MusikalienhÀndler - Ein Beruf ohne Zukunft?

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Anonymous

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Hi Gitarreros,

wir hatten ja schonmal eine Diskussion ĂŒber mangelndem Service und Beratung, ĂŒber Fachpersonal und ahnungslose Aushilfen in MusiklĂ€den gehabt. Der Grund: viele LĂ€den stellen kein Fachpersonal mehr ein.
Einige werden mitgekriegt haben das ich selber MusikalienhÀndler bin, aber keine Chance auf eine Anstellung habe. Ich habe deshalb mal einen Brief an den Verband der MusikgeschÀfte geschrieben den ich auch mal hier veröffentlichen möchte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Musikhandel, bzw. in den neuesten GDM-Mitteilungen weisen Sie auf die geringe Anzahl der Auszubildenden zum MusikalienhÀndler, bzw. auf zuwenig GeschÀfte, die ausbilden, hin.
Leider weisen Sie aber nicht auf die geringen Chancen (bzw. auf die Möglichkeiten einer Anstellung), die MusikalienhĂ€ndlern NACH ihrer Ausbildung gegeben sind, hin (wenn diese nicht gerade das GlĂŒck hatten, nach der Ausbildung ĂŒbernommen zu werden, so wie es mir passiert ist)
Das ist jedenfalls der Eindruck, den ich mittlerweile vom Berufsstand des MusikalienhÀndlers gewonnen habe.
Warum?

Nun, erstmal soviel zu den positiven Seiten des Berufs, bzw. meiner Motivation diesen Beruf zu erlernen:
Ich habe mich Mitte der 90er Jahre fĂŒr die Ausbildung zum MusikalienhĂ€ndler entschieden, da sich alles bei mir um Musik gedreht hat, bzw. es noch heute tut: Musik hören, sammeln, musizieren, Konzertbesuche, Fachsimpeln... Was war als naheliegender als diesen Beruf aufgrund meiner Musikbegeisterung zu erlernen?
Zumal mir die Freude am Beruf weitaus wichtiger als der Verdienst ist (ich weiss, das man als MusikalienhĂ€ndler nicht reich wird...). Mit macht(e) der Umgang mit Kunden Spass, die Möglichkeit zum fachsimplen, die lockere Art (wie es sie ausserhalb der Musikbranche nicht so gibt); die Idee mein Hobby (bzw. was dem nĂ€herkommt) beruflich umzusetzen uberwogen die Überlegegungen welche Möglichkeiten mir noch nach der 10. Klasse offenstanden.
DafĂŒr habe ich mich sogar fĂŒr die Ausbildung anstelle einer weiterfĂŒhrenden Schule (und somit anstelle eines höheren Schulabschlusses) entschieden.

Wurde ich anfangs fĂŒr meine Berufswahl belĂ€chelt, missverstanden (ich wurde als VerkĂ€ufer, der an der Kasse steht, bezeichnet), stirnrunzelnd hinterfragt ("Musi...was? Was machst du?") oder gar vom Arbeitsamt alles andere als unterstĂŒtzt ("nun klappern sie mal die GeschĂ€fte ab", als ich als Traumberuf "Gitarrenbauer" nannte; die Bezeichnung "Zupfinstrumentenmacher" fand ich gleich abschreckend, das ich die Idee gleich wieder verwarf), so habe ich stets darauf bestanden als MusikalienhĂ€ndler und nicht bloss als "Einzelhandelskaufmann im MusikgeschĂ€ft" angesehen zu werden. Wenn schon, dann auch konsequent. Genau die Einstellung auf die Sie in der Mitteilung hinweisen.
Ich habe die Entscheidung mit der Auffassung begrĂŒndet, das ich das Geld damit verdiene, wofĂŒr ich es konsumiere, ( CD's, Gitarren und Zubehör, Konzertbesuche, Musikzeitschriften, usw.)
Auch wenn es das meiste nicht in unserem Sortiment gibt, so ist es doch die gleiche Branche. FĂŒr mich bedeutet "MusikalienhĂ€ndler" sĂ€mtlicher Bereich indem mit der Ware "Musik" gehandelt wird, und nicht bloss Angestellter im Musikladen.

Nun aber zu den Schattenseiten des Berufes:
Über die schlechte Lage in der Musikwirtschaft (weniger Kunden, immer mehr Service fĂŒr weniger Verdienst...) brauche ich nicht zu philosophieren. Das hiesse Eulen nach Athen tragen.


Vor lĂ€ngerer Zeit bin ich aus privaten GrĂŒnden (Beziehung) in einer der grössten deutschen Stadt gezogen.
Aufgrund des damit verbundenen (erheblich) lÀngeren Fahrtweges und da ich mehr in meinem Metier arbeiten möchte (Gitarren z.B.) habe ich mich noch vor dem Umzug nach einer neuen Stelle in der Stadt umgeschaut. Ausserdem ist die Zukunft meines (noch aktuellen) Arbeitsplatzes ungewiss.
SĂ€mtliche Bewerbungen blieben - wer hĂ€tte damit gerechnet - erfolglos. Manche Bewerbungen blieben unbeantwortet, auf manche Nachfragen erhielt ich antworten wie "MusikalienhĂ€ndler? Diesen Beruf gibt es bei uns nicht!" (War ĂŒbrigens das grösste Musikhaus weit und breit) oder ich war nicht anspruchsvoll genug: "Abitur Voraussetzung, am liebsten Musikstudenten" - (WofĂŒr habe ich mich denn nun fĂŒr die Ausbildung anstelle der weiterfĂŒhrenden Schule entschieden?) oder gar "Zu teuer. Wir können keine FachkrĂ€fte bezahlen." (wie bitte? wieviel weniger noch kann eine Aushilfe verdienen?) Na prima! WofĂŒr habe ich denn den Beruf gelernt? Haben nun Aushilfen etwa bessere Chancen?
Ich dachte "viele MusikhÀndler stellen MusikalienhÀndler bevorzugt ein!"

Was nun? Ich habe nicht trotz - sondern gerade WEGEN - der Ausbildung KEINE Chance im Beruf in meiner nÀheren Umgebung unterzukommen.
Sieht so etwa "der Wert der qualifizierten Ausbildung" aus?

Stattdessen darf ich seit meinem Umzug den damit verbundenen lĂ€ngeren Arbeitsweg (mit dem ÖPNV) in Kauf nehmen. Das Chaos mit der Deutschen Bahn (tĂ€glich ĂŒberfĂŒllte ZĂŒge, stĂ€ndige VerspĂ€tungen zur Arbeit) brauche ich erst gar nicht nĂ€her zu erlĂ€utern.
Das wirkt sich natĂŒrlich auf die Arbeits(un)lust aus. Der Stress mit der Fahrerei sowie die (sehr) hohen Fahrtkosten stehen in absolut keinem VerhĂ€ltnis zu dem kleinen Verdienst!
DafĂŒr dann der hohe Zeitaufwand...
Sie können ja argumentieren das ich ja zum Arbeitsplatz hinziehen könnte, aber ich sehe nicht ein das ich meinen Beruf ÜBER die Beziehung stelle (in der der andere Teil ein mehrfaches verdient!)
Zum anderen ist die Zukunft meines Arbeitsplatzes nicht mehr sicher. (Ich arbeite deshalb schon nicht mehr vollzeitig)


Aus der anfÀnglichen Begeisterung blicke ich nun in eine ungewisse Zukunft. Mittlerweile habe ich auch die Freude am Musikkonsum verloren, so das ich diesen drastisch reduziert habe.
Mir gefĂ€llt die Tatsache nicht das ich damit die (Aushilfs-) Jobs mit-finanziere die ich gerne hĂ€tte, bzw. die mir verwehrt bleiben! Da mein Musikkonsum bis vor kurzem nicht gerade gering war und recht die Kosten fĂŒr den Arbeitsweg viel zu hoch sind, habe den Eindruck nur noch zu arbeiten um mir meinen Job, bzw. meinen Beruf erhalten zu können.

Ich bereue zwar nicht mich DAMALS fĂŒr den beruf entschieden zu haben, aber heute wĂŒrde ich es nicht mehr tun.
Ich hatte nach der Ausbildung sogar die Möglichkeit einen höheren Abschluss zu erlangen, dafĂŒr hĂ€tte ich ein Halbjahr an die Berufsschule dranhĂ€ngen können. Dann hĂ€tte ich aber nicht vollzeitig arbeiten können und wĂ€re nicht ĂŒbernommen worden. Heute frage ich mich ob ich damals nicht eine Fehlentscheidung (und zwar eine ganz bedeutende) getroffen habe.

Ich freue mich zwar das es noch junge Leute gibt die diesen Beruf erlernen möchten, aber ich wĂŒrde jedem von dieser Entscheidung abraten!
Warum sollen noch junge Menschen zum MusikalienhÀndler ausgebildet werden (so wie Sie es fordern), wenn man sich nach der Ausbildung in diesem Beruf nicht verwirklichen kann?
Ist DAS etwa "im Sinne der Branche"? Halten Sie es fĂŒr verantwortlich mehr AusbildungsplĂ€tze zu fordern, wenn die nötigen ArbeitsplĂ€tze dazu fehlen?

Sollte ich in absehbarer Zeit keine Stelle finden, so werde ich den Beruf an den Nagel hĂ€ngen (mĂŒssen) und dem Musikhandel auch als Kunde ganz den RĂŒcken zukehren. Wenn schon, denn schon. Ich frage mich ob ich wohl zu blauĂ€ugig mit meiner Berufswahl gewesen bin. Von ihrer Forderung "Ausbildung nicht unter "Wert verkaufen!" bleiben fĂŒr mich nur leere Worte ĂŒbrig.

Mit musikalischen GrĂŒssen.
 
Hallo Yngwer,

Die "Liberalisierung" des Arbeitsmarktes soll allen Doofen, Lustlosen und Schulversagern die Chance geben, auch mal einen Beruf auszuĂŒben. Um E-Gitarrenbauer zu werden, braucht man heute nur noch einen Graveur, der einem das Schild fĂŒr die TĂŒr macht. In der Handwerksordnung sind gerade mal 41 Berufe ĂŒbrig geblieben, fĂŒr die man eine Meister Qualifikation braucht. FĂŒr Teilbereiche vieler Berufe muss man gar nichts mehr können.
Und? Schafft das ArbeitsplÀtze? Ich behaupte, es senkt das Lohn- Bildungs- und Leistungsniveau.
Du bist ĂŒberqualifiziert und zu teuer.

(Dabei, aber das ist eine andere Baustelle, kostet die Verwaltung des Staates und Deiner Arbeit 60Cent von jedem verdienten Euro! Wir können uns Deine Qualifikation nicht leisten, weil die Verwaltung zu teuer ist - lustig, was?!?)
 
Yngwer Malmstein":1y4fhjq7 schrieb:
Hi Gitarreros,

wir hatten ja schonmal eine Diskussion ĂŒber mangelndem Service und Beratung, ĂŒber Fachpersonal und ahnungslose Aushilfen in MusiklĂ€den gehabt. Der Grund: viele LĂ€den stellen kein Fachpersonal mehr ein.
Einige werden mitgekriegt haben das ich selber MusikalienhÀndler bin, aber keine Chance auf eine Anstellung habe. Ich habe deshalb mal einen Brief an den Verband der MusikgeschÀfte geschrieben den ich auch mal hier veröffentlichen möchte.

Hallo,
bitte laß uns doch dann auch teilhaben an der entsprechenden Reaktion (falls man sich herablĂ€ĂŸt, ĂŒberhaupt zu reagieren) und halte uns auf dem Laufenden, was sich in nĂ€herer Zunkunft daraus entwickelt.
Gruß Bernd
 
Hallo Leute,

danke fĂŒr eure Anteilnahme!
Eure Reaktion ist bislang die einzige!
Die Damen und Herren trauen sich gar nicht vom hohen Ross zu steigen und mal ein Statement zu geben.
Ich habe den Brief an den GDM und an den Vorsitzenden des GDM höchstpersönlich geschickt.
das einzieg was bislang geschah, ist das der Brief - auf meinem Wunsch hin - im Forum des Verbandes veröffentlicht wurde, das aber nur fĂŒr Mitglieder (also MusikgeschĂ€fte die dem Verband angehören)
zugÀnglich ist.
Daher musste ich den Brief sogar anonym veröffentlichen lassen, hĂ€tte ich den direkt im Forum gepostet wĂŒsste man ja, von wem der ist.
Ich habe das vorletzte Wochen geschrieben (ich saß sehr lange dran und habe hier und da gekĂŒrzt...) und vor fast 2 Wochen geschickt. Vor 9 Tagen kam der Brief ins Forum.
Bis heute KEINE Reaktion...
Was Kraushaar schreibt kann ich auch ziemlich gut nachvollziehen...

Der Stein des Anstosses war ĂŒbrigens ein interner Bericht in dem ĂŒber zu wenig Lehrlinge geklagt wurde, mit der Bitte doch mehr auszubilden. 1998 waren es gerade mal 35 aus ganz Deutschland (ich wurde ja mit denen geprĂŒft) und dieses jahr sollen es weitaus weniger sein (was mich nicht wundert)
"Dies wÀre nicht im Sinne der Branche"...

Mich hat das ziemlich zur Weissglut getrieben.
Was denn bitteschön mit den fertigen MusikalienhÀndlern ist, darauf wurde nicht eingegangen. Ist das etwa im Sinne der Branche, mehr auszubilden wenn man ohnehin nicht weiss, wohin mit den fertigen Leuten, die keine Stelle finden? Damit es noch mehr Arbeitslose gibt?

"Ausbildung nicht unter Wert verkaufen".
Das stand auf einem Prospekt (kann ich mal scannen und veröffentlichen), dort wurde darauf hingewiesen das man laut IHK nur Einzelhandelskaufmann gelernt hat, aber mit dem Fachwissen und der PrĂŒfung eigentlich MusikalienhĂ€ndler ("mit einer darĂŒber hinaus besonderen Qualifikation") ist. Wenn man schon in MusiklĂ€den ausbildet, dann bitte auch zum MuskikalienhĂ€ndler; als Pluspunkt:
"Viele GeschÀfte stellen MusikalienhÀndler bevorzugt ein".
Nun, wenn ich auf meine Absagen und Reaktionen schaue, stelle ich eher das gegenteil fest.
Ich finde die Aussagen vom GDM eine ziemliche Frechheit. Ich kann mein MusikalienhÀndler-Zeugnis ins Klo schmeissen.

Ich habe nun ein Stellengesuch aufgegeben:
http://rhein-ruhr.opusforum.org/rrg/gvet/2096991.htm
Ich denke auch daran mal Anzeigen in Musikerzeitschriften aufzugeben (vielleicht lesen's ja die richtigen Leute)


darĂŒber hinaus werde ich aber schauen ob ich in Köln was anderes finde. Mein derzeitiger Arbeistplatz ist zum einen nicht mehr sicher, zum anderen halte ich es aber nicht mehr aus.
Mit meinem richtigen Fachwissen hat das nur bedingt was zu tun. (Gitarren? Fehlanzeige. Immer nur Noten ist nicht gerade ein Traum)
Köln ist ja eine grosse Medienstatd, vielleicht gÀbe es ja was in der Medienbranche, wo mein Fachwissen doch noch zur Geltung kommt. Mal schauen.

Metallische GrĂŒsse.
Yngwer
 
Hallo Yngwer,

ich kann Deine EntĂ€uschung ĂŒber die"sinnlose" Ausbildung verstehen. Dennoch glaube ich, dass der Fachverband nicht die richtige Anlaufstelle fĂŒr Deine Kritik ist.
Wenn Du als Fachkraft (ich nenne mal eine Zahl...) 900 Euro Netto raus haben willst, so bezahlt der Arbeitgeber etwa 2000 Euro mit Lohnnebenkosten und Arbeitgeberanteil. Da sagt der eine, er verdient nichts und der andere, er wĂŒrde darĂŒber arm - und BEIDE haben recht!

Bei einem gemittelten Gewinn in der Musikbranche von 10% vor Steuern musst Du mit den 900 Euro Nettogehalt monatlich etwa 20.000 Euro umsetzen, damit der Chef nichts dabei legt. Und diese Zahlen sind nicht mehr zu erwirtschaften. NatĂŒrlich stellt man lieber ausgebildete ArbeitskrĂ€fte ein. Wenn der Staat aber 60 Cent von jedem verdienten Euro auffrisst, können sich die GeschĂ€ftsleute kein Fachpersonal mehr leisten.
 
Yngwer Malmstein":da1t19qu schrieb:
Hallo Leute,

danke fĂŒr eure Anteilnahme!
Eure Reaktion ist bislang die einzige!

Vor 9 Tagen kam der Brief ins Forum.
Bis heute KEINE Reaktion...

Hallo Yngwer,
Das liegt sicherlich daran, dass in der heutigen DEUTSCHEN(!) Gesellschaft der Egoismus und Neid weitverbreitet das Maß der Dinge ist: "Was gehen mich die Probleme des anderen an?" "Jetzt ich, alles andere ist mir egal und interessiert auch nicht!" "MIR geht es doch noch relativ gut, ICH habe momentan noch keine Probleme. Sollen die anderen doch machen, Hauptsache mich betrifft es nicht." Das sind die Dogmen, nach denen bewußt oder auch unbewußt gelebt wird. Ellenbogengesellschaft nennt man so etwas. Und auch das ist mit ein Grund, warum Deutschland momentan so in der Misere steckt.
Dann dudelt man noch ĂŒber die Medien solche Slogen wie: "Geiz ist geil", "Haltet Eure Kohlen zusammen, damit Ihr im Alter was habt" u.a.m.
Da man muß sich doch nicht wundern, dass in Deutschland nicht mehr ausreichend konsumiert wird. (NatĂŒrlich sind auch die Belastungen dank unserer nimmersatten FĂŒhrungsschmarotzer gestiegen!)
FĂŒr die GeschĂ€fte in den InnenstĂ€dten, die sich neben einem Dutzend Apotheken und "StĂŒtzstrĂŒmpelĂ€den" zum Großteil aus Schlecker, Kodi, Lidl, McPfennig, Aldi, Zeemann sowie Fastfood- und Dönerbuden (Anm.: ich esse gern mal einen Döner!!) zusammensetzen, braucht man nun mal kein Fachpersonal. Alles muß nur noch billig sein. Und deshalb ist auch alles ausschließlich auf Gewinnmaximierung orientiert.
Bleiben letzendlich solche "FachgeschĂ€fte" wie Mediamarkt und Saturn, da habe ich auch noch nie kompetentes Fachpersonal getroffen. VerkĂ€ufer ja aber kein Fachpersonal. Ein BeratungsgesprĂ€ch könnte ich mittlerweile nach fĂŒnf Minuten Waren-Ansehen mitplappern wie ein Papagei. Immer das selbe Schema. Angefangen wird bei der höchstpreisigsten eierlegenden Wollmilchsau, die ich gar nicht brauche und die auch nichts mit meinem zuvor hervorgebrachten Anliegen zu tun hat.

Solange sich daran nichts Àndert, werden engagierte Leute wie Du - lieber Yngwer - keine Change mehr haben.
PS: Vielleicht solltest Du mal ĂŒber Arbeiten in NL oder Belgien nachdenken. Ich war letztens mal ein paar Tage in BrĂŒssel. Da machte das Shoppen wirklich noch Spass. Man hat dort ein breites Warenangebot, Kundenservice!!! und hochwertige GeschĂ€fte mit vernĂŒnftigen Preisen (DIOR, VERSAGE, BOSS, GUCCI etc. mal außen vor). Gleiche Erfahrungen habe ich auch in den Niederlanden gemacht.

So, ich hoffe den Ball gut in Position gelegt zu haben. Mal sehen, ob einer gegentritt.... ;-)
 
finetone-bf":2i9f42k8 schrieb:
Bleiben letzendlich solche "FachgeschÀfte" wie Mediamarkt und Saturn, da habe ich auch noch nie kompetentes Fachpersonal getroffen. VerkÀufer ja aber kein Fachpersonal.

Hi,

bei den Musikalien ist es doch das Gleiche. In Köln schluckt der MS die kleinen GeschĂ€fte. Und wat lĂ€uft da im MS an "FachverkĂ€ufern" rum? Ich glaub, da hat keiner ne Ausbildung. Dat kömmt mir immer so vor, als wĂ€ren das SchĂŒler, die grade Freistunde haben.
Kompetenz konnt ich bei dem "Schwatten", der in G&B Werbung macht feststellen (Profi, na klar - schneller Daumen): Der wollte mir doch glatt nen Warwick mit verzogenem Hals anlabern... :cry:
Hör mir bloß uff :evil: :evil: :evil:
Höchst amĂŒsiert hab ich dann doch gerne die Versuche des Technikers beobachtet, eine vernĂŒnftige Saitenlage einzustellen. :roll: Nach ner halben Stunde Geschraube und Messerei kam der dann zu dem Schluß:"geht nich, der Hals ist verzogen." Na also, geht doch. Hab ich zwar direkt bemerkt - einige Kinder sind halt ein wenig langsamer als Andere.
Ich darf garnicht an dat Publikum, die wo dat erstemal .... denken. Leute zulabern, verkaufen, Provision kassiern. Was braucht es da einen FachverkÀufer - da bleiben die doch auf ihren Gurken sitzen.
FrĂŒher gab et im Köln ein GeschĂ€ft, das war dafĂŒr bekannt, das Hausfrauen, die ne Blockflöte kaufen wollten mit nem Kaufvertrag fĂŒr ne Hammond das GeschĂ€ft verließen.
 
Wenn ich das so lese, Duffes, könnte ich genauso in die Luft gehen. Provision dafĂŒr, das man ohne Fachwissen etwas den Leuten andreht, wĂ€hrend ich gerne Auskunft gebe, etwas schnell weiss oder finde und das manchmal auch fĂŒr die Katz ist.
Wenn dann aber Leute nun wissen wollen wie sie was spielen sollen oder ich denen die Noten auch noch bschreiben soll, dann stosse auch ich an meine Grenzen.
Ich kann mich in meinem Job ĂŒberhaupt nicht entfalten. Bei uns gibt es nur Noten, Kunden die klassische Musiker sind; nix wo ich mal ĂŒber Gitarren oder Rockmusik fachsimplen kann.
Alles was an Fachwissen bei meiner Arbeit verlangt wird, habe ich mir angegeeignet!
Das was ich vorher und privat ĂŒber Musik weiss/wusste, kommt ĂŒberhaupt nicht zum Einsatz!
Könnt ihr euch vorstellen, wie frustrierend das ist? Wenn ich dann mal woanders (als Kunde) bin und die anderen Kunden besser beraten könnte als das Personal? ich wĂŒrde gerne, aber ich kann es nicht.
Es ist sogar mal vorgekommen das ich in solchen FĂ€llen fĂŒr einen Mitarbeiter gehalten wurde...

Das mit Saturn geht mir genauso. Da habe ich mich ĂŒbrigens auch mal beworben... (obwohl ich eher nicht im CD-Laden arbeiten möchte)
Mittlerweile kann ich den Laden auch nicht mehr sehen... Die machen auch noch Werbung fĂŒr Music Store...

Das mit dem Ghalt, da gebe ich dir recht.
Aus dem Gunde habe ich aber von Anfang an nicht Vollzeit gemacht, sondern ein paar Stunden weniger um unter die nÀchste Lohn/Abgaben-Grenze zu kommen.
Weil ich nicht einsehe das von ein paar Stunden mehr Arbeit der Staat mehr als ich hat.
(Übrigens wĂŒrde ich mit der Fahrerei dazu gerechnet auch auf ĂŒber 40 Stunden in der Woche kommen)
Anstelle von Lohnerhöhungen habe ich dann immer meine Arbeitszeiten verkĂŒrzen lassen...
Ich habe 800 € netto! Die Fahrtkosten betragen schon 110 €! Paradox! Auch wenn ich das Geld wieder bekomme, es muss ja trotzdem erarbeitet werden und so arbeite ich eigentlich um mir den Job erhalten zu können!

Der Staat fordert lÀngere Arbeitszeiten? Hmm, soll er mehr ArbeitsplÀtze in der NÀhe schaffen...
Die lÀngere Fahrtzeit entfÀllt und man kann die Zeit "wirtschaftlicher" nutzen.

Das mit dem Umziehen fĂ€llt fĂŒr mich flach da ich nicht ohne Grund nach Köln gezogen bin und dachte das es in einer Millionenstadt einfacher wĂ€re ein Job zu finden...

Mal schauen was die Berufsberatung in einigen Tagen bringt...

PS. Der Fachverband kann mir sicher keinen Job verschaffen, aber ich finde die Forderung nach mehr AusbildungsplÀtzen dreist, wenn man spÀter
damit nichts machen kann.
Es ist wie in der Regierung: mehr AusbildungsplÀtze schaffen... Wenn die dann spÀter arbeitslos sind, macht das nix. "Gelernte Arbeitslose" klingt wohl besser in der Statistik als "Ungelernte"

Ausserdem sind die Mitglieder des Fachverbandes selber Inhaber von Musikalienhandlungen...
Die könne wohl kaum ĂŒber zuwenig FachkrĂ€fte jammern.
Es sei denn sie sehen in Azubis eine billige "Fachkraft". DafĂŒr ist man dann gut genug...
 
Hallo Yngwer,

du stehst mit deiner beruflichen Problematik garantiert nicht allein da! Mir geht es Ă€hnlich, nur dass ich bereits arbeitslos bin und trotz zwei erlernter Berufe einfach keinen Job finde. Vor einigen Monaten habe ich meine Arbeitskraft bereits kostenlos, in Form von Praktika, zur VerfĂŒgung gestellt, nur um ĂŒberhaupt mal wieder etwas arbeiten zu dĂŒrfen. Mittlerweile habe ich es komplett aufgegeben mich zu bewerben - und betitele es als "reine Zeitverschwendung". Es ist absolut hart ohne jegliches Einkommen da zu stehen und einer zukunftstrĂ€chtigen Illusion beraubt zu werden. Ich weiß jedenfalls keineswegs, wie ich die nĂ€chsten zwei Jahre finanziell ĂŒberstehen soll, ohne einen totalen Schiffbruch zu erleiden; der finanziellen Verantwortung gegenĂŒber meiner Frau, muss ich mich derzeit komplett entziehen - was das fĂŒr mich als Ehepartner und "Wunschvater" bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

Sicherlich kann ich niemand anderen als mich selbst fĂŒr diese Situation verantwortlich machen, immerhin erlernte ich beide Berufe auf eigenem Wunsch. Dummerweise waren es zwei Berufe in Wirtschaftsbereichen, in denen das Lohn- und Arbeitsplatz-Niveau zuerst schwanden - das war schon ein ziemliches Pech fĂŒr mich. Mittlerweile ist das Arbeitsplatz/Bewerber-Niveau so ungĂŒnstig, dass ich noch nicht mal mehr auf einen Job in einer Fabrik hoffen darf.

Ich weiß nicht welche Kraft mich noch antreibt, vielleicht ist es die SolidaritĂ€t mit den anderen, weit ĂŒber 4 Mio Arbeitslosen...

(Alle Arbeitslosen sind zu faul - wer arbeiten will, bekommt auch Arbeit! Stimmt's?)

Gruß
 
Ich weiss wie das ist mit wenig Geld auszukommen.
Als Teenie war unsere Familie aufs Soziamt angewiesen (Vater zahlte nicht). Und ich war selber fast ein jahr arbeitslos (mit 17) als ich von der Höheren handelsschule flog und ich dann plötzlich als arbeitslos galt.
Ich hatte die Wahl: Entweder ein (Schul)jahr spÀter
eine weiterfĂŒhrende Schule (dann wĂ€re ich aber mit 18 - 20 noch vom Sozialamt abhĂ€ngig gewesen! ) oder eine Ausbildung damit ich ĂŒberhaupt Geld verdiene (dafĂŒr hatte ich dann im ersten Lehrjahr noch 50 DM Taschengeld fĂŒr mich ĂŒbrig! Als ich meinen ersten richtigen Amp kaufen konnte, spielte ich schon 2 1/2 Jahre und ich musste etwas versetzen, das Weihnachtsgeld dafĂŒr sparen und um einen Vorschuss beten, um mir den ĂŒberhaupt leisten zu können...). Wenn ich vom Geld schon nichts hatte, so wollte ich das haben was mir am meisten Spass macht.
Also fragte ich mich was fĂŒr einen Beruf den die Leute haben (besser gesagt HATTEN) die in GitarrelĂ€den arbeiten. Tja, und so kam ich auf MusikalienhĂ€ndler.
Und an der Einstellung "Freude am Beruf ist mir wichtiger als der Verdienst" halte ich heute noch (ich denke mal der Wirtschaft wĂŒrde es nicht schaden, wenn viele diese Einstellung hĂ€tten) fest, aber wenn die schlechten Chancen der Lohn dafĂŒr sind...
 
Na dann bist du auch nicht so ein "mit Sahne aufgezogenes Kind". Das kann einem schon leid tun - insbesonders wenn in den Folgejahren noch weitere RĂŒckschlĂ€ge wegzustecken sind, wie in deinem Fall mit dem Job.

Geld war bei uns auch stĂ€ndig "sehr knapp". Damit ich bereits in der Ausbildung gutes Geld verdiene und meine Eltern entlaste, habe ich zunĂ€chst einen echt harten Bauberuf erlernt. Das war sicherlich nicht mein Traum (...und fĂŒr die Finger garantiert nicht gut), finanziell hat es sich jedoch gelohnt. Dass es ein großer Fehler war diesen Job zu erlernen sehe ich jetzt, da es keine vernĂŒnftigen Jobs in diesem Bereich gibt. Im Moment beurteile ich es so, dass ich mir mit der Berufswahl nach der Realschule die eigene Zukunft verbaut habe (warum war ich nur so doof und dachte "Handwerk hat goldenen Boden"!!?).

Trotzdem sollten und dĂŒrfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass diese Situation auch eine Gelegenheit fĂŒr eine berufliche Neuorientierung bedeuten kann - wie auch immer. Wer weiß wohin uns das Schicksal leiten will!

In diesem Sinne...!

Gruß
 
ja, das mit dem Handwerk hat man mir in der Realschule auch gesagt. Nur das dies absolut nicht meine Baustelle ist.
In meinem Falle war die Berufswahl auch nicht wirklich eine Entlastung fĂŒr unsere Familie.
Das war es erst als ich ausgezogen bin, weil meiner Mutter bis mein Verdienst angerechnet wurde. Das heisst von meinen 750 DM Verdienst im ersten Lehrjahr musste ich zuhause 600 DM abgeben weil das meiner Mutter sonst gefehlt
hÀtte. Dazu noch die Fahrkarte selber bezahlen...
(WĂ€hrend meine Freunde um mich rum einen FĂŒhrerschein zum 18. bekamen - ich hĂ€tte dafĂŒr noch nicht mal das Geld verdienen können/dĂŒrfen)
Da wollte ich lieber einen Beruf haben an dem ich Freude habe.
Nun habe ich diesen Beruf gelernt und stehe da...

Ein kleines Handicap habe ich bei der anstehenden Suche:
1.) keinen FĂŒhrerschein
2.) ich bin halb taub (höre auf rechts nichts - weiss nicht ob ich das angeben sollte)
 
Tach zusammen,

was mich bei dem Thema Arbeitsmarkt immer erstaunt ist, wie freundlich hier wÀhrenddessen mit unserer Staatsverwaltung umgegangen wird. Ich meine, die von mir o.g. Zahlen sind ja nicht aus den Fingern gesogen. Die Verwaltung der Arbeit und des Staates kostet in Deutschland inzwischen mehr, als die Arbeit selbst.

Dass unsere Politik von grĂŒn bis schwarz darauf nicht reflektiert, soll nicht weiter verwundern. Schließlich ist die Politik Oberverwaltung und lebt noch immer gut von der tatsĂ€chlich erbrachten Arbeit anderer.

Ich bin aber schon verwundert, dass in der Bevölkerung kein Unwille bei diesen ZustÀnden entsteht.
Vielleicht sollte man Bierflaschen nur noch mit 200 cmÂł befĂŒllen, Limousinen nur noch mit 2 Sitzen und zwei Reifen ausliefern, nur noch 3 Saiten in einem Satz verkaufen, TelefonbĂŒcher nur noch bis K drucken und Autobahnen nur noch 2-Spurig bauen.....
„Der Rest wurde zur Verwaltung benötigt. Wir danken fĂŒr Ihr VerstĂ€ndnis!“

Ob dann jemand wach wird?!?
 
Die Verwaltung ist auch Teil meines Jobs.
da ich der einzige Angestellte bin, bin ich auch noch (so nebenbei) fĂŒr den Papierkrempel zustĂ€ndig.
Und da fĂ€llt - trotz immer weniger Kunden - IMMER was an. Sprich Arbeit ist auch vorhanden, wenn dafĂŒr kein Geld fliesst.
Mit Buchhalutng und so habe ich natĂŒrlich nichts zu tun. das kann ich auch nicht von mir aus machen. Aber dafĂŒr Rechnungen schreiben, Überweisungen schreiben (ich schreibe sogar meine eigene Überweisung!) und allerlei Krempel. SO habe ich mir meinen Beruf jedenfalls NICHT vorgestellt!!! (WĂŒrde ja viel lieber Gitarren pflegen...) :evil:
Und das mit den Sozialabgaben (weshalb ich ja so teuer sein soll) ist auch
eine Frechheit:
Da soll ich einige Bonusprogramme der Krankenkasse in Anspruch nehmen um gĂŒnstiger wegzukommen. Von wegen wenn man was tut fĂŒr seine Gesundheit...
Das habe ich nicht nötig! Ich war in knapp 9 Jahren gerade mal 3-4 Jahre (INSGESAMT!) krank und habe somit seltenst die Krankenkasse in Anspruch genommen!
(Aber so eine Einstellung scheint ja nicht gefragt zu sein, bei den Arbeitgebern)
Ich rauche sowieso nicht, trinke kaum, habe letztes Jahr 15 Kilo abgespeckt... und da bietet die Krankenkasse PrĂ€mien dafĂŒr an um z.B. mit dem Rauchen aufzuhören... Ähm, was ist mit denjenigen die sowieso schon gesund leben und keiner Verbesserung der Gesundheit benötigen?
Neulich hate jemand von meiner Krankenkasse angerufen und mi diese Programme angeboten... da habe ich ihm meine meinung gesagt, das ich das Angebot (PrĂ€mien, wenn ich gesĂŒnder leben soll als vorher) als Frechheit empfinde. Statt der PrĂ€mien sollte man lieber meine BeitrĂ€ge kĂŒrzen! Ich fragte ihn weshalb er denn deshalb gerade auf mich kĂ€me.
"Sie fallen ja ĂŒberhaupt gar nicht auf...". Tja, ich könnte mir vorstellen das die Privaten da bessere Angebote haben... Vielleicht wĂ€re mal ein Wechsel sinnvoll.
 
Noch mal "ganz kurz":

Ich bin aber schon verwundert, dass in der Bevölkerung kein Unwille bei diesen ZustÀnden entsteht.

Ich denke schon, dass Ärger und Unwille vorhanden ist, aber was wollen wir gegen strittige GesetzesĂ€nderungen machen? Etwa 2006 eine andere Partei wĂ€hlen...?

Das Kernproblem in diesem Land ist meiner Meinung nach die hohe Arbeitslosigkeit. Und das bekommt unsere Politik nicht in den Griff - da nĂŒtzen auch diese bescheuerten GesetzesĂ€nderungen (Arbeitslosengeld/Sozialhilfe) wenig! Mir kommt es so vor, als ob es unsere Regierung als einen Sport betrachtet auf den Arbeitslosen rumzuhacken! (Das wird nicht viel nĂŒtzen, vielleicht merken die es dann auch irgendwann noch mal...)

Ich jedenfalls bin reichlich frustriert mit meiner Situation. Ein kleines "Highlight" ist der allwöchentliche "Arbeitslosen-Kaffee" mit einem befreundeten, ebenfalls arbeitslosen Hobby-Musiker - dann können wir uns gegenseitig etwas die Ohren vollheulen...

Gruß
 
Bei soviel BĂŒrokratie, Verwaltung, Aufwand, Vorschriften und Abgaben wird nie ein Ruck durch Deutschland gehen.
Damit wird doch jeder Aufschwung, jede Überlegung etwas zu machen (was z.B. ArbeitsplĂ€tze fördern könnte) zunichte gemacht.

Heute war ich bei der Berufsberatung.
MusikalienhĂ€ndler oder etwas Ă€hnliches kann ich natĂŒrlich vergessen.
Mit meiner kÀufmÀnnischen Ausbildung könnte ich z.B. als Sachbearbeiter; in der Buchhaltung; in der EDV landen :-(
Dann habe ich ja gar nichts mehr mit Musik zu tun
(wenigstens wĂŒrde ich da besser verdienen)
Wenn ich bescheinigen wĂŒrde das mir die Arbeitlosigkeit droht weil der Laden pleite macht, dann hĂ€tte ich Anspruch auf eine neue Ausbildung, die vom Arbeitsamt gefördert wird.
NatĂŒrlich wird der Laden eines Tages dicht gemacht und dann stĂŒnde ich dann da.
Nur: Solange möchte ich nicht bleiben. (So lange halte ich auch nicht durch. Die Aussicht das bald wieder Leute nach Weihnachtsliedern! fragen treibt mich schon zur Verzweiflung!)
Daher will ich doch jetzt suchen und "abspringen" bevor ich arbeitslos bin und dann unter Druck suchen muss.
Aber wegziehen oder genauso lange fahren werde ich fĂŒr einen Job nicht.
Auf die ca. 30 Stunden Arbeit kommen 12 - 15 Stunden Fahrerei hinzu! Und das fĂŒr den Verdienst.
Allein die Zeit dafĂŒr könnte ich sinnvoller nutzen und lĂ€nger arbeiten (wie es der Staat doch vorschlĂ€gt) und dabei sogar frĂŒher zuHause sein...
 
Falls du eine neue Ausbildung, bzw. Umschulung machen musst, empfehle ich dir auf jeden Fall eine betriebliche Ausbildung - mit vermeindlicher Aussicht auf Übernahme nach der Ausbildung. Alles andere macht nach meiner Meinung sehr wenig Sinn. Denn mit einer Ausbildung und fehlender Berufserfahrung sieht es mit einer Anstellung schon schlecht aus. In den Stellenanzeigen halt das Übliche: "Mind. 3 Jahre Berufserfahrung" usw.

Gruß
 
Eine Umschulung macht das Arbeitsamt aber nicht mehr.
Und bei der Ausbildung ist natĂŒrlich klar, das man einen Beruf mit mehr Perspektiven wĂ€hlt.
 
finetone-bf":2e24prir schrieb:
Yngwer Malmstein":2e24prir schrieb:
Hi Gitarreros,

wir hatten ja schonmal eine Diskussion ĂŒber mangelndem Service und Beratung, ĂŒber Fachpersonal und ahnungslose Aushilfen in MusiklĂ€den gehabt. Der Grund: viele LĂ€den stellen kein Fachpersonal mehr ein.
Einige werden mitgekriegt haben das ich selber MusikalienhÀndler bin, aber keine Chance auf eine Anstellung habe. Ich habe deshalb mal einen Brief an den Verband der MusikgeschÀfte geschrieben den ich auch mal hier veröffentlichen möchte.

Hallo,
bitte laß uns doch dann auch teilhaben an der entsprechenden Reaktion (falls man sich herablĂ€ĂŸt, ĂŒberhaupt zu reagieren) und halte uns auf dem Laufenden, was sich in nĂ€herer Zunkunft daraus entwickelt.
Gruß Bernd

Hallo Leute,

das hatte ich ja ganz vergessen...
Tja, ich hatte im Mai und Juni einige Bewerbungen geschickt, an einige Musikverlage im Rock/Pop Bereic (AMA, Voggenreiter z.B.) und an die EMI, an den WDR, was natĂŒrlich fĂŒr die Katz war.
Es kamen nur Absagen, bei einigen schneller, bei einigen musste ich warten...
dann bin ich in den Uralub gefahren und wollte den frust ganz schnell vergessen und hatte mich damit nicht mehr beschÀftigt.
Seit 6 Wochen geht es wieder weiter (im Job) und es ist wieder wie vor dem Urlaub.
Irgendwann stosse auch ich mit meinen Wissen, aber auch mit meiner Freundlichkeit und Geduld an meine Grenzen. Dazu noch der Stress mit der Bahn :evil: und jetzt auch schon Anfragen wegen WEIHNACHTSNOTEN
:kotz:
Jedenfalls ist mir das jetzt schon zuviel, und ich bin seit einer Woche wieder fleissig an Bewerbungen am schreiben.
Die gingen jetzt an einige LÀden in der NÀhe, Plattenfirmen, PlattenlÀden, Konzertveranstalter...
Bin mal auf das Feedback gespannt.
Mir graut es jedenfalls davor, in einer ganz anderen Branche als Aushilfe zu arbeiten!!!!!!
Ich vestehe das nicht - ich habe vielleicht nicht ein sehr tiefes Wissen, aber ich behaupte mal ein sehr breites Wissen zu haben:
Ich kenne mich im klassischen Noten-Bereich und Verlags-Wesen aus,
im Hard'N'Heavy Bereich (TontrÀger), GitarrenmÀssig (meine Basteleien),
dazu eh die kaufmÀnnische Ausbildung.
Zugegeben - es wird Leute geben, die sich in den einzelnen Bereichen besser aus kennen.
Ich zweifle aber, das viele sich in SÄMTLICHEN Bereichen auskennen.
Hinzu kommt noch meine Arbeitsmoral: Immer nett und freundlich zu den Kunden, NIE krank (ich hatte in 9 Arbeitsjahren vielleicht 4? 5? Krankheitstage INSGESAMT! - macht im Schnitte ein halber Tag pro Jahr!), dazu mache ich fĂŒr den kleinen Verdienst noch die Fahrerei mit.
Mit ist die Freude am Beruf wichtiger als der Verdienst!
Ein Arbeitgeber sollte doch eigentlich froh ĂŒber so etwas mit!

Ach ja, es gab doch noch welche Reaktionen:

ich hatte auch beim Gesamtverband eine Anzeige aufegeben.
Das erste Angebot kam aus Mönchengladbach. (Laden wurde ĂŒbernommen)
Das zweite Angebot kam aus Hessen (Grosshandel fĂŒr auslĂ€ndische Zeitschriften und Noten)
Das dritte Angebot kam aus der SCHWEIZ! Der Besitzer hÀtte mich sehr gerne zu einem VorstellungsgesprÀch eingeladen!

Offenbar scheint es fĂŒr die Leute auch schwer sein, an Fachpersonal ranzukommen, doch ich will doch nicht aus Köln weg, das hatte ich sogar betont.

Auf den anonymen Brief kam vom Verband ĂŒbrigens KEINE Antwort.
Er wurde in einem Forum veröffentlicht, aber keiner scheint sich dafĂŒr interessiert zu haben... :evil:

Was ich neben den Bewerbungen ĂŒberlegt habe, wĂ€re ein Stellengesuch in den Musikzeitschriften aufzugeben. Ob man das auch so gross wie die Annoncen der Firmen rausbringen kann? Was meint ihr?

So, ich muss an meinen Bewerbungen weitermachen.

Rockige GrĂŒsse,

Yngwer
 
Update:

Von Beyer's Music Köln habe ich schon eine Absage erhalten. HÀtte nicht soo schnell damit gerechnet.
Das sagt ja so einiges, wie schlecht da die Chancen stehen...
Was ich nicht verstehe:
Wie kommen die anderen Leute an ihre Stellen?
Arbeitsamt? Anzeige? Vitamin B?
 
Yngwer Malmstein":1f3gagzz schrieb:
Update:

Von Beyer's Music Köln habe ich schon eine Absage erhalten. HÀtte nicht soo schnell damit gerechnet.
Das sagt ja so einiges, wie schlecht da die Chancen stehen...
Was ich nicht verstehe:
Wie kommen die anderen Leute an ihre Stellen?
Arbeitsamt? Anzeige? Vitamin B?

Der Store in Koeln suchte einen französischsprachigen Musikalien-
hÀndler in Vollzeit. Und Berlin ist doch auch nicht nur einen Besuch
wert ...
 
Woooah - ich schmeiss mich gleich weg!!!!!!!!
(Die Anzeige habe ich auch schon gesehen.)
Der Grund?
Ich war nÀmlich letzte Woche dort, kurz vor Schluss, und da stand neben mir ein Typ, der genau nach der Stelle gefragt hat, ahnungslos rum.
Ich wollte ihm schon sagen "lass es bleiben" oder "viel Spass" und mal von meinen Erfahrungen erzÀhlen. Hab ich dann doch gelassen.
Ich habe auch schon mal erlebt, das jemand an der Kasse stand und nach Noten fragte, was die Kassiererin ĂŒberforderte, ich aber auf Anhieb wusste und ich ihr bei mir mit einem Griff ins Fach sofort hĂ€tte geben können...

Das war aber trotzdem ein komisches GefĂŒhl.
So, als ob man zusieht, wie einem "die Felle wegschwimmen"

Zugegeben: Ich bin nicht sehr mobil und möchte nicht wegziehen und suche daher hier verbissen etwas.
Ich habe mir aber hier das Leben aufgebaut, was ich in DĂŒsseldorf (bzw. einer Nachbarstadt) nicht hĂ€tte leben können. Und bin nicht gewillt es aufzugeben.

Mal gucken, ob eine Anzeige in "Gitarre & Bass" etwas bringt. Ich habe angefragt, ob ich auch eine Grosse aufgeben kann, so wie es die Firmen tun.
Mal gucken, was das kosten kann, mir wollte nÀmlich noch jemand Bescheid geben.
Ansonsten abwarten, bis die Absagen da sind.
Sonst habe ich vorher eine Zusage und viel Geld fĂŒr eine Anzeige bezahlt, die dann nicht mehr nötig wĂ€re.
Das Geld muss ich halt woanders einsparen (evtl. Metal-Hammer-Abo kĂŒndigen?)

Aber soweit möchte ich noch nicht denken.
Hatte mich ja schonmal zu frĂŒh gefreut, und dann so ein Reinfall.

PS. Apropos Reinfall:
Is' offtopic, aber trotzdem mal:
ich hatte im hammer ein Anzeige wegen einer Musikerin in Köln gefunden. Habe angerufen, eine Verabredung ausgemacht, sie ist nicht gekommen.
Habe nochmal angerufen, zuerst besetzt, dann eine komische Mail-Box. Und ich hatte vorher um einen RĂŒckruf gebeten, falls es nicht klappen sollte...
Tja, so verlÀsslich sind die Leute. Ich renn da nicht hinterher.
 

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