Scalloped ?

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Hi,

ich bin vorhin beim surfen auf ein paar Seiten gestossen,
wo Gitarrenbauer ihre liebsten E-Gitarren vorstellen.

Manche von denen sind in den höheren Bünden "scalloped",
nur was heisst das genau? Sind die Abstände zwischen den Bünden irgendwie eingefrässt? Was bringt sowas?

Marius
 
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Hi Marius,

ja, unter Scalloping versteht man dass das Griffbrett unterfräst wird, also das Griffbrett wird "ausgehöhlt". Bringen tut das ganze folgendes: Du hast keinen Kontakt zum Griffbrettholz beim Greifen. Speziell in den höheren Lagen ist das sinnvoll, wenngleich Yngwie einen komplett ge-"scalloped"-ten Hals spielt. er kann damit lt. eigener Aussage einfach sein markantes Vibrato besser "zelebrieren". Allerdings bringt ein unterfrästes Griffbrett auch Probleme: wenn man beim Gig nervös ist und fester auf die Saiten drückt hat man schnell Intonationsprobleme (ähnlich wie mit Jumbos, nur schlimmer), ausserdem finde ich persönlich es schwieriger auf nem scalloped Hals zu greifen, aber das ist wohl Geschmackssache. Einfach zum Händler Deines Vertrauens gehen und mal ausprobieren

so long
Ace

Those who live by the sword get shot by those who don’t
 
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Hallo,
ACE hat es bereits auf den Punkt gebracht. Aus meiner Erfahrung würde ich noch ergänzen, daß es im Spielgefühl keinen Unterschied zwischen einem hohen Bunddraht (Dunlop 6105 -> Ibanez Satriani) und einem scalloped Fingerboard gibt. Will schreiben: Der Kontakt zum Holz bleibt in beiden Fällen aus. Daß ein "Druckvibrato" zum Griffbrett hin schneller sein soll, als ein Vibrato durch Bewegung auf dem Bund, glaube ich nicht - auch wenn es von Riche Blackmore verfochten wird.
Allerdings nimmt das Aushöhlen des Griffbretts zwischen den Bünden dem Hals enorm Steifheit, was er mit schwammiger Ansprache und ausdrucksstarken Deadspots quittiert. Im Higain Bereich ist das aber u.U. egal.
Meiner Meinung nach überwiegen bei diesen Hälsen jedoch die Nachteile.

Grüße aus dem milden Westen.

W°°
 
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Sowas hier:

mhb0649_strat_neck.gif
 
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Hi,

danke für die Antworten.

Sieht ja echt verrückt aus, aber wenn ich sowas mal sehe,
werde ich es mal ausprobieren. Die Bauweise ist aber nicht
üblich, oder? Hab ich noch nie bei "normalen" Firmen gesehen.

Marius
 
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Sie ist nicht sehr verbreitet. In den 80ern lagen teilweise unterfräste Griffbretter (Oberhalb des 12. oder 15. Bundes) etwas mehr im trend, heute haben das nur noch ganz wenige Leute auf ihren Signature-Äxten. Yngwie ist einer der ganz wenigen die komplett scalloped spielen. Ab und zu gibt’s auch mal so Hälse auf Ebay...

so long
Ace

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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Original erstellt von: W°°
Hallo,
Daß ein "Druckvibrato" zum Griffbrett hin schneller sein soll, als ein Vibrato durch Bewegung auf dem Bund, glaube ich nicht - auch wenn es von Riche Blackmore verfochten wird.
Allerdings nimmt das Aushöhlen des Griffbretts zwischen den Bünden dem Hals enorm Steifheit, was er mit schwammiger Ansprache und ausdrucksstarken Deadspots quittiert. Im Higain Bereich ist das aber u.U. egal.
Meiner Meinung nach überwiegen bei diesen Hälsen jedoch die Nachteile.

Grüße aus dem milden Westen.

W°°
</td></tr></table>

Meine Erfahrung ist: Das Vibrato wird wegen der geringeren Reibung (die Fingerkuppe berührt ja den Bund nicht) auch bei Bewegung auf dem Bund schneller.

Wenn der Hals ansonsten nicht zu dünn ausfällt (z. B. Strat in Standard D-Form) bleiben der Anschlag und die Deadspots im Rahmen - da bin ich von meinen Mexiko-70-Reissues anderes gewohnt.

Unser FoH-Mann sagt sogar, dass meine RitchieBlackmore-Edition-Strat (komplett gescalloped, asyemmetrische Form - also für die hohe E-Saite tiefer gefräst als für die tiefe E-Saite) die Gitarre mit dem kanckigsten Attack und der grössten Trennschärfe ist.

Das führ ich allerdings auf einen Effekt zurück: die geringere Reibung erlaubt bei gleichem Kraftaufwand (String-Bending) dickere Saiten.

Alles in allem: ich steh auf die Dinger.

Long Live Rock `n´ Roll !!
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:
Unser FoH-Mann sagt sogar, dass meine RitchieBlackmore-Edition-Strat die Gitarre mit dem kanckigsten Attack und der grössten Trennschärfe ist.

</td></tr></table>

Wir sind immer wieder überrascht von schönen, feinsinningen Frauen, die gegen alle unsere Erfahrungen völlig eigenständig ihren Streifen durchziehen. Man sollte sie um alles in der Welt festhalten, wenn nötig beißen, treten, spucken und auch kratzen.
Niemand weiß, warum sie so anders sind. Man muß es auch nicht verstehen. Es reicht, wenn man das Glück hatte sie zu finden...

Grüße aus dem milden Westen.

W°°
 
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:Wir sind immer wieder überrascht von schönen, feinsinningen Frauen, die gegen alle unsere Erfahrungen völlig eigenständig ihren Streifen durchziehen. Man sollte sie um alles in der Welt festhalten, wenn nötig beißen, treten, spucken und auch kratzen.
Niemand weiß, warum sie so anders sind. Man muß es auch nicht verstehen. Es reicht, wenn man das Glück hatte sie zu finden...</td></tr></table>

Hiermit bestelle ich einmal das Buch "Walter - Quell der Lebensweisheit" und dazu die DVD "Walter - Der Film" mit Charlton Heston in einer unbedeutenden Nebenrolle als Ben Hur.

Gen Aachen verneigend ...
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<table border="0" width="90%" align="center"><tr><td class="quote">Zitat:

Hiermit bestelle ich die DVD "Walter - Der Film"
</td></tr></table>

Cher Sven,
...gab es schon in den 60ern. "Unser Walter"


Grüße aus dem milden Westen.

W°°
 
 

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