Saiten aufziehen bei einer Nylon-Acoustic (Konzertgitarre)

martin

Power-User
9 Mrz 2016
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Hallo ihr Lieben,

musste gerade über mich selbst schmunzeln weil ich am überlegen war ob dieser Thread vielleicht in die Unterrubrik "Gitarrenfragen für Einsteiger" gehört :)

Aber jetzt mal im Ernst, ich spiele extrem selten Konzertgitarre und dementsprechend Wechsel ich da auch nur sehr selten die Saiten.

Bei den umsponnenen tiefen Saiten gibt es immer ein Ende, wo die Metallumwicklung fĂĽr ca. 1-2cm nicht mehr so dicht gewickelt ist.

Warum ist das so?

Und an welches Ende der Gitarre gehört dieses weite Ende?

Ich habe das jetzt immer nach oben zu den Mechaniken genommen, weil dieses Ende dann sowieso ĂĽbersteht und abgeschnitten wird.

Wenn man dieses Ende unten am Steg benutzen würde hätte ich die Sorge dass die losen Wicklungen dann auf dem Steg liegen könnten und sich dann Intonation- oder Klangprobleme ergeben könnten.

Wie macht ihr das?

Viele GrĂĽĂźe
Martin
 
Hallo Martin,
auweih, jetzt wo du fragst, komme ich ins GrĂĽbeln.
Ich bin ziemlich sicher (aber eben nicht zu 100%), dass das Ende mit den geringen Wicklungen, an die Brücke gehört. So habe ich das bislang gemacht, da ich auch mal vor Urzeiten im Laden gefragt hatte.
Ich hoffe, es kommen noch Antworten, nicht dass ich hier Humbug verzapfe.

Beste GrĂĽĂźe
 
Das weniger umwickelte (also biegsamere) Ende kommt stegseitig.
Erstens erleichtert es dem Gitarristen das Bilden der Schleife dort.
Zweitens zieht sich dort die Schleife enger und besser zusammen und es bildet sich weniger Schlupf, den man dann lange heraus-stimmen muss.
 
Bemerkenswert ist, die sogenannten Ratgeber verlieren darüber kein Wort, auch die vielen Tutorials, die ich gesehen habe, nicht. Bis auf eine Seite, die das erklärt, eine von Vielen.
Richtig kurios ist, ein "Ratgeber" (Website) behauptet sogar, alle wĂĽrden die Saiten falsch aufziehen, indem sie an der BrĂĽcke beginnen, Nein, es muss an den Stimmwirbeln begonnen werden, dann erst mĂĽsse man die Saite an der BrĂĽcke aufziehen. Man lernt ja nie aus :oops:
aber von der unterschiedlichen Wicklung kein Wort.
 
Hey, vielen Dank fĂĽr eure tollen Antworten!
Dann war meine Frage ja gar nicht mal so doof :)

Jetzt hoffe ich nur, dass ich mich in 10 Jahren auch noch daran erinnere, wenn ich das nächste Mal die Saiten wechsel :)
 
Kann mich den ersten beiden Posts nur anschlieĂźen.

Wichtig ist, dass die Saitenenden kurz hinter dem Steg von der Schlaufe eingeklemmt werden und zur Decke alle in eine Richtung zeigen, auf dem Steg eine Schlaufe bildend.
Handfest festzurren unter Spannung mit Zuhilfenahme der anderen Hand und dann in die Mechaniken aufwickeln.
Geschicklichkeit gefragt.
Beim Aufwickeln die Schlaufe beobachten, dass sie sich nicht ĂĽber den Steg schiebt unter Spannung, sondern so bleibt.
Nachkorrigieren mit Druck gegen die Stelle kurz hinter dem Steg, falls doch. Da wo die Saite ĂĽberlagert bzw. eingeklemmt wird. (Zeigefinger)
Man kann das Saitenende am Steg auch ein paar cm länger lassen, falls man noch keine Übung hat und hinterher kürzen (Tipp)
LG

P.S.: Es kann mitunter ein paar Tage dauern, bis sich die Nylon- oder Darmsaiten gesetzt haben und die Stimmung halten.
Immer wieder mit GefĂĽhl Dehnen und Stimmen...;)
konzertgitarre_saiten_aufziehen_05.jpg

Hier sieht man sehr schöne Schlaufen unverknotet und den Punkt hinter dem Steg, wo die Saiten durch die Schlaufe eingeklemmt, festgehalten werden.
Die Knoten bei den Diskantsaiten sind allerdings ein Stilbruch (nicht nötig) und eignen sich vielleicht für Anfänger, hehe.

Ob die Enden nach links oder rechts unten zeigen ist allerdings Einstellungs-, Geschmackssache. :D

Achso, zur 1. Frage:
Das ist so gewollt, damit die Schlaufe über dem Steg besser hält, bzw. leichter bilden lässt, weil dazu gehört Übung anfangs, weil bei zu steifen Saiten gerne mal das Ende über dem Steg durchrutscht bei Spannung.
 
Zuletzt bearbeitet:
wobei ich an der BrĂĽcke nochmal eine weitere Wicklung mache, sicher ist sicher, die Saitenenden auch noch kĂĽrze, damit sie nicht auf der Decke rumratschen.
https://www.superprof.de/blog/wp-content/uploads/2018/03/klasische-gitarre-nylon.jpg, wie auf diesem Bild (die Saitenenden sind nicht gekĂĽrzt), die A-Saite ist etwas vermurkst, ist aber auch kein Foto von meiner Gitarre.
Das Ist vermurkst, und lässt auf einen nachlässigen Akustik-Spieler schließen, der es nicht von der Pieke auf gelernt hat.;)

Das Bild und die Technik muss stimmen,
Sonst stimmts später nicht mehr...!

Ein leicht verkratzter Body an dieser Stelle hat nichts mit der Güte des Tons, oder Können des Spielers zu tun.
Eher stark verkratzte, oder blitzblank und falsch.:rolleyes:

(FĂĽr Kauf, Verkauf eventuell interessant?)

LG
 
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