Rechtshändergitarre für Linkshänder


powerslave
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Hallo!

Ich sinniere seit geraumer Zeit über folgendes Problem und dachte mir, vielleicht hat jemand von Euch hier einen interessanten Input.

Mein jüngerer Sohn (5 Jahre alt) zeigt (im Gegensatz zum Älteren, der gerät nach der Mutter und spielt begeistert Klavier - eh ok ;) ) schon von klein auf ein ungeheures Interesse für meine Gitarren. Nebenbei spielt er begeistert Luftgitarre und auch an einer irgendwie bei uns gelandeten roten Plastik - Les Paul und an einer Ukulele hat er einen Narren gefressen. Davon abgesehen ist er ganz eindeutig und zweifelsfrei Linkshänder - aber, hier beginnt mein Dilemma, die Gitarren "spielt" er stets wie ein Rechtshänder. Auch die von mir wohlmeinend "verkehrt" besaitete Ukulele hält er nicht wie von mir angedacht in Links- sondern wieder ganz selbstverständlich in Rechtshänderposition.
Da ich überlege ihm zum Geburtstag eine Short Scale E - Gitarre zu kaufen, die es auf den ersten Blick als LH - Version kaum zu kriegen gibt: was denkt Ihr? Geht man den logischen Weg und sucht nach einer Leftie - Version, oder lässt man ihm einfach die spontane Vorliebe zum "verkehrten Spiel"?

Ich bin gespannt auf Eure Ideen dazu...
 
Monkeyinme
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Moin,
Wenn das seine bevorzugte Haltung ist, dann lass es wie es ist. Es gibt bestimmt sehr viele Linkshänder, welche die gitarre mit der linken Hand greifen.

Es gibt auch den Vorteil des viel größeren Markts...

Machen lassen. Steve Vai spielt auch beidseitig. Oder war das Satriani...? Geht also auch.

Ciao
Monkey
 
Stardustman
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Monkeyinme schrieb:
Moin,
Wenn das seine bevorzugte Haltung ist, dann lass es wie es ist. Es gibt bestimmt sehr viele Linkshänder, welche die gitarre mit der linken Hand greifen.

Sehe ich auch so.

Man kann bei der Auswahl der Gitarre ja auch darauf achten, dass alle Optionen verfügbar bleiben:
[img:220x165]https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/25/Michael_Angelo_Batio_with_his_double_guitar.JPG/220px-Michael_Angelo_Batio_with_his_double_guitar.JPG[/img]

Edit: Banger war schneller.
 
juergen2
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Hallo,

wenn das seine von ihm selbst gewählte Spielweise ist, machen lassen!

Ein Kumpel von mir, Linkshänder, lernte Rechtshändergitarre, bestand Aufnahme zum Musikstudium, fing an zu studieren und beschloss auf einmal dass er als Linkshänder ja links spielen müsste. Lernte innerhalb eines Jahres dann linkshändig, bestand auch hier die Aufnahmeprüfung zum Musikstudium (!) - und spielt seither wieder rechtshändig ;-)
Also wenn Dein Sohn rechts anfängt und sich dabei wohlfühlt, alles gut.

Viele Grüsse

Michael
 
Nashorn
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Machen lassen, würde ich auch sagen. Bei uns Streichern funktioniert es ja auch, dass fast alle Linkshänder Rechtshänder-Instrumente spielen.
 
Armint
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Mein Kumpel und Band-Mate ist seit 71 Jahren Linkshänder - und spielt fast genauso lange rechtshändig.
Wenn dein Sohn von sich aus die Gitarre so hält scheint es für ihn richtig zu sein - wieso willst du ihm nun erklären das wäre falsch?
 
D
dynakorder
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Es gibt dann auch noch Rechtshänder, die wie Linkshänder spielen, allerdings auf Rechtshändergitarren:
https://en.wikipedia.org/wiki/Eric_Gales
:mrgreen:
Ansonsten einfach machen lassen wie er es will. Wie oben schon jemand schrieb, der Markt ist größer, mal spontan eine andere Gitarre greifen ist einfacher... Ich empfinde die traditionelle Zuordnung der Hände bei der Gitarre im Prinzip auch diskutabel, gerade bei Plektrumspiel ist doch eigentlich die Motorik der Greifhand die komplexere.
 
powerslave
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Armint schrieb:
wieso willst du ihm nun erklären das wäre falsch?

Ich will ihm nicht erklären es wäre falsch. Ich denke, das habe ich auch nicht geschrieben. Ich freue mich, dass er auch Gitarre spielen will und möchte ihm so viel Frustration wie möglich ersparen.
 
powerslave
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Danke Euch allen für Euren geschätzten Input! Dann soll er einfach so spielen, wie es sich offensichtlich spontan für ihn richtig anfühlt.

Vorteil: damit hat er sobald er groß genug ist für "erwachsene" Gitarren eine große Auswahl an tollen Gitarren im Haus.
Nachteil: damit hat er sobald er groß genug ist für "erwachsene" Gitarren eine große Auswahl an tollen Gitarren im Haus. He, das sind aber meine!!!

:droh:
 
W°°
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[img:220x165]https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/25/Michael_Angelo_Batio_with_his_double_guitar.JPG/220px-Michael_Angelo_Batio_with_his_double_guitar.JPG[/img]

Man sieht aber auch eindeutig, dass das hässliche Nebenwirkungen hat...
 
T
tommy
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Mir war eigentlich noch nie klar, wieso die "Regel" der "richtigen" Gitarre für Links- oder Rechtshänder zielführend sein soll, wenn man bei Null anfängt.
Soweit ich mich erinnern kann, wäre es mir zu meinen allerersten Anfängen echt wurscht gewesen, ob ich E Moll mit der linken oder rechten Hand greife. War beides gleich krampfhaft.;-)

Insofern: Solange die Synapsen Deines Sohnes diesbezüglich noch völlig unbelastet sind, plädiere ich aus schon genannten Gründen auch für eine Rechtshändergitarre.
 
Armint
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Je älter ich werde umso mehr habe ich den Verdacht, dass ich auch mal Linkshänder war.
Viele Dinge erledige ich lieber mit links als mit rechts.

Davon mal weggeguckt:
Es stellt sich ja sowieso die Frage, wieso ausgerechnet bei der Gitarre alle nach einem Linkshändermodell fragen.
Wo ist denn das Linkshänderklavier oder die Linkshänderquerflöte?
 
Rider on the storm
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Armint schrieb:
Je älter ich werde umso mehr habe ich den Verdacht, dass ich auch mal Linkshänder war.
Viele Dinge erledige ich lieber mit links als mit rechts.

Davon mal weggeguckt:
Es stellt sich ja sowieso die Frage, wieso ausgerechnet bei der Gitarre alle nach einem Linkshändermodell fragen.
Wo ist denn das Linkshänderklavier oder die Linkshänderquerflöte?

Interessanter Gedanke, hab ich noch nie bedacht.
 
groby
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Rider on the storm schrieb:
Es stellt sich ja sowieso die Frage, wieso ausgerechnet bei der Gitarre alle nach einem Linkshändermodell fragen.
Wo ist denn das Linkshänderklavier oder die Linkshänderquerflöte?
Es gibt Linkshänderklaviere.

Es würde auch Sinn ergeben (nicht wirtschaftlichen aber motorischen) *alle* Instrumente nach Händigkeit des Nutzers auszuwählen, weil es auch darum geht, die Hände in ihren verschiedenen (zumindest initial veranlagten) Talenten zu nutzen.

Soweit die Theorie.

Ich bin übrigens Linkshänder und spiele Rechtshändergitarren.
Ich bin sehr froh, dass ich es so herum angefangen habe.

Es verschafft aber zunächst Nachteile weil die Geschmeidigkeit des Handgelenks (bei Rechtshändern rechts) der größte Faktor ist warum ausgerechnet diese Hand zupft/anschlägt.
Diesen Job erledigt aber bei "auf rechts" spielenden Linkshändern nun jene Hand, die von beiden dafür anfänglich weniger Veranlagung mitbringt.
Das ist eine versteckte Tücke die man überwinden kann, aber es gibt sie und man merkt sie selber nicht.

Es ist also nicht schlimm, was man wie herum zu lernen anfängt.
Aber es ist auch nicht grundsätzlich völlig egal.
 
T
tommy
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@Groby:
Hier würde mich interessieren, ob die kontrolliertere Fingerfertigkeit deiner linken Hand zumindest das Greifen erleichtert hat.
 
groby
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tommy schrieb:
@Groby:
Hier würde mich interessieren, ob die kontrolliertere Fingerfertigkeit deiner linken Hand zumindest das Greifen erleichtert hat.
Das kann ich leider nicht sagen, da ich weder meinem Gitarrenspiel besondere Fingerfertigkeit attestieren würde, noch könnte ich es vergleichen mit dem Lernen andersherum denn ich kenne es ja nur so.

Im Allgemeinen stellen sich Hände auf ihre Aufgabe ein, dass heißt alles ist erstmal nur anfänglich vielleicht nicht optimal, das nivelliert sich aber. Man sieht zum Beispiel bei Klavierspielern zunächst Unterschiede bei Rechts- und Linkshändern (auf Rechts-Instrumenten, linkshändrige Klaviere hat ja fast keiner) aber sie gleichen sich an nach einer gewissen Zeit.

Das einzige was auffällt ist, dass ich Saiten ziehen kann bis sie nicht mehr nachgeben.
Also im Extremfall (z.B. h-Saite, 11er Saitenstärke, im 12.Bund) 5 Halbtöne.
Das und andere Saitenzieh-Sachen können andere auch, es scheint ihnen aber schwerer zu fallen.
Mit anderen Worten: Ich merke es an zur Not größeren Kraftreserven.

Sonst an nichts.

Und dass ich daraus besondern musikalischen Nutzen schlagen kann, kann ich auch leider nicht behaupten.
 
powerslave
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Ich finde es bemerkenswert, dass offensichtlich Linkshänder, die auf Rechtshändergitarren spielen, zumindest in diesem Forum keine Rarität zu sein scheinen. Bis vor kurzem habe ich aber ehrlich gesagt darüber auch überhaupt nicht nachgedacht...
 
A
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Wenn ich als Betroffener auch mal meinen Senf dazu geben darf:-D

Ich bezeichne mich als Linkshänder, weil mein linker Arm viel stärker ist, alle armbetriebenen Sportarten mache ich mit links, Fußballspielen mit rechts (mein Sohn genau entgegengesetzt)
Aber, ich schreibe rechts, schrauben geht rechts auch, ich bügle rechts und Einiges mehr. Meine Frau, die wirklich alles mit links macht, sagt immer ich wäre kein richtiger Linkshänder
Als Spätberufener kam für mich nur linkshändiges Gitarrenspiel in Frage, hatte ich doch schon seit meiner Kindheit auch so Luftgitarre gespielt :banana:

Ich finde auch, das man die natürlichen Bewegungen eines Kindes nicht verändern sollte, wenn es auch in Kombination ungewöhnlich erscheint, aber wie man an mir sieht, gibt es auch "Mischhänder":mrgreen:
 
groby
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powerslave schrieb:
Ich finde es bemerkenswert, dass offensichtlich Linkshänder, die auf Rechtshändergitarren spielen, zumindest in diesem Forum keine Rarität zu sein scheinen. Bis vor kurzem habe ich aber ehrlich gesagt darüber auch überhaupt nicht nachgedacht...

Das ist nicht unbedingt *so* verwunderlich.
Linkshänder sind ungefähr 10% der Bevölkerung.
Aber 20% aller Musiker.

(Entsprechend der Theorie, dass Linkshändigkeit die "musische" Gehirnhälfte ausprägt. Es gibt auch statistisch mehr Linkshänder in anderen musischen/kreativen Hobbies und Berufen.)

Aber "auf links" lernen ist oft unpraktisch, bietet sich nicht an, macht sich keiner bewusst oder es gibt zu wenig Instrumente dafür.

Also sind .... naja, wieviel Gitarristen sieht/kennt man, die links herum spielen?
5%? Vielleicht? Wenn überhaupt, oder? Ist doch sehr selten, oder?

Dann wären 3/4 aller Linkshänder anders herum unterwegs und fallen auch nie auf.
 
 

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