Fender Telecaster aus Mexico

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Fender Telecaster aus Mexico

Hallo!

Am Session-WE wurde ich aufgefordert, das folgende Review zu schreiben und komme dem zähneknirschend nach.

Ich war der Ansicht, eine Tele zu brauchen und bestellte die Mexico-Tele http://www.thomann.de/de/fender_mex60classictele_oly.htm die auch hier http://www.guitartest.deFender%20Classic%2060%20Telecaster.htm sehr schön vorgestellt wird. Bestellvorgang und Lieferung bei Thomann waren wie immer vorbildlich.

So weit alles gut.

Was nicht gut war, war die Tele.

Ein Hauch mexikanischer Wüstenluft wehte mir aus dem Karton entgegen. Das klingt poetisch, bedeutet aber in Prosa, dass seit dem Einpacken in Übersee meiner Meinung nach kein Mensch mehr die Gitarre in der Hand hatte. Jedenfalls hoffe ich das - denn falls hier irgendwer die Gitarre noch "eingestellt" haben sollte, ist das ein dafür extrem untalentierter Mensch an einem Montagmorgen mit jeder Menge Restalkohol gewesen.

An allen Ecken und Enden fühlte sich das Instrument sehr wenig wertig an - nicht nur hemdsärmelig sondern eher lieblos. Man spricht häufig von rustikalem Charme. Rustikal würde ich bejahen, in Sachen Charme allerdings völlig Fehlanzeige. Kann man einem Stück Holz bzw. dem Lack darauf ansehen, dass das lieblos zurechtgesägt und dann mit Lack bespritzt und gelangweilt poliert wurde? Wenn ja, war das hier der Fall. Nein - keine Verarbeitungsmängel. Einfach so hingerotzt, dass der Kontrolleur gerade mal ein Auge zugedrückt hat.

Der Hals war bemerkenswert. Ich mag ja dicke Hälse und der hier war dick. Aber die dicke Lackschicht war ein wenig eklig. Jedesmal nach dem Anfassen habe ich mir die Hände gewaschen. Zum dicken Hals passte das ultradünne Griffbrett überhaupt nicht. Übrigens so ultradünn, dass beim Bundieren vermutlich nichts anderes übrig bleibt, als ein neues Griffbrett drauf zu leimen. Und bundiert werden muss vermutlich schnell. Spaghetti-Bünde nennt man sowas wohl. Die dünnen Spaghetti allerdings.

Ich fand es spannend, dass trotz zu hoher Saitenlage alle - und ich meine alle - gegriffenen Töne schnarrten, schnarzelten oder schepperten. Der Hals an sich schien schon die richtige Krümmung zu haben. Man könnte hier vorsichtig auf die Qualität der Bundabrichtung schließen.

Was ich überhaupt nicht leiden kann, sind Gitarren, die sich schnell verstimmen. Es gibt ja so Wundergitarren, die man einmal beim Aufziehen von Saiten stimmt und dann nicht mehr und diese miesen, kleinen Mistviecher, die beim sanften Spielen ohne Bendings bereits hier und da ein wenig in der Stimmung schwanken. Diese Tele gehörte zur zweiten Gruppe, was den Spielspaß hätte theoretisch mindern können. Können? Ja, denn unter Null geht bei Spaß einfach nicht.

Was für eine tote Drecksplanke! Hart anschlagen - Ton. Mittelstark anschlagen - Ton. Am Hals weich anzupfen - Ton. Immer derselbe. Sanftes Streicheln der Saite - nüscht. Völlig unmöglich, den Ton mit den Fingern zu formen. Das übrigens schon trocken. Am Amp gab es folgende drei Stellungen des Pickupschalters: Immer kreischen - langweilig - immer mumpf.

Wenn sich Gitarristen unterhalten - ob virtuell oder im echten Leben - kommt immer wieder die Rede auf Serienstreuung von Instrumenten und komischerweise haben immer alle gerade die ganz tollen Gitarren einer Serie in ihrem eigenen Bestand. Für Fender hoffe ich, dass diese Tele ein Ausrutscher war.

Es wird euch wenig überraschen, dass ich von meinem Rückgaberecht Gebrauch mache.


Gruß

erniecaster
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Da scheinste ja echt'n wahres Montagsmodell erwischt zu haben Matthias. Eigentlich schade, denn genau sowas suchst du ja. Naja, nimm dir etwas Zeit und besuche einen gut sortierten Laden zum testen - beim Versand muss man eh immer ein wenig Glück haben.
Was ich ja rein gar nicht verstehe bei solchen Mid-Price Gitarren, dass man die nicht vorher mal auspackt, mit neuen Saiten bespannt und gescheit einstellt.

Du wirst deine Tele schon noch finden

Kleiner Tipp: Schau dir mal ne Diego Tele an. Recht kräftige Hälse und auch sonst sehr passabel von der Ausstattung her. Die gibts auch in vintage white mit Palisander Board.


Zuletzt bearbeitet von Magman am 12.01.2010, insgesamt einmal bearbeitet
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

erniecaster schrieb:
Es wird euch wenig überraschen, dass ich von meinem Rückgaberecht Gebrauch mache.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge Dein geschriebenes Wort im Beitrag eines x-beliebigen anderen Forumsmitgliedes, dass ihn darüber aufklärt, wie wichtig es ist, ein Instrument auch im unteren Preissegment selbst vorher gespielt zu haben...

Und nun? Squier Classic Vibe kaufen oder Nase voll?
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Danke Matthias, endlich mal ein Erlebnis/Test/Review, wie es oft in der realen Welt - jenseits der Magazine wie Gitarre & Bass - aussieht, aber nie verkündet wird. Zu 98% kaufen alle immer nur tolles Zeugs, so scheints.
 
Grüße Rolli
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Magman schrieb:
Du wirst deine Tele schon noch finden

Kleiner Tipp: Schau dir mal ne Diego Tele an. Recht kräftige Hälse und auch sonst sehr passabel von der Ausstattung her. Die gibts auch in vintage white mit Palisander Board.


oder eine "Rockinger", auf der Burg-Session war eine, die war nur "GEIL"!!!! Ich Martin hatte diese auch kurz angetestet.....

Aber für die "Neulinge", die immer wieder fragen, ist diese besser, oder lieber die andere, ist das ein gutes Beispiel das nichts daran vorbei führt in einen Laden zu gehen und mehrere Gitarren zu testen!!!!

Ich habe vor ein paar Jahren in Ibbenbüren eine Tele in der Hand gehalten, goldene Hardware, grün transparent Lackiert, eine wunderschöne Gitarre, 1100 Euro........ als ich am Hals entlang fuhr, bluteten meine Finger, die Bunddrähte standen soweit aus dem Griffbrett damit hätte man sägen können, da nutzt auch das Decal mit dem großen F nichts.
Die wenigsten die in den Musikgeschäften arbeiten interessiert das..... Gitarre auspacken, aufhängen..... die nächste......auf die Uhr schauen.... puuhhhhhh.... noch 4 Stunden....sche...e............hoffentlich kommen heute nicht mehr zuviele Kunden............


Gruß, Rainer.

Gruß, Rainer.
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Ich versuche verzweifelt, einen Zusammenhang zwischen dem ürsprünglichen Posting (TeleCaster) und der aktuellen Forumsrubrik "Bassworld » Reviews - Bass, Amp, Effekte & Zubehör" (siehe oben!!!) zu finden

EDIT:
OK, danke für das Verschieben dieses Freds


Zuletzt bearbeitet von klausmajor am 12.01.2010, insgesamt einmal bearbeitet
Verschoben: 12.01.2010 Uhr von Banger
Von Reviews - Bass, Amp, Effekte & Zubehör nach Reviews - Gitarre, Amp, Effekte & Zubehör
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

klausmajor schrieb:
Ich versuche verzweifelt, einen Zusammenhang zwischen dem ürsprünglichen Posting (TeleCaster) und der aktuellen Forumsrubrik "Bassworld » Reviews - Bass, Amp, Effekte & Zubehör" (siehe oben!!!) zu finden

Ich sollte Lagerist werden.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

!!!!!! GOTT SEI DANK GIBT'S DIE "FORUMPOLIZEI"!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

erniecaster schrieb:
Hi!

Gut, dass Banger aufpasst.

Unter "Bass" machte das wirklich keinen Sinn, gell Andreas?

Gruß

erniecaster

Wenn Du eines morgens aufwachst und den Verlust Deines Skrotums zu beklagen hast, dann weißt Du ja, wer das war und warum.
 
Gruß & Grooves,
Andreas
--

Tu Deinem Admin was Gutes.
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Re: Fender Telecaster aus Mexico

Aus dem Hause hatte ich - zusammengerechnet - eine Strat mit Humbucker, in sage-green. Lackierung unter aller Sau ( gut, kann ich mit leben ), 2 klemmende, schwergängige Mechaniken, Halsfußfräsung ungenau, passte ein dickes Pleck rein und ab dem 13-15 Bund aufwärts kein Leben mehr.

Eine 50´s Strat, Lack ging so, ab dem 12.Bund gingen keine Bendings mehr ohne das der Ton verreckte ( Bundstäbchen ungenau abgerichtet ) Beim Entfernen des Pickguards sah ich, daß die PU-Fräsungen nicht ganz tief genug waren, die Drähte passten nicht mehr darunter. Die PU-Shrauben stießen auch aufs Holz.
Da hatte man flux mit was spitzen ( Schraubenzieher ) eine Furche reingezogen und überlackiert. Mit allen seitlich weggespritzten Fasern des Holzes. Sah aus, als wäre ein Allien durch ein Kornfeld gefräst. Und dick die blaue Farbe drauf gejaucht.

Und eine Tele, die einfach nur dünn klang und auch ab dem 14 Bund kein Leben mehr hatte, weil die Bünde nicht abgerichtet waren oder wieder hochgekommen sind. Konnte man sogar beim Über-den-Hals schielen sehen. So achterbahnmässig.
Iss nich gut sowas

Ich schiele jetzt öfters nach Cort oder so
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Also,

mich wundert das mit der Serienstreuung etwas. Gerade in dem Preissegment. Es handelt sich ja dabei nicht um handverlesenes Holz, Massenware - industriell getrocknet. Auch sowas wie Spaltmaße an der Halstasche, sichtbare Fäsungen oder Löcher an der Bridge. Alles maschinell, da sollte doch eigentlich eine wie die andere rauskommen.
Einstellungen, gut da sitzt dann einer der nix kann oder keine Lust hat.
Aber völlige Krücken sollten da nicht bei rauskommen.

Ich hatte mal bei M-P eine Dean Evo 60 bestellt, kannte die nur aus Bildern. Als das Ding kam war es komplett unspielbar. Der Sattel nicht sauber montiert bzw. nicht tief genug gekerbt und selbst bei niedrigster Einstellung eine viel zu Hohe Saitenlage. Halskrümmung stimmte auch nicht. Dem Ding war aber auch mit einstellen nicht zu helfen.
Ich das Teil eingepackt und hingefahren.

Dann habe ich alle Exemplare dieses Modells die am Lager waren probiert. Und eine war wirklich besser als die anderen, nur die Farbe, nennt sich Powder Blue, na immer noch besser als Silver Sparkle, das gab es auch noch.
Na auf jeden Fall, nach einem Update der P90 ist es heute meine No3 und ein Keeper.

Also vor Ort aussuchen bringt wohl die besten Ergebnisse, obwohl ich auch 3 richtig gute Ketarren habe, die ich bestellt habe bzw. wo der Laden ein Exemplar für mich bestellt hat. Da haste dann ja auch keine Auswahl.
 
Stay tuned and may the TWANG be with you!

www.prima-audio.de
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

Hi Ernie,
ich hab ja auch zu diesem Test motiviert weil mich die "ich hatte Glück mit der Serienstreuung" Tests mich schon nerven und keine mal die Wahrheit schreibt über seine Fehlkäufe. Vielleicht kann ich mich auch mal motivieren dazu!
Lg
Auge
 
...Genau!
Meine Live Projekte:
Auge Music - Qualität zählt!

Reiseblog: http://experience.augustyn.at
Verfasst am:

RE: Fender Telecaster aus Mexico

Teleman44 schrieb:
... ein gutes Beispiel das nichts daran vorbei führt in einen Laden zu gehen und mehrere Gitarren zu testen!!!! ...

Das Problem dürfte nur sein, dass im Laden auch selten spielbare Gitarren zu finden sind. Ich war letztens wieder mal im "Soundland" bei Stuttgart und wollte mir die Teles dort anschauen...
Es hingen bestimmt 20 verschiedene T-Modelle rum. Aber keine einzige, die ich in die Hand nahm, war so, dass ich sie hätte kaufen wollen! Katastrophale Saitenlage, rostige und klebrige Drähte als Saiten usw. usw. Wie soll man da "sein" Instrument finden?

Da lasse ich mir doch besser eine Gitarre von Thomann schicken und teste sie daheim in Ruhe. Da kann ich ggf. die Einstellungen selbst noch ein bisschen verbessern und wenn sie dann nicht passt, schicke ich sie eben wieder zurück und bestelle die nächste. Das ist zwar aufwändig, aber bei einem Instrument auf das ich lange gespart habe, ist es mir das wert.

Ist leider so. Schade.
Oder ist das in anderen Geschäften besser?
 
Meine Nachbarn hören gute Musik - zwangsläufig...
Rent a bench! Gitarrenbaukurs unter fachlicher Anleitung
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RE: Fender Telecaster aus Mexico

kiroy schrieb:
Das Problem dürfte nur sein, dass im Laden auch selten spielbare Gitarren zu finden sind. Ich war letztens wieder mal im "Soundland" bei....

Oder ist das in anderen Geschäften besser?


Moin,

also die Läden hier bei mir sind nicht riesig, aber einer davon ist u.a. off. Fender Dealer mit sehr viel Auswahl. Dort werden nach und nach alle Gitarren eingestellt, sofern man das nachträglich tun muss. Weil es gibt auch Hersteller, bzw. Vertriebe die das selbst tun, da wird vorher selektiert und optimiert - aber eben nicht bei Fender. Ich behaupte nun einfach mal, das man in kleineren Läden, wie z.B. Germer keine Gurke so wie diese hier in die Hand bekommt. Ich mag die großen wie T sehr, aber ne Gitarre in der Preislage würde ich selbst dort nicht ordern - zumal man mittlerweile weis wie groß die Streuung bei F ist und wie unterschiedlich baugleiche Modelle klingen (können).
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