wie wichtig sind euch noten?

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Anonymous

Guest
hallo,
also, ich tue mich immer wieder schwer nach/mit noten zu spielen...bevor jetzt fragen kommen - ich kann noten lesen ;-) (spiele auch klavier/keyboard)
ich weiss net wie's euch geht, aber ich finds irgendwie "besser" ohne noten zu spielen, zwar so dass man weiss auf welchen harmonien das stĂŒck beruht, aber ansonsten "frei nach schnauze" - so weit wie möglich natĂŒrlich :lol:
ich finde das hat dann viel mehr mit musik machen zu tun als wenn man "nur" das abspielt was andere fĂŒr einen notiert haben.
sicher, am anfang is das aus mangel an erfahrung nich wirklich möglich, aber irgendwann hat man halt (meiner meinung nach) so viel gespielt, dass man mehr oder weniger seinen eigenen stil gefunden hat - und ich finde den zu verbessern und vor allem auch beizuhalten ist doch wichtiger als genau so zu spielen wie's mal aufgeschrieben wurde - oder?
bin echt gespannt auf eure meinungen....
gruß
martin
 
tylorXP":549fjcf8 schrieb:
hallo,
also, ich tue mich immer wieder schwer nach/mit noten zu spielen...bevor jetzt fragen kommen - ich kann noten lesen ;-) (spiele auch klavier/keyboard)
ich weiss net wie's euch geht, aber ich finds irgendwie "besser" ohne noten zu spielen, zwar so dass man weiss auf welchen harmonien das stĂŒck beruht, aber ansonsten "frei nach schnauze" - so weit wie möglich natĂŒrlich :lol:
ich finde das hat dann viel mehr mit musik machen zu tun als wenn man "nur" das abspielt was andere fĂŒr einen notiert haben.
sicher, am anfang is das aus mangel an erfahrung nich wirklich möglich, aber irgendwann hat man halt (meiner meinung nach) so viel gespielt, dass man mehr oder weniger seinen eigenen stil gefunden hat - und ich finde den zu verbessern und vor allem auch beizuhalten ist doch wichtiger als genau so zu spielen wie's mal aufgeschrieben wurde - oder?
bin echt gespannt auf eure meinungen....
gruß
martin

Hallo,
ein schwieriges Themas. Allerding Wissen ist auch Macht...macht nix :roll:.
Meine Nachbarn sind beide Berufsmusiker die in Orchestern spielen (Staatstheater etc.). Denen fehlt völlig der Zugang zum Jazz oder Blues :roll:. Sie sagen sie könnten nicht improvisieren. Ich selbst kann nicht vom Blatt spielen. Brauch ich bei meiner bevorzugten Musi auch nicht. Wer spielt schon einen Blues von Blatt ab? Aber ein wenig Wissen ĂŒber Theorie hilft oft weiter :-D. Wer beides kann ist wohl der Winner. HĂ€tte ich die Wahl, wĂŒrde ich meine jetztige Unwissenheit vorziehen. Man stelle sich einen Hendrix vor, der vom Blatt abspielt.

Gruß
Little Wing :cool:
 
Ich spiele selbst gerne frei nach Schnauze, lege mir die Tonarten zurecht und improvisiere - angefangen habe ich auch mit Tabulatur, um meine ersten Gehversuche auf der Gitarre zu meistern.
Allerdings spiele ich besonders klassische Gitarre nach Noten, da dieses virtuose Zeug a lĂĄ Manuel M. Ponce oder John W. Duarte ganz einfach nur notiert sind.
Ein Freund von mir, der ebenfalls Berufsmusiker ist (Geiger) und logischerweise jeglichen Bezug zur Notation besitzt zĂ€hlt in Sachen Improvisation, und ganz besonders im jazz und im Blues zu einem der grĂ¶ĂŸten Virtuosen - er kann sich ans Klavier setzen und Stundenlang Entertainment bringen, und zwar ganz ohne Noten.
Es kommt also meiner MEinung nach drauf an, welchen Bezug man zur Musik hat. Wenn einem das dynamische GrundverstÀndnis fehlt, kann man so viele Noten auswendig lernen, wie man will.
Im klassischen Bereich jedoch kommt man auch ohne Noten nicht weit, weshalb ich sie (mittlerweile, das war nicht immer so) als unverzichtbar ansehe, da ich nichts davon halte, klassische Genie-Komponisten aus dem Netz als Tabulatur zu ziehen - das verliert irgendwo an Wert. Abgesehen macht es sich ĂŒberall gut, Noten zu können (und zwar nicht nur lesen, sondern auch spielen). Ein Beispiel: Man soll zu einer Klavierstimme Akkorde begleiten, weil in einem besitmmten Teil das Klavier als Solostimme fungiert.
Woher soll man nun wissen, welche Akkorde man spielen muss, wenn man kein absolutes Gehör besitzt?
Fazit: Noten lesen UND Spielen zu lernen lohnt sich im Endeffekt doch!

lg,
AlF
 
huhu

Ich berufe mich immer auf folgenden Satz, den ein weiser Musiker mal gesagt hat:

"Den gröbsten Fehler, den ein Musiker machen kann, ist Noten zu spielen anstatt Musik zu machen"

Zur Info:
Ich spiele auch Klavier, kann daher einigermaßen Noten lesen. Allerdings spiele ich lieber nach GefĂŒhl, denn das ist meiner Meinung nach prĂ€zieser und interessanter als das alleinige vom Blatt spielen.
Mit der Gitarre kann ich keine einzige Note lesen. DafĂŒr gibt es Tabs, welche so ungenau sind, dass man immer mit ein bisschen GefĂŒhl spielen muss und nicht wie eine Maschine die Noten runternudelt.

viele grĂŒĂŸe
chris
 
Alf":3db4om5c schrieb:
Woher soll man nun wissen, welche Akkorde man spielen muss, wenn man kein absolutes Gehör besitzt?
lg,
AlF

Was hat ein "absolutes Gehör" mit NOTENLESEN zu tun ??

Also ich find es nicht unbedingt notwendig Noten lesen und spielen zu können , aber man sollte schon wissen was man da auf seiner Klampfe tut !! ;-) (Töne,Akkorde,Harmonien,Skalen,usw.)


G.NOMORE
 
NOMORE":1o7xahhm schrieb:
Alf":1o7xahhm schrieb:
Woher soll man nun wissen, welche Akkorde man spielen muss, wenn man kein absolutes Gehör besitzt?
lg,
AlF

Was hat ein "absolutes Gehör" mit NOTENLESEN zu tun ??

Also ich find es nicht unbedingt notwendig Noten lesen und spielen zu können , aber man sollte schon wissen was man da auf seiner Klampfe tut !! ;-) (Töne,Akkorde,Harmonien,Skalen,usw.)


G.NOMORE

Wenn man ein Notenbild vor sich sieht und nun auf die Schnelle dazu Akkordbegleitungen spielen soll, dient es, Noten zu beherrschen.

Wenn man jedoch keine Noten lesen kann, jedoch ein absolutes oder sehr sehr geschultes Gehör besitzt, fÀllt es einem einfach, die TOnart zu bestimmen und den dazugehören Akkord (egal, in welcher Variante) zu spielen.

SO war das gemeint! :lol:
 
Hi,

ich bin zwar in der Lage Noten zu lesen, aber spielen kann ich danach auch nicht :-D
 
Notenlesen und danach/damit spielen ist ein wichtiger Aspekt im Musikmachen.
NatĂŒrlich kann man auch ohne auskommen, aber es erleichtert die Vermittlung von Musik. Wer kann schon mit seiner Lieblingsband telefonieren und sich per mĂŒndlicher Überlieferung deren Musik beibringen lassen. Das Heraushöhren von StĂŒcken ist wohl jedem Gitarristen ein Hilfsmittel, aber ich bin mir sicher, das jeder, ab einer grösseren Menge Musik anfĂ€ngt sich wenigsten den Ablauf eines StĂŒckes auftzuschreiben. - Das ist dann der Anfang von Notation.

Mir strĂ€uben sich allerdings langsam die Nackenhaare wenn man hier immer wieder lesen muß, daß Notenlesen nichts mit GefĂŒhl beim Spielen zu tun hat. NatĂŒrlich gehört dazu die Interpretation der notierten Musik.
Warum sitzen wohl tausende Musikwissenschaftler ĂŒber original Handschriften von Komponisten und sind um eine möglichst genaue Abschrift bemĂŒht.

Inspiration, Talent, Gehör etc sind alles Vorraussetzungen um Musik nicht einfach nur eine Anneinandereihung von KlÀngen sein zu lassen.
Noten zu beherrschen und umsetzten zu können ist eine Grundvorraussetzung um sich ĂŒber Musik auszutauschen.
Versucht doch einmal Euren Bandmitstreitern zu erklĂ€ren, daß in Eurer abgefahrenen Komposition ein Taktwechsel von 5/4 auf 7/8 stattfindet,
ohne Verwendung gebrÀuchlicher Notationsbegriffe.

ok... aber das musste ich mal loswerden
 
Also ich glaube es handelt sich hier eigentlich um zwei verschiedene Fragen:

Das eine ist die Notation von Musik. Es mag sein, daß Tabulaturen zu lesen (?) leichter zu lernen ist; es ist aber definitiv ungenauer - bei der Standard-Notation (Noten) erkennt man sofort, was sich harmonisch abspielt, komplexe Musik (Rhythmik!!) ist viel ĂŒbersichtlicher und gewisse Dinge (Dynamik) werden in Tabulaturen ĂŒberhaupt nicht aufgenommen.

Eine andere Frage ist, ob man ĂŒberhaupt notierte Musik braucht. Vor unser aller Zeit gab es schlicht und ergreifend keine andere Möglichkeit, weit entfernten Personen die eigene Musik zugĂ€nglich zu machen (oder diese auch nur fĂŒr die Nachwelt zu konservieren).

Fortsetzung: Inzwischen geht dies natĂŒrlich (mit Hilfe Deines bevorzugten TontrĂ€germediums), nur ist das Heraushören von Nicht-Standard-Sachen (fĂŒr viele) ziemlich zeitaufwĂ€ndig.
Im Übrigen gab es immerschon Leute, die nicht wollten, daß ihre Musik notiert wĂŒrde, so wie es auf immerschon klassische Komponisten gab, die Teile der jeweiligen Komposition fĂŒr die Improvisation des Solisten freiließen (hĂ€ufig mit "Kadenz" bezeichnet).
Was die persönliche Note :) des Instrumentalisten angeht, so ist es nach meiner Erfahrung viel schwieriger, ein notiertes StĂŒck zu interpretieren, ihm Leben einzuhauchen.
Das ist eine hohe Kunstform,; ich empfehle zur Anschauung Pepe Romero, dessen Arbeiten (fĂŒr meinen Geschmack) die Worte "Interpretation", "IndividualitĂ€t" oder "Persönlichkeit" viel mehr verdienen als viele RockgrĂ¶ĂŸen.

Zum Abschluß noch Folgendes: Ich bin mir völlig bewußt, daß viele Leute aus klassischer Musik etwas elitĂ€res, knochentrockenes, und damit Sterbenslangweiliges machen. So sollte es gerade nicht sein. Genauso kenne ich viele Gitarristen, die immer dieselben (gleichfalls langweiligen) Pentatonik-Licks spielen und sich weiß Gott was auf ihre IndividualitĂ€t einbilden.
(Jeder Forumsteilnehmer ist ausdrĂŒcklich davon ausgenommen :!: )
Diese AusfĂŒhrungen gelten außerdem eigentlich nur fĂŒr bereits geformte Instrumentalisten und KĂŒnstler - zu denen ich jedenfalls nicht gehöre.
FĂŒr meine Begriffe ist aber das Notensystem das effektivste, um schnell unbekannte Dinge zu lernen (und bekannte festzuhalten), und man kann natĂŒrlich (ist ja subjektiv) zu einer völlig anderen Ansicht kommen. Nur finde ich es Schade (im Sinne einer verpassten Möglichkeit), wenn man es garnicht erst versucht.

Das alles sind meine persönlichen Überlegungen, die keinerlei Anfeindung gegenĂŒber irgendjemanden enthalten (sollen) . Sollte sich irgendjemand dadurch angegriffen fĂŒhlen, so liegt es daran, daß ich meinen Standpunkt schlecht erklĂ€rt habe, und ich bitte hiermit um Entschuldigung.

Beste GrĂŒĂŸe,
donlimpio
 
Das sehe ich völlig anders als Donlimpio. Meiner Meinung nach ist Tabulatur die einzig sinnvolle Methode, Gitarrenmusik zu notieren. Die Standard Notation kann einfach nicht genug Angaben liefern, um ein perfektes nachspielen zu ermöglichen. Das C2 findet sich auf einer Gitarre in Normalstimmung nicht weniger als fĂŒnf Mal. Und es wird ja wohl niemand bestreiten, dass es im ersten Bund der h-Saite anders klingt als im 15. Bund der A-Saite. Standard Noten können keinen Aufschluss darĂŒber geben, welches C2 gemeint ist. Sie sind wie geschaffen fĂŒr Instrumente wie das Klavier, das fĂŒr jede Note genau eine Taste hat.

Auch die anderen Kritikpunkte kann ich nicht nachvollziehen. Wer sich auf seinem Griffbrett auskennt, kann auch aus Tabulaturen die harmonischen Strukturen eines Liedes herausfinden. Und was hĂ€lt dich davon ab, ĂŒber eine Tab Angaben wie ff oder rit zu schreiben? Dass man das so selten sieht, liegt wohl eher daran, dass Dynamik in der modernen Pop-Musik (im weiteren Sinne) kaum eine Rolle spielt.
 
Hi,

ich geb cook da teilweise recht. Zwar bin ich der Ansicht das die Notation alle Angaben zur VerfĂŒgung stellen kann, allerdings wird es dann sehr unĂŒbersichtlich, was den Einsatz der Tabulatur Sinnvoller und effektiver macht.
 
@cook: In den meisten Notationen wir eine (empfohlene) Lage durch römische Ziffern angegeben, sofern sie nicht offensichtlich ist.
 
Hi,

Kompromißvorschlag:

in (großen Teilen) der klassischer Literatur machen Noten in der Regel mehr Sinn, in vorklassischer Zeit gabs ja auch schon ein Tabulatursystem (Laute etc)... und bei manchen Klamotten sind Tabulaturen mehr als hilfreich (Rock-Soli etc). Ich finde die heutigen Möglichkeiten klasse, mir mittels Software bei einer eingegebenen Tabulatur direkt die Noten anzeigen zu lassen. Das ist hilfreich fĂŒr mich, da ich Noten nicht fĂŒr die Gitarre gelernt habe, sondern fĂŒr ein monophones Instrument. Vom Blatt zu spielen, wĂŒrde mich an der Gitarre heillos ĂŒberfordern...

Gruß
burke
 
cook":1t3zaswr schrieb:
Das sehe ich völlig anders als Donlimpio. Meiner Meinung nach ist Tabulatur die einzig sinnvolle Methode, Gitarrenmusik zu notieren. Die Standard Notation kann einfach nicht genug Angaben liefern, um ein perfektes nachspielen zu ermöglichen. Das C2 findet sich auf einer Gitarre in Normalstimmung nicht weniger als fĂŒnf Mal. Und es wird ja wohl niemand bestreiten, dass es im ersten Bund der h-Saite anders klingt als im 15. Bund der A-Saite. Standard Noten können keinen Aufschluss darĂŒber geben, welches C2 gemeint ist. Sie sind wie geschaffen fĂŒr Instrumente wie das Klavier, das fĂŒr jede Note genau eine Taste hat. ...

Dazu muss ich schnell mal Kritik loswerden. In der Gitarrennotation findet man aucsh eine Art "Hilsmittel", in dem gesagt wird, dass man das C beispielsweise in dem und dem Bund gespielt werden muss (es wird ĂŒber die Notation mit einer römischen Zahl, in dem Beispiel mit XV gekennzeichnet)... Besonders im klassischen Bereich, in dem ausschließlich Noten benutzt werden, achtet man auf Dynamik und das Klangbild. Beispielsweise soll man eine Phrase spielen, die wiederholt wird, aber weicher klingen soll. Die Noten bleiben die gleichen, ABER, wie schon gesagt, wird die "Lage" mit einer solchen Hilfestellung gekennzeichnet.
Von daher ist die Notation der Tabulatur ja gar nicht so unÀhnlich...
lg,
AlF
 
So, da gebe ich doch auch mal meinen Senf zu ab:

Ich kann nur jedem raten, wenn die Möglichkeit und vor allem Zeit vorhanden ist (ich richte mich da an die jĂŒngeren Gitarristen (und Stundenten)): LERNT NOTEN LESEN.
So direkt fĂŒr den herkömmlichen Rock/ Pop Gitarristen, der Standart Licks und Solos spielt ist es zunĂ€chst sicher nicht nötig (und Zeit- und Nervtötend), aber wenn ihr auf lange Sicht bei der Gitarre bleibt, so wird der Tag kommen, da Ihr neue Wege braucht, um Euch wirklich weiter zu entwickeln. Da könnte es passieren, dass ihr feststellt, dass Jazz zwar nicht eure Musik ist, aber Eure Musik stĂ€rker davon beeinflusst ist, als zunĂ€chst angenommen, oder ihr Eure Musik mit anleihen hieraus gut aufwerten könnt.
Oder Ihr bekommt die Chance, mit der Gitarre nebenbei ein wenig Geld zu verdienen, und Euch werden Jobs im Studio oder mit anderen Bands angeboten, und auf einmal liegen da Noten vor Euch...
Alles was man lernen kann macht euch besser, und ganz sicher verliert niemand sein "Feeling", oder gar die FĂ€higkeit zur Improvisation.
Und ich kann euch sagen: ich wĂ€re froh, wenn ich da frĂŒher etwas mehr gemacht hĂ€tte.

Euer Pappa Kai
 
Das steht ja alles außer Frage. Auch ich kann Noten lesen und gerade zum Austausch mit Nicht-Gitarristen ist diese FĂ€higkeit unerlĂ€sslich. Nichtsdestotrotz halte ich aus oben genannten GrĂŒnden die Tabulatur fĂŒr die beste Art, Gitarrenmusik zu notieren.
 
Da möchte ich das Thema doch auch noch ein wenig be-senf-tigen. Meiner Meinung nach ist das Nachspielen von geschriebener Musik gerade fĂŒr AnfĂ€nger mit der Tabulatur etwas einfacher.

Aber es gibt nichts, was die Tabulatur kann, was die Notenschrift nicht auch kann. Zumindest gilt das auf jeden Fall fĂŒr "richtige" Gitarrennoten. Wer's nicht glaubt, besorge sich einmal ein Exemplar der Guitar oder einer Ă€hnlichen Zeitschrift. Dort finden sich rocktypische Figuren auch in der Notennotation (ich liebe dieses Wort). Wenn man aber als Gitarrist an das "Große Buch der Volksmusik fĂŒr Akkordeon und Sackpfeife" gerĂ€t, ist man natĂŒrlich - zumindest als AnfĂ€nger - aufgeschmissen.

Das Problem, dass es die meisten Töne auf der Gitarre mehrfach gibt und diese dann auch noch verschieden klingen, haben Gitarristen mit vielen Millionen von Violinisten, Bratschisten, Cellisten, Kontrabassisten etc. gemeinsam. Aber die kommen seit Jahrhunderten mit Noten hervorragend klar - und das sogar mit der sogenannten Modernen Musik (Stockhausens Nachfahren). Tabulaturen auf bundlosen Instrumenten machen ja IMHO auch nicht viel Spaß.

Und wenn dann der Weise sagt:
"Den gröbsten Fehler, den ein Musiker machen kann, ist Noten zu spielen anstatt Musik zu machen",
dann hat er Recht. Aber das heißt wohl kaum "Leute spielt keine Noten, spielt lieber Tabulatur!" Es geht diesem Weisen wohl eher darum, dass man nicht mechanisch irgendwelche Notationen herunterrasselt, sondern dem gespielten seinen persönliche Ausdruck verleiht. Aber auch das funktioniert in der klassischen Musik hervorragend: Wenn ein Orchester dasselbe StĂŒck zweimal spielt, mit jeweils anderen 1. Violinisten, kann man auch dort durchaus Unterschiede in der Musik feststellen.

Letztlich aber ist die klassische Notation wegen ihrer KommunikationsfĂ€higkeit mit Nichtgitarristen (und darum geht es mitunter in einer Band) der Tabulatur ĂŒberlegen.

Und ganz zuletzt wird ja niemand gezwungen, komplett nach irgendwelchen Notationen zu spielen. Wer Musik macht, kann sich auch den Freiraum fĂŒr Improvisation verschaffen.
 
So auch mal mein Senf.
Ich war ja recht begeistert, als ich die ersten Tabs vor mir hatte und festgestellt hab, wie einfach das geht, die nachzuspielen.
Aber aus 10 Jahren Violinenerfahrung kann ich nur sagen, das ich noch kein Orchester/Bigband gesehen habe, bei der nach Tabs gespielt wird.
Als Individualist sind Tabs sicher hilfreich, aber auf lange Sicht machts auf jeden Fall Sinn, sich mal die "klassische" Notation anzuschauen.

Als Vorschlag zur Guete... spielen wir nicht alle nach ein bischen ueben hauptsaechlich aus dem Kopf? Und das sich hier dann ein eigener Stil einschleicht und etwas freier interpretiert wird, ist doch vollkommen normal und legitim oder wie seht ihr das?

P.S. Hier war vorhin mal von Pepe Romero die Rede...
Hat da wer Tabs/Noten von? Meine Suche war bisher von wenig Erfolg gezeichnet (MxTabs is irgendwie down :( )

Vielen Dank!
 
Seh ich auch so. Am Anfang zocke ich ein Lied immer nach Noten und dann ,nachdem man es oft genung gespielt hat, kann man das so oder so ausm Kopf. Also das mĂŒhsame is nur das erstige Spielen nach Noten, wenn man vorher noch nie das StĂŒck gehört hat, aber nachdem man den Rhytmus kennt geht alles wie von selbst also: Beides is der weg zum Ziel weil auf der BĂŒhne von nem Blatt ablesen ohne fette BĂŒhnenshow is nix und vorher richtig das Lied durch Noten oder durch anhören von schon vorhandenen Interpretationen lernen is auch gut ;)
 
Hm. Interessante Diskussion...
Aber wenn ich da an einen meiner guten Kollegen denke: der kann weder Noten noch Tabs. Nix. Kann er gar nix mit anfangen.
Der hört bloß gut zu und kann dann den Song. So einfach ist das.
Ich, der ich mit Noten herum stĂŒmpere und ab uns zu auch mal in Tabs gucke, stehe da staunend neben und werde dann langsam neidisch. :shock:
 
Hi!

Ich selbst kann nicht gut Notenlesen, geschweige denn danach spielen :)
Aber ich bin noch fest am ĂŒben!

Ich finde bei den Noten hat der ausfĂŒhrende Musiker mehr Freiheit,
dem StĂŒck eine eigene Note zu geben.
( zB: fehlende Lagenbezeichnungen )
Die Tabulatur erscheint dagegen als steifes System.

Das macht das Spielen nach Noten zwar schwieriger, aber auch interessanter.

Zum Thema Orchestermusiker und Improvisation: Ich selbst
kenne einige Blasmusiker (ist bei uns populÀrer :) ) die sagen Sie könnten nicht improvisieren.
Diese haben aber nie improvisieren mĂŒssen, geschweige denn es gelernt.

Ich hoffe das dies nicht missverstanden wird :)

Gruss Andi
 
Hallo,

ich finde diese Diskussion ein wenig zu breit gefÀchert.

NatĂŒrlich kann ich Sprechen ohne Lesen und Schreiben zu können, genauso kann ich Musik machen ohne die Notenschrift zu beherschen. Das eine schliesst das andere nicht aus, um aber mit anderen Musiker auch ĂŒber den BĂŒhnen oder Proberaumrand hinaus komunizieren zu können bedarf es einer einheitlichen Schrift und die ist nun mal seit mehreren Jahrhunderten die Notenschrift.

Das ich lesen kann heisst noch lange nicht das ich spannende Geschichten erzÀhlen kann, genauso verhÀlt es sich mit Noten schreiben und lesen. Es lÀsst sich wohl aber nicht anzweifeln, das durch Lesen und Schreiben die Möglichkeit seinen Wortschatz zu erweitern wesentlich vereinfacht wurde.

Gruss Tilmann
 
Hallo Leute,

bei mir verhĂ€lt es sich so, dass fĂŒr mich frĂŒher der Musikunterricht der absolute "Scheiss" war, nur so ein Zeug kam da vor, wovon ich dachte das interessiert doch eh niemanden und wofĂŒr schon Noten lesen, is doch eh alles fĂŒrn...

Leider wusste ich damals nicht, dass ich mit 17 mal irgendwann anfangen wĂŒrde, Gitarre zu lernen... mittlerweile spiele ich drei Jahre und muss sagen, dass es mich immer mehr stresst, von Noten und Musiktheorie keine Ahnung zu haben... :-(

Nils
 
Wenn man etwas in Notation denken kann, erschliesst sich schnell der Sinn des Ganzen. Suche ich fĂŒr ein Lied mal ne zweite Stimme lege ich in Gedanken einfach mal ne Note "obendrauf" (z.B. Terz). Oder ich suche zu einer Melodie mal schnell ein paar Akkorde. Hier fĂ€ngt das System an wirklich sehr nĂŒtzlich zu werden. Harmonielehre vorrausgesetzt.

Gruss
Pete
 

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