Label


Chris K jr.
Chris K jr.
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Ich möchte heute einmal ein Thema eröffnen, dass bestimmt den einen oder anderen von euch evtl. auch schon einmal in den Sinn gekommen ist. Zumal es diejenigen von euch /uns betrifft, die schon ihr eigenes Liedgut auf CD/Vinyl geritzt haben.
Ich bin jetzt seit einigen Jahren dabei und habe das eine oder andere Lied von mir auf CD gepackt und dann ab damit in die Post. Diverse Label wurden angeschrieben, aber irgendwie vergeht nur die Zeit in´s Land, ohne eine angemessene Reaktion. Entweder kommt keine Antwort, oder es kommt auf weitere Anfrage ebenfalls keine Reaktion. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Kontakt zu Labels gesucht, (u.a. auch in den USA, allerdings nur bei einem) aber mit wenig Erfolg. Ich gehöre zu den Musikern die hauptsächlich im Homestudiobereich tätig sind, statt auf Bühnen zu rocken. Was mit Sicherheit schon ein Nachteil sein kann, da so meine Musik weniger bekannt wird. Natürlich besteht die Möglichkeit seine Musik über das WWW zu vertreiben,...aber darum geht es hier nicht. Vielmehr habe ich des öfteren mit befreundeten Musikerkollegen über dieses Thema gesprochen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, das diesbezüglich wenig Interesse bei den Leuten besteht. Zumal dies ja auch eine aufwendige Angelegenheit ist. Und es ja auch nicht alleine zu bewältigen wäre. Denn der Geschäftssinn, das Management, die rechtlichen Fragen, welche Musik, das Finanzielle wie auch die Zeit die investiert werden muss, sollten hier nicht unterschätzt werden.
Es geht ja dann auch nicht nur um die eigene Musik, es sollte dann schon ein Möglichkeit für andere Bands und Musiker gegeben sein, sich auf diesem/jenem Label zu präsentieren.
Es soll jetzt nicht der Anschein erweckt werden, dass ich Labelchef werden will und ab sofort mein eigens Ding mache. Alleine schon mal gar nicht; denn dazu fehlt mir das nötige Wissen. Aber die Idee, die ich hier einbringe, könnte vielleicht den einen oder anderen wachrütteln, und vielleicht kommt der eine oder andere Vorschlag zum Vorschein. Hat einer von euch Erfahrung, aus diesem Bereich? Ist einer von euch Labelchef, oder hat die Absicht eins zu gründen? Seid ihr bei einem Label unter Vertrag; was könnt ihr berichten?
Wie bringt ihr eure produzierten CD´s an die Öffentlichkeit?

Ich habe jetzt bestimmt eine Menge vergessen, und von daher würde ich mich sehr über Ergänzungen freuen.

Berichtet!
 
A
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Wir haben unsere Musik unter CC - Creative Commons http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_commons veröffentlicht. Spart dir bei CD Veröffentlichung die Gema-Kosten. Musst du glaube ich einen "Freistellungsantrag" bei der Gema erwirken, der dir bestätigt das diese Werke auch wirklich GEMA frei sind. Dann hast du bei einer eventuellen pressung keinen Stress mit dem Presswerk...genaueres musste dichmal schlau machen,..z.B. im Forum meiner Combo... http://jammin-inc.de
Es gibt eine riesige open source Gemeinde...die resonsanz war ziemlich gut. Dann webradios...wir haben Mitschnitte von Stationen aus aller welt,..Japan,USA, Niederlande, Deutschland natürlich, usw.
Ich weiss nicht ob man sich in Zeiten, in denen die Musikindustrie langsam aber sicher mit ihren Verkaufszahlen in Richtung Null trudelt, am Anfang unbedingt auf ein label setzen sollte. Kann funktionieren, kann aber auch nach hinten los gehen. Machst du auf Selbstvermarktung, wirst du dann bekannt, kommen die heinis eventuell von ganz alleine.
Geld verdienen wir z.Zt.nur durch Livegigs.deshalb finde ich es unerlässlich auch live unterwegs zu sein.Und zwar nicht nur in deiner Umgebung.Stell dir eine Band zusammen und spielt live. Wenn eure Gagenforderungen nicht SOOO hoch sind, und ihr euch nach und nach eine Basis aufbaut, klappt das auch mit Auswärtsspielen. Wenn man es wie ein ganz normales geschäfft betrachtet...auch dort muss am Anfang investiert werden bis man eventuell Gewinn einfährt. Kann dauern, kann schnell gehen...wer weiss das schon.
 
A
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Hi Chris,

der Einwurf von Luc bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt. Geht es dir darum, deine Musik einfach nur zu Gehör zu bringen und deine Person ein wenig vorzustellen, ohne weitere Ziele zu verfolgen. (Sprich: finanzieller Erfolg). Dann würde ich die bereits bestehende Plattformen im Internet nutzen. (Web-radio, My-Space, etc.)

Den größten Nutzen aus Plattenverkäufen hat man heute, wenn man selbst vertreibt. Man ist letztlich also sein eigenes Label! Bei größeren Plattenlabeln fängt man ab Stückzahlen von 30.000 Einheiten an aufwärts Geld zu verdienen. Wer kann sich solche Zahlen schon auf die Brust schreiben? Wer kontinuierlich öffentlich Auftritt bekommt verwertbares Feedback und kann eine Fanbase aufbauen. Dann kann man sein eigenes Label gründen, Platten produzieren und eventuell dran verdienen, bzw. die Kosten reinspielen. Da es keine Zwischenhändler gibt, verdienst du an jeder verkauften Einheit deutlich mehr. Somit sind zur Deckung der Kosten viel weniger abgesetzte Einheiten nötig. Das erfordert natürlich, dass die ganze Werbung über dich läuft. Sprich: Du musst mit deiner Musik an die Öffentlichkeit gehen.

Ein Vertrag bei einem Label nimmt einem zwar die ganzen administrativen Arbeiten ab und auch den Vertrieb, eventuell auch Produktions - Kosten (die die dann natürlich über verkaufte Platten wieder reinholen, erst dann verdient der Künstler). Erfolg garantiert das aber eigentlich nicht. Wir Musiker sind gefragt! Wenn jemand eine Plattendeal hat ist das sehr schön für denjenigen. Wenn mir aber einer heute sagen würde, dass er Musik macht, die er dann bei einem Label unterbringen will, so würde ich ihm davon abraten. Über die Live-Musik-Schiene und eventuellem Eigenvertrieb ist es nicht unbedingt einfacher, aber es ist wohl für "kleinere" Künstler der momentan einzig gehbare weg. Kein noch so kleines Label bindet sich jemanden auf den Bauch, den niemand kennt.
 
A
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Man sollte auch den möglichen AHA-Effekt bei Firmen in Betracht ziehen. Wenn sich immer Musiker auf einen ähnlichen Pfad begeben...alternative Vertriebswege wie eigene Downloadplattformen,Webseiten mit Gemafreier Musik etc., dann wird das irgendwann ein nicht zu unterschätzender Faktor im Musikbuiz sein und Firmen eventuell zum Umdenken zwingen. Als eigener Chef hast du auch die Möglichkeit die CD nicht für 15 Euro anzubieten, sondern für 8 oder 7 Euro. Und du verdienst immer noch mehr als bei einm Label.Das kann auch dazu beitragen,das du mehr von den Teilen verkaufst.
So ein label bietet natürlich auch die Sicherheit, das die Kosten erst mal gedeckt sind. Sie holen sich das aber auch wieder. Über die Verkäufe z.B. Es gibt auch Vertragsformen, bei denen kassieren sie auch Anteile der Gagen bei Konzerten und Fernsehauftritten und ähnlichem.
 
Al
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hi,

interessanter Thread! Eigentlich sollte der Titel lauten: Braucht man ein Label?

Meine Antwort: nein! nach der lektüre von tim renners buch (http://www.amazon.de/Kinder-schlimm-Zuk ... F8&s=books) ist mir eigentlich klar geworden, wohin die Reise geht.

Die Labels werden immer noch als Förderer der Künste wahrgenommen. Das war vielleicht früher so, als die Leute bei einem Label das ganze aus Liebe zur Musik betrieben haben. Diese Art der A&R-Manager ist aber eine vom Aussterben bedrohte Spezies.

Typen wie Clive Davis, David Geffen usw. gibt es immer weniger. Heute sitzen auf dem Posten des A&R's gerne mal BWLer, die genau wissen wieviel und wie schnell die Kohle fliessen muss, damit sich das Produkt für das Label rechnet. Da die Kosten, also die Kohle die so ein Label am Tag raushaut sehr hoch sind, muss der Künstler also das "Produkt" natürlich eine Menge Tonträger verkaufen.

Aber es gibt absolut keinen Grund für den Musiker von heute zu resignieren und zu sagen, es gäbe heute immer weniger Signings und deswegen könne man nix machen. Nie war es für den Künstler einfacher sich selber zu vermarkten. JA, das Internet. Ungeahnte Möglichkeiten! Das fängt bei den regionalen wie überregionalen Plattformen an. Diese alle hier aufzuzählen wäre mal eine Aufgabe für jemand, der viieeeeeeeeeeeeeeeel Zeit hat, das es davon inzwischen sehr viele gibt.

Und im Normalfalle geht es dann nur weiter über eine ständige Livepräsenz.

Alles in allem kein einfacher Job und sicher nix für Leute die auch nur im mindestens ein Defizit an eiserner Disziplin, 100% Willen aufweisen und dazu noch bereit sind, sich in die Technik, das Know How der Vermarktung von Musik sowie der rechtlichen Grundlagen einzuarbeiten. Also nix mit Rock`n ` Roll-Lifestyle. Wer sowas zelebrieren möchte, der macht das am besten als Hobby und probt jede Woche mit seinen Kumpels einen Kasten Bier leer und freut sich der Dinge.

That`s it!

lg

alex
 
univalve
univalve
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Hi Alex,

Jepp, sehe ich genauso! Über das Internet ist es wirklich einfach geworden seine eigene Musik zu verbreiten.

honeyweed":24x8asa3 schrieb:
...der macht das am besten als Hobby und probt jede Woche mit seinen Kumpels einen Kasten Bier leer und freut sich der Dinge.
Wobei das immer mein liebster Ansatz war ;-)

greetz
univalve
 
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Hi Robin,

der meinige (Ansatz) ist ja derselbe, sonst wär ich:

a) schon superberühmt
b) steinreich
c) hätten wir nicht solange zusammen musiziert :)

An meinen Fähigkeiten kann es ja schliesslich nicht liegen! :lol:

lg

alex
 
EZE
EZE
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honeyweed":nca8sikq schrieb:
Braucht man ein Label?
Meine Antwort: nein!
Kommt drauf an wo man steht und wohin man will.

Ist man gerade dabei die Hälfte seines Jahresurlaubs zu opfern um mit der Band eine 3 Wöchige Tour durch Deutschlands kleine Clubs und Kneipen zu absolvieren um sich eine solide Fan-Basis aufzubauen, wohl nicht. Hat man Glück und begeistert die Leute, sind die ersten 1000 Selbstgemachten für 5 € pro Stück weg. Wer von Euch gibt sich eigentlich diese Nummer ?

Erfüllt man diese Kriterien -

The President of an established Publishing Co. is looking for outstanding EMO/MODERN/INDIE ROCK ARTISTS ranging from the Arcade Fire to My Chemical Romance to Butch Walker to Death Cab For Cutie to the Shins to Copeland, etc. to develop and shop to labels. You'll need to have at least great 5 songs that have final mixes and are ready or almost ready to go to the next stage -- the release of an album. SUPER KILLER demos are cool as long as the basic tracks can be used in the final recordings. Meaning that bass, drums, and rhythm guitars all must have master quality going on and provide for re-doing vocals, solo's, etc. Also...your CD's artwork should be finished or almost finished and ready to be sent to the printer. Foreign artists/bands a big plus! Great vocals and tremendous songwriting are needed.

... ist es wohl an der Zeit für die Unterstützung eines Labels.


@ Cris - ich an Deiner Stelle würde auch versuchen die Songs bei einer
Online Music Library zu platzieren. Dort eingestellte Songs werden öfter von Produzenten aus der TV/Film Branche bemüht.

Greeze
 
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EZE":27jz09iq schrieb:
The President of an established Publishing Co. is looking for outstanding EMO/MODERN/INDIE ROCK ARTISTS ranging from the Arcade Fire to My Chemical Romance to Butch Walker to Death Cab For Cutie to the Shins to Copeland, etc. to develop and shop to labels. You'll need to have at least great 5 songs that have final mixes and are ready or almost ready to go to the next stage -- the release of an album. SUPER KILLER demos are cool as long as the basic tracks can be used in the final recordings. Meaning that bass, drums, and rhythm guitars all must have master quality going on and provide for re-doing vocals, solo's, etc. Also...your CD's artwork should be finished or almost finished and ready to be sent to the printer. Foreign artists/bands a big plus! Great vocals and tremendous songwriting are needed.

Cool! :cool:

Gab es diesen Text irgendwo offiziell zu lesen, oder hast du dir den ausgedacht!
 
Al
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EZE":3htgrp6u schrieb:
Ist man gerade dabei die Hälfte seines Jahresurlaubs zu opfern um mit der Band eine 3 Wöchige Tour durch Deutschlands kleine Clubs und Kneipen zu absolvieren um sich eine solide Fan-Basis aufzubauen, wohl nicht. Hat man Glück und begeistert die Leute, sind die ersten 1000 Selbstgemachten für 5 € pro Stück weg. Wer von Euch gibt sich eigentlich diese Nummer ?

ich kenne ne menge leute, die sich das geben. zwar nicht am stück, sondern do-so. einige davon sind leute mit einem studienabschluss in musik etc. die zeit dazwischen wird mit lukrativen coverjobs oder unterricht überbrückt. ja, man lebt seinen traum und kommt damit über die runden. es steht zwar kein mercedes vor dem reihenhaus und die arbeitszeiten sind familienunfreundlich, aber man ist zufrieden.

zeig`mir mal den "ernstzunehmenden" künstler aus deutschland, der in den letzten jahren von einem label nachhaltig aufgebaut wurde und uns in 10 jahren noch mit seiner musik verzaubert!

juli, silbermond, wir sind helden oder gar tokio hotel? oder sind das kühe die auf einer populären welle surfen und solange abgemolken werden, wie sie noch milch absondern bzw. platten verkaufen?

die attitude "wir sind jung und angesagt und machen uns allerlei gedanken" kommt doch bei der relevanten zielgruppe prima an, aber will man sich mit anfang 30 auch noch ergüsse a la " du bist das beste war mir je passiert ist" oder "es war ne geile zeit" antun, ausser vielleicht im nostalgierausch auf den ersten Ü30-partys?

mit meinen augen betrachtet, sehe ich keinen künstler in dieser richtung. alle die momentan erfolg haben, sind entweder dinos wie grönemeyer und co. oder eben die "milchkühe".

lg

alex

SurfingCow759-s.jpg
 
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honeyweed":9qhvpdpl schrieb:
ausser vielleicht im nostalgierausch auf den ersten Ü30-partys?

:hihi:

Das mit dem Abmelken ist ja so ´ne Sache ! Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Band in 10 Jahren noch gehört werden, bzw. existieren, halte ich für gering.

Das kann aber auch der super-talentietren Truppe passieren, die möglicherweise das Zeug zum Klassiker hat.

Ob die nach dem Erfolg immer noch einen Fuß im Biz haben, oder von da an froh sind, wenn sie als "B-Promi" in irgendeiner Fernsehshow auftreten dürfen, oder auf irgendeinem roten Teppich laufen dürfen, sei dahingestellt.

Ich denke, aber schon, dass die von dir Genannten nicht nur gemolken werden. Die verdienen schon was mit. Wichtig ist nur, den eigenen Erfolg einordnen zu können und nicht völlig abzuheben. Denn dann ist im Fall der Fälle der Absturz heftig! Ansonsten: Wenn mir jetzt jemand ´nen Deal anbieten würde und sagen würde: Hömma! Über die nächsten 2-3 Jahre könne wir mit dir richtig Knete machen und du bekommst ´nen leckeren Teil ab, dann würde ich jetzt zusagen ... ;-)

Abgemolken fühle ich mich dann nur, wenn ich die Knete verprasst habe und danach nix mehr auf die Kette kriege. Das nimmt meist ein böses Ende und davon gibt´s ja leider viele Beispiele!
 
EZE
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honeyweed":3g9x2840 schrieb:
ich kenne ne menge leute, die sich das geben. zwar nicht am stück, sondern do-so.
Also kennt Du niemanden ! Von do-so war hier NICHT die Rede.

honeyweed":3g9x2840 schrieb:
ja, man lebt seinen traum ...
Sei mal ehrlich. Den Traum von Cover Jobs und Gitarrenunterricht ? Wie lange ohne Frust ?

honeyweed":3g9x2840 schrieb:
zeig`mir mal den "ernstzunehmenden" künstler aus deutschland, der in den letzten jahren von einem label nachhaltig aufgebaut wurde ...
Melotron, Seeed, ... ?

Greeze
 
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moin marcello,

wer würde da nicht ja sagen? darum gehts auch eigentlich nicht. den bands da vorwürfe zu machen, wäre ja auch totaler quatsch. die nehmen mit was sie kriegen können und haben sicher auch eine schöne zeit. zweifelsfrei!

und es gibt auch ein leben für einen musiker ohne einen majordeal. klar, da träumt sicher jeder irgendwann mal von. leben wie ein star, partys, preisverleihungen, die videos laufen auf mtv und viva usw.

aber es gibt doch eine menge von uns bewunderter musiker die wir noch nie auf mtv gesehen haben, die wahrscheinlich das von mir geschilderte leben führen und trotzdem lieben wir ihre musik und werden sie in ein paar jahren noch gerne hören.

man kann ja bekanntlich ganz gut musik veröffentlichen und unter die leute bringen und damit sogar gutes geld verdienen, live spielen und damit glücklich sein - nur braucht es dazu halt eine gute portion fleiss, disziplin und letzendlich auch talent. und eben nicht zwangweise einen major... oder sieht das jemand anders?

ok, jetzt kommt der EZE wieder im die ecke: seeed, ok! melo... was?
lt. michael smilgies, dem ehemaligen manager von seeed kommen die inzwischen ganz gut klar, ok.

aber was willst du mir damit sagen? und inwieweit widerlegt das meine ansicht? ist was falsches daran auch mal industriejobs zu spielen oder zu unterrichten, so als musiker? ich kann dir nicht so ganz folgen...

lg

alex
 
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Ist man gerade dabei die Hälfte seines Jahresurlaubs zu opfern um mit der Band eine 3 Wöchige Tour durch Deutschlands kleine Clubs und Kneipen zu absolvieren um sich eine solide Fan-Basis aufzubauen, wohl nicht. Hat man Glück und begeistert die Leute, sind die ersten 1000 Selbstgemachten für 5 € pro Stück weg. Wer von Euch gibt sich eigentlich diese Nummer ?
Also ich gebe mir das gerade...letztes jahr auch schon. Wir haben nicht drei Wochen am Stück durchgespielt, aber ich konnte dann den Resturlaub im Dezember nehmen, weil ich nicht in die Verlegenheit kommen möchte mal keinen Urlaub mehr zu haben wenn ein Gig etwas weiter weg ansteht.(Nur die CDs ham wir nicht für 5 Euros verkauft,wir ham sie verschenkt...aber das ist ein anderes thema.)
Und ich bereue keine einzigen Tag meines urlaubs, der für die Band "draufgegangen" ist. Vielleicht haben wir mal Erfolg mit der Band, vielleicht auch nicht. Nur ist es naiv zu glauben, der Erfolg kommt wenn man jeden Abend darauf wartet. Entweder - oder...es ist müßig darüber nachzudenken was man alles "opfern" muss um Erfolg zu haben. Ich hab seit geraumer Zeit einen 12 Stunden - Tag. 8 Stunden für die Firma, dann Schüler, Üben, Buchführung, Öffentlichkeitsarbeit für Workshops, Schülersuche,Vorbereitung des Unterrichts etc. Und danach dann üben um sich zu verbessern.Das ist nach meiner Erfahrung ein realistischer Weg wenn man mit Musik ...

- Geld verdienen möchte
- eventuell etwas bekannter werden möchte
- sich langfristig in/mit der Musik selbstverwirklichen möchte. (Was
nützen die schönsten Träume, wenn sie solche bleiben??)
 
EZE
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honeyweed":p2hvhe64 schrieb:
ist was falsches daran auch mal industriejobs zu spielen oder zu unterrichten, so als musiker? ich kann dir nicht so ganz folgen...

lg

alex
Nö, eben der deutsche Gebrauchsmusiker. Entspricht halt dem Arbeitsplatz Deutschland. Ist nicht negativ gemeint. Entspricht aber dem Jobangebot. Wenn das der gelebte Traum ist, perfekt !

Eins ärgert mich immer. Viele schimpfen auf die Industrie, wollen aber zwanzig Doppelplatin an der Wohnzimmerwand hängen haben. Klar sind sie die besten Musiker und Songschreiber. Zudem noch Vorsitzende der örtlichen Muckerpolizei. Leider klappt es nicht mit dem großen Deal. Warum ? Richtig, weil die A&R's so Scheiße sind. Was glaubt Ihr wieviele
der Bands auch nur annähernd das von mir weiter oben beschriebene Listing erfüllen ? Viele ? Das sind die VORGABEN die die A&R's vom Cheffe bekommen !


Es wird öfter über die schlechte Qualität der deutschen 'Melkkühe' gesprochen. Mmh, sind die wirklich sooo schlecht ? Nö, sie sind nur nicht amerikanisch, oder britisch. Deutsch eben. Stört das ? Was ist den so unfassbar primitiv und dilletantisch ? Der Gesang ? Das Songwriting ? Die Instrumentalisten ?

Warum vergleich man diese Bands mit denen aus Amiland, wenn ihnen z.B. jede Feierabendband aus Memphis den Arsch wegbläst ? Weil sie kopieren ?

Greeze
 
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Oh EZE!

Über deutsche Musik kann man schon trefflich streiten! Zumindest das, was sich so allgemein in den Charts tummelt!

Ich sag, die Ami´s machen auch ordentlich Scheiße, aber das wenigstens auf hohem Niveau! Ich muss aber nicht über´n Teich schauen! Was die Franzosen, Italiener und Briten produzieren, ist einfach auf´nem anderen Niveau. Das garantiert zwar nicht unbedingt Erfolg, aber wenn der sich irgendwann mal eingestellt, dann gehen auch unsere einheimischen Künstler ins Ausland um dort zu produzieren. (Jetzt heftig pauschalisiert!!!)

Im übrigen ist ja gerade wieder Bundesvision Songcontest!
;-)

Ich glaube, dieses Jahr ist der schon keiner besonderen Erwähnung mehr wert.
Der Gewinner stand für mich schon vor Beginn fest..
 
Al
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hi eze,

dann sind wir und ja einig, oder? ohne fleiss keinen preis, das war eine kernaussage von mir.

gemeint war auch nicht um jeden major einen großen bogen zu machen - aber es geht halt auch ohne. gerade viele indies mit einem guten vertriebsdeal machen einen super job und kümmern sich. und viele heute bekannte wurden auch von einem solchen indie aufgebaut und hinther dann von einem major übernommen. auch ein weg!

ich glaube allerdings nicht, das es an deutschland liegt. und mancher sagt sich halt: lieber gebrauchsmusiker, das eigene projekt im focus, aber das geld kommt über die jobs rein - als garkeine musik. und das ist zu respektieren.

für mich wars nix und ich erfreue mich daher meiner musik als ambitionierter hobbymucker und vorsitzender der kreismusikerpolizei ;-) ne, scherz - ich hasse sie :lol:

oh je, schon wieder zuviel geschrieben, wer soll das lesen...

lg

alex

p.s. die frage was schlecht an silbermond und co. ist kannst du dir zum einem selbst beantworten und ist letztendlich eine frage des geschmacks. des guten :roll: für mich ist es nix...
 
 

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