Tonabnehmer-Kombination in Schlagschutz


fabianb
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Hallo zusammen,

bitte blendet aus, dass ich hier zufällig Admin bin ;)
Mein Vater hat die Tage seine uralte Gitarre von 1965 (Triumphator de Luxe) zum Sperrmüll gestellt (!) und ich habe diese direkt retten können.
Die Mechanik war defekt und der Brücke (also Auflage der Saiten) fehlte komplett. Dazu gab's noch einige Lackschäden, aber alles in allem sah die Gitarre (abgesehen von Staub und Spinnenweben) noch ganz gut aus.

Habe mir neue Mechaniken bestellt und diese verbaut und auch eine Brücke, dich ich aber noch nicht gekertb habe. Trotzdem klingt die Gitarre schon mal echt super.
Und Möbelpolitur tat dem Glanz auch ganz gut....

triumphator-body.jpg
triumphator-de-Luxe.jpg



Wie ihr seht ist es eine akustische Gitarre. Obwohl sie eigentlich dem Tod schon geweiht war, möchte ich sie eigentlich ungerne großartig modifizieren um z.B. Tonabnehmer, Potis, Schalter etc. einzubauen.

Habe dann bei eBay folgendes gesehen (leider schon verkauft):
framus-pickup.jpg


Eine Kombination aus Schlagschutz und Pickup samt Elektronik

Meine Frage ist, ob es dafür einen bestimmten Namen gibt oder welche Erfahrungen es vielleicht damit gibt.
Oder seid ihr der Meinung, dass es keine "Sünde" ist, auf dem normalen Wege Tonabnehmer und Elektronik nachzurüsten?

Danke für eure Antworten
Fabian
 
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erniecaster
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Hallo, du suchst das hier:


Damit entfällt schon mal die Fräsung für den Pickup. Du brauchst allerdings noch ein Loch in der Zarge für die Buchse und definitv Volume- und Tonepoti. Theoretisch könnte man das alles in/an/auf einem Pickguard einbauen, praktisch ist das aber erstens immer ziemlich spillerig und wird zweitens ohnehin nie abgebaut und verursacht drittens immer Probleme mit der Erdung.

Bei Gitarren dieser Art und Güte (ich habe ca. zwei Dutzend davon besessen) machen die kleinen Löcher klanglich auch nichts aus. Ich warne aber vor überzogenen Erwartungen. Das sind fast immer altgotische Klangpappen und keine hochwertigen Gitarren.

Gruß

erniecaster
 
Sharry
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Das Ding heißt Schlagplatte. Der PU den Erniecaster vorgeschlagen hat ist wirklich gut.
Löcher in eine Jazzgitarre zu bohren löst bei mir Grauen aus.. o_O (;))
Ich habe für meine Höfner einen Gitarrenbaumeister gefunden, der mir diese Lösung inkl. Anschlußkabelbuchse besorgt und montiert hat.
 

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fabianb
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Hallo zusammen,
super, vielen dank für eure Antworten. Das scheint genau zu sein was ich suche!
War mir ehrlich gesagt nicht bewusst, dass es überhaupt eine Jazz-Gitarre ist ;) Werde mir den Shadow-PU aber zulegen.

Grüße und noch mals danke
Fabian
 
fabianb
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Ah, auch das wusste ich nicht! Gerade mal gegooglet – stimmt wohl ;)
Mein Vater erzählte übrigens, dass er die Gitarre 1965 aus dem Quelle(?)-Katalog bestelte – als erstes Instrument.
Er meinte die Gitarre kostete ursprünglich 25 Mark – unfassbar....
 
Sharry
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Nun ja, ist etwa die Hälfte was ich damals als Ferialpraktikant im Monat verdient habe. :)
 
little-feat
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Vielleicht noch zur Vervollständigung:
Die Gitarre stammt vom ehemaligen deutschen Hersteller Klira. Tatsächlich verkaufte dieser einen großen Teil seiner Produktion an das ehemalige Versandunternehmen "Quelle", das 2009 in Konkurs ging. Klira meldete 1982 Insolvenz an.
Die Gitarre ist auch zu finden unter "German Vintage Guitars"
 
fabianb
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Hallo,

ich möchte hier noch kurz ergänzen, dass mir das ganze nicht nur theoretisch interessiert hatte, sondern ich es auch in die Praxis umgesetzt habe. Wie geplant habe ich mir ein Volume-Poti eingebaut und den o.a. Tonabnehmer.

pickup-nachrüstung-triumphator.jpg



tonab-nachrüstung-triumphator.jpg


Bin ja nicht sehr erfahren was das Löten oder die Elektrik betrifft und bin froh, dass ich alles getestet hatte bevor ich es final verbaut habe ;) Denn jetzt weiß ich (dank Google und ausprobieren) wie man das Rauschen in den Griff bekommt.
Auch wenn das vielleicht unorthodox erscheint, aber ich habe das Metall bei der Saitenaufhängung auch an eine eine Masse geklemmt – dann war's weg.

Ach und hier noch mein eigentlich aufgeräumter Schreibtisch:
chaos-werkbank.jpg

Zum Ergebnis: Mein Vater und ich sind echt total überrascht, dass wir aus der alten Triumphator eine "E-Gitarre"
machen konnten – die echt super klingt! Der Tonabnehmer scheint echt klasse zu sein und ich denke ich werde die Gitarre jetzt öfter einsetzen. Ach und das nachträgliche Verbauen der Elektronik durch die F-Löcher ist einfacher als befürchtet. Im Nachhinein würde ich mich auch trauen den Volume-Regler auch weiter außen (wie üblich) zu montieren. Aber so stört es mich auch nicht...

Noch mal danke für eure Tipps!

Grüße
Fabian

PS: Wer sich über Vaseline wundert... es scheint wirklich wie Lötfett zu funktionieren, was ich nicht finden konnte ;)
 
 

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