warum klingts immer anders?


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Hi,

wie macht man's eigentilch, dass die aufgenommenen Lieder eine bestimmte "Klangnote" haben?
Ich will nicht, dass meine Lieder einen super-brillianten Klang haben wie eine Top Studioaufnahme. Lieber will ich, dass sie natürlich klingen, etwas rauh und... hmmm, wie sagt man? :)
Kennt jemand das "neue" Album von John Lennon? Klingt wie ganz einfach aufgenommen, aber mir gefällt dieser alte Klang. Überhaupt find ich, dass die alten Platten einen natürlicheren Sound haben wie viele neue Sachen.
Liegt's an der Bandmaschine? Oder wie bekomm ich überhaupt den Klang hin, den ich will? Ich stell halt Mikro auf, spiel ein, und dann klingts halt, aber meistens doch recht "steril".
Vielleicht versteht mich ja jemand und kann mir weiterhelfen :-D !

Grüße aus dem dicksten Winter,
Julian
 
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Hallo Julian,

ja du hast ganz Recht, ein großer Einfluss ist die analoge Aufnahme, die durch die natürliche Bandsättigung diesen "alten" Sound, wie du beschreibst anstellt.
Es gibt im digitalen Bereich auch eine "Bandsättigungssimulation", das Programm nennt sich "magneto" und ist glaube ich von Steinberg.

schau mal hier:
http://www1.keyboards.de/magazine/m0997/magneto.htm

Vielleicht klappts ja damit, allerdings ist das Programm Shareware.
Ansonsten würde ich versuchen, durch ein paar Plugins etwas "Leben" einzuhauchen, was allerdings eine Menge Fingerspitzengefühl benötigt.

lg,
Felix
 
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Jo, Magneto is schon nichts verkehrtes, wenn man damit umgehen kann...

Das Wichtigere ist imho aber von ganz vorne zu versuchen, alles bestmöglich zu machen.
-Die Ampeinstellungen für Aufnahmen sind meistens anders als die zum Üben oder Live spielen. Da muss man drehen bis der Sound im PC passt.
-Das Mic hat sehr großen Einfluss. Grundsätzlich könnte man formlieren, dass dynamische Mics (z.B. SM57, e609,...) einen etwas "geradlinigeren" und trockeneren Sound rüberbringen. Eignen sich aber sehr gut.
Großmembranmics sind etwas wärmer und runder.
-Die Stellung des Mics ist noch wichtiger. Zur Mitte oder zum Rand gerichtet? Viel oder wenig Room?
-Gibt es eine Zwischenstation wie etwa ein Mischpult? Wenn ja, passen die Einstellungen auch da? (Gut ausgesteuert, etc.)
-Anständige Kabel?
-Welche Recordingkarte?
-Dann die Qualität des Spiels an sich. Ist der Anschlag satt genug, etc.?
-Doppeln wirkt wunder. Ein paar Klampfen mehr im Stück, die nicht mal unbedingt zu 100% das Selbe spielen müssen, lassen einiges zum Leben erwachen.
-Passt das EQing und die Kompression? Viele Neigen dazu ihr Instrument mehr herauszuheben, ob das dem Gesamtsound gut tut, sei dahingestellt.
Nicht alle Instrumente sollten sich einen Frequenzbereich teilen und sollte gut im Panorama verteilt sein.
Rhythmusspiel mit etwas Hall und Mitten raus, das stellt sie in den Hintergrund. Soli mehr Mitten und vielleicht ein ganz kurzes Delay und sie kommen nach vorne.
-...

Da könnte man noch 1000 Sachen schreiben.

Ich glaube nicht, dass heute noch viele Scheiben analog aufgenommen werden, auch wenn sie so klingen. Das ist das wenigste, wenn der Rest passt. VSTs wie Magneto stellen einen letzten Schliff dar und bringen nur was, wenn das Wissen und die Erfahrung dazu da sind.
Aber das gibt sich mit der Zeit. Man muss sich halt informieren (und das geht schon im Netz sehr gut) und viel testen.
 
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Das ist so ne Sache mit dem "alten Sound" !! Geh mal in ein Professionelles Studio ;) du wirst beides finden ..
Die neuste Digital technik UND die alten analog bänder. Du hast 2 möglichkeiten wenn du auch so einen sound ereichen möchtest :

1. Du kaufst dir ein simulations programm für denn PC in das du dich dann richtig einarbeiten musst um es einigermassen Kontrollieren zu
können

2. Du gehst auf ebay und kaufst dir eine alte Bandmaschine :D Die banspuren kannst du ja dann später digitalisieren ;-)

Greez
 
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the singin' ass":1nca38h9 schrieb:
Ich stell halt Mikro auf, spiel ein, und dann klingts halt, aber meistens doch recht "steril".
Vielleicht versteht mich ja jemand und kann mir weiterhelfen :-D

Hi singin' ass,
ein Mic reicht dafür nicht. Der gute alte Hendrix hat immer min. 3 Mic's benutzt. Eins am Speakerrand, eins 1m weg und eins noch weiter weg von der Box. So ergibt das Ergebniss auch was von "Raumklang" mit min. Verzögerung.
 
A
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hey Duff
Schlaue bemerkung die hab ich ganz vergessen :oops: aber du hast vollkommen recht. Hab schon leute gesehen die haben mit 8 mikros und
dazu noch mit verschiedenen typen aufgenommen ! Und das signal natürlich noch per DI box direkt miteinbezogen. Dann konntest du so viel mischen das du sicher deinen "eigenen" sound oder einen gewünschten
Sound bekommen hast.
:roll:
 
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Hi,
danke schon mal für eure Antworten! Bin schon am rumprobieren mit zwei Miks, vielleicht wirds was :)!
Ist halt immer n Stress, wenn man spielen UND einstellen muss... aber ich hab ja Zeit *g*!
 
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Joo das ist halt eeetwas schwieriger ;)
Aber kannst jo geschwister fragen ob sie einfach einzelne saiten anschlagen und dann die grundeinstellungen machen ;) achso was auch noch zu empfehlen ist: Înformiere dich über die idealstellungen von Mikros. Ich weiss das ist meistens nicht sehr spannend aber es gibt so viele das ich sie auch immer wieder nachlesen muss !! Vorallem das was DUFF schon gesagt hat die RAUMAUFNAHME ! :cool:
also viel spass beim ausprobieren
 
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Hi!

Also, das mit der Raumaufnahme hab ich heut schon probiert, das klingt echt nicht schlecht. Hab ein Mik direkt vor den Amp gestellt und eines so zwei Meter entfernt in den Raum.
Wo bekomm ich denn infos über die Idealaufstellung meiner Miks? Hab zwei Shure Prolouge 16L und ein sm58...
Leider hab ich kein Großmembram-Mikro.
Hab aber mal das AKG C-4000 ausgeliehen gehabt, da hat man schon n deutlichen Unterschied gemerkt, wie man's aufstellt.
 
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Ja, man glaubt z.B. nicht, was für ein super Flanger und Filter ein leeres, gespültes Nutellaglas sein kann...-kein Scherz!!
 
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Also ihr habt recht eine IDEALSTELLUNG gibt es nicht gedoch habe ich jede menge bücher wie man sie ungefähr aufstellen sollte mit winkel und all denn Spässen aber man kann auch mit Nutella glässern experimentieren :D Achso ein geilere effekt ist auch wenn man die box so auf den badenwannenrand stellt das der Membran nach unten zeigt, dann wasser einlassen und das mikro zwischen Wasser und Box ;) das Klingt voll Heavy :D weiss auch nicht was wir gesoffen hatten als wir das ausprobiert haben .. aber google doch mal nach mikrofonaufstellung oder so ...
 
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weiss auch nicht was wir gesoffen hatten als wir das ausprobiert haben
... das würde mich auch interessieren *g*..
Steve Albini kennt ihr sicher auch, der hat doch mal gemeint "wenn jemand einem was erzählt wie: 'da haben wird das Mikro mit Alufolie eingewickelt und in einem Eimer Sand vergraben, das klang gut', dann ist der entweder nicht mehr ganz dicht oder hat keine Ahnung vom aufnehmen". Recorden ist Steve Albinis Meinung nach eine ganz simple Angelegenheit: Mikro aufstellen, aufnehmen, und wenns nicht gut klingt, Mikro anderst aufstellen.
Aber nichts gegen eure Experimente... :-D
Nun, das mit dem Nutellaglas werd ich mal probieren, wenn eins leer wird, aber die Badewannengeschichte?? Obwohl ich mir schon vorstellen könnte dass es strange klingt, wenn das Wasser mitvibriert und die Schallwellen zurückwirft...
Müsste man mal wie eine Talkbox eine "Waterbox" bauen :-D !

Grüße,
Julian
PS: Schreibt fleißig weiter, ich brauch da jeden Tip :-D :-D !
 
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Guest
hi

die bestimmte klangnote, die eine Band oder ein Künstler hat, ist das Ergebnis von sehr erfahrenen Leuten an den Drehreglern und manchmal monatelanger Arbeit. Oftmals ist es nur eine ganz bestimmte Nuance meinetwegen bei der Gitarre, wo man sofort sagen kann: Jap - das ist Santana... oder so. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass man Santana wahrscheinlich auch auf nem billigamp mit ner billigklampfe allein von der Technik her schon erkennt (Santana ist beliebig austauschbar mit allen Gitarrenvirtuosen... meinetwegen auch Mark Knopfler usw.) Der Sound allein machts nicht!

Nirgendwo wird so viel blauer Dunst verbreitet wie in der Musikbranche. Fakt ist, dass man viele Sachen nur hört, wenn man es weiß. Ob jetzt irgendwo was analog oder digital gemacht wird ist kaum noch zu unterscheiden, was dir jeder Tontechniker, der auch nur halbwegs faktisch denkt, bestätigen wird. Im A-B Vergleich hört man es vielleicht, aber auch nur unter guter Abhörmöglichkeit, die man zuhause normalerweise nicht hat.

viele grüße
chris
 
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Jap - das ist Santana... oder so. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass man Santana wahrscheinlich auch auf nem billigamp mit ner billigklampfe allein von der Technik her schon erkennt

Das stimmt, den Santana erkennt man immer an schönen Liedern kombiniert mit dilettantischen Soli... :idea:
 
doc guitarworld
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Mr Scary":2g02c31l schrieb:
Jap - das ist Santana... oder so. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass man Santana wahrscheinlich auch auf nem billigamp mit ner billigklampfe allein von der Technik her schon erkennt

Das stimmt, den Santana erkennt man immer an schönen Liedern kombiniert mit dilettantischen Soli... :idea:

Santana´s Soli sind alles andere als diletantisch! Er gehört sicherlich
zu der aussterbenden Spezies der "Unverkennbaren". Leider
ist das wohl im heutigen Wust an "Gleichklingenden" nicht mehr so
gefragt. Da wird irrtümlicherweise dann schnell geurteilt mit
Prädikaten wie "Diletantismus" ... Thema durch!

Mikrofonierung ist tatsächlich ein Thema, das sehr komplex
und bar jeden Königswegs ist. Ein gutes Grundsetup für Rockaufnahmen
ist sicherlich der Klassiker mit dem SM57 direkt am Speaker,
einem SM57 in ca 30 cm Entfernung zum Speaker und ein
gutes Raummikro in bspw. 2 m Entfernung. Es können natürlich
auch Sennheiser, Beyerdynamic oder Thomann´s Hausmarke sein.

Die Positionierung der Mikros ist dann wieder eine Philosophie für sich
und auch stark von der Räumlichkeit abhängig. wenn´s zu hallig ist,
kann man den Raum klanglich zB. mit Vorhängen verändern.

Ich mag das SM57 direkt abgenommen ganz gerne an dem Rand der
Kalotte zur Membran hin, da können 1 oder 2 cm ziemliche Unterschiede
machen. Ausprobieren kannst Du das zu Hause einfach selber, in dem
Du das Mikro vor dem Amp ausbaust und mit einem Recorder von jeder
Position eine Testaufnahme machst ... Du mußt Dir natürlich schon
merken, an welcher Position welcher Klang abgenommen wurde.
Das ist übrigens dann auch schon eine gute Hausaufgabe, bevor es
in´s Studio geht. Das kostet im Zeifelsfall Nerven und Geld, wenn
der Gitarrist weiß, wie es klingen soll. Viel Spaß!

Tante Edit: Es darf etwas lauter sein. Grade so, daß der Raumklang
füllig ist und die Gitarre über Amp gut klingt.
 
A
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Santana´s Soli sind alles andere als diletantisch!

Zumindest springst du in die Bresche (heißt das so?) für ihn...allen anderen scheint das egal zu sein, was ich da über Santi schreibe.
Klar ist der Wiedererkennungswert hoch, und er hat auch tolle Sachen gemacht, aber wenn ich mir Konzerte, aber auch die Scheiben, oder wenn er bei anderen dudelt, anhöre, dann bin ich überrascht, mit was für einer Hartnäckigkeit er immer wieder das Gleiche spielt (in den Soli, wohlgemerkt!). Kann natürlich auch am Alter liegen (vom Santana meine ich, nicht meins!).
Jetzt könnte man natürlich auch zynisch sein, und sagen, wenn man 30 Jahre lang das gleiche Solo spielt, dann ist es klar, dass man zu der Spezies der Unverkennbaren gehört...
 
A
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Hey,
das war mal n cooler Link, dankeschön!

Ich war heut bei der sae in München (kennt die jemand?), da gabs n kostenlosen :) Workshop über Audioaufnahmen. War ganz interessant, hab doch einiges über Schlagzeugmikrofonie erfahren.. Jaja, die sae wär schon ne schöne Sache, aber leider n bissel teuer :-(..

Habs heute, und schon einmal vor länger Zeit gehört, dass das SM58 mit weggeschraubtem Korb ähnlich klingen würde wie das SM57. Ist da was dran? Hab nur das 58er daheim, kann leider kein direkten Vergleich machen...

Grüße, Julian
 
 

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