzt werden.
  2. QualitÀtsprobleme sollen aufgedeckt werden, um die Ursache in der ProduktionsstÀtte abzustellen.
So ein Check ist fĂŒr einen Hersteller immer mit Kosten verbunden, insbesondere wenn ein Teil der AusfĂ€lle nachtrĂ€glich instand gesetzt werden muß. Man verringert dadurch natĂŒrlich die gesamte Ausfallrate, muß aber mit den zusĂ€tzlichen Kosten leben. Es ist daher von vitalem Interesse, daß die ProduktionsqualitĂ€t in der Fabrik stark verbessert wird, um die Kosten fĂŒr die nachtrĂ€gliche Instandsetzung und den Ausschuß zu minimieren!

Man kann davon ausgehen, daß sich die meisten Probleme bezĂŒglich des mechanischen Setups oder der Elektronik mit wenig Aufwand beheben lassen. Bei falsch oder fehlerhaft positionierter Hardware oder Probleme mit dem Finish sieht es da schon anders aus. Vermutlich bleibt hier ein Rest von gut 10 Prozent, der auf diese Weise abgeschrieben werden muß. Damit kann die Ausbeute in der Fabrik nicht grĂ¶ĂŸer als 90 Prozent sein!

Die erwĂ€hnten internen Tests dienen alle der QualitĂ€tsverbesserung und die Auflistung liest sich in der Tat sehr gut. Was jedoch eindeutig fehlt, sind Angaben zu den Retouren. Wieviele Produkte werden, nach dem QualitĂ€tstest, bei der Auslieferung an den Endkunden oder kurz danach doch noch als mangelhaft bewertet und wieder zurĂŒckgeschickt? Eigentlich sollten jetzt keine QualitĂ€tsprobleme auftauchen, doch in den Kommentaren zum erwĂ€hnten Artikel findet man allein zwei BeitrĂ€ge, die das genaue Gegenteil dokumentieren:
lee mc":581sud9g schrieb:
I've got a epi Les paul custom bought in the U.K and the setup was terrible. Obviuosly no inspection process for the guitars that are shipped to the U.K.
Dan":581sud9g schrieb:
Personally I have never seen a epiphone or a gibson at guitar center that had any kind of setup at all. They look like they were assembled just enough so they wouldnt fall apart. Every bridge has the wrong radius for starters...
Wenn man eine Weile in den einschlĂ€gigen Diskussionsforen stöbert, wird man sicherlich noch eine ganze Reihe weiterer Aussagen finden, die in die gleiche Richtung zielen. So gut scheint das Quality Gate also doch nicht zu funktionieren oder es besteht ein latentes Lebensdauerproblem, welches dafĂŒr sorgt, daß die Instrumente nach dem Check ihre Eigenschaften noch weiter negativ verĂ€ndern! Irgendwo dazwischen dĂŒrfte die Wahrheit liegen und in beiden FĂ€llen sollte man bei "Epiphone" ĂŒber diesen Sachverhalt keinesfalls erfreut sein!

Versuchen wir nun, die mögliche Aufallrate fĂŒr den Kunden etwas einzugrenzen. Dabei unterstellen wir zunĂ€chst, daß der QualitĂ€tstest gar nicht vorhanden ist und nehmen den besten Fall an. Dann wĂŒrde der Endkunde mindestens mit einer Ausfallrate von 19 Prozent konfrontiert. Das heißt, eines von fĂŒnf Instrumenten muß als mangelhaft bezeichnet werden. Im Umkehrschluß bedeutet das fĂŒr den modernen Online-KĂ€ufer, daß er mit einer Wahrscheinlichkeit von eben jenen 19 Prozent ein fehlerhaftes Instrument erhalten wĂŒrde! Keine schönen Aussichten also!

Beim Testen von integrierten Halbleiterschaltungen mit Hilfe automatisierter Testsysteme sind Testabdeckungen von mehr als 99,7 Prozent nicht nur die Regel, sondern schlicht notwendig, um die geforderten sehr geringen Ausfallraten ĂŒberhaupt erreichen zu können. Die Wiederholbarkeit eines Tests liegt dabei ĂŒber 99 Prozent. Solche Werte sind bei einem manuellen Test, der von einem Menschen durchgefĂŒhrt wird, nicht zu erreichen! Selbst bei einem gut geschulten Mitarbeiter kann eine durchzechte Nacht ausreichen, um am nĂ€chsten Morgen den Blick fĂŒr eine schlechte Lackierung nachhaltig zu trĂŒben.

Auch wenn die zur VerfĂŒgung stehende Testzeit im Durchschnitt aureichend sein sollte, wird der Tester bei einem gehĂ€uften Auftreten von AusfĂ€llen in Zeitnot geraten. In der Folge wird die betreffende Person bestrebt sein, diesen Verlust wieder aufzuholen, was dann zu Lasten der TestqualitĂ€t geht. Eine Effizienz von 95 Prozent stellt da sicherlich schon einen sehr guten Wert dar. Gehen wir von nur 90 Prozent aus, so verbleiben in der Menge der guten Produkte maximal 3,2 Prozent nicht entdeckter AusfĂ€lle, die erst beim HĂ€ndler oder noch viel schlimmer, beim Endkunden bemerkt werden.

In der Praxis wird man solche hohen Ausfallraten - insbesondere bei den teureren Modellen - wohl nicht erreichen, denn auch die HĂ€ndler fĂŒhren teilweise noch einmal eine ÜberprĂŒfung und Reparatur aus. In Ermangelung genauer Zahlen fĂŒr die RĂŒcklĂ€ufer bleibt jedoch ein potentielles Risiko zwischen 3,2 und 19 Prozent zurĂŒck.

Dieses Risiko wird sich so in seiner ganzen Dramatik jedoch nicht prĂ€sentieren, denn die Zielgruppe AnfĂ€nger ist in der Regel mangels Erfahrung nicht in der Lage, viele MĂ€ngel auch als solche zu erkennen! In der Folge unterbleibt hĂ€ufig eine entsprechende MĂ€ngelrĂŒge und der Hersteller kann sich ĂŒber eine (scheinbar) geringe Ausfallrate freuen. Es ist also sehr wichtig, daß die Kunden solche AusfĂ€lle erkennen und die betreffenden Instrumente umgehend beanstanden. Nur dann wird der Hersteller dazu gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen!

Aus den eben gemachten Betrachtung lĂ€ĂŸt sich jedoch nicht die Aussage ableiten, "Epiphone" wĂ€re besser oder gar schlechter, als Hersteller XY, denn dazu sind vergleichbare und vollstĂ€ndige Daten erforderlich, die von den Herstellern in der Regel nicht geliefert werden. Sie wissen mit Sicherheit, warum sie das nicht machen, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird die QualitĂ€t ihrer Produktion in diesem Preisbereich nicht höher sein!

Die Tatsache, daß "Epiphone" einen solchen QualitĂ€tstest offensichtlich durchfĂŒhrt und ja auch offen (zumindest teilweise) dokumentiert hat, spricht fĂŒr die Firma und ihr VerstĂ€ndnis von QualitĂ€t. Die aus den Angaben ermittelbaren Werte deuten jedoch darauf hin, daß die Effizienz dieses Tests nicht besonders hoch ist, womit sich auch die entsprechenden Klagen im Internet erklĂ€ren lassen. Hier ist also eindeutig noch "Room for Improvement"!

Desweiteren wird aus dem Artikel nicht klar, ob die erwĂ€hnten Tests weltweit von allen Distributoren durchgefĂŒhrt werden. Sollte das nicht der Fall sein, so existiert hier eine deutliche LĂŒcke! Es ist denkbar, daß ein solcher GroßhĂ€ndler die Instrumente ohne Test weiter nach Europa oder in die USA verkauft und natĂŒrlich kann man als Endkunde im Zeitalter der Globalisierung auch direkt bestellen. Das Ergebnis ist in beiden FĂ€llen das gleiche: Das Ausfallrisiko steigt auf mindestens 32 Prozent an! Der Endkunde wird dabei jedoch nicht differenzieren, woher er das Instrument bekommen hat. FĂŒr ihn ist das einfach ein Ausfall bei "Epiphone"! Auch fĂŒr diesen Fall finden sich in den Kommentaren zwei entsprechende Fragen:

cat":581sud9g schrieb:
what about epis destined for other countries? how's the quality control there?...
benzakonium":581sud9g schrieb:
So what happens to the guitars that aren't shipped through the US... the ones that go to the rest of Asia and Europe, do they not get checked?
Hier sollte "Epiphone" umgehend Klarheit schaffen und die EinfĂŒhrung der Tests zwingend vorschreiben! Im Hinblick auf Effizienz und Kosten wĂ€re es sogar wesentlich sinnvoller, diese Tests am Ende der Produktion in der Fabrik selber durchzufĂŒhren, aber da scheint es vielleicht noch ein anderes Problem zu geben.

5. Ordnung fĂŒr den Markt: Kategorien, Segmente und Preisgruppen

Wenn man die Verteilung einzelner Produkte nach ihren Preisen betrachtet, so erhĂ€lt man unter anderem einen guten Überblick darĂŒber, wie der betreffende Hersteller im Markt positioniert ist. Zu diesem Zweck betrachtet man die HĂ€ufigkeitsverteilung, die manchmal auch kummuliert (aufsummiert) wird.

ZunĂ€chst muß man sich jedoch Gedanken ĂŒber die Anzahl und die Aufteilung der einzelnen Preisgruppen innerhalb der zu betrachtenden Preisspanne machen, die sich leicht aus der Differenz des teuersten und des billigsten Instrumentes ermitteln lĂ€ĂŸt. Anschließend teilen wir die festgestellte Preisspanne willkĂŒrlich in die Kategorien "Low-End" "Mid-Range" und "High-End" auf. Gesteht man jeder Kategorie ein Lower- und Upper-Segment zu, die ihrerseits wieder je zwei Gruppen enthalten, so ergeben sich insgesamt zwölf Preisgruppen, auf die sich alle Produkte des Angebotes verteilen lassen.

GenerellePreissegmente.jpg

Bild 14: Preiskategorien, -segmente und -gruppen

Jetzt sind noch zwei Fragen offen:
  1. Welche Preisspanne dient als Referenz und
  2. wie werden die einzelnen Produkte in die verschiedenen Preisgruppen eingeordnet?
Möchte man eine allgemeine Vergleichbarkeit erreichen, so muß man das gesamte Angebot aller Hersteller berĂŒcksichtigen. Es ist also nicht ausreichend, nur das Angebot eines Herstellers fĂŒr sich alleine zu betrachten!

Zum Schluß geht es um die Aufteilung der Produkte in die zwölf Preisgruppen. Nimmt man eine gleichmĂ€ĂŸige Aufteilung im Sinne einer arithmetischen Folge vor, dann wird man feststellen, daß sich die große Menge aller Produkte in den ersten beiden unteren Preisgruppen befindet. Eine konstante Breite der einzelnen Preisgruppen ist also nicht sinnvoll, sondern erzeugt eine verzerrte Darstellung! Man erhĂ€lt ein deutlich besseres Ergebnis, wenn man eine geometrischen Folge als Grundlage der Verteilung wĂ€hlt. Dadurch ergeben sich fĂŒr jede Preisgruppe automatisch steigende Preisbereiche. Das ganze Verfahren ist quasi eine Art logarithmische Darstellung und sorgt fĂŒr eine gleichmĂ€ĂŸige "Verteilung" der Produkte auf alle Preisgruppen.

NatĂŒrlich kann man die Einteilung auch anders vornehmen, indem man als Grenzen zum Beispiel ganze Hunderter festlegt und die einzelnen Preisgruppen unterschiedlich breit gestaltet. Analysten und natĂŒrlich auch die einzelnen Hersteller, haben da sicherlich unterschiedliche Vorstellungen. Wie auch immer eine solche Einteilung erfolgt, bleibt sie jedoch immer willkĂŒrlich. Bevor man verschiedene Anbieter auf diese Weise zu vergleicht sucht, sollte man also zunĂ€chst feststellen, wie die statistischen Grundlagen aussehen, sonst vergleicht man wieder einmal "Äpfel mit Birnen"!

6. Die Position im Markt

Von billig bist teuer: Die allgemeine Preisspanne

Wie groß die Preisspanne von der billigsten bis zur teuersten Elektrogitarre tatsĂ€chlich ist, lĂ€ĂŸt sich nur ermitteln, wenn man das gesamte Angebot aller Hersteller analysiert. Das ist jedoch eine sehr umfangreiche Aufgabe, die mit vertretbarem Zeitaufwand nicht zu realisieren ist. Es wurde sich daher exemplarisch auf das Angebot eines großen deutschen Online-Anbieters beschrĂ€nkt. Die hier ermittelte Preisspanne reichte von knapp 80 Euro bis zu 16.000 Euro. Da es sich bei Instrumenten ĂŒber 10.000 Euro in der Regel um Signature- oder Custom-Modelle handelt, die aus statistischer Sicht als Ausreißer zu bezeichnen sind, wurde die Preisspanne auf den Bereich bis 10.000 Euro eingeschrĂ€nkt.

Was kostest Du? Die Preise fĂŒr Epiphone Elektrogitarren

Um die HĂ€ufigkeitsverteilung der Preise fĂŒr Elektrogitarren von "Epiphone" zu bestimmen, wurden die notwendigen Daten von verschiedenen Online-Anbietern mit Hilfe einer Suchmaschine ermittelt. Sie stellen natĂŒrlich nur Momentaufnahmen dar und unterliegen, auf den gesamten Markt betrachtet, einer gewissen Streuung.

Hier ist insbesondere festzustellen, daß zwischen den Angeboten in verschiedenen Staaten durchaus bemerkenswerte Unterschiede auftreten können, die zu einem verzerrten Bild fĂŒhren. Das wird besonders dann problematisch, wenn ein bestimmtes Instrument nur außerhalb Europas angeboten wird. In einem solchen Fall bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als den gefundenen Preis mit Hilfe des aktuellen Wechselkurses auf Euro umzurechnen. Weicht der Preis zu stark ab, sollte man im Zweifelsfall lieber auf eine Nutzung verzichten, um das Bild nicht zu stark zu verzerren.

In der Regel findet man bei allen HĂ€ndlern "verbraucherfreundliche" Preise. 149 Euro sind eben viel gĂŒnstiger, als 150 Euro und selbst $199,95 versprechen gegenĂŒber $200,00 noch eine deutliche Einsparung. Diesem "Trick" wurde entgegengewirkt, indem alle ermittelten Preis auf ganze Zehner aufgerundet wurden. Dieses Vorgehen ist haltbar, da die zu betrachtende Verteilung der HĂ€ufigkeiten eh auf einer Einteilung in Preisgruppen beruht.

Von Haufen und HĂ€uflein - Wo liegen sie denn?

Werfen wir zunÀchst einen Blick auf die kumulative HÀufigkeitsverteilung der Preise:

EpiCumulativeProductDensity2009.jpg

Bild 15: kumulative HĂ€ufigkeitsverteilung der "Epiphone" Elektrogitarren

Anhand der Kurve ist deutlich zu erkennen, daß gut 92% aller Instrumente im Preisbereich bis 810 Euro liegen. Zwischen 810 Euro und 1.900 Euro ergibt sich kaum noch ein Zuwachs. Hier werden also nur sehr wenige Instrumente angeboten. Der grĂ¶ĂŸte Zuwachs findet sich im Bereich von 230 Euro bis 810 Euro. Hier ist das Angebot folglich am grĂ¶ĂŸten. Nur knapp 10% aller Instrumente sind fĂŒr einen Preis von unter 230 Euro zu erwerben. Damit liegen 80% aller Instrumente im Preisbereich von 230 Euro bis 810 Euro. "Epiphone" bleibt dadurch mit der Mehrheit seines Angebotes in Europa unter der psychologisch wichtigen Grenze von 1.000 Euro!

Aus den 80er Jahren kenne ich die eiserne Regel, daß man eine brauchbare Elektrogitarre nicht unter einem Preis von 500 DM erwerben kann, was ich in meinen damaligen StreifzĂŒgen durch die hamburger MusiklĂ€den auch so bestĂ€tigen konnte. TatsĂ€chlich war das Angebot unterhalb dieser Schwelle auch vergleichsweise gering und namenhafte Hersteller sucht man hier vergeblich. ÜbertrĂ€gt man diese Regel auf heutige VerhĂ€ltnisse, so gelangt man zu einem Preis von rund 250 Euro. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, daß die Produktion in den letzten 30 Jahren stark rationalisiert wurde. In der Folge kann man heute brauchbare Instrumente durchaus fĂŒr 150 Euro finden, die sich qualitativ nicht zwingend vor den 500-Mark-Instrumenten der 80er verstecken mĂŒssen.

Diese alte und eiserne Regel scheint auch heute noch im Marketing von "Epiphone" bekannt zu sein, denn genau im Preisbereich von 150 Euro bis 230 Euro beginnt das ernsthafte Angebot mit 8% der Instrumente, welches eindeutig auf den "Einsteiger" zielt. Daß man bei billigeren Angeboten kaum noch ernst zu nehmende Instrumente finden kann, ist hinlĂ€nglich bekannt. Trotz aller Rationalisierungen ist QualitĂ€t auch heute noch eine Frage des Preises. Insbesondere wenn der Preis unterhalb von 100 Euro liegt, findet man bei allen Herstellern aufgrund der großen Streuung nur noch mit GlĂŒck ein brauchbares Instrument. Ob dieses auch in zwei Jahren noch spielbereit ist oder ob sich dann das Holz verzogen hat oder gar gerissen ist, scheint zumindest fraglich. Gerade als unerfahrener AnfĂ€nger sollte man um Instrumente dieser Preisklasse einen großen Bogen machen!

Wer schon ein wenig Erfahrung hat und nach einer besseren Elektrogitarre Ausschau hÀlt, der findet im "Lower Mid-Range" ein recht breites Angebot. Gut 60% aller Gitarren wurden hier positioniert. Definiert man dieses Segment als "oberen Einsteigerbereich", so liegt man damit sicherlich nicht verkehrt!

Sehen wir uns nun weitere Details im Hinblick auf die Verteilung der HĂ€ufigkeiten an:


EpiProductDensity2009.jpg

Bild 16: HĂ€ufigkeitsverteilung der "Epiphone" Elektrogitarren

Wer mit Statistik und Stochastik ein wenig vertraut ist der weiß, daß viele ZufallsgrĂ¶ĂŸen der sogenannten Gaußschen Normalverteilung folgen. Diese glockenförmige Kurve wurde zum Vergleich in die Verteilung eingefĂŒgt. Mit ihrer Hilfe lĂ€ĂŸt sich eine interessante Erkenntnis gewinnen:

Bis zum "Lower Mid-Range" folgt das Angebot von "Epiphone" gut der Normalverteilung. Danach fehlt das entprechende Angebot. Es sieht aus, als ob jemand ein großes StĂŒck aus der Verteilung herausgeschnitten hĂ€tte. Normalerweise wĂ€re auch im oberen Preisbereich ein entsprechend abfallendes Angebot vorhanden.

Da unsere HĂ€ufigkeitsverteilung auf reellen Marktpreisen beruht, haben wir damit den Beweis gefunden, daß "Epiphone" den oberen Preisbereich gezielt ausspart, um nicht in Konkurrenz zu "Gibson" zu treten. Daß man im oberen Bereich doch einige wenige Instrumente finden kann, tut dieser Erkenntnis keinen Abbruch, denn es handelt sich dabei durchwegs um Klassiker von "Epiphone", die einerseits so nicht in das Angebot von "Gibson" passen wĂŒrden und andererseits aufgrund der relativ geringen Nachfrage keine wirkliche Konkurrenz fĂŒr die vergleichbaren Instrumente von "Gibson" darstellen.

Es wÀre sicherlich interessant, eine vergleichbare Analyse der Gibson Gitarren zu machen. Vermutlich wird man hier den fehlenden Teil der Verteilung finden. Tja, was man mit Statistik nicht so alles anstellen kann!

7. Fazit

Die Firma "Epiphone" hat sich im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte von einem unabhÀngigen Hersteller mit homogenem Angebot zu einem abhÀngigen B-Label entwickelt. Ganz offensichtlich wurde das Angebot gezielt auf die untere HÀlfte des Marktes beschrÀnkt, wobei der Schwerpunkt im oberen Drittel dieses Preisbereiches liegt. Damit ist die Zielgruppe eindeutig der AnfÀnger oder der fortgeschrittene Musiker mit kleinem Geldbeutel und starkem Hang zu Gibson-Instrumenten.

Die NĂ€he zu "Gibson" ist dabei ein zweischneidiges Schwert. Einerseits nutzt man diese Tatsache, um "Epiphone" von anderen Herstellern und Hausmarken innerhalb dieses Marktbereiches abzugrenzen, wie es "Fender" ebenfalls mit "Squier" macht, und etwas höhere Preise durchzusetzen. Andererseits werden dadurch aber auch beim Kunden höhere QualitĂ€tserwartungen geweckt, die man in diesem Marktsegment nicht unbedingt erwarten kann. Ein schlechtes Setup wird man bei einer "Stagg A300" fĂŒr 249 Euro leichter akzeptieren, als bei einer "Epiphone Dot Studio" fĂŒr den gleichen Preis! Die vielen Diskussionen zum Thema "Epiphone" und QualitĂ€t sprechen da eine deutliche Sprache!

Als B-Label hat "Epiphone" zwei Aufgaben:
  1. Es ermöglicht der Firma "Gibson" unter einem anderen Namen in den unteren Preissegmenten wesentlich preiswertere Instrumente anzubieten ohne die Reputation des A-Labels "Gibson" zu gefÀhrden.
  2. "Epiphone" stellt die "Einstiegsdroge" fĂŒr "Gibson" dar. Wer sich zunĂ€chst nicht das Original leisten kann, bekommt einen brauchbaren Ersatz, der optisch dicht am Original ist. Damit erfolgt eine Kundenbindung, denn natĂŒrlich kommt nach der Epi eine echte Paula (so das Budget ausreichend ist!).
GegenĂŒber anderen B-Labels bietet "Epiphone" fĂŒr seine "Mutter" einen großen Vorteil: Es ist eine seit Jahrzehnten gut eingefĂŒhrte und bekannte Marke, was die Akzeptanz bei den Musikern eindeutig erhöht! Viele junge Musiker, die den Preis fĂŒr eine originale "Gibson" nicht aufbringen können, greifen gerne zur "Epiphone" und sonnen sich dann in der Vorstellung, immerhin eine von "Gibson" produzierte Gitarre zu besitzen. Das nutzen die Marketingstrategen natĂŒrlich aus und so sind die meisten "Epis" immer ein wenig teurer als vergleichbare Instrumente anderer Hersteller.

Die oben beschriebenen QualitÀtsprobleme scheinen mehrheitlich in die Anlaufphase der chinesischen Produktion zu fallen. Im Hinblick auf die Spezifikation der Instrumente macht man jetzt wieder genauere Angaben und Probleme im Bereich der Materialien und der Verarbeitung scheinen in letzter Zeit nicht mehr so im Fokus zu stehen. Augenscheinlich hat man die QualitÀtsprobleme wohl ein wenig in den Griff bekommen. Die Lebensdauer der elektromechanischen Bauelemente scheint jedoch ein weiterhin bestehendes Problem zu sein!

Wer heute zu einer "Epiphone" greift, macht sicherlich keinen großen Fehler, denn hier handelt es sich um eine Marke, die einen gewissen Namen zu verlieren hat. Allzugroße Pannen oder gar systematische Probleme wird man sich in der Produktion also nicht leisten können. Allerdings darf man, gerade in den unteren Preisbereichen, auch keine Wunder erwarten, bloß weil im Hintergrund der Name "Gibson" steht. Wer eine Elektrogitarre fĂŒr 149 Euro anbieten will, der muß einen sehr hohen Rationalisierungsgrad in der Produktion erreichen, sehr gĂŒnstig einkaufen und die manuellen TĂ€tigkeiten auf ein absolutes Mindestmaß einschrĂ€nken.

Solchen Anforderungen fallen natĂŒrlich zuerst Einstellarbeiten und QualitĂ€tsprĂŒfungen zum Opfer. In der Folge steigt die Streuung der VerarbeitungsqualitĂ€t erzwungenermaßen stark an. Unter diesem "Problem" haben jedoch alle Hersteller, die sich in diesem Preisbereich bewegen, zu leiden. "Epiphone" ist mit der EinfĂŒhrung des "15-Punkte-Tests" eindeutig auf dem richtigen Weg. Allerdings sollte sowohl die Effizienz dieses Test verbessert, als auch eine lĂŒckenlose Anwendung sichergestellt werden!

Aufgrund der stark schwankenden Ausfallwahrscheinlichkeiten sollte der kaufwillige Musiker der allgemein bekannten Grundregel folgen und das betreffende Instrument persönlich anspielen und ĂŒberprĂŒfen! Dieser Rat gilt natĂŒrlich auch fĂŒr die anderen Anbieter in diesem Marktsegment.

Es ist erstaunlich, daß gerade junge Musiker diesbezĂŒglich hĂ€ufig unter einer partiellen Amnesie zu leiden scheinen. Ein Arztbesuch und die aufmerksame LektĂŒre der Guitar-Letters verspricht da allerdings Abhilfe!;-)

Ulf

Der vollstÀndige Artikel ist wie immer in der Knowledge-Base der Guitar-Letters zu finden.
 
Hallo, erst mal bin ich ĂŒberrascht -
der Elektroniker ist auch Holzspezi !
Respekt, wieder sehr gut recherchiert.
V.H.
 
Sehr schöner Beitrag !

Aber: Kein Wort zu den (durchaus guten) Czech-Instrumenten !
Insbesondere Korina V & X Gitarren kamen ja aus dem europÀischen Osten, und da waren echte Perlen dabei !
 
Wow, super recherchierter Artikel! Mir fehlt nur die Tschechei-Ära.
Soweit mir bekannt kein langer Zeitraum, wo in der Tschechei gebaut wurde,
hat aber ein paar nette Instrumente hervorgebracht.

Das spuck Guitar Dater Projekt zu meiner Epi-Paula aus:

Guitar Info
Your guitar was made at the
Bohemia Musico-Delica Plant, Czech Republic
September 1997
Production Number: 4132

Bohemia Musico-Delica Plant
Not much is known about this factory, guitars made here are only
sold in Europe. However, the production quality at this factory
is said to be superior to its Chinese and Korean counterparts.

EDIT: Mhh, die RĂŒbe war schneller :?
 
Hallo!

Sorry, bin total anderer Meinung. Ganz im Gegenteil zu deinen sonstigen AufsÀtzen ist das hier meiner Ansicht nach pseudowissenschaftliches GewÀsch.

Die Geschichte von Epiphone ist tausendmal geschrieben worden. Dieses Referat braucht kein Mensch mehr. Dass Epiphone eine Billigmarke aus dem Hause Gibson ist, hast du statistisch schön belegt - sogar mit Zahlen und Grafiken. War sicher viel Arbeit. In der Zeit hÀttest du sicher auch belegen können, dass das Wasser bergab fliesst. Beides ist lange bekannt.

Anhand eines Artikels auf einer Firmenwebsite hochrechnen zu wollen, wieviele Epis wohl eher schlecht als gut sind, ist hanebĂŒchen. Vor allem, weil verlĂ€ssliche Zahlen fĂŒr die Mitbewerber völlig fehlen. Und selbst wenn jetzt bewiesen wĂ€re, dass jede x.te Epi schlecht ist, dann hĂ€tte das aus Sicht der Wahrscheinlichkeitsrechnung fĂŒr den KĂ€ufer ĂŒberhaupt keine Auswirkung.

Aus dem Web und hier aus dem Forum erst mit Fotos einzelne Beispiele fĂŒr schlechte Verarbeitung heranzuziehen und dann aber zu sagen, dass das wohl nicht reprĂ€sentativ sei, ist reißerisch und tendenziös geschrieben.

Ganz ehrlich: Deine AufsĂ€tze ĂŒber Elektronik verstehe ich zwar nicht immer aber da entzauberst du vielfach Voodoo-Kram oder bietest mal Zahlen, Daten und Fakten. Hier hatte ich das GefĂŒhl, dass du hauptsĂ€chlich im wissenschaftlichen Jargon schreiben wolltest aber leider nichts zu sagen hattest.

Nichts fĂŒr ungut. Das kannst du besser.

erniecaster
 
madler69":1ezq8tzt schrieb:
Wow, super recherchierter Artikel! Mir fehlt nur die Tschechei-Ära.
Mir ging es hier keinesfalls um eine vollstĂ€ndige Epi-Dokumentation. Da fehlt noch so einiges! Aber das ĂŒberlasse ich lieber den anerkannten Epi-Fachleuten, zu denen ich mich eindeutig nicht zĂ€hle!

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Sorry, bin total anderer Meinung. Ganz im Gegenteil zu deinen sonstigen AufsÀtzen ist das hier meiner Ansicht nach pseudowissenschaftliches GewÀsch.
Bis jetzt stehts Du mit Deiner Kritik alleine da, aber das macht nichts! ;-)

GrundsÀtzlich ist dieser Artikel eher eine Art "Abfallprodukt" dessen Schwerpunkt auf der Marktpositonierung und der ProduktionsqualitÀt liegt.
Das ich als Einleitung einen zweifellos unvollstĂ€ndigen Abriß der Geschichte als Abrundung eingefĂŒgt habe, mag man mir daher verzeihen.

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Dass Epiphone eine Billigmarke aus dem Hause Gibson ist, hast du statistisch schön belegt - sogar mit Zahlen und Grafiken. ... ist lange bekannt.
NatĂŒrlich ist das bekannt! Ich fand es nur sehr bemerkenswert, wie die Verteilung aussieht. Einen so harten Schnitt hĂ€tte ich ehrlich gesagt nicht erwartet und er dokumentiert deutlich die Methode, die dahintersteht!

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Anhand eines Artikels auf einer Firmenwebsite hochrechnen zu wollen, wieviele Epis wohl eher schlecht als gut sind, ist hanebĂŒchen.
Das ist fĂŒr einen normalsterblichen BĂŒrger vielleicht hanebĂŒchen, aber fĂŒr einen Mitarbeiter aus einer QualitĂ€tsabteilung ist das durchaus normal! NatĂŒrlich sind die Zahlen aus dem Epi-Artikel nicht vollstĂ€ndig. WĂ€ren sie es, so wĂ€re noch eine deutliche grĂ¶ĂŸere Ausfallrate die zwangslĂ€ufige Folge!
Immerhin stammen die Angaben von einem Mitarbeiter der Firma und sie sind somit als offiziell aufzufassen!

Ich habe die entsprechenden Zahlen einem Kollegen vorgelegt, der meine Ergebnisse bestÀtigt hat und wenn ich mir die Anzahl der Klagen im Netz ansehe, so ist da durchaus eine Korrelation vorhanden. So weit werde ich von der Wahrheit also nicht entfernt sein!

Ach ja, ich vergaß zu erwĂ€hnen, daß der Onkel Testingenieur ist und als solcher natĂŒrlich in einer QualitĂ€tsabteilung arbeitet. ;-)

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Vor allem, weil verlĂ€ssliche Zahlen fĂŒr die Mitbewerber völlig fehlen.
Die sind gar nicht notwendig, da es mir ja nicht darum ging, einen Vergleich mit anderen Herstellern anzustellen, wie ich im Artikel auch deutlich geschrieben habe.

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Und selbst wenn jetzt bewiesen wĂ€re, dass jede x.te Epi schlecht ist, dann hĂ€tte das aus Sicht der Wahrscheinlichkeitsrechnung fĂŒr den KĂ€ufer ĂŒberhaupt keine Auswirkung.
Hmm, da wÀre ich mir nicht so sicher! Warum liest man immer wieder: "Geh in den Laden, probier' 5 bis 10 Gitarren aus und nimm dann die beste!" Es ist also definitiv eine Streuung vorhanden!

Eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 30% bedeutet natĂŒrlich nicht, daß ausgerechnet ich einen Ausfall bekomme. Im Gegenteil! Allerdings kann ich das auch nicht ausschließen!

Epiphone hat ja selber die Informationen ĂŒber einige Ausfallraten geliefert. NatĂŒrlich ist die statistische Basis nicht besonders belastbar, aber bei der Aussage "Zwei oder drei von zwanzig Instrumenten benötigen nachtrĂ€glich eine Einstellung" fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zu einer Ausfallrate von 10 bis 15 Prozent. Bei einer Stichprobe von 20 ist die Genauigkeit dieser Aussage allerdings immer grĂ¶ĂŸer als 5 Prozent. Als Hausnummer ist das jedoch schon sehr gut geeignet.

Dazu noch ein Beispiel aus meiner Praxis:

Wenn ich eine grĂ¶ĂŸere Menge von ICs teste und dabei die Entwicklung der Ausbeute beobachte, dann kann ich bereits nach 100 Bauteilen eine Aussage zur Ausbeute machen, die sich in der Regel nur um 1 bis 2 Prozent vom Endergebnis unterscheidet. Der Fehler ist hier also 1/100=1 Prozent und die auftretenden Abweichungen erklĂ€ren sich aus den normalen Streuungen, die mit steigendem Umfang der Stichprobe immer geringer werden!
erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
Aus dem Web und hier aus dem Forum erst mit Fotos einzelne Beispiele fĂŒr schlechte Verarbeitung heranzuziehen und dann aber zu sagen, dass das wohl nicht reprĂ€sentativ sei, ist reißerisch und tendenziös geschrieben.
Ja, die beiden Fotos sind in gewisser Weise "reißerisch", denn sie dokumentieren in sehr krasser Form, was vorkommen kann. Insbesondere der Borkenkopf ist ein excellentes Beispiel fĂŒr einen vorsĂ€tzlich ausgefĂŒhrten Pfusch, der am Ende nicht mehr zu sehen ist und so dem unwissenden Kunden "untergeschoben" wird!

Beide Bilder stellen jedoch EinzelfĂ€lle dar und aus ihrer bloßen Existenz auf die gesamte Produktion zu schließen ist sehr gewagt, denn kein Hersteller, der einen Namen zu verlieren hat (und dazu zĂ€hle ich Epiphone) wird so etwas wissentlich zulassen. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Sache ans Licht kommt, ist heute nicht mehr so gering und der daraus resultierende Image-Schaden wiegt die gemachten Einsparungen keinesfalls auf!

Betrachtet man die beiden FĂ€lle vor dem zeitlichen Hintergrund, so ist es zumindest interessant, daß hier auch wieder ein Wechsel der ProduktionsstĂ€tten stattfand.

Wenn bei mir in der Firma Transfers von einer Fabrik in die andere angeordnet werden, dann schlĂ€gt die Begeisterung große Wellen, denn natĂŒrlich treten da jede Menge Probleme auf, die die Kollegen in Asien nicht immer reporten. SpĂ€testens wenn die ersten Retouren vom Kunden kommen, fliegt das ganze jedoch auf.

erniecaster":1ezq8tzt schrieb:
...oder bietest mal Zahlen, Daten und Fakten.
Das habe ich auch in diesem Fall gemacht: Preise von verschiedenen Anbietern, Ausfallraten von der Epi-Seite, das ganze anschließend verdichtet und dann daraus SchlĂŒsse gezogen. Tja...

Aber natĂŒrlich ist das kein elektrotechnischer Artikel. Da hast Du natĂŒrlich recht! :oops:

Ulf

ps: Viele Leute haben eine falsche Vorstellung vom Begriff "QualitÀt". Hier also eine Definition:

QualitĂ€t ist ein Maß dafĂŒr, wie gut ein Produkt zum Zeitpunkt der Auslieferung seine Spezifikation einhĂ€lt.


Salopp ausgedrĂŒckt bedeutet diese Definition, daß ich auch Sch... in hoher QualitĂ€t produzieren kann, solange es immer die gleiche Sch... ist! ;-)

Eine Aussage ĂŒber die spezifizierten Eigenschaften eine Produktes macht der QualitĂ€tsbegriff also definitiv nicht!
 
DerOnkel":1axwk7x6 schrieb:
...

QualitĂ€t ist ein Maß dafĂŒr, wie gut ein Produkt zum Zeitpunkt der Auslieferung seine Spezifikation einhĂ€lt.
...

Klasse Eingangsbeitrag und Analyse. :clap:

In Obigem irrst du aber teilweise.

QualitĂ€t ist ein Maß dafĂŒr, wie gut ein Produkt bis zum Ende der Garantielaufzeit/vertraglich oder gesetzlich festgelegten Nutzungszeit/gewĂŒnschten Nutzungszeit seine Spezifikation oder regulativ vorgegeben Mindestanforderungen einhĂ€lt.

Oder anders: von QualitĂ€t kann man nicht sprechen, wenn zum Ausieferungszeitpunkt alles paletti ist, aber schon innerhalb der marktĂŒblichen oder gesetzlich vorgegeben Garantie- oder GewĂ€hrleistungszeit jede Menge "RĂŒcklĂ€ufer" kommen eben wegen Nicht-mehr-Einhaltung der spezifizierten oder anderweitig vorgegebenen Eigenschaften.

Und fixierte Spezifikationen gibt es leider auch nicht immer und ĂŒberall.
Manchmal regeln nur Rechtsprechung, Verordnungen oder schlicht Normen (ISO, DIN, IEEE usw.), was einzuhalten ist.

Aber wie gesagt, das nur am Rande.

Ansonsten: :clap:

DerOnkel":1axwk7x6 schrieb:
...
Salopp ausgedrĂŒckt bedeutet diese Definition, daß ich auch Sch... in hoher QualitĂ€t produzieren kann, solange es immer die gleiche Sch... ist!

Leider völlig richtig.
Wenn ich eine Ausfallrate von 30% spezifiziere und nachher nur 27% ausfallen, habe ich meine (QualitĂ€ts-)Ziele sogar ĂŒbererreicht.

Oft genugwird aber in der Produktentwicklung keine wirkliche Spezifiikation betrieben. Da sind manchmal Marketingleute ("welche Farbe, welches Aussehen, welche Produktplazierung im Markt") oder Controller und Kostenrechner ("ab welcher RĂŒcklĂ€uferquote wird das unrentabel") die einzigen, die so was liefern, was mit viel Fantasie als Spezifikation gewertet werden kann.

Ich kann sogar QualitĂ€tssicherungs-Prozesse, die total sch...e sind, nach ISO900x zertifizieren lassen, so lange die sch... Prozesse dokumentiert und regelmĂ€ĂŸig eingehalten werden. Dann kann ich mit Iso900x werben, dabei wird nur in der Spezifikation fetsgelegte Sch..e mit sch.... Sicherungsprozessen "qualitĂ€tsgesichert".
Quasi also Doppel-Sch...e, und trotzdem voll krass gudd ISO900x.

PS: gibt es einen Gitarren- oder Musikalienhersteller, der mit Iso900x wirbt? ;-)

Tschö
Stef
 
@DerOnkel

schöner beitrag! hat mir den morgen versĂŒĂŸt

@erniecaster
wie wÀrs mal mit einem artikel der diesem gleich kommt aus deiner feder??
meckern kann jeder. besser machen heißt es!

und nun zum sport
 
Ich finde die EpiWiki vom Onkel auch gut. Er hat sich MĂŒhe gemacht und uns hier mal mit etwas informativen Stoff versorgt. DafĂŒr gibts auch von mir einen :top: und :clap:
 
Mir geht diese latente Neigung, immer wieder und alles Mögliche unters Mikroskop zu legen, sich offensichtlich zu freuen, ein Haar in der Suppe gefunden zu haben, dieses dann zu spalten, zu meckern, zu nörgeln und zu kristisieren - MÄCHTIG AUF DEN ZEIGER.

Hier wird und wurde immer wieder nach Epiphone gefragt und ich halte einen solchen Beitrag fĂŒr wertvoll und außerdem anregend zu lesen. Auch als Nicht-Epiphone-Liebhaber (von Ausnahmen abgesehen).

Ich wĂŒnschte mir, es gĂ€be hier mehr Mitglieder, die sich bemĂŒhen wĂŒrden, etwas Ă€hnlich Informatives zum Forum beizusteuern.

Tom
 
little-feat":2uf44rv9 schrieb:
Mir geht diese latente Neigung, immer wieder und alles Mögliche unters Mikroskop zu legen, sich offensichtlich zu freuen, ein Haar in der Suppe gefunden zu haben, dieses dann zu spalten, zu meckern, zu nörgeln und zu kristisieren - MÄCHTIG AUF DEN ZEIGER.

Hier wird und wurde immer wieder nach Epiphone gefragt und ich halte einen solchen Beitrag fĂŒr wertvoll und außerdem anregend zu lesen. Auch als Nicht-Epiphone-Liebhaber (von Ausnahmen abgesehen).

Ich wĂŒnschte mir, es gĂ€be hier mehr Mitglieder, die sich bemĂŒhen wĂŒrden, etwas Ă€hnlich Informatives zum Forum beizusteuern.

Tom
Vielen Dank Tom,
es ist weitaus einfacher zu meckern als zu machen,
der Beitrag vom Onkel zeigt detailreich auf wie die Marke Epiphone funktioniert und nach welchen Regularien man dort arbeitet.
Das mag fĂŒr manche langweilig sein, ich fand es sehr aufschlußreich und informativ.
DarĂŒber hinaus werden nicht nur Zahlen geboten, sondern auch die Modellpaletten nĂ€her betrachtet.
FĂŒr mich insgesamt schlĂŒssig und einwandfrei recherchiert.
Nochmals Dank an den Onkel.
:top:
...denn Fehler entstehen nur beim arbeiten, wer keine Fehler macht arbeitet auch nicht ... ;-)
 
Hallo Onkel!

Das war ein tolles Bonbon! :mrgreen:

Planst du eine Karriere als Fachzeitschriften-Redakteur?

C-ya
 
schroeder":1hx7eqms schrieb:
Planst du eine Karriere als Fachzeitschriften-Redakteur?
Ich befĂŒrchte, daß die Chef-Redakteure mir da ganz schön auf die FĂŒsse treten wĂŒrden! ;-)

Aber, wenn man mich mit Geld zwingen wĂŒrde, solche Artikel zu schreiben... :roll:

Ulf
 
Klasse Bericht, bis inÂŽs Detail. Soll auch alles stimmen, meinetwegen ist hier auch bewiesen wie solche Firmen ihr GeschĂ€ft machen, da gibt es viele davon. Auch bei den vermeindlich grossen Herstellern kommt es zu grossen Streuungen in gewissen Produktions Serien. Letztendlich hilft doch nur eines dagegen, die Gitarre seiner Wahl selbst anspielen. Am Besten noch mit dem selben Equipment das man zu Hause vorfindet. Und auch das wird niemand davor bewahren einen subjektiven Fehlkauf getĂ€tigt zu haben. Da wĂ€re ja auch noch die Wahl der Saitenmarke und -stĂ€rke. Ich habe mir vor zwei Wochen eine Epiphone gekauft und bin glĂŒcklicher damit wie mit manch anderer Marke die das drei- oder fĂŒnffache kostet. Meiner Meinung nach ist das Haar in der Suppe das ich finden kann fĂŒr mich nicht interessant, da rein subjektiv. Eine Gitarre soll gespielt werden und fĂŒr mich klingen. Mich interessiert es einen Sch... was oben drauf steht, oder wie viel Prozent schlecht oder schlampig hergestellter Gitarren es bei einem Hersteller gibt. Hingehen, ausprobieren, kaufen. Das ist mein persönliches Gredo. Den Dr. hc hast du dir aber verdient, fĂŒr die Menge Arbeit auf jeden Fall. Eine Frage hĂ€tte ich noch, welche Marke wird dann als nĂ€chstes zerpflĂŒckt? ;-)
 
Klasse Bericht! Ob die Epiphone Geschichte jetzt schon zig mal erzÀhlt wurde ist egal! Ich finds Klasse das so ein Bericht hier im Board sitzt!

Kann es sein - Das die in Japan hergestellten Les Paul "Kopien" dennoch die gleiche Headstock-Form haben wie die von Gibson? Auf meiner damaligen suche nach Japan Les Paul Kopien fand ich bei ebay.com und yahoo Japan jedemenge Les Pauls die mit Epiphone belabelt waren und die Gibson Headstock Form hatten? Waren das dann nur Gitarren fĂŒr den Japan Markt? Edwards, Tokai und Co verkaufen ja auch nur auf dem Japan Markt Gitarren mit der Gibson Headstock Form und fĂŒr das Ausland abgeĂ€nderte Kopfformen



Demnach hat Epiphone dann 3 Headstock Designs richtig?
 
Hi...

Geiler Bericht.

Wo nimmst du die Zeit fĂŒr solche Recherchen und letztlich ausgefĂŒhrten Romane her???

SchlÀfst du nur eine Stunde am Tag? :)

Mfg Gitarrero100
 
Super Onkel!

Sehr genau und detailreich recherchiert und ausgearbeitet, gewohnt geil! Klar wurde das Thema Epiphone schon besprochen, aber noch nie hatte ich so eine genaue und lĂŒckenlos hinterlegte Studie darĂŒber gelesen.

@gitarrero: Nein der Onkel schlÀft nicht, jedenfalls nicht, wenn man seinem konsequenten Online Status glauben darf ;-)

Mehr davon!

Gruß, Marco
 
DerOnkel":34nvp59f schrieb:
schroeder":34nvp59f schrieb:
Planst du eine Karriere als Fachzeitschriften-Redakteur?
Ich befĂŒrchte, daß die Chef-Redakteure mir da ganz schön auf die FĂŒsse treten wĂŒrden! ;-)

Naja, die kochen auch nur mit Wasser. :)

Am Anfang wĂ€re ich vielleicht etwas vorsichtiger eingestiegen: Epiphone - Der Versuch einer Marktanalyse. Das wĂ€re weniger provozierend und die Fakten sprechen sprechen dann ohnehin fĂŒr sich.

Kritische Artikel ĂŒber potentielle Werbekunden dĂŒrften auch in der Fachpresse aber eher eine Ausnahme bleiben. Andernfalls mĂŒsten wir fĂŒr die BlĂ€tter 10 Euro oder gar mehr bezahlen, das will ja auch niemand.

Also fĂŒhl dich nochmal schultergeklopft fĂŒr die MĂŒhe! :mrgreen:

C-ya
 
Toller Beitrag, bin schon gespannt auf den eingangs erwÀhnten nÀchsten Teil zur Elektronik in diesen Klampfen.
 

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