Wie wählt man Pickups aus?


JerryCan
JerryCan
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Hallo werte Forumsmitglieder,

mich würde einmal generell interessieren, wie man vernünftig bei der Suche nach einer Pickup-Bestückung vorgeht.
Ich habe in diesem Forum zwar schon etliche Threads über Pickups gelesen. Aber bei diesen ging es eigentlich immer um irgendwelche konkreten Typen.

Wahrscheinlich lautet die Antwort auf meine Frage wieder: "Testen, testen!" Aber bei Pickups ist das eben nicht so einfach. Ich kann mir nicht dutzendweise Pickups ins Haus kommen lassen, diese in meine Gitarre löten und sie dann mit den Worten "Der Pickup gefällt mir doch nicht. Ach übrigens - der eine Draht ist etwas angekokelt." wieder an den Händler zurück schicken. Auch diese spezielle Testgitarre bei Musik Produktiv scheint ja nicht so der Bringer zu sein, da ja laut Euren Antworten in anderen Threads ein Pickup in verschiedenen Gitarren auch verschieden klingt. Und über irgendwelche Soundbeispiele auf Herstellerseiten oder den PAF-Vergleichstest bei G&B brauchen wir wohl auch kein Wort zu verlieren.

Bei mir ist es jetzt so, dass ich weder vom Musik- noch vom Soundgeschmack her eindeutig festgefahren bin. Ich besitze mittlerweile drei Ibanez-Gitarren und konnte noch bei jeder einen Sound herausholen, der mir gefiel. Und das, obwohl auf Ibanez-Pickups (das sind sie bei mir alle) immer gar fürchterlich geschimpft wird. Eigentlich hätte ich also gar keinen Grund, hier einen Thread zu eröffnen - wenn nicht bei meiner letzten Erwerbung ein Pickup zerdötscht gewesen wäre (das wusste ich allerdings vorher).

Bei der bewussten Gitarre handelt es sich um eine Ibanez RBM10. Diese hat eine HSS-Bestückung, wobei das S für Humbucker in Single Coil-Format steht. Den defekten Pickup habe ich also ausgebaut, da die freischwebenden Kupferdrähtchen beim Spielen die Saiten berührten, was dann dem Sustain sehr abträglich war. Nun klafft da also ein Loch im Korpus.

Ich könnte versuchen, von Ibanez einen entsprechenden Ersatz (HS10) zu bekommen. Aber da ja "alle" auf Ibanez-Pickups schimpfen, wollte ich dann einmal etwas anderes probieren.

Meinen ersten Gedanke, alle Pickups gegen die Bestückung aus dem RBM-Spitzenmodell (alles EMGs) auszutauschen, verwarf ich nach einem Blick ins Elektronikfach wieder.
Also guckte ich einmal, welche Pickups in dieser Kombination in "ähnlichen" Gitarren eingebaut sind. Da fiel mir bei Ibanez das Andy Timmons-Modell ins Auge. Dieses besteht ebenfalls aus Mahagonie und verwendet für die S-Pickups DiMarzio-Cruisers. Aber der Steg-Humbucker ist wieder ganz spezieller, nicht käuflicher Pickup von DiMarzio. Letztendlich scheint mir solch eine Nachäfferei auch nicht der richtige Weg zu sein.

Was also würdet Ihr tun, wenn Ihr "auf grüner Wiese" eine Pickup-Bestückung für Eure Gitarre auswählen müsstet?

Vielen Dank schon einmal im Voraus.

MfG

JerryCan
 
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JerryCan":338mwl7n schrieb:
Was also würdet Ihr tun, wenn Ihr "auf grüner Wiese" eine Pickup-Bestückung für Eure Gitarre auswählen müsstet?

Hallo Jerry,

das Thema ist sehr interessant, aber auch sehr speziell, weil es keine Musterlösung dazu gibt.

Als kleine Hilfestellung: von R**kinger gibt es eine PU-Demo-CD, die zu besorgen sicherlich kein Fehler ist. DiMarzio hat Tabellen, in denen die Werte der verschieden PUs mit Angaben über das Verhalten im Höhen-, Mitten- und Bassbereich im Vergleich zu ihren anderen Tonabnehmern beschrieben wird. Ähnliches gibt es auch auf der Seite von Seymour Duncan und auf der EMG-Seite.

Das alles bitet natürlich noch keine Gewähr, dass der PU in Deinem Instrument auch klingt, wie Du es Dir vorstellst.

Wenn Du einen guten Draht zu Deinem örtlichen größeren Musikalienhändler hast, könnte ggf. mal ein Ausprobieren möglich sein. Das macht er aber sicher nur bei Stammkunden, die schon für deutlichen Umsatz gesorgt haben.

Es hilft alles nichts: Ausprobieren und viel Erfahrung führt erst zu herausragenden Ergebnissen. (In manchen meiner Äxte sind schon 4 oder fünf verschiedene Sätze drin gewesen, bevor ich endlich zufrieden war).
Es ist aber nicht jeder in der privilegierten Situation, sich solches leisten zu können.

Wenn Du ein Allround-taugliches Set möchtest, würde ich dafür keine speziell auf Power oder was auch sonst gezüchtete Pickups verwenden, sondern eher möglichst neutrale mit verhältnismäßig wenig Output. Die kannst Du mit Treten und Amp am ehesten verbiegen - also keine Extrem-Bräter mit Riesenmagneten oder den Humbucker from Hell in der Stegposition.

Mit einem PAF-Typ am Steg bist Du in aller Regel recht flexibel; der Rest kommt auf Deinen Geschmack an, und wie der Grundklang des Instrumentes ist. Oder anders formuliert: macht die Gitarre beim offenen G-Dur mehr "Plonnng" oder mehr "Rinnnng"? Bei einer harten klingenden Eschestrat sucht man dann eher einen PU aus, der die höhen nicht übermäßig betont etc.

Ich selbst spiele auf der Bühne gerne auch EMG PUs - dazu gibt es schon Threads -, am Steg ist mein Favorit der 89er, ggf. hilft es ein wenig, den Tonabnehmer einen cm Richtung Hals einzubauen, wenn das möglich ist.
Dazu nehme ich - abhängig von der Brillianz des Instrumentes entweder zwei S oder zwei SA. Damit komme ich schon recht weit.
 
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Guest
Hi JerryCan,

ich hab in meinem Leben noch keinen PU getauscht und werde es wohl auch nicht müssen, weil das so richtig und gut ist, wie es ist.

In Deinem Fall würde ich, wie Du schon sagst:"Testen, testen!" Ich kann mir nicht dutzendweise Pickups ins Haus kommen lassen, diese in meine Gitarre löten und sie dann mit den Worten "Der Pickup gefällt mir doch nicht. Ach übrigens - der eine Draht ist etwas angekokelt." wieder an den Händler zurück schicken.
Klar doch immer her damit: kommt vom ebay geht zum ebay. Naja, irgendwann haste dann alles durch und hoffentlich einen gefunden.
 
A
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Guest
Hi,
mit den Problem beschäftige ich mich leider auch viel zu oft! Überall teste ich Pickups an, auch nach KOnzerten geh ich zu den Klampfern hin und frage Sie über Ihre Pickups aus. Aber wie mad cruiser schon sagte, hol dir einen möglichst neutralen Pickup der nicht speziell in eine Richtung angelget ist, später kannst du auch anhand des Pickups raushören, was du vielleicht mehr benötigst z.b. mehr Höhen oder Bass und man kann dir dann wieder weiter helfen! Ich selber finde die Ibanezu Pickups spitze, hatte auch mal eine RG321 in der die INFs verbaut waren, die Humbucker im Neck sind Klasse Blues ebenso aber Knallharte Mördermaschinen. Die Bridge Pickups fand ich immer zu treble lastig, wobei dies für Highgain sehr nütztlich sein kann, hab den INF4 damals gegen nen Jeff Beck getauscht, der ist eigentlich ganz okay, viele finden den aber hundsmiserabel, kommt drauf an und ist geschmacksache - Der Jeff Beck liegt zwischen PAF und Aggri PU. Also denke auch das du dir was in Richtung des PAFs holen solltest, an dem orientieren sich die meisten und du findest dann auch schnell den passenden, wenn du anhand des Modells feststellst, was du noch benötigst. Aber das meiste kann man mit nem guten Amp schon hinbiegen, aber wie gesagt, wenn das PU Teil nicht mit Highoutput gezüchtet ist....

Oder du schaust bei den Costumpickup Herstellern wie Häussel mal nach, der hat klasse Pickups im Sortiment und wenn dir davon einen hoslt machste bestimmt nix falsch, der wird dich auch gut beraten oder fertigt evtl uhc einen costum pickup für dich....

Greetz Phil
 
A
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Guest
Hi.

Vorschlag für eine Vorgehensweise bei der Pickupwahl:

1. Überlegen, ob und wozu man nen neuen Pickup braucht.
Ist man mit den bisherigens PUs unzufreiden? Falls nein, Thema beendet, PU bleibt.

2. Wenn man weiss, dass (und warum) man nen neuen PU will, überlegen, was man denn will? Singlecoils? Humbucker? Das setzt natürlich ein gewisses Minimal-Knowhow voraus.
Ohne dieses Knowhow lässt man aber eh besser die Finger von den Pickups.S

3. Dann gucken, was denn in die Klampfe passt (ohne Zusatzfräsung). Wenn man nen P90 will, hat aber nur Fräsungen für Humbucker, dann muss es ein P90 im HB-Format sein. Will man nen Humbucker, hat aber nur ne Fräsung für Strat-SCs, dann muss es ein Humbucker im SC-Format sein. Usw. Usw. Usw.
Am einfachsten ist es natürlcih, wenn ich nen HB-Sound will und ne HB-Fräsung habe (oder SC-Sound will und ein SC in die Fräsung passt).

4. Wenn ich von der Bauform weiss, was ich will (z.B. Humbucker im HB-Format), dann muss ich mir ins Gedächtnis zurückrufen, warum ich denn nen neuen PU will. Siehe 1, da sollte ich das eigentlich schon überlegt haben..
Will ich mehr Höhen? Dann suche ich mir auf den Homepages der bekannten Hersteller Modelle raus, die höhenreich(er) sind. Will ich weniger Output, dann suche ich auf den Homepages von SeymourDuncan, DiMarzio, Rockinger, Häussel, Leoounds usw. usw. Modelle mit wenig Output.
Usw. Usw.
Ich habe dann nachher ein paar Modelle, die passend sein können.

5. Dann suche ich im Netz nach Reviews der Modelle, die ich vorausgesucht habe. Stichworte: www.harmony-central.com, www.guitarworld.de, www.google.de usw.
Das Modell, das mir dann gemäß Reviews am ehesten verspricht das zu liefern, was ich suche, das bestelle ich dann.
Alternativ kann man auch nen (guten) Fachhändler ragen,was der empfiehlt. Setzt aber einen wirklich kompetenten Händler voraus, dem man vertrauen kann.

Und dann kann man nur noch hoffen, dass man das Gewünschte gefunden hat ;-) ...

Ist nur ein Vorschlag; wer nen Besseren hat, hat meine volle Aufmerksamkeit :)

Tschö
Steve
 
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Hallo zusammen,
ich habe mich vor kurzem mit der gleichen Problematik auseinandergesetzt. Ich habe zwar immer eine bestimmte Wunschrichtung, in die mein Gitarrensound anschließend gehen soll, jedoch war ich da trotzdem etwas ernüchtert, wie so mancher PU-Hersteller seine Produkte auf den entsprechenden Webseiten präsentiert.

Die ganzen online Soundbeispiele helfen in meinen Augen überhaupt nicht weiter, da man zwischen vielen der einzelnen Soundbeispielen kaum einen Unterschied hört. Man hört den Ersten und danach den Zweiten und spätestens beim dritten oder vierten Soundbeispiel hat man den ersten eh schon wieder vergessen. So verhält sich das z. B. bei Seymour Duncan...

Bei DiMarzio fand ich die Soundfiles noch weniger hilfreich. Hier wird einfach ein Ausschnitt eines Songs des entsprechenden Künstlers herangezogen. Das da eventuell noch Studio, Effektracks etc und Finger des entsprechenden Künstlers mitwirken, scheint wohl egal zu sein. Ich für meinen Teil höre jedenfalls keinen charakteristischen Sound beim Intro von Mr. Big (Paul Gilberts) "Green Tinted Sixties Mind" heraus. Oder zum mindestens keinen Sound den ich ständig haben wollte :-D

Hier hilft wirklich nur selbst antesten und ausprobieren.

Gruß
VVolverine
 
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Guest
Tipp aus nem 7 Tage älteren Thread: PU's mit Lüsterklemme oder gar krokodilklemme befestigen (statt löten) :idea:... und dann wieder testen, testen, testen... :-D
 
finetone
finetone
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Mein Tipp zum Thema:
Harry Häussel telefonisch kontaktieren, ihm sagen was man für eine Gitarre/Bass besitzt und erklären (können), was man sich für einen Sound vorstellt.
Das Ergebnis hat bei mir bisher IMMER gepasst, auch die Spezialanfertigungen!
 
gitarrenruebe
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rockin' steve":34fgdghr schrieb:
Vorschlag für eine Vorgehensweise bei der Pickupwahl:

...

Hallo Steve, sehr guter Beitrag, wenn man das so beherzigt und sich auch noch die ausführlichen Infos vom Mad Cruiser reintut, dann kommt man sehr weit.

Der Hinweis vom finetone ist auch gut, sehr gute Häussel-Beratung gibts auch bei http://www.acys-lounge.de. Acy berät gut, und dem Harry Häussel geht keine Zeit verloren, der muss ja seine PUs wickeln ;-) .
 
Woody
Woody
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...und dann gibt es ja noch diese CD von Rockinger, wo mit dutzende Klangbeispiele von PUs verglichen werden können.
Die ist, wie ich finde, wirklich gut gemacht, im Rahmen dessen, was man erwarten kann, und eine gute Hilfestellung.

Gruß,
Woody
 
JerryCan
JerryCan
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Hallo Allerseits,

zunächst wird es einmal Zeit, mich für die vielen Antworten zu bedanken.

@mad cruiser
Mit Sound-Beispielen habe ich so meine Probleme. Man denke nur einmal an den PAF-Test in der G&B. Als die ihre zugehörigen Sound-Beispiele zunächst als mp3-Dateien ins Netz stellten, waren durch die Komprimierungsverluste auch gleich alle Klangunterschiede der PUs weggebügelt. Auch bei den WAV-Dateien fiel es mir schwer, Unterschiede herauszuhören. Aber es gab welche! Aber die waren wirklich nicht so gravierend, dass ich anhand dieser meinen Lieblings-PU auswählen könnte. Und dabei hat die G&B die Sound-Beispiele meines Erachtens noch recht clever angelegt.
"Allround" ist ein gutes Stichwort. Hier finden sich schon ein paar gute Tipps. Ich falle zwar immer wieder auf Werbungen mit den markigen Worten "supermäßiges High Gain" und "Zerre bis zum Abwinken" im ersten Augenblick herein und denke "Das muss ich haben!" Aber wenn dann mein Gehirn wieder eingesetzt hat, fällt mir ein, dass ich das gar nicht brauche. Schließlich mühe ich mich zur Zeit mit Blues-Übungsstücken ab und will mich später einmal dann auch in andere Bereiche weiter entwickeln - außer in Jazz ... ok, vielleicht auch einmal in Jazz. Eine Werbung auf die ich aber nie herein gefallen wäre, war die für einen Zerrer in den 90-ern, der mit den Worten "feist-fett sahniger Sound" beworben wurde. Bei der Beschreibung kam mir immer das Essen hoch.
Die EMG-Bestückung mit zwei SA und einem 89 ist auch die im RBM-Spitzenmodell. Aber bei meiner passt ins E-Fach höchstens noch eine Knopfzelle hinein, aber kein 9V-Block. Deshalb werde ich mich wohl an passive halten. Auch andere Mütter haben schließlich hübsche Töchter.

@DUFF
Der Bedarf, einen PU auszutauschen, entstand einzig und allein dadurch, dass einer kaputt ist. In meinen anderen beiden Gitarren werde ich auf gar keinen Fall irgendwie einen PU austauschen. Aber bei der RBM10 dachte ich, wenn schon einer kaputt ist, kann ich die Klampfe auch als Testbasis nehmen.

@focus
Ich kenne bislang ausschließlich Ibanez-PUs. Meine Tauschaktion soll mir auch einen gewissen Lerneffekt bringen z.B. wie schlecht die Ibanez-PUs denn nun "wirklich" sind. (Off Topic: Bei manchen Diskussionen - natürlich nur in anderen Gitarrenforen - über die Qualitäten von PUs fühle ich mich schmerzhaft an den einen oder anderen Heini aus dem Tischtennisverein erinnert. Wenn bei einem wichtigen Spiel 'mal wieder ein Ball daneben geht, wird erst der Schläger strafend angestarrt. Nach dem Spiel kommen erst einmal neue Beläge der Marke "XYZ" auf die Pfanne. Denn "Die musst Du haben! Damit bist Du unschlagbar!" Dabei hätte manch einer dieser Heinis lieber einmal über sein Training nachdenken sollen.)

@rockin'steve
Das ist schon einmal eine nette Methode für eine Vorabauswahl. Für mich ergibt es z.B. kaum einen Sinn, nach P90 zu gucken, da ich dafür an der Klampfe schnitzen müsste.

@VVolverine
Tja, die Sound-Beispiele auf den Herstellerseiten und diese blumigen Sound-Beschreibungen erst einmal: "Luftige Höhen ... starke Bässe" und da wundern wir uns noch über die Sound-Beschreibungen in der G&B? Und das alles bei einem, der Lemme-vorbelastet ist.

@psykofezd_666
Danke für den Hinweis. Man könnte vielleicht auch noch Bananenstecker nehmen.

@finetone
Das ist ein Hinweis für "später". Im Moment fühle ich mich noch damit überfordert, eine eindeutige Sound-Vorstellungen zu entwickeln und diese dann einem Hersteller zu schildern. Ich kann z.Z. lediglich bei einem gehörten Sound entscheiden, ob er mir gefällt. So spielten auf dem letzten Parkfest hier in Waltrop an einem Abend "Fury in the Slaughterhouse" auf ihren Teles durchaus einen ansprechenden Sound. Am nächsten Abend quetschten Extrabreit aus ihren Paulas einen Sound, dass mir das Wasser aus dem Mund lief. Der Leadgitarrist hatte wohl das Musterbeispiel für einen satten Les Paul-Sound drauf. Apropos Musterbeispiel: Wenn ich so an diese beiden Auftritte zurück denke, meine ich zwei Musterbeispiele zum Thema Bandsound gehört zu haben: Bei Extrabreit krähte der Sänger in den höchsten Tönen und wurde durch Les Pauls regelrecht untermalt, während bei FitS die dunkle Stimme des Sängers durch die Teles nach oben hin (also in die Höhen) abgerundet wurde. So richtig deutlich wurde mir das nur dadurch, dass ich beide Auftritte miteinander vergleichen konnte.

@gitarrenruebe
Du hast eigentlich schon alles kurz und prägnant zusammengefasst, was ich oben mit weitschweifigen Ausführungen sagen wollte.


Ich werde die Sache mit dem PU-Tausch gewissermaßen als Basis für Experimente benutzen, um Erfahrungen mit verschiedenen Sounds zu gewinnen.
Fürs erste werde ich wohl den DiMarzio-PAF Pro oder einen ähnlichen für die Stegposition anpeilen und mir auf dieser Grundlage ein paar vom Output her "passende" Humbucker im Single Coil-Format aussuchen.

Übrigens fand ich auf der DiMarzio-Seite dieses PU-Auswahltool recht witzig. Egal was ich so an Auswahlkriterien angab - der Tonezone war immer mit im Resultat.

MfG

JerryCan
 
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Der Tonezone ist eigentlich auch kein schlechter Pickup, find den aber auch etwas Aggri mit dem typischen DiMarzio Character. P90er gibts auch in anderen Bauformen :)

Die Ibanez Pickups sind (denke ich zumindest) sehr gut für den HighGain Modus geeignet, weil se net matschen, der Output ist gut geregelt, clean hab ich die Teile echt nur im Neck benutzen können und der Ton war eben immer ziemlich Dunkel. Allgemein haben die Teile einen ziemlich drückenden Ton, die meisten sind ja auch eine abweichung von DiMarzios Pickups, somit mal ein kleiner Anhang, wie ein DiMarzio klingen würde. Okay die Blues und Jazz Modelle ziehen wir aber ab natürlich ;) Aber ich konnte bisher nicht viel Soundunterschiede zwischen einer Iceman400, einer RG321, einer billigen Gio und einer Satriani raushören. Naja die Vai klingt wieder etwas anders - Ibanez ist eben ein Sound für sich und sauber fürs Tapping geeignet wegen der geilen Necks ;D

Der bisher beste Bridge Pickup von Ibanez hab ich in einer alten Blazer gespielt (Das Model mit den "goldenen" Hardwareteilen). Der Klang echt voll ausgewogen.

Die Rockinger CD empfiehlt sich aber nur, wenn man auch ein gut klingendes Soundsystem zu Hause hat, weil sonst kann man die unterschiede nur Schwach heraushören :/

So greetz
Phil
 
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focus":2b89zjq4 schrieb:
... P90er gibts auch in anderen Bauformen :)
...

Moin.

So isses.
Es gibt auch Strat-Singlecoils im HB-Format, PAFs im P90-Format, Humbucker im Strat-Singlecoil-Format usw. usw.

Das Angebot ist heute so riesig dass man fast sagen kann, dass der Pickup-Bautyp (PAF, Distortion-HB, P90, Fender-Singlecoil) und die äußere Bauform (HB, P90, Strat/Tele-SC, Mini-HB) weitgehend unabhängig voneinander sind.#
Und was es nicht als Serien-PU gibt, kann man sich immer noch costum-made bauen lassen, und das ist dann auch nicht immens viel teurer als ein guter PU "von der Stange".

Tschö
Steve
 
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JerryCan":2d5kn8e8 schrieb:
mich würde einmal generell interessieren, wie man vernünftig bei der Suche nach einer Pickup-Bestückung vorgeht.

Das beste Testgelände ist und bleibt nach meiner Meinung Ebay. Ich habe in den letzten Jahren eine Unmenge PU`s dort gekauft, ausgiebig getestet, in verschienen Gitarren, an unterschiedlichen Amps, das meiste wieder verkauft und einige wenige behalten.

Ich übertreibe nicht und lüge mir auch nicht in die eigene Tasche, wenn ich sage, daß ich unter dem Strich dabei kein Geld verloren, aber jede Menge Erfahrung gewonnen habe.

Du findest bei Ebay so ziemlich jeden PU, angefangen von der Massenware von Duncan/diMarzio bis hin zu den Häussels, Kinman´s, Tom Holmes, Voodoo`s, Kloppmann´s, Evans usw.

Wichtig ist, daß Du ein paar Ebay-Regeln kennst und einhältst:

Bei einem Single Coil von Duncan/diMarzio muß bei 38,00-40,00 Euro Schluß sein, bei einem Humbucker bei 50,00 Euro. Gehen die Gebote darüber, Finger weg.

Faustregel: etwa halber Neupreis.

Immer dran denken, daß Du evtl. ohne Verlust wieder verkaufen willst, also keine Kabel abschneiden, sauber einlöten und beim Ausbau nicht einfach abzwicken, sondern ebenso sauber wieder auslöten.

Es geht nichts über selbst testen. Neue PU´s kaufen und nach kurzem Hören wieder zurückschicken bringt nichts. Einen PU mußt Du über einen längeren Zeitraum hören, um ihn beurteilen zu können.

Meine ganz persönliche Meinung.

Übrigens: Grundsätzliches Mißtrauen gegenüber Ebay halte ich für unbegründet. Bei ungefähr 400 Deals in Sachen Gitarre bin ich noch nie reingefallen.

Tom
 
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Moinsen,

hi Jerry,

hol dir ruhig mal zwei, drei gebrauchte, möglichst verschiedene, PU´s - wie Tom schon zuvor sagte.
Du hast ja drei Gitarren.
Wenn du dann gaaaaanz viel Zeit hast, change mal die PickUps untereinander.
Ein kleines Ohm-Messgerät zur Erkundung deiner PU´s was die Ohmwerte angeht wäre auch sehr hilfreich.
Dann mach dir über die Beschaffenheit der Polepices Gedanken über dickere und dünnere Spulen.
Achte mal wie deine Bretter im "Rohzustand", also ohne Amp, klingen und wie du die Sounds durch das kreuz und quer-Tauschen der PU´s veränderst. (die Ibanez PU´s sind ja auch nur mit demselben Wasser gekocht wie Di Marzio oder ähnliches.)

Die, von dir angesprochene "grüne Wiese" zur perfekten Auswahl ist nähmlich mit gaaanz viel Kuhfladen bedeckt... - (aber immernoch besser als gar keine Anhaltspunkte zu haben! :-D )

Es ist halt ein mühseliger, zeitaufwendiger Weg durch den PU-Jungle....
Aber, der ist zu bewältigen. ;-) und mit ein bischen Instinkt wird dir die nächste Wahl dann schon leichter fallen.

Ausserdem eine schöne Beschäftigung für die nahenden langen Winterabende. ;-)
(Auch hier ist Toms Vorschlag des Ebaykaufs zu unterstreichen, da du nur einmal durch den Schnee stapfen musst, um Lötzinn zu kaufen, ...die PU´s kommen ja mit der Post ;-) )

greez
 
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Hallo Jerry, den richtigen Pickup zu finden ist nicht einfach.

War vor kurzem auch auf der Suche nach einem neuen Steg-Pickup für meine Les Paul, da der alte bei hohen Lautstärken sehr rückkopplungsempfindlich war.

Hilfreich für die Vorauswahl war die Pickup-Check-CD von Rockinger, an den Soundbeispielen kann man sich schon vorab orientieren.

Im Endeffekt hilft aber wirklich nur testen.
Ich war auch erst mit dem dritten eingebauten Pickup (Seymour Duncan Distorsion) zufrieden, der wirklich einen Top-Sound bringt.

Wieder rausgeflogen sind vorher SD Jeff Beck (zu kalt, wenig Distorsion, zu direkt für meinen Geschmack) und DiMarzio Tonezone (im hohen Frequenzbereich top aber matscht in den Bässen ohne Ende).

Aber das ist sicherlich von Gitarre zu Gitarre verschieden. Und die gleichen Picks klingen bei jeder Gitarre unterschiedlich, weil die Eigenresonanz der Gitarre hierbei auch ne Rolle spielt, und den Sound beeinflusst.

Also Vorauswahl treffen (CD), kaufen und einbauen, wenns nicht gefällt wieder zurückschicken oder weiter nach Ibäh und den nächsten probieren ;-)

Beste Grüße
Edi

P.S. Die Pickup CD gibts bei:

www.rockinger.com
unter der Rubrik Gitarrenpickups.
 

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