Pickup-Justierung oder -Austausch?

cook

cook

Well-known member
Hallo zusammen,

in meiner jüngst erworbenen Ibanez befinden sich zwei IBZ C2 Single Coils und ein IBZ F2 Humbucker. Die PU's liefern mir beim Solo-Spiel einen ganz wunderbaren Ton. Allerdings bin ich als Metal-Fan nicht ganz mit der Aggressivität von abgestoppten Anschlägen in der Rhythmus-Arbeit zufrieden. Da kommen z.B. die Billig-Tonabnehmer meiner Epiphone LP um einiges druckvoller 'rüber.

Wenn ich mir die PU's der Ibanez genau ansehe, kommt es mir so vor, als seien sie etwas schief (in der Höhe) eingebaut, so dass die hohen Saiten näher am PU liegen als die Tiefen. Außerdem sind die Polepieces der Single Coils 'staggered', also unterschiedlich hoch. Ist es möglich, den Bassaiten mehr Druck zu geben, indem ich die PU's - besonders den Humbucker) in ihrem Bereich etwas anhebe? Kann ich so etwas selbst machen? Bin technisch nicht so versiert. Kann ich dabei auch *zu* nah an die Saiten kommen? Oder kann der PU 'wackeln', wenn ich die Schraube etwas rausdrehe, um ihn auf der Saite der Bassaiten anzuheben?

Oder liegt es einfach an dem F2 Humbucker? Welche Alternativen kämen in Frage? Aktive PU's reizen mich ehrlich gesagt nicht so... ich will mir die Brillanz der hohen Saiten auch nicht kaputt machen.

Ich habe auch daran gedacht, von 9-42 auf 9-46 Saiten umzusteigen.
 
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cook":rmo1mzsf schrieb:
in meiner jüngst erworbenen Ibanez befinden sich zwei IBZ C2 Single Coils und ein IBZ F2 Humbucker. Die PU's liefern mir beim Solo-Spiel einen ganz wunderbaren Ton. Allerdings bin ich als Metal-Fan nicht ganz mit der Aggressivität von abgestoppten Anschlägen in der Rhythmus-Arbeit zufrieden. Da kommen z.B. die Billig-Tonabnehmer meiner Epiphone LP um einiges druckvoller 'rüber.

Komisch. Die IBZ F2 sind doch von DiMarzio gewickelte, ziemlich fette PUs, die afaik stärker sind als die heutigen IBZ V-PUs, die quasi "nur" PAF Pro-Klone sind.

Wenn ich mir die PU's der Ibanez genau ansehe, kommt es mir so vor, als seien sie etwas schief (in der Höhe) eingebaut, so dass die hohen Saiten näher am PU liegen als die Tiefen.

Is normal.

Außerdem sind die Polepieces der Single Coils 'staggered', also unterschiedlich hoch. Ist es möglich, den Bassaiten mehr Druck zu geben, indem ich die PU's - besonders den Humbucker) in ihrem Bereich etwas anhebe?

Kannst Du. Es gibt zwar gewisse Mittelwerte, aber nichtsdestotrotz kannst du alles deinen Bedürfnissen anpassen. Wenn man die PUs zu nah an die Saiten schraubt, kann das aber Verzerrungen im Ton nach sich ziehen (sog. Stratitis). Humbucker sind da aber weniger empfindlich.

Oder liegt es einfach an dem F2 Humbucker?

Das kann ich kaum glauben...

Ich habe auch daran gedacht, von 9-42 auf 9-46 Saiten umzusteigen.

Die hab ich auch, guter Satz. Spielt sich genauso leicht, hat aber etwas mehr Druck.

PS: was für einen Amp fährste denn?

PPS: ist das eine Ibanez RG 760?
 
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Wenn man die PUs zu nah an die Saiten schraubt, kann das aber Verzerrungen im Ton nach sich ziehen (sog. Stratitis). Humbucker sind da aber weniger empfindlich.

Hi,

@Ray: versteht man unter "Stratitis" nicht die Problematik, wenn die Pickups zu nah unter den Saiten sind und somit die freie Schwingung dieser Saiten durch das Magnetfeld der PUs beeinflußt wird und die Saiten aufgrund dessen nicht mehr lange genug ausschwingen können? Das ist so zum mindestens in Helmuth Lemme's "Gitarrenelektronik" so erklärt...

Gruß
VVolverine
 
doc guitarworld

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VVolverine":2bk7jzq0 schrieb:
Wenn man die PUs zu nah an die Saiten schraubt, kann das aber Verzerrungen im Ton nach sich ziehen (sog. Stratitis). Humbucker sind da aber weniger empfindlich.

Hi,

@Ray: versteht man unter "Stratitis" nicht die Problematik, wenn die Pickups zu nah unter den Saiten sind und somit die freie Schwingung dieser Saiten durch das Magnetfeld der PUs beeinflußt wird und die Saiten aufgrund dessen nicht mehr lange genug ausschwingen können? Das ist so zum mindestens in Helmuth Lemme's "Gitarrenelektronik" so erklärt...

Gruß
VVolverine


Und so ist es auch, Professor Vvolvinger! QED
 
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VVolverine":2ta4r7ro schrieb:
Wenn man die PUs zu nah an die Saiten schraubt, kann das aber Verzerrungen im Ton nach sich ziehen (sog. Stratitis). Humbucker sind da aber weniger empfindlich.

Hi,

@Ray: versteht man unter "Stratitis" nicht die Problematik, wenn die Pickups zu nah unter den Saiten sind und somit die freie Schwingung dieser Saiten durch das Magnetfeld der PUs beeinflußt wird und die Saiten aufgrund dessen nicht mehr lange genug ausschwingen können? Das ist so zum mindestens in Helmuth Lemme's "Gitarrenelektronik" so erklärt...

Das auch. Aber zu Verzerrungen kommt es ebenfalls. Noch nie ausprobiert? :)

---schnipp-------

Zunächst ein Tipp für Musiker, die eine Gitarre mit Singlecoil-Pickups besitzen. Diese Tonabnehmer haben ein starkes Magnetfeld, das die Saiten anziehen kann. Egal wie gut die Intonation ist, in höheren Lagen klingen die umwickelten Saiten vollkommen verstimmt, teils ist ein zusätzlicher zweiter, vibrierender Ton hörbar. Diese Krankheit heißt "Stratitis". Die Saiten werden durch die starken Magneten in ihrer Schwingung behindert und erzeugen daher diese "verstimmten" Töne. Dieser Effekt tritt nur in höheren Lagen auf, da die Saiten dann sehr nahe an die Magneten herankommen. [...]

----schnapp---------


Bei Rockinger erklären sie es so

Grundsätzlich: Je näher der Pickup zum Steg sitzt, desto höher kann man ihn stellen. Je weiter er vom Steg weg ist, um so verwaschener wird der Sound, wenn der Pickup zu nah an den Saiten ist. Bei Pickups mit Polschrauben oder bei aktiven Pickups bleibt es aber in gewissem Rahmen Geschmackssache, also am besten ausprobieren und hören. Humbucker am Steg klingen am fetzigsten, wenn sie ganz nah an den Saiten sind. Bei Pickups mit Einzelmagneten (Vintage Strat-, Tele-, P-Bass- und Jazzbasspickups) gilt Grundsätzlicheres: Deren Einzelmagneten haben bisweilen soviel Anziehungskraft, daß sie die Saiten beim Ausschwingen stören ("Stratitis"). Das kann man gut hören, wenn man die tiefste Saite ca. im 15-ten Bund greift und der angeschlagene Ton unsauber und unklar klingt, man kann es aber auch rein optisch am schwabbeligen Schwingverhalten der Saite erkennen. In diesem Fall ist es unerläßlich, den dafür verantwortlichen Pickup etwas weiter nach unten zu drehen.
 
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Hi,

also ein Pickup kann -auch mit Stratitis- nicht zerren. Das einzige was da zerren kann, ist eine nachfolgende Verstärkerstufe, die durch zu hohen Output in die Begrenzung getrieben wird. Bei einer einigermaßen unempfindlichen Verstärkerstufe bzw sehr niedrigem Gain zerrt da nix. Klingt bei Stratitis nur eirig/ mit Schwebungen, die da nicht hingehören. Das was da noch zerren kann ist eine Eingangsstufen, die mit den vielen Höhen eines hoch geschraubten Singlecoils nicht klarkommt (kenn ich von meinem Boogie bzw. bei digitalen Geräten).

Gruß
burke
 
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burke":1z6e9rjb schrieb:
Hi,

also ein Pickup kann -auch mit Stratitis- nicht zerren. Das einzige was da zerren kann, ist eine nachfolgende Verstärkerstufe, die durch zu hohen Output in die Begrenzung getrieben wird. Bei einer einigermaßen unempfindlichen Verstärkerstufe bzw sehr niedrigem Gain zerrt da nix. Klingt bei Stratitis nur eirig/ mit Schwebungen, die da nicht hingehören. Das was da noch zerren kann ist eine Eingangsstufen, die mit den vielen Höhen eines hoch geschraubten Singlecoils nicht klarkommt (kenn ich von meinem Boogie bzw. bei digitalen Geräten).

Gruß
burke

Lol. dat is ein Missverständnis. Ich sprach natürlich nicht von der Verzerrung im Sinne von Übesteuerung etc., also net Overdrive, Distortion o.ä.

Ich meinte schlichtweg ungenaue Töne. :)
 
doc guitarworld

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Moderator
Ray":2jaycirx schrieb:
burke":2jaycirx schrieb:
Hi,

also ein Pickup kann -auch mit Stratitis- nicht zerren. Das einzige was da zerren kann, ist eine nachfolgende Verstärkerstufe, die durch zu hohen Output in die Begrenzung getrieben wird. Bei einer einigermaßen unempfindlichen Verstärkerstufe bzw sehr niedrigem Gain zerrt da nix. Klingt bei Stratitis nur eirig/ mit Schwebungen, die da nicht hingehören. Das was da noch zerren kann ist eine Eingangsstufen, die mit den vielen Höhen eines hoch geschraubten Singlecoils nicht klarkommt (kenn ich von meinem Boogie bzw. bei digitalen Geräten).

Gruß
burke

Lol. dat is ein Missverständnis. Ich sprach natürlich nicht von der Verzerrung im Sinne von Übesteuerung etc., also net Overdrive, Distortion o.ä.

Ich meinte schlichtweg ungenaue Töne. :)

Interferrenzen?
 
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Banger

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Guten! ;-)

Will mich auch einmischen... "Verzerrung" heisst nicht unbedingt die Umformung des Klangsignals in Rechteckwellen (gaaanz grob gesagt...), wie wir Klampfenzupfer es gern hören, sondern ist ein Überbegriff für in etwa "von der Norm abweichend", vgl. "verzerrte Sicht", "Muskelzerrung", "Banger wird ausschweifend".
 
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Guest
Banger":3ffkx758 schrieb:
Guten! ;-)

Will mich auch einmischen... "Verzerrung" heisst nicht unbedingt die Umformung des Klangsignals in Rechteckwellen (gaaanz grob gesagt...), wie wir Klampfenzupfer es gern hören, sondern ist ein Überbegriff für in etwa "von der Norm abweichend", vgl. "verzerrte Sicht", "Muskelzerrung", "Banger wird ausschweifend".

Exactement. Ist schon so ein Ding mit der Sprache...

PS: heisse Strat! :)
 
 
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