Fingerpicking/Technik

bebob

Power-User
N`Abend

auf der Akkustik habe ich mir schon lange eine gewisse Fingerstyle-Technik angew√∂hnt, die sehr gut f√ľr Akkorde, Arpeggi (sollte das Plural sein, da es aus dem italienischen stammt, sonst aber Arpeggien, Offtopic), oder sonstige Melodiefolgen und √§hnliches, ausreicht.
Da ich als Teenager klassischen Unterricht hatte, bin ich mit der Haltung der rechten Hand (Zupfhand) vertraut. Auch mit der Zupf/Anschlagstechnik, wenn man Solopassagen spielt.
Diese Technik gibt vor, dass die Zeige-und Mittelfinger gerade gehalten, die Saiten von oben nach unten angeschlagen werden.
Es gibt sicher pers√∂nliche Variationen dieser Technik, Paco de Lucia zB, spielt nicht unbedingt diese klassische Technik, die Finger sind etwas gekr√ľmmt, obwohl die Handhaltung der vorgegebenen klassischen Handhaltung entspricht (die klassische Handhaltung ist ein lockeres "baumeln" √ľber der Decke, der Unterarm liegt auf der Zarge auf).

Soweit kurz zu dem, wie man mit einer klassischen Nylon umgehen w√ľrde (oder nicht).

Bei einer Steelstring ist das etwas anders, zwar kann man die "klassiche" Haltung anwenden, man wird sich aber sehr bald eine "eigene" Haltung angewöhnen, da die Saitenabstände nicht der einer Nylon entsprechen. Im Bluegrass oder Folkpicking wird sehr viel mit Fingertechnik gemacht, die sich aber von der klassischen Haltung stark unterscheidet.

Welche Technik habt ihr √ľbernommen, oder weiterenwickelt, um auf der Steelstring eine gewisse Virtuosit√§t zu erlangen. Es geht um Handhaltung, Zupftechniken, aber sehr stark auch um das Solospiel mit Zeigefinger und Mittelfinger.

Bei mir ist es derzeit im Solospiel so, dass meine Greifhand schneller ist, als die Zupfhand, die Folge ist, ich verfalle in ein Legato, ich schlage nicht alle T√∂ne gezielt an. Meine Fingerhaltung (Zeige-und Mittelfinger) ist eher stark gekr√ľmmt. Ist das eine gute (richtige) Technik, die man weiterverfolgen kann, um alle T√∂ne sauber anschlagen zu k√∂nnen?
Es soll in Richtung Bluegrass gehen, aber auf einer Steelstring gespielt. Abweichende Stilrichtungen, wie Folk, Blues, Country, etc., sind nat√ľrlich willkommen

Ich w√ľrde mich sehr √ľber Anregungen, Techniken, oder gezielte √úbungsvorschl√§ge freuen, die meine Technik verbessern k√∂nnten.

Cheers
 
K√∂nnte man nicht ein Unterforum einrichten, das gezielt Spieltechniken anspricht? Hier k√∂nnte man sich gezielt austauschen, egal welche Richtung, k√∂nnte etwa in die Richtung gehen, "wie habe ich das gespielt", oder so √§hnlich. In der √ľbergeordneten Rubrik "Musik und Informationsforum" ist es gut aufgehoben, die gezielte Suche k√∂nnte wom√∂glich erleichtert werden?

Beste Gr√ľ√üe
 
Hallo,

f√ľr Fingerpicking habe ich mal eine √úbung vorgestellt:


Eine weitere Übung gehört zu meiner täglichen Praxis: Hinhören, was man da macht, es erst einmal wiederholen und dann variieren. Ich spiele irgendeinen Part eines Songs oder einfach eine Melodie und reproduziere danach exakt, was ich gerade gemacht habe. Dann schaue ich mir das genauer an:

-Hammer ons? Pull offs? Slides? Falls vorhanden, alles ersetzen durch sauber angeschlagene T√∂ne. Falls ich vorher alles sauber angeschlagen habe, Hammerings, Pulls und Slides √ľbertrieben einbauen.
-Jeden Lauf in staccato anfangen und bis zum v√∂llig √ľberz√ľchteten legato umbauen. Auf der E-Gitarre mit viel Gain sogar bis zu "ich-schlage-die-Saite-jetzt-gar-nicht-mehr-an". Und danach zur√ľck.
-Anschlag mit der rechten Hand von ultrasauber zum "raking".
-Wenn Norbert da ist, raus damit, wenn nicht, muss er her (bitte Norbert in die Suchfunktion eingeben).

Dann noch die Königsdisziplin, nämlich Trennen von Härte und Lautstärke. Spiel die Ballade laut und danach noch LAUTER, ohne aggressiv zu klingen. Und dann die Punkrocknummer erst LAUT und dann immer leiser, ohne weich zu werden. Ja, das geht in gewissen Grenzen.

Das wäre meine Übungen in deiner Situation. Das Taschentuch muss ich dringend mal wieder rausholen...

Gruß

erniecaster
 
Moin.
Disclaimer: Ich spiele nicht virtuos Gitarre.

Ich spiele mittlerweile fast alles mit Hybridpicking/ChickenPicking. Also Plektrum zwischen Daumen und Zeigefinger und den Rest mit Mittel, Ring und dem Kleinen. Ich habe gro√üe Daumen und Daumenpicks passen zu 95% nicht(FredKellyXL passen). Und die √úberg√§nge zwischen Finger und Plektrum sind flie√üend. Den Durchbruch habe ich mit den "richtigen" Plektren gemacht. Die Ultex von Dunlop klingen wie meine Fingern√§gel. Mittlerweile sind es die Dunlop Flow in1,14mm. Celluloid, Nylon oder Tortex klingen beim Aufnehmen und Blindtest anders. St√§rke f√ľr mich min 1mm, dann kann ich das Pick kontrollieren.
Kleine √úbestrategie von mir:
Konsistenz in den meisten Dingen: Sitzposition - ich √ľbe im Stehen oder mit Barhocker, denn damit gehe ich auch auf die B√ľhne. Gurtl√§nge, Handposition, H√∂he Position von Noten/Sheats, die linke Hand spielt eine bekannte Sequenz(Akkordfolge, Skala, Riff) und die rechte Hand √§ndert sich und wird trainiert.
Und: Lehrer suchen. Ich finde es lohnt sehr, ob Workshop/Einzelstunde zum Fragen beantworten und am Besten regelm√§√üiger Unterricht. Gerade Haltungsfragen sind doch viel fixer korrigiert und verbessert mit Bildinformation oder im echten Leben. F√ľr Fingerstyle: https://rolandkalus.de/ Rolli kennt man auch hier im Forum und wenn er nicht in Deiner N√§he ist, geht ja immer auch mal Zoom/Skype oder er kennt jemanden.

Meine 2ct
Ugorr
 
Moinsen,
@Ugorr: :love:

ich denke meine Spieltechnik liegt in einem gesunden Mittelfeld von dilettantisch und virtuos. Mittlerweile spiele ich fast alle Sololinien mit den Fingern und nutze ab und an ein Plek auf der E-Gitarre. Ich hatte fr√ľher auch klassischen Unterricht und Du spricht wohl die im Flamenco bevorzugte Methode des Picado an. Ich nutze und empfehle diese Technik nur f√ľr "linear" gespieltes Material (oftmal Sequenzen oder skalare Abfolgen), bei mir kommt das aber recht selten vor, ausser in der Improvisation. Zum Gro√üteil nutze ich die ganz klassische Anschlagsart und Fingerzuordnung. Also Daumen f√ľr die E-A-D Saiten und Index f√ľr G, Mittelfinger f√ľr die B und Ringfinger f√ľr die E Saite. Je nach Spielliteratur "verschiebe" ich die Ordnung auch ausnahmsweise mal.

Da ich meine Nägel mit Fiberglasgel verstärke, kann ich zudem meinen Zeigefinger oder Daumennagel wie ein Plek nutzen um mal schneller unterwegs zu sein. Auch eher selten der Fall.


Wenn die linke Hand gut legato unterwegs ist, w√ľrde ich das erstmal als gro√üen Vorteil sehen. Die meisten eher klassisch oder Folkiggepr√§gten Akustikkollegen sind immer etwas "neidisch" √ľber meine E-Gitarren-Linke ;)
Das ist gerade beim Fingerstlye wenn man komplexere Arrangements oder kurze Impros mit dem Groove gleichzeitig spielt, sehr hilfreich, weil man dann mehr Zeit hat um mit der rechten Hand zu "arbeiten". Also T√∂ne mit Pull off oder Hammer ons zu spielen und gleichzeit einen Slap oder Basston mit rechts zu spielen. Da verzweifeln viel "Klassiker und Folkies", w√§hrend das f√ľr mich ganz normal ist. Nach den vielen Jahren auf der Akustischen erwische ich mich aber auch dabei, wie ich oft alle die o.g. "Regeln" intuitiv aufgebe und dann macht die rechte Hand einfach was sie will. Z.B. Wechselschlag mit Daumen und Zeigefinger (Knopfler-Like) oder um diese Snapeffekt zu haben.

So ungefähr, wenn ich ohne Nachdenken rumnudel.


Wenn Du Fragen hast und ich helfen kann, lass es mich wissen!

LG
Rolli
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich spiele mittlerweile fast alles mit Hybridpicking/ChickenPicking.
Hallo Ugorr, Danke, daran dachte ich auch schon, diese Spielweise ist mir aber völlig fremd, bzw, habe ich noch nie versucht. Das kann die Lösung sein, wenn es in Richtung Country, Bluegrass, etc geht.
Wie ich mich kenne, werde ich wieder alles mit dem Plektrum versuchen zu bew√§ltigen, da brauchts dann Disziplin. Ich versuchs, geb mir M√ľhe.
Wenn die linke Hand gut legato unterwegs ist, w√ľrde ich das erstmal als gro√üen Vorteil sehen
Ja, so in etwa ist es eben bei mir, die linke Hand ist eben schneller unterwegs, als die rechte Schlag/Zupfhand. Ich behaupte jetzt nicht, dass ich so versiert bin wie Du mit der Zupftechnik, allerdings ist das eigentlich das Ziel, wohin ich will, ohne Plektrum auf der Akkustik zu spielen, was ich ja schon mache, sicher ist, von Deiner Spielweise kann ich noch viel lernen.

Zum Gro√üteil nutze ich die ganz klassische Anschlagsart und Fingerzuordnung. Also Daumen f√ľr die E-A-D Saiten und Index f√ľr G, Mittelfinger f√ľr die B und Ringfinger f√ľr die E Saite.
Das hab ich auch mal so gelernt, vor vielen Jahren, deshalb ist das auch mein Ansatz. Allerdings spiele ich mit den Fingerkuppen, ist ein anderer Sound, die kurzen Fingernägel kommen aber auch hier und da intuitiv in die "Technik".
Danke, ich muss wohl öfter bei Dir reinschauen, YT-technisch.

Erst mal gro√ües Danke an Alle, ich geh dann mal √ľben;)
 
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