Bauweisen Gitarre


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Anonymous
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hallo, ich habe gerade bei ebay eine klassische Gitarre gekauft.
Sie ist von Ernest Köröskenyi aus dem Jahr 1969 und superschön.
Was mich allerdings erstaunt ist folgendes: Der Hals ist normal an den Korpus angeschlossen, doch das Ende des Griffbretts liegt nicht auf der Decke auf, sondern schwebt ca. 5mm darüber. Sowas hab ich noch nie gesehen. Damit wird anscheinend ein größerer Abstand der Saiten zum Schalloch erreicht und auch eine frei schwingende Decke. Wisst ihr vielleicht, was das für eine Bauweise ist, oder hat jemand schonmal was vom Gitarrenbauer gehört ?
 
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Anonymous
Guest
hi und willkommen im GW Forum

die bauweise, die du beschreibst, ist durchaus eine gängige. wenn mich nicht alles täuscht, sind besonders jazzgitarren hin und wieder so gebaut.

Gruß
Chris
 
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Solrac":1w8zzt0x schrieb:
hi und willkommen im GW Forum

die bauweise, die du beschreibst, ist durchaus eine gängige. wenn mich nicht alles täuscht, sind besonders jazzgitarren hin und wieder so gebaut.

Gruß
Chris

Ja, in der Tat wurden und werden immer auch Gitarren mit freistehendem Griffbrett gebaut. Hermann Hauser baute (Konzert) Gitarren im Wiener Stil nach Staufer Art. Die Hälse waren in der Regel am Stöckchen geschraubt. Dadurch musste das Griffbrett durch eine "Zunge" unterfüttert werden, wie man es auch bei Jazzgitarren kennt. Manche Gitarrenbauer haben sich den Umstand zu Nutze gemacht, dass bei einer zum Griffbrett geneigten Decke die Saitenschwingungen direkt in eine Deckenschwingung umgesetzt werden:

_Saite_~_/Decke


Im Gegensatz zu:

_Saite_~_
__Decke_
Dabei wird das Instrument tatsächlich lauter.
Allerdings werden auch die Belastungen auf die Decke größer, was die Dauerhaftigkeit dieser Konstruktion wieder reduziert. Will man ihr duch andere konstruktive Maßnahmen (z.B. einen größeren Steg) entgegentreten, verzehren diese wiederum den Gewinn der besseren Schwingungsausbeute. Es bleibt also im Groben Jacke wie Hose.

(Diese Aussagen haben nichts mit Jazzgitarren zu tun. Andere Baustelle!)
 
 

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