Nitrolack auf der Gitarre – wie erkennen?


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Nitrolack auf der Gitarre – wie erkenne ich das?​

Hi Leute!
Ich habe bei Thomann ein paar Gitarrenständer gekauft. In der Beschreibung steht ausdrücklich, dass die Dinger nicht für Nitrolack geeignet sind. Soweit hab ich das verstanden: der Weichmacher in den Schaumstoffschonern schadet bei längerer Berührung dem Nitrolack. Dem Acryllack meiner Highway 1 übrigens auch (hab ich vor einiger Zeit hier im Forum gesagt bekommen - Danke nochmal für den Tip ;-) )

Und jetzt meine eigentliche Frage: Woher weiß ich, ob vielleicht meine Japan Strat aus den 80er Jahren, meine Akkustikgitarren... mit Nitrolack verschönert worden sind?

Gibt es Gitarren (wie z.B. Akustische von Martin, Sigma..., oder Strats mit bestimmtem Baujahr) bei denen man sicher weiss, dass hierbei Nitrolack verwendet worden ist?

Leider hab ich davon null Anhnung :( aber bevor ich die günstigen Stative (das war auch der Kaufgrung :-D ) mit irgendeinem neuen Material überziehe und somit dem Schaumstoff mit seinem Weichmacher den Gar auszumachen versuche, wollte ich erstmal die Profis aus dem Forum fragen.

Danke für eure Hilfe!

LG
Oli
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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little-feat
Hallo Woody,

Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, daß Deine Japan-Strat nicht nitrolackiert ist.

Nitrolack erkennt man am ehesten daran, daß er die Eigenschaft hat, mit den Jahren "einzusinken". Die Oberfläche ist dann nicht mehr ebenmäßig glatt, sondern leicht wellig. Später bekommt der Lack dann feinste Haarrisse. Überall dort, wo Hölzer zusammengeleimt sind, sinkt der Lack ein und die Naht wird sichtbar.

Aber egal, das mit dem Gitarrenständer ist kein Problem. Kleiner Tipp (so mache ich das jedenfalls):

Den Ständer dort, wo die Gitarre Berührung hat, mit schwarzem Stoff oder Leder sauber umwickeln und die Enden verkleben. Und Ruhe ist.

Grüße

Max
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Hi Oliver,

gehe i.d.Regel mal davon aus, dass es sich nicht um Nitrolacke handelt. Täsächlich könnte ich die Lackarten wohl auch nur daran erkennen, wenn sie altern, oder entsprechend mit anderen Dingen reagieren! Im Falle von Nitro mit Lösungsmitteln z.B.

Die meisten der heute industriell gefertigten Instrumente bestehen entweder aus Polyester oder einen Polyurethanlack. Polyester erkennt man noch ganz gut! Bei Beschädigung spiltter er oft großflächig ab und er ähnelt auch mehr einer Beschichtung als einer Lackierung. Du könntest den Gurtpin mal abschrauben und versuchen zu erkennen, wie dick der Lack dort ist.

Das ist natürlich alles ohne Gewähr....
 
Woody
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Im Ernst; Nitrolacke haben also, wie sich aus der Beschreibung der Ständer entnehmen lässt, eine große Empfindlichkeit gegenüber Lösungsmitteln.
Wenn man also mal ein bißchen Pinselreiniger auf einen Q-Tip gibt und damit an unauffälliger Stelle (z.B. im E-Fach) herumreibt kann man sehen, ob sich der Lack löst.
Wenn er sich löst, ist es wahrscheinlich Nitrolack, in jedem Falle aber empfindlich gegenüber Lösungsmitteln.
Also wäre es keine gute Idee, die soeben angelöste Gitarre auf den fraglichen Ständer zu stellen.

Gruß,
Woody
 
little-feat
little-feat
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Hallo Woody,

Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, daß Deine Japan-Strat nicht nitrolackiert ist.

Nitrolack erkennt man am ehesten daran, daß er die Eigenschaft hat, mit den Jahren "einzusinken". Die Oberfläche ist dann nicht mehr ebenmäßig glatt, sondern leicht wellig. Später bekommt der Lack dann feinste Haarrisse. Überall dort, wo Hölzer zusammengeleimt sind, sinkt der Lack ein und die Naht wird sichtbar.

Aber egal, das mit dem Gitarrenständer ist kein Problem. Kleiner Tipp (so mache ich das jedenfalls):

Den Ständer dort, wo die Gitarre Berührung hat, mit schwarzem Stoff oder Leder sauber umwickeln und die Enden verkleben. Und Ruhe ist.

Grüße

Max
 
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little-feat":345am345 schrieb:
Nitrolack erkennt man am ehesten daran, daß er die Eigenschaft hat, mit den Jahren "einzusinken". Die Oberfläche ist dann nicht mehr ebenmäßig glatt, sondern leicht wellig. Später bekommt der Lack dann feinste Haarrisse. Überall dort, wo Hölzer zusammengeleimt sind, sinkt der Lack ein und die Naht wird sichtbar.

Hallo,

ein Gitarrenbauer gab mir mal die Information, dass Nitrolack nicht reisst, wenn der "Füllstoffanteil" (ich glaube, so hieß es) genau bemessen wurde. Dies würde also die Theorie mit den Rissen im Alter verwerfen.

Gruß
VVolverine
 
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Was dann wohl früher in der Serienproduktion nicht gemacht wurde, denn Haarrisse im Lack alter Instrumente hat es ja nun gegeben.

Was ich aber intressant finde ist der Hinweis auf den einsinkenden Lack und die unebene Oberfläche, demnach müsste meine mit Polyurethanlack lackierte Tele eigendlich NC Lack draufhaben, im Gegensatz zu meiner NC lackierten Strat, bei der wohl wegen der Dicke der Lackschichten sich in den letzten acht Jahren irgendwie nichts getan hat...
 
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7-ender":1f905mhh schrieb:
Was dann wohl früher in der Serienproduktion nicht gemacht wurde, denn Haarrisse im Lack alter Instrumente hat es ja nun gegeben.

So sieht es wohl aus. Obwohl es mindestens bei genauso vielen Instrumenten scheinbar berücksichtigt wurde, denn ich habe schon einige alte Strats aus NC-Zeiten in Händen gehalten, die keinerlei Risse am Body hatten.

Gruß
VVolverine
 
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Hallo zusammen!

Erstmal danke für die netten Antworten! Jetzt weiss ich zumindest ein klein wenig mehr über diese Nitrolack-Sache :banana:

@Max: Danke für deinen Tip mit dem Leder, bzw. Stoff. Das mache ich auf jeden Fall, denn sicher ist besser (oder so :-D ) und getan isses ja auch schnell.

Ich werd mich jetzt noch ein wenig im Net in das Thema einlesen: Ab wann und wie lange bei Fender und Martin welche Lacke verwendet worden sind... Das Interesse ist geweckt ;-)

LG
Oli
 
little-feat
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Hallo,

ich will den Hals nicht zu weit aufreißen, alles was ich weiß, habe ich von einem Gitarrenbauer, also keine eigene Praxis.

Danach sieht es so aus, daß häufig von Nitrolack gesprochen wird (bei den ganz alten Fender z.B.), tatsächlich handelt es sich dabei aber nicht um "echten" Nitrolack, sondern um ein Gemisch.

Eine "echte" Nitrolackierung wird so oft aufgetragen und zwischengeschliffen, bis das Holz keinen Lack mehr aufnimmt und er an der Oberfläche stehenbleibt. Das ist ein aufwendiges Verfahren, welches bei Seriengitarren (und das waren Leo´s Klampfen ja schließlich auch schon) nicht realisierbar ist, vom Zeitaufwand her und von den Kosten.

Es gab allerdings auch "echte" Nitrolackierungen, die auf eine Grundierung aufgetragen wurden. Diese Grundierung verhinderte, daß der Lack vom Holz aufgesogen wurde und somit war nur eine Schicht Lack notwendig.

Na ja, wie auch immer.....ob man den Unterschied hört, speziell bei Solid-Bodies? Ich glaub da nicht dran.

Grüße

Max
 
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Moinsen,

also ich find schon man hörts - auch, je nach Grundierung die drauf war - schätze ich.
Am Beispiel meines Warwick Streamers.
Der klang mit seiner Nitro-Lackierung einfach brillanter.
(Die Tendenz der anderen Aussagen gehen eigentlich auch meist in die Richtung)
jetzt ist er im Naturzustand und klingt auch schon trocken weicher.

Die Argumentierung brachten Valley Arts damals auch mit ins Spiel.
(war ja auch mehr ne Kleinserie) - nur da konnt ichs nich überprüfen.
(war nur zum Test geliehen..hätte bestimmt Ärger gegeben. :-D )

Aber irgendwie scheiden sich bei dem Thema die Geister, wahrscheinlich weil es -meines Wissens - keine plausible Erklärung bzw. wissenschaftliche Untersuchung gibt. ;-)

greez
 
little-feat
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Ja, ich bin auch der Meinung:

Warum ein altes, abgelagertes, teures Stück Holz zukleistern mit Farbe, egal ob Nitro oder sonstwas. Lackierungen bei Gitarren sind nicht erfunden worden, um das Holz zu schützen, sondern um den Verkauf anzukurbeln.

Seafoam-Green, Fiesta-Red-metallic, Candy Apple, Clapton-Blacky.....die meisten Menschen kaufen mit den Augen, nicht mit dem Herzen, oder besser, mit dem Ohr. Wenn ich lese.....Premium Swamp-Ash-Body, silver sparkle lackiert....dann wird mir schlecht, aber richtig.

Warum nicht so lassen, wie es der liebe Gott geschaffen hat, bei jedem Saitenwechsel ölen oder wachsen (soviel Zeit muß sein).

Alle reden von Tonhölzern, dann lassen wir sie doch tönen, ohne Make-up.

Tom
 
 


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