Intervalle "wissen"


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Hi!

Ich möchte gerne wissen, ob jemand von euch eine besondere Vorgehensweise hat, um Intervalle zu "wissen". Damit meine ich, dass ich nicht erst abzählen muss, dass die reine Quinte von C# = G# ist, sondern dass ich es aus dem FF sofort sagen kann. Auswendig lernen würde wahrscheinlich gehen, aber da es einige Intervalle gibt und zu jedem 12 mögliche Startpunkte wird man irgendwann bestimmt einige verwechseln.

Wie lerne ich soetwas am besten?

Viele Grüße

Exxman
 
muelrich
muelrich
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Hallo Exxman,

vorab: ich bin mir nicht sicher, ob man sowas lernen muss....:roll:

Was nützt es Dir, wenn Du solche Dinge auswendig herbeten kannst....

Aber zu Deiner Frage:

Ich würde mal damit anfangen, die Stufenviervierklänge aufzubauen, also

C maj7 = C - E - G - H
Dm7 = D - F - A - C
usw.

Damit hast Du zunächst mal eine gute Ausgangsbasis, die Du im Kopf hast und von wo Du Dir die weiteren Intervalle (jetzt in kürzeren Abschnitten) abzählen kannst.
Außerdem packst Du damit schon mal einen guten Einstieg in die Harmonielehre.

Wenn Du mir dann irgendwann erklären kannst, warum der Moll/ Akkord in Funktion der 3. Stufe mit b9 statt mit 9 erweitert wirst, dann hast Du schon einiges an harmonischen Wissen im Kopf.

Dann muss das nur noch in die Finger, um Sinn zu machen. :)
 
A
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Hi muelrich,

genau, es geht gar nicht so ums "herabbeten", sondern eigentlich genau darum, was du beschreibst, nämlich die Akkorde mit den entsprechenden Intervallen und deren Noten zu benennen. ;-)

Das brauche ich für eine Prüfung. Die nennen mir einen Akkord, ein Arpeggio oder eine Skala und ich muss die entsprechenden Intervalle / Noten / Töne wissen. Deshalb dachte ich wäre es schon ziemlich cool, alle Intervalle parat zu haben.

Aber was du vorschlägst ist wahrscheinlich schon ein guter Einstieg: die Akkorde direkt in ihrer harmonischen Zusammensetzung zu lernen

Viele Grüße

Exxman
 
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Moinsen,


ich halts auch nicht für "unbedingt wissenswert"...
(man kann sich ja auch seine Leidenschaft verkomplizieren)

aber drucke dir doch einfach sämtliche Zirkel aus?!
häng sie ins Bad/Klo und ....irgendwann kannst du alles...
(die Information setzt sich dann automatisch ins Langzeitgedächtnis.....auch beim Zähneputzen....jeder Zahn bekommt sein Intervall...Eselsbrückentechnik....und dein Dentist wird auch stolz auf dich sein ;-) (sein zukünftiges Zitat: "Herr Exxman....seit sie die verminderten in B sus7 putzen...hat ihr Zahnstein am linken Schneidezahn kapituliert..Es geht voran..und von der Kostenersparnis der unbestellten Implantate...kaufen wir ne schöne alte Les Paul!"
 
doc guitarworld
doc guitarworld
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alien":1k70yd24 schrieb:
aber drucke dir doch einfach sämtliche Zirkel aus?!
häng sie ins Bad/Klo und ....irgendwann kannst du alles...
(die Information setzt sich dann automatisch ins Langzeitgedächtnis.....auch beim Zähneputzen....jeder Zahn bekommt sein Intervall...Eselsbrückentechnik....und dein Dentist wird auch stolz auf dich sein ;-)!"

Das ist eine phantastische Idee! Ich muß mich letztlich auch mal
wieder damit beschäftigen, Halbwissen ist unbefriedigend.
 
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Exxman":1qd1nvr9 schrieb:
Wie lerne ich soetwas am besten?

Hallo Exxman,

Du weißt bestimmt, wie das Bluesschema funktioniert. Es besteht aus den Stufen I -IV-V, d.h. Grundton, Quarte und Quinte sind schon mal bekannt: C-F-G, G-C-D usw.

Wenn Du jetzt noch weißt, dass es zu jeder Durtonleiter eine Molltonleiter gibt, die auf der 6. Stufe beginnt, hast Du einen weiteren Ton. C-Dur/A-moll, G-Dur/ E-moll sind jeweils parallel.

Die weniger noch fehlenden Töne hast Du jetzt schnell parat, weil Du nicht mehr immer vom Grundton aus anfangen mußt zu zählen, sondern einfach vom nächstgelegenen Ton aus, den Du bereits auswendig kennst.

Probier´s aus, es ist ganz einfach.

Kleiner Test: F-Bb-C. Parallele Molltonart? Gut! Große Terz? Siehste! Geht!
 
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Hi

@mad cruiser: Das ist ne richtig coole Eselsbrücke! Mehr davon *lechz* ;-) Danke!

@alien: Ich kenn ja schon so manchen Trick fürs Vokabellernen, dazu gehört auch deine "lokale" Speichermethode ...... habe dabei natürlich noch nie an meine Zähne gedacht *LACH*

Viele Grüße

Exxman
 
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Shit. Wenn nur echte/eigene Zähne zählen, habe ich schlechte
Karten..... :cry: ....aber für Country reichts immerhin seit mehr als
30 Jahren.
:mrgreen:


<-------alles Brücken links oberhalb der Jever-Flasche
 
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Capt'n Grau":1emdzupu schrieb:
Shit. Wenn nur echte/eigene Zähne zählen, habe ich schlechte
Karten..... :cry: ....aber für Country reichts immerhin seit mehr als
30 Jahren.
:mrgreen:


<-------alles Brücken links oberhalb der Jever-Flasche


Moinsen,

und ich dachte imma du spielst Country mit (Ge)"Biss"

:-D

greez
 
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doc guitarworld":2e7thxkj schrieb:
alien":2e7thxkj schrieb:
aber drucke dir doch einfach sämtliche Zirkel aus?!
häng sie ins Bad/Klo und ....irgendwann kannst du alles...
(die Information setzt sich dann automatisch ins Langzeitgedächtnis.....auch beim Zähneputzen....jeder Zahn bekommt sein Intervall...Eselsbrückentechnik....und dein Dentist wird auch stolz auf dich sein ;-)!"

Das ist eine phantastische Idee! Ich muß mich letztlich auch mal
wieder damit beschäftigen, Halbwissen ist unbefriedigend.

Sven...macht doch nix

wir wohnen bei Köln....im Herzen Deutschlands...(die neuen Bundesländer mal jetzt aussen vor)

...der Verstand sitzt woanders
:-D

greez
 
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Ich hab mir irgendwann mal die Mühe gemacht und hab mir einige Griffbretter auf´s Papier gemalt. Dort hab ich dann die Intervalle ausgehend vom Grundton aufgezeichnet...an allen Stellen...dann hab ich mir die sachen auf der Gitarre vorgespielt und hab es nachgesungen und mir damit die jeweilige Klangcharakteristik eingeprägt.
Der nächste Schritt für mich war dann heraus zu finden, welcher Stufenvierklang mit welchen Optionen versehen werden kann.Dazu hab ich mir die Kirchentonleitern in Intervallen gemerkt.

z.B. Grundton
- Sekunde
- gr. Terz
- Quarte
- Quinte
- Sexte
- gr. Septime

Davon hab ich dann die Intervalle des Stufenvierklangs I abgezogen. Grundton, gr.Terz, Quinte und gr.Septime. Übrig bleiben Sekunde,Quarte und Sexte...über den Oktavraum hinaus wären das die Bezeichnungen 9 (Sekunde), 11(Quarte) und 13 (Sexte). Der Akkord mit allen diatonsichen(Tonleitereigenen) Tönen würde z.B.also im Falle von Cmajor7 als Basisvierklang, folgendermassen heissen: Cmaj7/9/11/13 ...
Alle Angaben ohne Gewähr....aber so hab ich ´s gemacht.
 
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Hi Luc,

an dem Intervalle hören und merken bin ich auch schon dran. ;-) Allerdings habe ich danach nicht mehr ganz verstanden, wie du das mit den Optionen meinst, und wie ich mir Kirchentonleitern in Intervallen merken kann. Kirchentonleitern sind doch die Modi Ionisch, Dorisch usw. ??

Das klingt ganz interessant was du da geschrieben hast. Vielleicht kannst du es ja noch mal mit anderen Worten versuchen. Ich würde mich freuen. Und schon mal Danke im Voraus!

Viele Grüße

Exxman
 
Woody
Woody
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Hallo Exxman,
wenn Du Dir mal die Mühe machst, und einfach mal "Intervallketten" aufschreibst, dann wirst Du merken, daß sie sich alle irgendwann wieder schließen.
Wenn Du z.B. mal Kleinterzen stapelst, z.B. von H ausgehend, dann läuft das Ganze H-D-F-Ab-H. Also läuft die ganze Sache zyklisch. Dmit hast Du jetzt auch schon die Kleinterz-Zyklen von D, F, und Ab fertig.
Damit reduziert sich das Ganze schon gewaltig.
Wenn Du das so systematisch mal mit allen Intervallen machst, hast Du Dir den ganzen Schwindel schon fast gemerkt, und wenn Du es ein paar mal wiederholst (in der Schule/Uni, auf der Arbeit, im Bus), dann hast Du das schnell drin.
In meinen Augen lohnt sich der Aufwand,
Gruß,
Woody
 
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In anderen Worten...hmmm...
smiliez.de_2483.gif
Ich versuch´s mal:

Ich habe mir die einzelnen Modi(Tonleitern die einer bestimmten Stufe, und somit einem Vierklang, zugeordnet sind, z.B. C-Ionisch dem Cmaj7 in der C-Dur Tonart)nicht nur optisch auf dem Griffbrett gelernt sondern auch von ihrem Aufbau in Intervallen her. Um dann zu wissen welchen Vierklang ... z.B. Cmaj7...ich mit welchen Tönen (optionen) ergänzen kann ...
In G-Dur ist der Akkord Cmaj7/11 nicht zu finden. Weil die 11 der Ton F wäre...man könnte aber den Akkord Cma7/#11 spielen...weil die #11 der Ton F# ist.Diese Optionen verwende ich oft nur als kurze Hammrings oder so...man kann damit recht nette Klangbilder erzeugen und bleibt nicht immer so stur auf einem "Klang" kleben....Im Zusammenhang mit anderen Akkorden macht dieses Wissen Sinn, weil man schneller durchschaut in welcher tonart man sich gerade befindet und man kann zu "skurile" Klangbilder vermeiden...
Das war zumindest meine Intention...schneller zu wissen welche Töne ich dazupacken kann...ohne gross rum zu probieren...was jetzt nicht heissen soll das man nicht auch schräg klingen sollte...wenn´s gefällt....warum nicht.
Das Beispiel was ich in meinem 1. Posting genannt habe...die Intervallreihe...das ist C-Ionisch...Halbtonabstände zwischen3/4 Stufe und 7/8 Stufe bzw. zwischen gr.Terz/Quarte und gr.Septime/oktave

C-Dorisch wäre z.B. ein Halbtonabstand zwischen 2/3 Stufe und 6/7 Stufe bzw. gr. Sekunde/kl.Terz und gr.Sexte/kl.Septime

Dorisch:
Gt - C
gr.Sekunde - D
kl.Terz - Eb
(reine) Quarte - F
Quinte - G
gr.Sexte - A
kl.Septime - Bb

Der Vierklang auf dieser Stufe wäre der Akkord Cm7, bestehend aus den Tönen C - Eb - G - Bb. Die Optionen wären die gr.Sekunde (9=D), die Quarte (11=F) und die gr. Sexte (13=A). Ein Akkord mit allen möglichen Optionen würde Cm7/9/11/13 heissen.Dorsich ist die II. Stufe, du befindest dich hier in der Tonart Bb-Dur.
Du könntest Cm 7 aber auch als II: Stufe oder Vi. Stufe ansehen. Dort findet man ebenfalls Moll-7-vierklänge.
Dann müsste man aber andere Optionen benutzen. Auf der III. Stufe wären es b9,11,b13 und auf der VI. Stufe dann 9,11 und b13.

Hmmm ich weiss nicht ob dir das jetzt wirklich weiterhilft, nachdem ich es selber nochmal lese... :oops:
 
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Hi Luc und Woody,

vielen Dank für eure Tips!

Habt ihr einfach so mit der Theorie rumgespielt und seid dann auf eure jeweilige Herangehensweise gekommen? Oder habt ihr euch haufenweise Bücher über Harmonielehre besorgt? Wenn ihr gut / einfach verständlich geschriebene Bücher kennt würde ich mich über Titel / Autor freuen.

Viele Grüße

Exxman
 
Woody
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Ich habe früh mit klassischer Musik angefangen, ich bin also vorbelastet.
Es ist bei mir so eine Kombination, ein Buch, was mir alles in genau der Weise, die ich verstehe, aufbereitet anbietet, habe ich bisher nicht gefunden.
Ich habe mir einige Bücher durchgelesen, aber das "verdauen" des Ganzen, also das verstehen und nutzbarmachen, das nimmt Dir keiner ab.
Wenn Du von Harmonielehre und Akkord/Skalentheorie überhaupt keinen Plan hast, dann ist vielleicht :!: die Neue Harmonielehre vom Haunschild was für Dich.
Das ist was zu reinriechen, allerdings ist der Nutzwert des Ganzen relativ gering.
Teil Zwei hat mehr "brauchbare" Inhalte, setzt aber auch schon eine gewisse Vorbildung voraus.

Was hast Du denn damit vor?
Vielleicht kann man Dir ja auch so helfen, und ohne ein konkretes Ziel fand ich Harmonielehre immer ziemlich doof...
Gruß,
Woody
 
EZE
EZE
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Exxman":2o2zz6z0 schrieb:
dass ich nicht erst abzählen muss, dass die reine Quinte von C# = G# ist, sondern dass ich es aus dem FF sofort sagen kann.

Hi Exxman,

ich habe das nie auswendig gelernt, sondern mir die Griffmuster der Intervalle auf dem Griffbrett gemerkt. So konnte ich bei Bedarf mit dem Griffbrett und Griffmuster im Kopf sehr schnell Intervalle bestimmen.

Ich habe IMMER mit der Gitarre am Mann Theorie gelernt. Theorie nur auf dem Papier zu büffeln halte ich für Zeitverschwendung. Einzige Grundlage für diese Vorgehensweise ist, Du must nur alle Noten auf dem Griffbrett kennen.

Greetze
 
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Hallo,

es gibt von Joachim Vogel das Buch "hear and read". Da lernst du Intervalle erkennen, unterscheiden, ebenso wie die verschiedenen Voicings der Akkorde und Progressions zu hören. Eine CD ist glaube ich auch dabei und er geht sogar ein bisschen auf Harmonielehre, Notation und Transkription ein. Das macht auch Sinn, denn hängt ja alles irgendwie zusammen.

Das Buch ist im AMA Verlag erschienen. Es ist durchaus anspruchsvoll und wenn du alles erfolgreich durchgearbeitet hast, müsstest du eigentlich sogar die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule bestehen können. Zumindest was das Hören & Lesen (und auch Schreiben) angeht.

Wenn du es ganz klassisch lernen willst, dann besorge dir von Roland Mackamul das "Lehrbuch der Gehörbildung" (2 Bände), erschienen im Bärenreiter Verlag. Das sind aber eigentlich, wie der Name schon sagt, Lehrbücher und die gehst du am besten mit einem Lehrer durch.

Während die Zielgruppe von "hear and read" ganz explizit Gitarristen sind, ist Mackamul viel umfassender und anspruchsvoller.

Nimm dir (sehr viel) Zeit, denn das geht alles nicht von heute auf morgen und nimm dir das aus den Büchern raus, was du für dich brauchst.

Interessant ist übrigens auch folgendes Phänomen. Viele meiner Schüler hören zwar alles richtig (können eine Melodie also problemlos nachspielen), sind aber nicht in der Lage die Intervalle oder Skalen zu benennen.

Wie alles im Leben ist es dann letztendlich auch Erfahrung...

Liebe Grüße

Deborah
 
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also ich hab in meiner Musikerzeit gemerkt das sowas wie Musikverständnis nur durch viel zusammenspielen mit Band oder Kumpels kommt.

ne zeitlang hab ich krass probiert mir Gehörübungen rein zu ziehen.....

war aber nich sooooooo der Bringer........
naja......

also ich denke ich werd auch nie DER Jazzer werden aber irgenwann ohne es zu üben konnte ich dann plötzlich Dur/Moll Dreiklänge hören, was sich dann zu einzelnen Intervallen erweitert hat, bis ich jetzt Jazzerakkorde raushören kann....
 

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