Wie oft kann ein Griffbrett neu bundiert werden?


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Hallo!

Habe gerade in einem US-Forum etwas über Edelstahlbünde gelesen. Dort wird als Argument aufgeführt dass die Anzahl der (kompletten) Neubundierungen begrenzt sein soll (Holzverlust beim Entfernen der Bünde und Schleifen des Griffbrettes). Stimmt das so?

Gruß
Björn
 
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Ich denke, das ist bei jeder Art von Bundmaterial so - beim Entfernen wird jeder Bundschlitz durch die Widerhaken an den Bunddrähten etwas weiter, beim Schleifen wird auch Material abgetragen - irgendwann ist halt Schluss.

Aber ich meine, Rory Gallagher habe seine Strat 11 mal neu bundieren lassen (?)
 
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Bjoern":rpi4wzab schrieb:
Hallo!

Habe gerade in einem US-Forum etwas über Edelstahlbünde gelesen. Dort wird als Argument aufgeführt dass die Anzahl der (kompletten) Neubundierungen begrenzt sein soll (Holzverlust beim Entfernen der Bünde und Schleifen des Griffbrettes). Stimmt das so?

Gruß
Björn

Hi Björn,

es hängt immer stark vom Griffbrettmaterial ab. Manche Bretter sind nach einer Bundierung fertig, andere kann man drei mal bundieren. Irgendwann kann man die Bünde aber nur noch einkleben.
Ob das jedoch ein Argument für Edelstahl ist, weiß ich nicht. Zum einen ist VA entgegen der allgemeinen Meinung gar nicht so hart und verschleißt auch - zum anderen ist dieses Material nur sehr schlecht zu bearbeiten, was Probleme aufwirft, die man mit Neusilber nicht hat.
Parker hat Stahlbünde auf Kunststoffhälsen. Hier ist das clever, denn die Hälse bewegen sich nicht. Auf einem Holzhals, der von Sommer zu Winter geht, hat Stahl (oder Keramik) nach meinem Ermessen nichts verloren.
 
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Hi,

dazu eine Frage aus Interesse. Wie hoch ist der Aufwand, bei einer "modernen" Brettgitarre das Griffbrett komplett zu wechseln? Natürlich meine ich ein aufgleimtes Brett, so ein Standard-Palisander-Brettl. Kriegt man den Leim noch weich? Oder wird da heute irgendein restlos aushärtendes Teufelszeug verwendet? Gibt es Unterschiede bei Massen- und bei Einzelherstellern?

Schankedön
burke
 
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burke":3ude7o1t schrieb:
Hi,

dazu eine Frage aus Interesse. Wie hoch ist der Aufwand, bei einer "modernen" Brettgitarre das Griffbrett komplett zu wechseln? Natürlich meine ich ein aufgleimtes Brett, so ein Standard-Palisander-Brettl. Kriegt man den Leim noch weich? Oder wird da heute irgendein restlos aushärtendes Teufelszeug verwendet? Gibt es Unterschiede bei Massen- und bei Einzelherstellern?

Schankedön
burke

Cher Burke,

das ist ein häufig vorkommendes Szenario. Wenn sich der Stab verabschiedet hat, oder gar keiner vorhanden war (was bei alten deutschen Jazzgitarren oft der Fall ist), oder halt die Bundschlitze zu Gräben mutiert sind, nimmt man das Griffbrett unter Wärme herunter. Der PVAC (Polyvenylacetat) Leim, auch Weiß- oder Propellerleim genannt, ist thermoplastisch. Auch alte Glutin- und Knochenleime lassen sich unter Wärme wieder lösen.
Mit etwas Glück und Geschick kann man sogar das alte Griffbrett erhalten und, wenn es "original" bleiben soll, später wieder aufbringen.
In jedem Fall muss der Hals neu lackiert werden, da der Lack in der Fuge beim Öffnen splittert.
Das alles lohnt sich nur bei geliebten und/oder wertvollen Instrumenten, denn es kostet je nach Instrument und Konstruktion ab 450 Euro.
 
 

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