focus":33cnd2cd schrieb:
- Kreativität und ausgefallene Ideen
- Man nahm das was da war
- "schlechtes" Studio-Equipment
Denn wenn man beobachtet, so gut klangen dann die Stones und Beatles etc Live auch nicht bzw klangen die da recht normalisiert.
You really got me von den Kinks wurde über einen mit Rasierklingen zerfetzen Speaker eingespielt, live kam das ganze ned so gut rüber. Revolution von den Beatles, da half die völlig überpegelte EMI Console im Studio aus, Live hingegen war das auch wieder ne andere Welt. Heißt für mich, dass der Sound mehr in den Studios geprägt wurde und so extrem verfälscht wurde, bis es den jenigen gefallen hat. Dann noch das damalige Abmisch Equipment, was im vergleich zu heute natürlich nicht ganz so mithalten konnte, da zum Teil auch die Musiker alles auf einmal im Raum den Song spielten und nicht immer in getrennten Kammern, wo dann später alles zusammen gemischt wurde.
Huaah,
an der Stelle hier zieht es mir die Socken aus.
Wen ich mir angucke, was es heute an "moderner Produktionstecnik" gibt, und wohin das führt,
dann kann ich bei der Idee einer "defektiven" Studiotechnik zur Zeit der Beatles nur den Kopf schütteln.
Was es heißt, mit einr Band in einem Raum zu stehen, und einen Song mit der Rhythmusgruppe in einem Rutsch einzuspielen um dann noch 1-3 Spuren für Vocals, Overdubs und sonstiges zu haben, das kann sich heute kein Mensch mehr vorstellen.
Es heißt aber insbesondere, daß man eine klare Vorstellung haben muß, wie das ganze am Ende klingen soll, und daß man sin Handwerk beherrschen muß.
Die heutige Studiotechnik mit Autotune, Beat Detective, Sample Replacern, Reamping und zwölf drillionen Spuren,
das ist das, was defektiv ist.
Man kann jeden Rotz zu einem einigermaßen vorzeigbaren Produkt schubsen, mit viel Zeit und Aufwand.
Und es nimmt Bands und Produzenten aus der Verantwortung, eine klare Vision zu entwickeln, was sie hören wollen,
und das auch noch umsetzen zu können.
Die "völlig überpegelte EMI Console" half nicht aus, das war ein bewußt eingesetzter Effekt.
Das damals verwendete Equipment "was im vergleich zu heute natürlich nicht ganz so mithalten konnte" erzielt heute gebraucht zum Großteil Mondpreise. Nicht weil der Kram Mist ist, sondern weil er etwas kann, was moderne Sachen nicht auf die gleiche Weise können.
Und die damels produzierten Alben sind immer noch frisch und gut gemacht.
Oder hat bei den Beatels schon mal irgendjemand Autotune vermißt?
Oder Beat Detective?
Ich mag mal die These aufstellen, daß zur Zeit der 60er-70er die Hochphase der Studiotechnik und Produktionstechnik gewesen ist,
und das es seitdem mit der Qualität dr Produktionen im großen ganzen bergab geht.
Viele Grüße,
woody