Mal meine Gedanken dazu:
1. Ich halte das Prozedere, wie von Alex. K. beschrieben, für durchaus realistisch. Ich kenne die genauen prozentualen Anteile zwar nicht, aber es MUSS nicht jedes Teil in den USA hergestellt werden, damit man der Gitarre "Made in USA" bescheinigen kann. Es geht da, soweit mein Infromationsstand, um den "LÖWENANTEIL" der Wetschöpfung. Da wären also viele Möglichkeiten, ein Instrument zu bauen, bei dem vereinzelte Teile durchaus aus China, Indonesien usw. kommen könnten (!), dessen Wertschöpfung dann aber in den USA stattfindet. Gesetzlich ist das, soweit ich weiß, absolut wasserdicht. Was man dann damit anfängt, muss dann jeder mit sich selbst ausmachen.
2. Eine gewisse "Resteverwertung" kann ich mir auch vorstellen, das hätte ja auch etwas Praktisches und ökologisch Sinnvolles. Holzreste, die vom Schnitzen eines Korpus oder was auch immer für eine "teure" Gitarre übrig geblieben sind, werden einfach für eine "billige" Gitarre weiterverwendet. Damit würde sich auch der günstige Preis UND der Status "Made in USA" erklären lassen. Man hätte also 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
3. Vielleicht hat
Gibson gar nicht ein vordergründig finanzielles Interesse an dieser Produktlinie. Ich erlebe es als Gitarrenlehrer oft, dass speziell jüngere Schüler unbedingt eine "echte" Gibson LP haben wollen, diese aber preislich niemals für sie realisierbar ist. Da sie aber unbedingt den LP - oder auch SG Style haben wollen, müssen sie auf andere Hersteller ausweichen. Da tauchen dann Marken wie "Vintage", "LTD", "
Harley Benton" usw. auf und die Kids greifen dann, meist aus rein optischen Gründen zu diesen Gitarren. So etwas wird eine Firma wie Gibson sicherlich wissen und versucht vielleicht junge Gitarristen frühzeitig an die Marke zu binden. Deren Historie und Prominenz gibt das ja her, einzig und alleine der Preis einer Original Gibson ist für viele Kids unerreichbar.
Vielleicht ist der Gedankengang so, dass Gibson einfach mit der Idee spielt, diese Gitarren als eine Art Einstieg in die Gibsonwelt zu verkaufen, bei dem der Werbeeffekt größer ist, als der finanzielle Reingewinn.
Also ich hätte das als 13-14 Jähriger schon sehr cool gefunden mir eine solche Gitarre kaufen zu können. Zu dem "Rockstar Image" würde sich dann ein gutes Gefühl gesellen, dass selbst das große "G" es mir möglich macht, ein Instrument von Ihnen zu kaufen und zu spielen. Derart positiv behaftet würde ich der Firma u. U. ein Leben lang treu bleiben und im "Alter" die teuren Teiel kaufen.
Wer weiß...
Ist reine Spekulation und eigentlich auch egal, wenn Max mit dem Teiel glücklich wird.