Vorurteile und gestriges Gedankengut bei Veranstaltern?

doc guitarworld

Moderator
17 Jan 2002
7.869
5
5
Hi Kollegas!

Was jemandem passieren kann nach Eintreffen am Auftrittsort, könnt ihr hier ja mal nachlesen ... (Hi Deborah, nicht unterkriegen lassen!)

dbcbedburg0604b.jpg


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Hallo Freunde,
macht dies bitte so weit möglich publik!
CU
Deborah

07. Juni 2004

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Diskriminierung von Randgruppen in Bedburg

Meiner Band, der Deborah Campbell Band, wurde am 05.06.2004 der Auftritt in Bedburg Kaster verboten, weil „Outfit und Aussehen der Band nicht den AnsprĂŒchen der Werbegemeinschaft Bedburg“ entsprĂ€chen. Und dieses wurde mir sogar von deren Vertreter schriftlich gegeben.
Worin lag das Problem? Die Deborah Campbell Band ist eine Band, die zum Teil aus Transsexuellen, Transvestiten und auslĂ€ndischen „nicht deutschen“ Menschen besteht, die auf der BĂŒhne eine Drag’n’Roll Show abliefern. Und hierin lag das Problem fĂŒr die Werbegemeinschaft Bedburg, eine Band aus Randgruppen!
Und jetzt komme ich an den Punkt, wo ich mich frage, um welches Problem handelt es sich eigentlich und worin lag dieses Problem genau? Wollte man den Stadtfestbesuchern so etwas nicht zumuten? Wollten die Verantwortlichen der Werbegemeinschaft die Stadtfestbesucher vor den Musikern in selbstloser Art und Weise beschĂŒtzen, aber wovor letztlich?
Wer legt eigentlich fest, was gehört werden darf und was nicht, was zumutbar ist und was nicht? Ist das Bedburger Publikum nicht eigenstÀndig genug, um dies selbst entscheiden zu können? Hat hier vielleicht der EntscheidungstrÀger vor Ort ein persönliches Problem mit der Band und schiebt sein Publikum nur vor?
Nun gut, der Veranstalter des Stadtfestes entscheidet ĂŒber dessen Ablauf und Programmpunkte. Dessen sind wir uns bewusst und deshalb haben wir auch die Entscheidung letztendlich hingenommen und sind wieder unverrichteter Dinge abgefahren. Selbst wenn man sich die Geisteshaltung eines solchen EntscheidungstrĂ€gers, einer Band aus obigen Überlegungen heraus den Auftritt zu verbieten, fĂŒr einen Augenblick zu eigen macht, stellt sich einem doch die Frage, warum wird die Band aber ĂŒberhaupt verpflichtet und muss letztendlich die UnfĂ€higkeit der Organisatoren ausbaden? Warum ist es fĂŒr die Verantwortlichen vor Ort nicht Ehrensache zu ihren Verpflichtungen zu stehen? Wie kommt es, dass der Mitverantwortliche fĂŒr das Stadtfest in Bedburg und Organisator des CSD Straßenfestes in Köln, Oskar Brumbach, diese Entscheidung mit trĂ€gt? Der plötzlich behauptet diese Band so nicht gebucht zu haben?
Und noch etwas, was uns zu denken geben sollte. Die NachtschwĂ€rmer aus Bergheim, die vor der Deborah Campbell Band spielten und bereits abgebaut hatten, nahmen dann das Angebot der Werbegemeinschaft Bedburg an, anstatt der DCB zu spielen. Auch hier sollte mal ĂŒberdacht werden, wie es um die SolidaritĂ€t der Musiker untereinander bestellt ist? Ist man sich nicht bewusst, dass man so das Verhalten der Werbegemeinschaft Bedburg billigt, davon sogar profitiert.
Es ist bedenklich, auf welchem Weg sich unser Land befindet! Noch schlimmer ist es, dass es wohl alltĂ€glich ist, dass Menschen so miteinander umgehen, zumal es einen gar nicht mehr ĂŒberrascht! Es wĂŒrde mich auch nicht verwundern, wenn die Begebenheiten letztendlich von den Organisatoren auf eine andere Ebene gebracht werden.
In einer Woche sind Europawahlen. Wir können die mit dem Begriff Europa verbundenen Absichten allerdings nur voranbringen, wenn wir auf regionaler Ebene nicht versagen, die mit dem Gedanken Europa verbundenen Werte und Überzeugungen aktiv umsetzen! Wenn Diskriminierung nicht nur ausgeĂŒbt, sondern auch gefördert und unterstĂŒtzt wird, um die eigene Position zu verbessern, sind wir schon einen deutlichen Schritt zu weit. In Bedburg haben die Verantwortlichen am 05.06.2004 nach meinem Empfinden jedenfalls deutlich versagt.
Deborah Campbell
info@deborahcampbell.de
www.deborahcampbell.de
+49 172 683 0642

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Hi Doc,

wir hatten uns ja gestern Abend schon mit einem der Bandmitglieder darĂŒber unterhalten können und mir fehlten schlicht weg die WORTE :evil: :evil: !

Die Verantwortlichen, die diesen Unsinn zu vertreten haben, sollten sich die Frage stellen, ob sie bei ALDI nicht lieber Regale einrÀumen sollten - aber selbst das erfordert noch einen gewissen Anspruch!

Die "Deborah Campbell Band" steht fĂŒr eine außergewöhnliche Darbietung und prĂ€sentiert ihren Zuhören mehr als nur musikalisches Können! Sie gelten hier als zuverlĂ€ssige Band, die zudem in der Lage ist, mit einer gehörigen Portion Ausdauer, ihrer Fangemeinde (und darĂŒber hinaus!) ein Live-Programm von mehreren Stunden zu bieten!

In Zusammenarbeit des letzten Live-Gig mit der DBC-Band hier in der Region könnt Ihr Euch z.B. mal folgenden Artikel (s.u.) durchlesen ...

Dem Bedburger Publikum blieb somit ein verdammt gutes Live-Konzert versagt ... in der es scheinbar keinerlei Mitspracherecht einfordern konnte. Aber das ist ja leider noch nicht das Ende der Fahnenstange ..., wie man dem vorangegangenen Beitrag entnehmen kann.

>> @ Deborah & Band:
wenn auch eine bittere Erfahrung, sie sollte Euch & Euer Vorhaben
stĂ€rken! Das, was Ihr live bietet spricht fĂŒr sich
selbst - und fĂŒr Euch! Ihr leistet QualitĂ€t - hiervon
könnten sich ettliche Retorten-Musikprodutionen
mehr als nur EINE Scheibe abschneiden!

Keep on rockin',
Alex

deborahcampband220404.jpg
 
Hi Sven,
ich hab es schon an einige Kollegen weitergeleitet und auch an "www.musik-im-ruhrgebiet.de". Mal sehen, vielleicht reagiert Guido ja entsprechend darauf.
 
Einfach unglaublich! Ich bin entsetzt.

Hoffentlich hatte D. einen Vertrag und klagt jetzt die Gage ein!
Ein solcher Veranstalter gehörte boykottiert, aber zur SolidaritÀt unter Musikern ist ja oben bereits etwas gesagt worden.

Sven, bitte berichte doch weiter ĂŒber den Verlauf!
 
Hallo Sven,

ich kann die Empörung ĂŒber diese seltsame Entscheidung bedingt nachvollziehen.
Ich habe es selbst ein mal erlebt, dass der Veranstalter wĂ€hrend eines Open Air Konzertes mit der Thirsty Man Band nach der 4. oder 5. Nummer unseren Job beendet hat. Er fand uns nicht passend, gab uns die Gage und schob dafĂŒr ein MĂ€del in Hosenanzug herauf, das zum Halbplayback trĂ€llerte.
Blöd ist das schon und man wĂŒrde auch gerne spielen - aber der Veranstalter hat es nunmal zu veranstalten...

Blöd finde ich auch Deine Überschrift. Wo finde ich denn hier das "braune Gedankengut"? Wenn man in seiner Kritik so weit ĂŒber das Ziel hinaus schießt, gibt man sich selbst der Kritik preis. Das ist dem Ziel (einer offenen Gesellschaft) nicht dienlich.
 
W°°":g9nrxuk3 schrieb:
Hallo Sven,

ich kann die Empörung ĂŒber diese seltsame Entscheidung bedingt nachvollziehen.
Ich habe es selbst ein mal erlebt, dass der Veranstalter wĂ€hrend eines Open Air Konzertes mit der Thirsty Man Band nach der 4. oder 5. Nummer unseren Job beendet hat. Er fand uns nicht passend, gab uns die Gage und schob dafĂŒr ein MĂ€del in Hosenanzug herauf, das zum Halbplayback trĂ€llerte.
Blöd ist das schon und man wĂŒrde auch gerne spielen - aber der Veranstalter hat es nunmal zu veranstalten...

Blöd finde ich auch Deine Überschrift. Wo finde ich denn hier das "braune Gedankengut"? Wenn man in seiner Kritik so weit ĂŒber das Ziel hinaus schießt, gibt man sich selbst der Kritik preis. Das ist dem Ziel (einer offenen Gesellschaft) nicht dienlich.

Hi Walter,

es mag etwas provokant gewesen sein, ich bin aber auch sauer wg. so etwas. Weil DBC nicht viel Zeit hatten, sind sie schon komplett aufgesemmelt nach Bedburg gefahren und wurden dort eben so empfangen. Der Veranstalter wußte das vorher oder hat sich nicht wirklich informiert, was in diesem Fall auch noch seine Auffassung von Veranstaltungs-Orga preis gibt ... das Verhalten indes ist unterste Schublade. Einen Transenband im schönen Bedburg, niemals! Das die Thirsty Man Band wenigstens die Gage bekommen hat, ist fair gewesen, aber das ist leider ĂŒberhaupt nicht vergleichbar ... da lĂ€ĂŸt sich leider schon sehr viel rauslesen. Und dieses SchriftstĂŒck unterstreichtÂŽs ... ich jedenfalls werde um Bedburg einen Bogen machen.
 
Doc Guitarworld":3f1px9hv schrieb:
Der Veranstalter wußte das vorher oder hat sich nicht wirklich informiert, was in diesem Fall auch noch seine Auffassung von Veranstaltungs-Orga preis gibt ... das Verhalten indes ist unterste Schublade. ... ich jedenfalls werde um Bedburg einen Bogen machen.

Cher Sven,

in solchen Momenten wird der Unterschied zwischen einem Veranstalter und einem Kunstförderer offenbar. Erste sind in keiner Weise Kultur- sondern ausschließlich Gewinnorientiert. Wenn sich dann unprofessionelle Vorbereitung mit Kleingeist und Gewinngier mixen, kommt solch ein Bullshit heraus. Eine bedauerliche Gestalt, der Veranstalter.
 
W°°":24b2tw2w schrieb:
Doc Guitarworld":24b2tw2w schrieb:
Der Veranstalter wußte das vorher oder hat sich nicht wirklich informiert, was in diesem Fall auch noch seine Auffassung von Veranstaltungs-Orga preis gibt ... das Verhalten indes ist unterste Schublade. ... ich jedenfalls werde um Bedburg einen Bogen machen.

Cher Sven,

in solchen Momenten wird der Unterschied zwischen einem Veranstalter und einem Kunstförderer offenbar. Erste sind in keiner Weise Kultur- sondern ausschließlich Gewinnorientiert. Wenn sich dann unprofessionelle Vorbereitung mit Kleingeist und Gewinngier mixen, kommt solch ein Bullshit heraus. Eine bedauerliche Gestalt, der Veranstalter.

Nun, da kommen wir der Sache schon nÀher ... es geht aber auch ganz anders und nicht nur JAMproductions hat sich da eingesetzt, es gibt ja auch immer noch Leute aus dem Metier, die ihren Weg nicht in derartigen Bahnen bestreiten. Es ist sicherlich nicht alles rosa-rot, es sollte aber definitiv nicht schwarz-braun sein ... was ist das dann? Wie sagte Freund Chris K. einst? - Dann wird wieder mit 30er-Jahre Marsch-Blues Geld verdient.
 
Hai,

man sieht und erlebt es immer wieder. Die StÀrke einer Gesellschaft zeigt sich im Umgang mit Randgruppen und Provokateuren.
Mit Toleranz schmĂŒckt sich so mancher gerne, weil es eben den cosmopoliten Zeitgeist ausdrĂŒcken soll. Doch offenbart sich immer wieder die aufgesetzte Zur-Schau-Stellung dieses edlen Gedankens in solchen Aktionen.
"Braun" wĂŒrde ich nicht als Antrieb fĂŒr solche Aktionen nennen. Xenophobe Reflexe auf Grund fehlender eigener Definition und schizophrenem Spagat zwischen eigenem Anspruch und Gefangenschaft in ĂŒbernommenen Normen treffen die Ursachen vielleicht eher.

Ich hoffe nur, ich erinnere mich in 20 Jahren auch noch an Liberalismis uns Toleranz, wenn mich meine Kinder mit was weiß ich was schocken !!
Denn darum soll man als Steinewerfer nie den kritischen Blick auf sich selber und sein Tun verlieren. Die grĂ¶ĂŸten Kritiker der Elche sind manchmal selber welche !!!

Wie tolerant sind eigentlich Drag ÂŽnÂŽRoller gegenĂŒber sofasitzenden, EM-guckenden, Hansi-Hinterseer-hörenden und von Mallorca trĂ€umenden Schnurrbart-Buchhaltern.

Nur so ein paar Gedanken meinerseits. Absolut nicht wertend, nicht belehrend, einfach so um kurz vor Eins zum Rotwein.
 
Hi,

... hier jetzt kurz nach 11 zum Tee ;-)

Vorab: die mir bekannten DragÂŽnÂŽRoller sind sehr tolerant, zumal das beschriebene Volk ja durchaus zum Publikum gehört, fĂŒr das sie spielen ...
und so mancher Hansi Hinterseer-Fan ziegt sich toleranter als der Zeitgeist dem "aufgeklÀrten" Zeitgeistler je beschieden sein wird. Und das, weil ehrlich gemeint.

Ich finde gewisses Verhalten einfach "Braun", da wird sich auch nach durchaus stattgefundener Auseinandersetzung mit der Meinung anderer "Elche" nichts geÀndert haben, obgleich ich sehr wohl verstehe ...

"... Xenophobe Reflexe auf Grund fehlender eigener Definition und schizophrenem Spagat zwischen eigenem Anspruch und Gefangenschaft in ĂŒbernommenen Normen treffen die Ursachen vielleicht eher..." - damit könnte in einem Satz der Allgemeinzustand einer ganzen Bevölkerung per Definition in die Neujahransprache des BundesprĂ€sidenten (neuerdings wieder einem Ökonomen) Einzug finden. Vivat Deutschland! Es entschuldigt aber leider auch nichts.

Ich wĂŒrde ja gerne noch Deborah dazu lesen ...
 
hi doc,

nÀÀÀh, ich glaube mit braun hat das nix zu tun , eher mit unwissenheit und inkompetenz. dieser veranstaltungsheini hat die band wahrscheinlich in der freudigen erwartung gebucht,einer fransenjacken-und cowboyhuttragenden countrysĂ€ngerin gegenĂŒbertreten zu dĂŒrfen (nichts gegen die country-fraktion! :cool: ) .
wahrscheinlich hat er nicht mal in erwĂ€gung gezogen, sich ein bild von den jungs und mĂ€dels zu machen. ein blick auf die homepage hĂ€tte eigentlich schon genĂŒgt, um festzustellen, dass die band nicht seinen "anforderungen" entspricht. sie dann kurz vor beginn der veranstaltung "wegtreten" zu lassen,nur um den eigenen fehler auszubĂŒgeln, finde ich hochgradig unprofessioniell .
die krönung des ganzen ist dann noch der band zu verbieten (!!!), die angeforderte dienstleistung durchzufĂŒhren.
ich kann dem typen nur eines raten : "BESSER INFORMIEREN KEULE! "
 
Ich finde gewisses Verhalten einfach "Braun", da wird sich auch nach durchaus stattgefundener Auseinandersetzung mit der Meinung anderer "Elche" nichts geÀndert haben, obgleich ich sehr wohl verstehe ...

Hi zusammen,

also ich finde auch, daß das nichts mit "Braun" o.Ă€. zu tun hat. Intoleranz heißt das Kind, was ja nicht unbedingt etwas mit Rassismus zu tun hat, der ja bei "Braun" doch die grĂ¶ĂŸere Rolle spielt.

Wenn der Veranstallter sich besser informiert hĂ€tte, wĂ€re er dann wirklich darauf gekommen, das es sich beim Akteur um eine solche Show handelt? Nicht (!!!) falsch verstehen, ich finde das auch allerunterstes Niveau, dieses Verhalten des Veranstalters, aber man sollte, bevor man mit Steinen schmeißt alle Möglichkeiten abwegen...

Anders sieht der Fall aus, wenn DC um ihr Geld gebracht wurde, weil dem Veranstalter die Show nicht gepasst hat / hÀtte. Das wiederum wÀre Vertragsbruch (ich gehe mal davon aus das DC einen solchen hatte) vom Veranstalter und somit wÀre die Gage mit Sicherheit einklagbar.

DC schreibt ja selber, das der Grund fĂŒr die "Absage" am "Outfit und Aussehen" der Band lag. Im nĂ€chsten Satz kommt allerdings noch der Zusatz, das die Band "aus Transsexuellen, Transvestiten und auslĂ€ndischen „nicht deutschen“ Menschen besteht". In der Absage des Veranstalters entdecke ich aber keine Kritik ĂŒber die Herkunft oder Rasse der Band. Also: Kein Rassismus zu entdecken, ergo "Nicht Braun", sondern Intolerant.

Gruß
VVolverine
 
VVolverine":1idz41ze schrieb:
Ich finde gewisses Verhalten einfach "Braun", da wird sich auch nach durchaus stattgefundener Auseinandersetzung mit der Meinung anderer "Elche" nichts geÀndert haben, obgleich ich sehr wohl verstehe ...

Hi zusammen,

also ich finde auch, daß das nichts mit "Braun" o.Ă€. zu tun hat. Intoleranz heißt das Kind, was ja nicht unbedingt etwas mit Rassismus zu tun hat, der ja bei "Braun" doch die grĂ¶ĂŸere Rolle spielt.

Wenn der Veranstallter sich besser informiert hĂ€tte, wĂ€re er dann wirklich darauf gekommen, das es sich beim Akteur um eine solche Show handelt? Nicht (!!!) falsch verstehen, ich finde das auch allerunterstes Niveau, dieses Verhalten des Veranstalters, aber man sollte, bevor man mit Steinen schmeißt alle Möglichkeiten abwegen...

Anders sieht der Fall aus, wenn DC um ihr Geld gebracht wurde, weil dem Veranstalter die Show nicht gepasst hat / hÀtte. Das wiederum wÀre Vertragsbruch (ich gehe mal davon aus das DC einen solchen hatte) vom Veranstalter und somit wÀre die Gage mit Sicherheit einklagbar.

DC schreibt ja selber, das der Grund fĂŒr die "Absage" am "Outfit und Aussehen" der Band lag. Im nĂ€chsten Satz kommt allerdings noch der Zusatz, das die Band "aus Transsexuellen, Transvestiten und auslĂ€ndischen „nicht deutschen“ Menschen besteht". In der Absage des Veranstalters entdecke ich aber keine Kritik ĂŒber die Herkunft oder Rasse der Band. Also: Kein Rassismus zu entdecken, ergo "Nicht Braun", sondern Intolerant.

Gruß
VVolverine


...."Outfit & Aussehen" - wo ist da der Unterschied??? Und seit wann entsprechen Kleider, Röcke, Lackstiefel, Jeans, kurze Haar, lange Haare (dies nur als kurze Zusammenfassung der DC-Band, was das "Outfit" angeht) nicht dem Wunschbild des Publikums??? Schaut Euch MTV an (nur als Beispiel) ... schaut in diverse Musik-(Fach)Zeitschriften und und und ... die ganzen Musikretorten-TV-Sendungen ... ob die Gesangsbarbie nun "Britney Spears" und sonst wie heißt ... was gĂ€b's dann da i.S. Outfiit einzuwenden? Da flimern zig Gesangsbarbies 24 h rund um die Uhr ĂŒber unsere Bildschirme, lachen uns von Plakaten an, schmierige glattrasierte Milchbubis wackeln mit ihrem Hintern in engen und zerfetzten Kneifhosen auf der BĂŒhne des "Grand Prix dÂŽEurovision" ...
Nun denn - dies ist keine Wertung, sondern ledliglich eine knappe AufzÀhlung dessen, was wir - das gemeine Volk ;-) - tÀglich dargeboten bekommen. Und das nicht erst seit gestern!!! Und: hier regelt die Nachfrage das Angebot - sollte uns zu Denken geben.

Leute, ich kenne die DC-Band nur zu gut ... und auch das hiesige MusikgeschÀft ist mir nicht fremd. Dieses oben abgebildete Zettelchen - man nenne es nun "braun" oder "intolerant" ... mit oder ohne Gage ... (ganz zu Schweigen von der fehlenden SolidariÀt der Band, die den Gig statt der DC-Band annahm - pfui kann ich da nur sagen!) - ich hab es SO in dieser Art echt noch NICHT erlebt und ich war tatsÀchlich sprachlos, als ich davon erfuhr.

Wir - d.h. Doc & ich - können diesbezĂŒglich froh sein, in Troisdorf zu leben. Man kann zwar auch Einiges Wehklagen ĂŒber diese Stadt, aber wir haben hier i.S. Toleranz schon Einiges bewegen können - nachdem einige HĂŒrden genommen und einige Steine beseitigt werden mußten - aber: wenn man die Dinge richtig anpackt und ein tatkrĂ€ftiges Team (s. Z.b. www.dasbronski.de - die erste Schwulen- bzw. "Andersartige"-Kneipe in Troisdorf oder www.andersartic.de) zusammensteht, dann ist Vieles möglich, was vorher unmöglich erschien. Allem voran steht ein kleines Wörtchen: KOMMUNIKATION!
Hier mangelt es in diesem unserem Lande ganz besonders ... Wirkliche Kommunikation besteht nÀmlich nicht aus Handygebimmel und Rumgesimse ...
Dass der Gig der DC-Band untersagt wurde, ist leider das "beste" Beispiel dafĂŒr, wie hier i.S. Kommunikation ... "miteinander" umgegangen wird. Und das hat weder mit braun, rot, schwarz noch grĂŒn zu tun. Das ist ein Manko unserer Gesellschaft - hier ist unsere Entwicklung stehen geblieben.
Das o.a. Zettelchen, auf dem der Gig untersagt wurde, ist mit das LÀcherlichste, was mir je persönlich untergekommen ist. Es ist beschÀmend, billig und dumm (von Menschenhand geschrieben, unglaublich ...).

GrĂŒzi
Alex
 
Hi Alex,

ich finde "Outfit und Aussehen" schon wichtig. Denk mal andersrum... Auf einer Kutter-Kaffee-Fahr auf einem Seitefluß der Elbe ist das Publikum (Durchschnittsalter >80 Jahre) bestimmt weniger von einer Dragshow begeistert, als ein aufgeschlossenes, toleranteres Publikum in z.B. einer Musikkneipe.

Das ist nunmal der Geschmack der Menschen (hier: des Veranstalters) die soetwas entscheiden und der Endverbraucher wird da meistens gar nicht nach gefragt. Leider Gottes. Auf Stadtfesten hier bei uns, wirst Du als Gast ja auch nicht gefragt, was Du gerne sehen möchtest, Du bekommst es einfach serviert. Die Topakts spielen in der Innenstadt, mitten im Leben, die lokalen Bands, von denen man annimmt, das diese nicht so publik sind, wie die Topakts, die spielen irgendwo fern ab am Bahnhof. Weit ab vom Publikum...

NatĂŒrlich ist das nicht schön und verstehen kann man es nur bedingt. Aber denk mal an die Werbung. Hier ist es doch Ă€hnlich. Eine Werbeagentur entwickelt fĂŒr einen Hersteller ein Konzept und verwirklicht dies anschließend. Dieser Spot entscheidet bei Verbraucher ĂŒber Erfolg oder Misserfolg des Produktes. Und zwar nicht nur die Musik des Spots, sondern das Gesamtkonzept. Musik, Aussage, Aussehen der Schauspieler, Schnitttechnik, Makeup usw. usw.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde es auch blöde, was DC da passiert ist, aber es sind nunmal nicht alle Menschen diesbzgl. aufgeschlossen und bereit einen weiteren Schritt nach vorn zu gehen. Wie oft habe ich den Satz:" Das war doch schon immer so..." schon gehört. Er mag ja manchmal zutreffen, aber bei weitem nicht immer...

Gruß
VVolverine
 
Ich hab grad nicht die Zeit, nochmal alles durchzulesen (von daher könnte das Folgende schon erwÀhnt sein), aber sollte ein Veranstalter sich nicht vorher informieren und die Acts an sein Programm und seine Zielgruppe entsprechend anpassen?
 
VVolverine":2jlvyred schrieb:
Hi Alex,

ich finde "Outfit und Aussehen" schon wichtig. Denk mal andersrum... Auf einer Kutter-Kaffee-Fahr auf einem Seitefluß der Elbe ist das Publikum (Durchschnittsalter >80 Jahre) bestimmt weniger von einer Dragshow begeistert, als ein aufgeschlossenes, toleranteres Publikum in z.B. einer Musikkneipe.

Das ist nunmal der Geschmack der Menschen (hier: des Veranstalters) die soetwas entscheiden und der Endverbraucher wird da meistens gar nicht nach gefragt. Leider Gottes. Auf Stadtfesten hier bei uns, wirst Du als Gast ja auch nicht gefragt, was Du gerne sehen möchtest, Du bekommst es einfach serviert. Die Topakts spielen in der Innenstadt, mitten im Leben, die lokalen Bands, von denen man annimmt, das diese nicht so publik sind, wie die Topakts, die spielen irgendwo fern ab am Bahnhof. Weit ab vom Publikum...

NatĂŒrlich ist das nicht schön und verstehen kann man es nur bedingt. Aber denk mal an die Werbung. Hier ist es doch Ă€hnlich. Eine Werbeagentur entwickelt fĂŒr einen Hersteller ein Konzept und verwirklicht dies anschließend. Dieser Spot entscheidet bei Verbraucher ĂŒber Erfolg oder Misserfolg des Produktes. Und zwar nicht nur die Musik des Spots, sondern das Gesamtkonzept. Musik, Aussage, Aussehen der Schauspieler, Schnitttechnik, Makeup usw. usw.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde es auch blöde, was DC da passiert ist, aber es sind nunmal nicht alle Menschen diesbzgl. aufgeschlossen und bereit einen weiteren Schritt nach vorn zu gehen. Wie oft habe ich den Satz:" Das war doch schon immer so..." schon gehört. Er mag ja manchmal zutreffen, aber bei weitem nicht immer...

Gruß
VVolverine

Hi VVolverine ;-) !

Um die Frage, ob "Outfit & Aussehen" wichtig/unwichtig sind, ging es mir hier gar nicht, sondern wo der Unterschied ist - hier gibt es nÀmlich keinen ;-) .
Bei dem Auftritt der DC-Band ging es um Kultur ... Unterhaltung, nicht um Werbung. Wenn ich ein Produkt vermarkten will, dann mache ich mir sicherlich eingehend Gedanken ĂŒber das "Aussehen" des Ganzen und informiere mich entsprechend und eingehend ĂŒber das Produkt als solches und ĂŒber den Konsumenten - den Verbraucher (wie auch immer).

Ich verstehen einfach nicht, wenn Menschen musizierend auf der BĂŒhne stehen, wo hier der "Anspruch" in "Outfit/Aussehen" (ist immer noch dasselbe ;-) ) bei der DC-Band anzuprangern sind!?!?! Es sind teils MĂ€nner in Damenkleidung (sehr schick im Übrigen, so daß manche Weiblichkeit vor Neid erblassen dĂŒrfte :lol: ), MĂ€nner in Jeans, MĂ€nner mit langen Haaren ... mit kurzen Haaren - sie prĂ€sentieren eine Ă€ußerst professionelle Live-Performance, sind absolut diszipliniert und symphatisch - sie unterscheiden sich rein Ă€ußerlich in keinster Weise von einer Vielzahl anderer Bands und Musiker ...
Also, mal Tacheles: ist das Problem etwa dieses, daß unter einem der Röcke ein Schw... * zu finden ist/wĂ€re??? Mal Ehrlich: das ist doch das Einzige, womit sich die Herren/Frauen Veranstalter nicht auseinandersetzen wollten. Und als die Uhr Zwölf schlug, machte man kurze Hand einen RĂŒckzieher, weil den Verantwortlichen plötzlich auffiel, daß die Gedanken hier zu spĂ€t kamen ... Das ist im höchsten Maße unprofessionell und darf in Zeiten wie diesen einfach nicht passieren.

* Sorry, fĂŒr diesen unvermeidlichen Ausdruck, aber um den heißen
Brei reden, tun ja schon sĂ€mtlichst die Politiker und fĂŒhrt auch zu
nichts.
Und: was natĂŒrlich hier niemand, der die DC-Band nicht kennt,
wissen kann - sie spielen durchaus auf Rhein-Schiffchen & Kultur-
Dampfern und dergleichen - sogar erst kĂŒrzlich - also, geht doch ;-) !


Eine Gute Nacht!

Alex
 
Hi VVolverine !

Um die Frage, ob "Outfit & Aussehen" wichtig/unwichtig sind, ging es mir hier gar nicht, sondern wo der Unterschied ist - hier gibt es nÀmlich keinen .
Bei dem Auftritt der DC-Band ging es um Kultur ... Unterhaltung, nicht um Werbung. Wenn ich ein Produkt vermarkten will, dann mache ich mir sicherlich eingehend Gedanken ĂŒber das "Aussehen" des Ganzen und informiere mich entsprechend und eingehend ĂŒber das Produkt als solches und ĂŒber den Konsumenten - den Verbraucher (wie auch immer).

Ich verstehen einfach nicht, wenn Menschen musizierend auf der BĂŒhne stehen, wo hier der "Anspruch" in "Outfit/Aussehen" (ist immer noch dasselbe ) bei der DC-Band anzuprangern sind!?!?! Es sind teils MĂ€nner in Damenkleidung (sehr schick im Übrigen, so daß manche Weiblichkeit vor Neid erblassen dĂŒrfte ), MĂ€nner in Jeans, MĂ€nner mit langen Haaren ... mit kurzen Haaren - sie prĂ€sentieren eine Ă€ußerst professionelle Live-Performance, sind absolut diszipliniert und symphatisch - sie unterscheiden sich rein Ă€ußerlich in keinster Weise von einer Vielzahl anderer Bands und Musiker ...

Hi Alex,

dem Publikum ist das vielleicht scheinbar egal, aber dem Veranstalter in der Beziehung nicht, da er (wahrscheinlich) möchte, das die Veranstaltung ein möglichst großen Umsatz und Erfolg findet. Vorab sei erwĂ€hnt, das ich hier niemanden anprangere, schon gar nicht die DCB... Aber stell Dir vor es wĂŒrde da draußen andere Menschen geben, die nicht so tolerant sind wie Du und ich, die vielleicht auch sogar die Meinung des Veranstalters vertreten.
Diese Menschen findest Du wahrscheinlich auch im Publikum, die sich anschließend darĂŒber aufregen, was denn "solche" Bands auf einem "solchen" Festival zu suchen haben. Diese Menschen könnten den Umsatz des Festivals schĂ€digen, indem sie z.B. zukĂŒnftig nicht mehr dort hinfahren wĂŒrden, negative Bewertungen (nein, nicht ebay ;-) ) z.B. Ihren Bekannten mitteilen, die dann vielleicht dieses Festival nicht mehr (oder nie) besuchen wĂŒrden, oder sie könnten auch einfach nur frĂŒher nach Hause fahren und so den Bierwagen nicht so stark "belasten" wie gewohnt oder geplant. Das alles ist, vom Veranstaltern zu berĂŒcksichtigen und einzukalkulieren, um so, in den Augen der Veranstalter, möglichst großen Umsatz und Erfolg zu erzielen.

Das geht vielleicht gar nicht gegen die DCB persönlich, oder gegen einzelne Mitglieder, oder gegen die Musik oder was weiß ich nicht noch alles..., aber es geht einfach um das "Normale" was sich diese Menschen erhoffen. In dieses "normale" Bild passen aber DC und Ihre Band, laut dieses Veranstalters, nicht rein. Toleranter Weise liegt er da mit Sicherheit falsch, aber man muß auch einfach, neben den ganzen Ärger und der Wut, die andere Seite sehen.

Also, mal Tacheles: ist das Problem etwa dieses, daß unter einem der Röcke ein Schw... * zu finden ist/wĂ€re??? Mal Ehrlich: das ist doch das Einzige, womit sich die Herren/Frauen Veranstalter nicht auseinandersetzen wollten. Und als die Uhr Zwölf schlug, machte man kurze Hand einen RĂŒckzieher, weil den Verantwortlichen plötzlich auffiel, daß die Gedanken hier zu spĂ€t kamen ... Das ist im höchsten Maße unprofessionell und darf in Zeiten wie diesen einfach nicht passieren.

Ja, wahrscheinlich ist das so. Vielleicht wurde jemand mit dem Booking einer Band beauftragt, der das Ă€hnlich sieht wie die meisten hier (nĂ€mlich tolerant) und dieser hat wirklich nur auf die Musik geschaut. Als es aber dann "kurz vor Zwölf" war hat sich sein Kollege nochmal mit der Buchung auseinandergesetzt und dieser war dann wahrscheinlich, wie der Hauptverantworliche Vorort, nicht so tolerant und wollte es "normal" ablaufen lassen. Deshalb der RĂŒckzieher...

Also nochmal: Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Ich nehme hier keinen Veranstalter in Schutz o.Ă€., kann diese, vielleicht auch kranken GedankengĂ€nge in etwa nachvollziehen, unterstĂŒtze diese aber nicht.

Ich kenne viele Menschen und darunter sind auch einige Exoten zu finden, z.B. einige die (ich hoffe ich umschreibe das jetzt richtig, und man verzeiht mir meine Unwissenheit ;-) ) "Schwarz" sind. Nein, ich meine nicht die Hautfarbe, sondern einfach das, was man frĂŒher als "Teufelsanbeter" beschimpft hat. Diese Leute versuchen durch ihr Aussehen zu provozieren, sind aber teilweise genauso intolerant wie ihre Kritiker, wenn Sie z.B. nicht verstehen können, warum sich z.B. manche Menschen im Bus nicht neben sie setzen wollen und es vorziehen zu stehen. Es gibt nunmal Menschen die wollen das schlichweg nicht. (Punkt ;-) ) Keine weitere ErklĂ€rung, kein Netz und kein doppelter Boden. Und vielleicht muß man solche Menschen auch tolerieren, die soetwas nicht wollen...

Mist, schon wieder so viel geschrieben. Also, Alex, ich hoffe es wird klarer, worauf ich hinaus will bzw. wollte. Und falls die DCB diesen Thread mal lesen sollte, möchte ich nicht falsch verstanden werden. Ich war auf eurer Homepage, habe mir die Soundfiles angehört und finde diese wirklich gut. Ich persönlich bevorzuge etwas mehr BĂŒhnenshow, als in euren Videos, aber das ist, meiner Meinung nach, immer Geschmackssache ;) Also macht weiter so...

Gruß
VVolverine
 
Moin!
So, jetzt will ich mich auch mal einmischen.
Was mich an diesem Paphlet extrem irritiert, ist der Passus "hiermit verbiete ich...".
Wenn ich alles richtig verstanden habe, ging es hier um ein Stadtfest, wo gebuchte Acts auf der BĂŒhne stehen.
Ich halte eine Situation wie von Walter beschrieben, dass man feststellt "Ooops, die passen ĂŒberhaupt nicht zu unserem Programm", fĂŒr nachvollziehbar*.
Das zeugt natĂŒrlich
a) nicht gerade von ProfessionalitÀt und
b) von einer gewissen Spiessigkeit der Veranstalter. "Huch, ne Transenkapelle, was werden die Leute sagen?!?"
**

Aber (und hier kommt wieder mein Einleitungssatz ins Spiel) warum verbieten? Warum ist man nicht, wie bei der TMB, herangegangen und hat gesagt "Sorry, ihr passt nicht in unser Konzept," - was ja durchaus legitim ist - " hier ist Eure Gage, sauft Euch einen und schönen Abend noch!"?

* beachte: "nachvollziehbar" != "verstÀndlich / dem kann ich zustimmen"
** FÀllt mir gerade ein: in meiner sauerlÀndischen Heimatstadt Brilon findet seit einigen Jahren jÀhrlich der sog. "Briloner Musiksommer" unter dem Motto "Live, umsonst und draussen" statt. Neben diversen Open-Air-Kulturevents (Theater, Kleinkunst etc.) gibt es dort 6 Wochen lang jeweils Donnerstags und Freitags leckere Musik auf dem Marktplatz, gemischt aus Blues, Jazz, Afrikanisch, Irish Folk, Soul, Rock... ich komme vom Thema ab...
Jedenfalls, mit den bisherigen Acts im Hinterkopf, bin ich der festen Überzeugung, dass die DCB dort auch gut ankommen wĂŒrde. Ich werde mich mal an den dortigen Kulturausschuss wenden und einen Vorschlag fĂŒr's nĂ€chste Jahr abgeben :)
 
Das sowas "Arsch" ist, ist ja klar!

Von solchen VorgĂ€ngen erfĂ€hrt das Publikum leider meist nichts. Aus diesem Grunde denke ich auch, dass es nichts bringt sich darĂŒber weiter auf zu regen und ÂŽne riesen Welle zu machen.

Das der Veranstalter ein "Vollpfosten" mit akutem "Hirnkaries" ist, sollte bei kurzem Blick auf den Zettel (Brief wĂŒrde ich das nicht nennen) klar sein.

Aber Leute...hier gehtÂŽs doch, mit Verlaub, um ein verschiessenes Stadtfest in einem verschiessenen Kaff ( sorry, wenn da einer aus dem Forum wohnt ;) ). Also, Gage einstecken und Arschlecken! Jedenfalls solange wie keiner sein Gesicht verliert. Kann ich von hier aus natĂŒrlich nicht beurteilen. Das die andere Band danach weitergespielt hat, wĂŒrde ich ihr nicht krumm nehmen. Wenn mir ein Veranstalter sagt, dass ich die doppelte Gage bekomme, wenn ich noch ein Set mehr spiele, dann wĂŒrde ich mir auch ĂŒberlegen aus welchem Grunde ich darauf verzichten sollte.
 
Ein herzliches Hallo an das Guitarworld Forum!
Vielen Dank, Doc, daß du meine Mail weitergegeben hast. Und ich denke, ich Ă€ußere mich mal zu meiner Sicht der Dinge, hier im Forum.

ZunĂ€chst einmal, ja, wir haben einen Vertrag und klagen die Gage jetzt ein; zahlen wollen die Verantwortlichen nicht. Das ist jetzt zwar mĂŒhsam, aber darum geht es mir auch nicht in erster Linie. Ich denke, wir werden unser Geld bekommen!
Ich könnte jetzt die gesamte Diskussion einfach beenden mit der Feststellung, Leute es bestand ein Vertrag! Und Mad Cruiser hat das sehr treffend und trocken erkannt! Rechtlich ist die Sache klar.

Es sind mehrere Dinge, die - aus meiner Sicht - in Bedburg falsch gelaufen sind.
Erstens, daß ein Veranstalter einer gebuchten Band, ohne auch nur ein paar ihrer Songs gehört zu haben, den Auftritt versagt, weil das Outfit und Aussehen der Band nicht den AnsprĂŒchen der Werbegemeinschaft Bedburg entspricht!
Ich kann akzeptieren, wenn Verantwortliche meinen, daß wir nicht zu ihrem Stadtfest passen. Das hatten wir schon öfters, ok, dann halt nicht. Dagegen ist ĂŒberhaupt nichts einzuwenden und die GrĂŒnde hierfĂŒr mĂŒssen auch nicht dargelegt werden. Wenn man aber diese Band bucht, dann sollte man sich entweder vorher Gedanken machen, oder wenn es einem wirklich egal ist, dann dazu stehen, es durchziehen und der Band so die Chance geben, das Publikum zu ĂŒberzeugen. Wenn wir gemerkt hĂ€tten, wir spielen das Stadtfest leer, wir hĂ€tten aufgehört. So etwas Ähnliches ist uns schon einmal bei den Köln DĂŒsseldorfern passiert. Wir sollten andere Songs (!) spielen, stellten unser Programm um und es war ok. Wir spielten im letzten Jahr 6 mal bei den KD, keine Probleme mit dem Publikum!

Wir hĂ€tten genau die Musik, welche die Verantwortlichen wollten gespielt, Oldies von 1960-1980. Genau so hatten wir unser Programm ausgerichtet, da es gewĂŒnscht war, wir hattenuns informiert und mit dem Booker abgesprochen, welche Songs sind zu hart, was geht. Noch mehr, der Organisator hatte sogar unsere Playlist mit ca. 150 Songs, wo er auch hĂ€tte auswĂ€hlen können, wenn konkrete Vorstellungen bestanden hĂ€tten.

Sicher sind Aussehen und Outfit wichtig. Eigentlich geht es um diese Frage aber auch gar nicht mehr, nicht vergessen wir hatten einen Vertrag! Aber mal darauf eingegangen. Wenn die DCB im Kölner Dom spielen sollte wĂ€re es wahrscheinlich unpassend, vielleicht auch nicht. Es kommt auf die UmstĂ€nde an. Hier geht es um ein Stadtfest. Wir können jetzt natĂŒrlich anfangen zu diskutieren, wo wir hin passen oder nicht, da werden die Meinungen weit auseinader gehen. Es werden auf einem Stadtfest Menschen da sein, die uns gut finden, andere nicht. Das ist bei jeder Band so. Dieses hat der Veranstalter bei seiner Entscheidung abzuwĂ€gen, buche ich die oder eine andere Band! Aber bitte vor der Vertragsunterschrift Gedanken machen nicht nachher!
Lasst mich das mal weiter auf die Spitze treiben. WĂŒrde es einen Unterschied machen, wenn Afroamerikaner auf der BĂŒhne stehen wĂŒrden? Vielleicht hĂ€tte der Veranstalter ja auch in diesem Fall Angst um seinen Umstatz? WĂ€re das wirklich ok, denen den Auftritt zu verbieten?
Die Angst des Veranstalters ist doch lediglich eine unbewiesene BefĂŒrchtung, daß der Umsatz leiden könnte! Und unsere Erfahrung ist hier einfach eine andere. Und wir können das nachweisen, der Veranstalter in Bedburg nicht. Sollte man nicht - in dubio pro reo analog - die Band dann spielen lassen? Vielleicht wĂ€re der Umsatz ja gestiegen, weil diese Transenband nur im Vollrausch und mit vollem Bauch zu ertragen ist, who knows?

In dem Schreiben des Verantwortlichen der Werbegemeinschaft ist keine konkret ablehnende Haltung gegenĂŒber AuslĂ€ndern zu finden, das ist richtig. Aber aus den gesamten UmstĂ€nden und Kommentaren war aber auch das unterschwelliger Tenor! Er bezog sich ja auch auf Outfit und AUSSEHEN der Band und nicht der einzelnen Transen. Wayne, unser sĂŒdafrikanischer Drummer, fĂŒhlte sich jedenfalls auch als AuslĂ€nder diskriminiert. Und dann war da auch noch eine sĂŒdamerikanische Band, die plötzlich nicht mehr wie geplant auf der HauptbĂŒhne sondern irgendwo anders auftreten sollte.

Und jetzt zurĂŒck zum eigentlichen Punkt. Wir haben in unseren VertrĂ€gen stehen, dass wir ĂŒber Ablauf und PrĂ€sentation des Auftritts die alleinige Gestaltungsbefugnis haben! Und dazu gehören auch Outfit und Aussehen! Wenn man uns bucht, hat man faktisch die Entscheidungbefugnis abgegeben, hier mitzureden. Das ist Standard, die kĂŒnstlerische Gestaltung der Performance liegt im Ermessen der KĂŒnstler! NatĂŒrlich nutzen wir das nie aus, denn wir wollen ja auch, dass der Veranstalter zufrieden ist, siehe oben, KD.

Selbst wenn man jetzt sagt Outfit und Aussehen passen ganz und gar nicht zum Stadfest in Bedburg, so muss doch folgendes gelten: SĂ€mtliche Überlegungen hĂ€tte sich der Veranstalter vor dem Vertragsschluss machen mĂŒssen! Hallo, es bestand ein Vertrag! In diesem Vertrag sind dann auch alle wirtschaftlichen Punkte, Umsatz usw mit berĂŒcksichtigt, denn anders wĂ€re der ja nicht so abgeschlossen worden.
Da sind die Vorstellungen der Werbegemeinschaft, vertreten durch deren Booker, und unsere. Wenn jemand einen Vertrag schließt kann ich erwarten, dass er sich vorher Gedanken macht. Ich kann mir nicht einen Rolls kaufen und dann den Vertrag einseitig aufheben, weil sich gerade meine wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse verschlechtern und ich keine Kohle mehr habe oder ich befĂŒrchte weniger einzunehmen. Ich muss auch mit einkalkulieren, kann ich mir Steuer, Versicherung, Reparaturen leisten. Wenn ich mich verrechnet habe, das Auto dann ausgeliefert bekomme, kann ich auch nicht sagen, eigentlich ist mir das Auto zu spießig, ich will ihn nicht mehr! Diese Überlegungen habe ich gefĂ€lligst vorher zu machen! Sorry, ich kann euer VerstĂ€ndnis fĂŒr den Veranstalter hier ganz und gar nicht nachvollziehen!

Die einzige Frage, die sich stellen kann ist, hat sich etwas an der Vertragsgrundlage geĂ€ndert, so dass eine KĂŒndigung oder Ă€hnliches in Betracht kommt. Und hier fĂŒhrt der Veranstalter nur als Grund an: Aussehen/ Outfit der Band.
Nicht nur aus oben genanntem gibt die Werbegemeinschaft Bedburg hiermit aber keinen ausreichnden Grund an. Es konnten keine sachlichen und konkreten GrĂŒnde fĂŒr die Ablehnung der Deborah Campbell Band hervorgebracht werden, wie z.B. ein Musikstil, der nicht in den Rahmen des Stadtfestes passt. Auch kann man nicht sagen, dass die Band generell nicht dem Ambiente des Stadtfestes entspricht (was so wĂ€re, wenn es sich beispielsweise um ein historisches Stadtfest handelt!). Es handelte sich um ein einfaches Stadfest!!
Outfit und Aussehen allein, kann dann aber kein hinreichender Grund sein. Was wÀre, wenn wir beispielsweise einen vernarbten Bassisten hÀttten, einen einbeinigen SÀnger oder einen tÀtowierten Drummer. Wo will man die Grenze ziehen? Dort wo Diskriminierung beginnt. Und genau dort setze ich an.

Und da hier so oft die wirtschaftliche Seite, UmsĂ€tze usw, angesprochen wird. Wir haben auch wirtschaftliche Interessen, wir leben von der Musik. FĂŒr uns sind die Wochenenden wichtige Einnahmequellen. Wenn wir nicht in Bedburg gespielt hĂ€tten, hĂ€tten wir woanders gespielt.

NatĂŒrlich sollte man alle Möglichkeiten abwĂ€gen, bevor man mit Steinen schmeißt, ich will das auch sicher nicht tun. Auch denke ich nicht, daß Doc oder ich das tatsĂ€chlich tun. Aber, was soll man denn konkret gegen unternehmen? Öffentlich darĂŒber zu diskutieren ist mit Steinen schmeissen?

Zweitens, das Verhalten der anderen Band! Wenn ich so etwas mitbekommen wĂŒrde, ich wĂŒrde mit meiner Band nicht spielen, sondern dem Veranstalter gegenĂŒber deutlich machen, so nicht! Ok, ich wĂŒrde zumindest Geld verlieren, aber wenn man angebliche Überzeugungen so „billig“ ĂŒber Bord wirft sind sie nichts wert!
So entrĂŒstet sich die Band einerseits darĂŒber, daß der Veranstalter sich so verhĂ€lt, andererseits bauen sie wieder auf und unterstĂŒtzen dieses Verhalten. Ich denke man sollte, wenn man irgendwo, in welchen Bereich auch immer, eine Ungerechtigkeit entdeckt, dies ansprechen! Und das ist etwas, was hier sehr selten geworden ist. Ich höre sehr oft Vorurteile z.B. gegen die neuen EU LĂ€nder! Da herrscht in den Köpfen der Menschen Angst vor Billiglohn, um die ArbeitsplĂ€tze usw. Und die wird kanalisiert mit teils recht derben SprĂŒchen, und das quer durch die Gesellschaft. Und glaubt mir abfĂ€llige Kommentare ĂŒber bestimmte Dinge offenbaren auch eine dementsprechende Geisteshaltung, auch wenn sie ironsich vorgetragen wird. Das bedeutet konkret fĂŒr den Fall hier, ökonomisch war es doch geradezu genial damals die Juden zu enteignen, sie nicht mehr am Wirtschaftsleben teilnehmen zu lassen. Wenn z.B. eine jĂŒdische Musikgruppe nicht auftreten durfte, hatte die arische Gruppe auch deren Kohle. Aus welchem Grund darauf verzichten? Hier mag sich jeder selbst die Antwort geben.

Drittens, das Verhalten des Organisators Oskar Brumbach, der plötzlich diese Band so gar nicht gebucht haben will! Er organisiert den CSD in Köln mit! Und er wußte genau, daß die DCB ein Transenband ist, er fand das sogar gut und meinte, wir wĂŒrden ja auch gut zum CSD passen. Er kannte unser Repertoire und unsere Art der Interpretation, er wußte alles und nun weiß er von gar nichts mehr. Vielleicht tue ich ihm unrecht, und er leidet unter Alzheimer. Sorry, ich will mich ja nicht zu weit herauslehnen und alle potentiellen Möglickeiten bedenken! Entschuldigung Oskar!
Überlegen wir doch mal, wie man sonst das rechtlich relavante und bedeutsame Verhalten untereinander beurteilt. Nach dem EmpfĂ€ngerhorizont und den besonderen UmstĂ€nden des Einzelfalles. Wenn wir gebucht werden und dem Booker alle Details unserer Show bekannt sind, er uns sogar schon öfters gehört und gesehen hat, so mĂŒssen wir davon ausgehen können, dass alles klar ist. Punkt! Wie gesagt, wir haben einen Vertrag!

Viertens, die Geisteshaltung sĂ€mtlicher Verantwortlicher. Stichwort die „Lehren aus Weimar“, wie war es damals? Hohe Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Zukunftsangst, Wirtschaftskrise, das deutsche Reich als Verlierer des Krieges usw. Vieles ist von den Grundvoraussetzungen wieder Ă€hnlich. Und wehret den AnfĂ€ngen! Und so verstehe ich auch Doc's Überschrift! Die ist sicher provokant, aber genau das soll ja der Effekt sein. Leute setzt euch damit mal auseinander. Und wenn ihr am Samstag dabei gewesen wĂ€ret, ich denke ihr wĂŒrdet die Überschrift so akzeptieren.

Und da entgleitet meiner Meinung nach die Diskussion hier im Forum etwas, sie verliert aus den Augen, daß es hier um das Verhalten der Werbegemeinschaft Bedburg geht, nicht um die Toleranz der DCB, was wir reprĂ€sentieren oder unsere Einstellung.
Ob ich tolerant bin oder nicht, spielt hier zunĂ€chst absolut keine Rolle! Wenn Unrecht geschieht, ist es egal, wem das geschieht, ein klassischer Grundsatz fĂŒr eine zivilisierte Gesellschaft.
Wenn nun Gedanken aufkommen, sind die Transen da denn ĂŒbrigens auch tolerant gegenĂŒber anderen, so frage ich mich, wie kommen diese Gedanken in einen Kopf ÂŽrein?! Was hat das mit den VorgĂ€ngen am Samstag in Bedburg zu tun?

Wie tolerant sind eigentlich Drag ÂŽnÂŽRoller gegenĂŒber sofasitzenden, EM-guckenden, Hansi-Hinterseer-hörenden und von Mallorca trĂ€umenden Schnurrbart-Buchhaltern.

Sorry, so einen Satz hĂ€tte ich weder geschrieben noch ausgesprochen, denn er ist gespickt mit Vorurteilen. Und so traten uns die Verantwortlichen in Bedburg auch gegenĂŒber. Sie sahen zwei Transen, einen wilden SĂŒdafrikaner und einen EnglĂ€nder und es begann zu arbeiten in ihren Gehirnen, sie dachten an Punk, langhaarige Rocker, Sex & Drugs & R'n'R und was auch immer. Vielleicht wollten sie mit ihrem Auftrittsverbot auch protestieren gegen die Besetzung des Irak durch EnglĂ€nder und Amerikaner, who knows? Egal!
Ihre Vorurteile und Ängste bestimmten ihr Handeln. Und genau darum geht es mir gerade. Sollte man nicht jedem Menschen möglichst vorurteilsfrei gegenĂŒber treten, schauen, wie ist er 'drauf. Was hat er zu sagen, wie ist seine Einstellung. NatĂŒrlich haben wir unsere Vorurteile, machen wir Schubladen auf, in welche wir Menschen stecken. Aber diese Vorurteile sollten reversibel sein! Wir sollten uns nicht starr an sie klammern, sondern flexibel bleiben, nach dem Motto: kann nicht sogar ich mich vielleicht sogar manchmal möglicherweise irren? Und so einen Menschen falsch beurteilen? Vielleicht bestĂ€tigen sich ja auch meine Vorurteile!
Das ist es, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte, denn es liegt an den Menschen, die hohen Ziele - fĂŒr Deutschland im GG normiert - umzusetzen. Ein Blick ins Gesetz erleichtert da die Rechtsfindung!
Wenn man dann zur Entscheidung - welche auch immer dies sein mag - kommt, ist es ok, aber ein Prozeß sollte statt finden. Und Vorurteile und Angst vor Fremdem, Ungewohntem sind ein schlechter Ratgeber. Ich finde es sehr interessant wie in Deutschland - aber auch nicht nur hier - mit unbewußten Suggestionen umgegangen wird. Zum Beispiel es gibt den Kinderreim: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er aber kommt? Dann laufen wir davon! Oder ein SchĂŒler sagte mir mal, er habe bis zur „..Vergasung geĂŒbt..“. Da wird zum einen bereits im Kindesalter ein Schreckgespenest kreiert, der böse schwarze Mann, zum anderen ĂŒberhaupt nicht reflektiert, was man denn da sagt! Sollte man aber!

Richtig ist, daß man nicht mit zweierlei Maß messen sollte und an sich selbst die Anforderungen stellen sollte, die man anderen gegenĂŒber auch hat! Das hat aber etwas mit eigener GlaubwĂŒrdigkeit und so zu tun, steht hier aber nicht zur Diskussion!

Ich lese dann auch Randgruppen und Provokateure! Das sind zwei verschiedene Dinge. Wir provozieren nicht, wir stehen zu uns! Was ist daran provokant? Ich kenne viele transsexuelle Menschen, die sich daran aufreiben, daß sie mit ihrer IdentitĂ€t nicht im Reinen sind. Wie sie Angst haben, Freunde, Familie usw. zu verlieren. Wie sie Angst haben vor der Reaktion der Gesellschaft. Die provozieren nicht, die gehen kaputt. Ist das die Alternative? Provoziert man schon dann, wenn man als transsexueller Mensch auf die Strasse geht und zu sich steht?
Und warum nicht gleich so: Hat die DCB eigentlich nicht selbst Schuld? Wir hĂ€tten ja auch als MĂ€nner kommen können! Selbst wenn ich diesen Gedanken mal kurz aufgreife, um ihn sogleich wieder zu verwerfen, so ist es doch so, daß wenn die Werbegemeinschaft Bedburg einen Dresscode hat, so soll sie uns das gefĂ€lligst mitteilen, denn es lagen ihr ja die betreffenden Informationen vor, wie wir ĂŒblicherweise auftreten und um wen es sich handelt! Das hĂ€tte ja Vertragsinhalt werden können.

Worin liegt das Problem mit transsexuellen Menschen? Wollen wir denn nicht eine offene, bunte Gesellschaft? Ist es nicht jedem möglich sich frei zu entfalten, solange er die anderen nicht beeintrÀchtigt? Und wenn ja, worin liegt diese BeeintrÀchtigung? Wenn Randgruppen mit Provokateuren gleichgesetzt werden, dann ist das meiner Meinung nach ebenso bedenklich, wie die VorfÀlle in Bedburg, auch um halb eins, nachts, beim Rotwein!
Aber es trifft genau den Punkt! Und das ist das, worum es mir eigentlich geht. Ich verlange von niemandem, daß er uns mag, unsere Musik, unser Outfit, wie wir uns geben, unsere Überzeugungen usw. Ich wĂŒnsche mir nur, daß man uns vorbehaltlos gegenĂŒber tritt und sich dann seine Meinung bildet, wie immer die dann sein mag. Und ich bin froh, dass wir darĂŒber diskutieren können und jeder seine verschiedenen Ansichten hat und darstellen kann. Und im grunde sind wir uns doch zumindest hier im Forum einig, dass das Verhalten der Werbegemeinschaft Bedburg so nicht ok war. Die einen mögen es nahvollziehen können, ich nicht! Meiner Meinung nach hĂ€tten diese Überlegungen vor Vertragschluss stattfinden mĂŒssen.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Deborah
 
@ Hallo Deborah!
Kandidierst Du fĂŒr die Europa-Wahl am Sonntag? Ich wĂŒrde Dich wĂ€hlen!!!! ;-) DANKE fĂŒr diese treffenden und eindeutigen Worte!
Wenn DAS nun niemand verstanden hat ...., dann miete ich mir jetzt schon ein PlĂ€tzchen auf dem Mars, obwohl es fraglich ist, daß ich dort zu Lebzeiten jemals (meinen) "Frieden" finden werde.
Das Mißgeschick, oder wie auch immer, man dies in Bedburg bezeichnen soll, hat ganz klar und deutlich gezeigt, wie das "gemeine" Volk an der Nase herumgefĂŒhrt wird und wie diese Uhr hier im Lande tickt.

@ Doc!
Ganz Recht - dem gibt es tatsĂ€chlich nichts weiter hinzuzufĂŒgen. PUNKT!

Euch allen ein schönes Wochenende!

Alex
 
Moin,

zusammengefasst kann man schreiben, dass hier ein Vertrag nicht erfĂŒllt wurde. Derlei beschĂ€ftigt die Gerichte auf der ganzen Welt. StĂ€ndig. Dass ein Teil der Vertragspartner MĂ€nner sind, die mit Frauenkleidern auftreten, bringt weder unsere Demokratie ins Wanken, noch macht es die Geschichte besonders bemerkenswert.
Es gibt viele MissstĂ€nde, die eine kĂ€mpferische VerĂ€nderung verdienten. Es wĂ€re erfreulich, wenn sich die Menschen im Lande Ă€hnlich engagiert bei Themen einbringen wĂŒrden, die dringender Umgestaltung bedĂŒrfen. Integration von AuslĂ€ndern - Rentenversicherung - Steuerrecht - Lohnnebenkosten - Berufsbildung - Verwaltung etc.
Transen gehören da nicht unbedingt zu. Deren Anspruch ist im BGB und HGB gesichert, dem es wie mir egal ist, ob ein Mann Strumpfhosen trÀgt, oder nicht.
 
W°°":19b6nr63 schrieb:
Moin,

zusammengefasst kann man schreiben, dass hier ein Vertrag nicht erfĂŒllt wurde. Derlei beschĂ€ftigt die Gerichte auf der ganzen Welt. StĂ€ndig. Dass ein Teil der Vertragspartner MĂ€nner sind, die mit Frauenkleidern auftreten, bringt weder unsere Demokratie ins Wanken, noch macht es die Geschichte besonders bemerkenswert.
Es gibt viele MissstĂ€nde, die eine kĂ€mpferische VerĂ€nderung verdienten. Es wĂ€re erfreulich, wenn sich die Menschen im Lande Ă€hnlich engagiert bei Themen einbringen wĂŒrden, die dringender Umgestaltung bedĂŒrfen. Integration von AuslĂ€ndern - Rentenversicherung - Steuerrecht - Lohnnebenkosten - Berufsbildung - Verwaltung etc.
Transen gehören da nicht unbedingt zu. Deren Anspruch ist im BGB und HGB gesichert, dem es wie mir egal ist, ob ein Mann Strumpfhosen trÀgt, oder nicht.

Hallo Walter,

da magst Du im Großen & Ganzen recht haben. Aber: wenn sich im nĂ€heren Umfeld von Menschen, Freunden ... so etwas abspielt, dann ist es doch völlig berechtigt, wann man(n)/Frau sich einsetzt - egal auf welchen Wege. Es wĂ€re doch genauso unrechtens, wenn "wir" (egal,
ob jetzt Sven und/oder meine Wenigkeit) wegschauen und uns in MĂ€ntelchen völliger Ignoranz kleiden wĂŒrden.
Und wenn man sich fĂŒr diesen hier diskutierten Fall einsetzt und interessiert, heißt das ja lĂ€ngst nicht, daß man es nicht auch anderweitig tut. JAMproductions steht hier in der Region mit seinem Namen fĂŒr diverse Projekte - u.a. wurde auf Stadtfesten auch das Thema "AuslĂ€nderfeindlichkeit" mit Bands von uns untersĂŒtzt - d.h. nicht die AuslĂ€nderfeindlichkeit ;-) , sondern das Thema als solches. Wir haben mehrere Benezfiz (teils ĂŒber 3 Tage dauernd) u.a. fĂŒr die hiesige Kinderkrebshilfe etc. auf die Beine gestellt. Wir wĂŒrden es auch jederzeit fĂŒr die O-Ton: "Transen" tun.
Und nicht zu vergessen: die CSD-Veranstaltung in Köln - mal als Beispiel! Im letzten jahr fanden weit ĂŒber 750.000 Besucher den Weg zu dieser Veranstaltung von Schwulen & Lesben und "Andersartigen" ;-)! Die Stadt profitiert wirtschaftlich von diesem Spektakel! Insges. nahmen 40.000 Teilnehmer an der Parade teil. Die Kölner Wirte etc. verzeichnen riesen UmsĂ€tze, ebenso weitere GeschĂ€ftszweige. Dies hat auch mit der Erhaltung und Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen zu tun! Das könnte hier ich jetzt noch endlos weiter ausdehen, wĂŒrde den Rahmen aber sprengen.
Wenn man sog. "Randgruppen" und "Andersartige" mehr oder sogar vollkommen in unsere Gesellschaft & in unser Wirtschaftssystem integrieren wĂŒrden, dann hĂ€tten die Herren Politiker auf Dauer ein Thema weniger, daß sie diskutieren (politische Themen & Entscheidungen beanspruchen ja bekanntlich Steuergelder) mĂŒĂŸten (z.B. die "Homoehe") und diese "Randgruppe(n)" sollte man nicht unterschĂ€tzen, wenn es um die Stabilisierung unserer Gesellschaft geht!!! (ich zĂ€hlte einst selbst zu dieser "Spezies" Randgruppe, war eine von denen, die einst kein zu Hause hatten und sich an Bahnhöfen, auf SchrottplĂ€tzen und Punkkonzerten rumtrollten und spĂ€ter als erst Erfolg auf der Karriereleiter, ein Zimmer in einer 8-Mann-WG ihr "Eigen" nennen konnten ... :roll: und weiß wovon ich hier schreibe und was ich geleistet habe - und mit mir andere. Ich hatte immer ein Ziel vor Augen - und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel, gelle?).
Unser Freund & hiesiger KĂŒnstler A.N.E. (genannt "Ane") hat als Schwuler die erste Schwulenkneipe in Troisdorf eröffnet >> www.dasbronski.de! Er hat sich selbst einen Arbeitsplatz geschaffen, da er von seiner Kunst kaum leben kann. Er unterstĂŒtzt zudem die hiesige Aidshilfe e.V. mit kleinen Spendenaktionen. Eine Vielzahl von Menschen aus "Randgruppen" sind meißt ungemein engagiert und weisen ein Durchhaltevermögen auf, daß der derzeitigen Generation fast völlig verloren gegangen ist.

Ergo: auch ein kleiner Stein kann einen großen aufhalten oder auf den richtigen Weg bringen.

Und nun geht alle schön brav wÀhlen - heut ist EUROPAWAHL! ;-)

GrĂŒzi Alex
 
Einen schönen guten Tag auch,

um die rege Diskusion ĂŒber das Auftrittsverbot der DCB in Kaster
bei Bedburg etwas abzurunden möchte auch ich mich dann hier
noch, als ebenfalls betroffene Person (Sofie le Matou,
SĂ€ngerin der DCB) zu Wort melden und meine Sicht der
Dinge darlegen!

ZunÀchst aber erst mal VIELEN HERZLICHEN DANK an
"Guitarworld" fĂŒr die prompte und unverzĂŒgliche
SolidaritÀt in dieser Angelegenheit!!!

Die umfangreiche Anteilnahme und Vielzahl der BeitrÀge
hat mich in der Tat sehr positiv beeindruckt...!!!

Da Deborah in ihren BeitrÀgen eigentlich schon alles
wesentliche, sehr detailliert und ausfĂŒhrlich dargelegt hat
und mir damit sozusagen aus der Seele gesprochen hat,
möchte ich dies nicht nochmal von vorne aufrollen und
es im Grunde genommen auch bei ihren exakten
Formulierungen zur Sache selbst belassen...!

Ausgelöst durch diesen konkreten "Vorfall" in Kaster ist es mir
dennoch ein BedĂŒrfnis an dieser Stelle auf zwei grundsĂ€tzliche
Dinge Bezug zu nehmen:

- Wenn ich mich um mein Make-Up kĂŒmmere und meinen Fundus
nach etwas passendem fĂŒr den Tag durchwĂŒhle. Wenn ich mir im
Laden Kleider und Schuhe aussuche die mir gefallen. Wenn ich
mir Gedanken ĂŒber meine Frisur und meine FingernĂ€gel mache,
dann tue ich all das nicht um zu "provozieren" ! Es ist mein
Bestreben etwas zu finden, was einen Àusseren Eindruck
meines inneren Empfindens darstellt. FĂŒr die Tatsache das
dieses vermeintliche "Recht", in einer Gesellschaft wie der unseren,
allein "Frauen" vorbehalten sein soll, kann ich nichts. Abgesehen
davon halte ich diese "Aufteilung" nicht nur fĂŒr falsch, sondern
fĂŒr "ungesund". Es musste mir im Alter von ca. 10 Jahren
niemand erklĂ€ren das ich Kleider, Röcke und hĂŒbsche Sandaletten
nun mal schöner zu finden habe als Fussballschuhe oder Kampfstiefel.
Diese Einsicht hatte ich ganz von alleine und sie entsprach mir!
Die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die sich dadurch gestört
fĂŒhlen, kam erst wesentlich spĂ€ter. Ich habe mich damit
arrangiert. Dennoch fand ich bis zum heutigen Tage niemanden,
der mir hinreichend hÀtte erklÀren können, welche"Grenze" ich
denn nun genau ĂŒberschreite, wenn ich mich von meinem
Empfinden fĂŒr bestimmte Kleidung und Make-Up u.Ă€. leiten lasse...?!

Es dĂŒrfte dies die klassischste und von allen "Transen o. Drags"
gestellte Frage sein:

WER ODER WAS GIBT ANDEREN DAS RECHT DAZU SICH
PROVOZIERT ZU FÜHLEN !!!???

Meine vorlÀufige Antwort lautet: NICHTS UND NIEMAND !!!

- Ein weiteres Problem grundsÀtzlicher Natur sehe ich derzeit darin,
wie auf beiden Seiten, sowohl auf Veranstalter wie auf
Musikerseite allgemein mit der Materie "Gigs u. Events"
umgegangen wird. Sicherlich ist es nicht von der Hand zu weisen,
dass jeder Musiker, will oder muss er/sie denn von seiner/ihrer
Arbeit leben, bis zu einem gewissen Grad zum "Dienstleister" wird.
All diejenigen, die mit dem "Popstartraum" gestartet sind und sich
plötzlich unverrichteter Dinge in den 30 o. 40gern wiederfinden
wissen Bescheid. Besonders dann wenn die erste Millionen
dummerweise, unerwartet (wie auch bei mir) ausgeblieben ist...

"Dienstleister" zu sein heißt fĂŒr mich aber dennoch nicht sich
grundsÀtzlich auf jeden Schwachsinn, zu allen nur
erdenklichen Bedingungen und unter allen UmstÀnden einzulassen,
nur um auf irgendeiner BĂŒhne vor irgendeiner Art von "Publikum"
zu stehen. Es macht wenig Sinn, wenn lediglich Profit orientierte
und "bauernschlaue", "unprofessionelle Veranstalter" auf ein Heer
von zu allem bereiten, mit wenig RĂŒckrat ausgestatteten,
bĂŒhnengeilen "Hobbyakteuren" zurĂŒckgreifen kann, um ihre lieb
und leblosen, mit wenig Leidenschaft gesegneten Veranstaltungen
zu bestĂŒcken!

Sicher liegt dies nicht nur alleine in der Hand dieser zwei Parteien
sondern auch im Ermessen des jeweiligen Publikums welches sich mit
dem was ablÀuft mehr oder weniger zufrieden gibt. In der Regel
kann dies allerdings erst dann eine Entscheidung treffen, wenn es
lÀngst zu spÀt ist. Um die QualitÀt und das Gelingen von
Veranstaltungen mĂŒssen sich also im Vorfeld sowohl Veranstalter,
als auch Musiker bemĂŒhen, daran fĂŒhrt einfach kein Weg vorbei.
NatĂŒrlich kann ich nachvollziehen, wenn jemand sagt "...was soll`s
denn, streicht doch die Kohle ein und dann Schwamm drĂŒber,
schliesslich hattet ihr einen Vertrag..." Der Haken an der Sache
ist nur leider der, dass genau diese Haltung zu genau der Situation
fĂŒhrt die augenblicklich, fast ĂŒberall vorherrscht. Es ist ja scheinbar
kaum noch jemand um qualitativ hochwertige und gelungene
Feste bemĂŒht. Letztlich haben ja alle ihre Kohle bekommen ..."
oder war da etwa nochwas..."

FĂŒr meine Begriffe JAAAA, da war noch was ...und zwar
LEIDENSCHAFT und INTENSITÄT und LIEBE zur Sache!!!

Es lÀsst sich eben nun mal nicht alles in Summe X, der Anzahl der
BĂŒhnen, den Literzahlen des Bierumsatzes und der Anzahl
der Alkoholleichen ausdrĂŒcken!!! Zu einer GUTEN Veranstaltung
gehört mehr als das und darauf mĂŒssen verdammt noch mal
ALLE Einfluss nehmen ! ! !



In diesem Sinne wĂŒnsche ich uns allen,



D A S B E S T E W A S G E H T F Ü R A L L E S W A S K O M M T ! ! !


Sofie le Matou
 

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