Pfaelzer":24t8vz11 schrieb:
Wie ich schon schrob, kapiere ich nicht, wieso die Exportquote in Deutschland so hoch ist, obwohl dem allgemeinen Tenor nach Millionen von Arbeitsplätzen im Produktionsbereich ins Ausland verlagert wurden.
das kommt darauf an wo das "Stammunternehmen" seinen Sitz hat.
Wenn z.B. die Firma, in der u.a. ich beschäftigt bin, (die auch vieles in den USA, China und Brasilien produziert) ihre Verkaufszahlen vorstellt, werden die Produktionseinheiten vom Exportertrag nicht abgezogen, d.h. das deutsche Unternehmen hat so und soviel ins Ausland abgesetzt, die Exportzahlen bleiben in Deutschland....
Mir ging es in der Kritik der Auslandsverlagerung nicht NUR um die Verurteilung wegen des Verlusts von Arbeitsplätzen, sondern halte ich es in der Tat für problematisch, dass viele Produkte unter widrigen Bedingungen im Ausland produziert werden, Stichwort "illegale Kinderarbeit" (China, Indien, Pakistan, etc.). Gerade die Billig-Bekleidungsindustrie sollte hier gemieden werden...
Dann geht es mir darum, dass ein florierendes Unternehmen letztlich nur dann langfristig gedeihen kann, wenn auch die sozialen Rahmenbedingungen im Ausland gewährt sind. Nur Billigverlagerungen um an der Kostenschraube zu drehen hat sich nachweislich in vielen Unternehmen gerächt. Hier kann man gerade die Maschinenbauer als Beispiel zitieren, die vielfach ihr Produktionsstätten aus dem Ausland abgezogen haben, weil es nicht funktionierte. Es mangelte häufig an der Qualität, an den Produktionsbedingungen, an dem sozialen Umfeld und letztlich an organistatorischen Widrigkeiten.
Vielfach muss auch erst die Mentalität anderer Nationen begriffen werden, bevor man hier unsere Arbeitsvorstellungen installieren kann.
Ein guter Freund von mir ist Technischer Vorstand eines Trafoherstellers. Er war 3 Jahre in Malaysia und 2 Jahre in Holland. In Holland hätte er sich fast die Zähne ausgebissen, bis er seine Porduktionsvorgabe erreichte....die wollten einfach nicht. Es ging nur über radikale Zwangsmaßnahmen, so dass er das Subunternehmen gerade noch kurz vor der Schließung retten konnte.
Ob es in der Summe für uns günstiger wäre, wenn wir nur noch in Deutschland produzieren und nur noch deutsche Produkte kaufen, wage ich zu bezweifeln (wir leben auf keiner Insel und die Zeiten der DDR sind gottseidank längst vorbei).
Für viele Unternehmen war die Verlagerung ins Ausland eine finanzielle Notwendigkeit, ansonsten wären sie sicher insolvent gegangen. Auf der anderen Seiten exportieren wir einen Großteil unserer Produktion ins Ausland.....das gehört alles zur Globalisierung und wird in Deutschland gehören zu den größten Nutznießern davon.
Österreich ist in der Tat krisenresistenter, warum...ganz einfach, es hat weitaus weniger bis fast gar keine Großkonzerne. Großkonzerne sind viel krisenanfälliger. In Österreich ist der Mittelstand extrem stark.....
Wenn wir nicht mehr ins Ausland verlagern dürften, dann wäre es konsequent uns auch den Verkauf unserer Produkte ins Ausland zu verbieten - aber das würde uns "den Gar völlig ausmachen"....
Trotzdem finde ich es nicht verkehrt, wohlüberlegt einzukaufen. Auf Qualität zu achten und nicht nur billigen Schnäppchen nachzueifern. Das geht bei der Nahrungsmittelindustrie an, geht bei der Bekleidungsindustrie weiter und hört bei Billigschnäppchen übers Internet auf, v.a. in den Segmenten in denen man kostenlose Dienstleistung vor Ort abgreift, die Produkte aber dann billiber übers Internet ersteht. Das kostet definitv Arbeitsplätze vor Ort und vor allem verlieren wir Qualität in der Beratung.....