ich war die kettensäge im wald...

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seas!

also letztes wochenende hatte ich einen gig mit meiner 2.band (coverband, in der ich eigentlich nur mitspiele, da ich mit 2 typen der band befreundet bin, und die dringend einen basser brauchten...)

also, es waren meine erwartungen nicht alzu hoch:

-der sänger+git ist ein erfahrener ex-kommerzler ein echter guter musiker
-der 2 gitarrist spielt seit einem jahr und hat aber solide sein set gespielt.
-der drummer hat auch schon einige gigs gespielt.
- und ich am bass habe einen derartigen geilen groove drauf, wie eine kettensäge im wald. echt geil. :p

wir spielten leider nur 2 lieder (johnny be good und sweet home alahbama [oder wie man das auch immer schreibt...]), da wir im rahmen eines 15teiligen programms auftraten (daher hatten wir nicht mehr zeit zur verfügung). aber wir waren das absolute highlight. die leute haben mitgerockt, der bürgermeister hat mitgeswingt, ...
echt ein cooles gefühl, wenn die menge mitgeht...

nur im nachhinein, bleibt ein bittersüsser geschmack.

ich war an dem tag nicht mit vollem herz beim spielen dabei, und trotzdem so ein erfolg.
mit der anderen band, mit der ich spiel, geben wir echt alles, was wir haben und rocken mit herz seele und nieren, und aber trotzdem nicken die leute wenn sie gut drauf sind ein bisschen den kopf im rhythmus. ansonsten nichts.

und dann spielst du nicht perfekt vorbereitet 2 abgedroschene coversongs die einfahren wie eine granate...

irgendwie schon krank diese welt...

das wars, ich musste das nur leuten mitteilen, die ähnliches schon erlebt haben.

danke fürs zu(hören)-lesen
 
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Hi,

wer hat soetwas noch nicht erlebt? Bei einem Gig ist man total mies drauf und der Gig wird super, beim anderen spielt man sich die Finger wund und nur aus der letzten Reihe klatscht eine alte Frau und ruft :"Gebt dem Jungen doch eine Chance..." Tja, aber niemand hörte auf meine Mutter... :lol: ;-)

Es ist aber mit Sicherheit auch eine Sache der Chemie in der Band bzw. unter den Bandmitgliedern. Mal stimmt sie, und bei der anderen Band wieder nicht.

Gruß
VVolverine
 
physioblues
physioblues
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Hi,

die Antwort kann aber auch viel einfacher sein.
Viele Leute wollen sich mit Musik einfach nur unterhalten lassen. Und wenn man einen Titel kennt, oder er einfach gut ins Ohr und in die Hüfte geht, dann kommt Stimmung auf. Und wenn man dann noch mitsingen kann, dann passt alles.
Gerade Gitarristen neigen dazu, bei ihrer Musik zu sehr gitarrentechnische Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Das interessiert aber meist nur Gitarristen, und die sind mal bekannt dafür, daß außer Kopftwippen und Zehenwackeln nicht viel Bewegung zur Musik kommt.
Oder warum hüpft bei Status Quo die ganze Halle und bei Satriani steht die versammelt Musikergilde da und wackelt höchstens mit dem Fuß ?
 
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Hi!

Es kommt aber auch auf die Mentalität des Publikums an. Letzte Woche haben wir in Wuppertal gespielt und die Wuppertaler sind ein m.E. recht schwieriges Publikum. Nicht sehr begeisterungsfähig...

Bei einem Gig auf einem Düsseldorfer Rheindampfer letzten Oktober hat das Publikum vor Freude bald den Kahn versenkt. Rheinische Frohnaturen halt! ;-)
 
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physioblues":3suc570r schrieb:
Hi,

...
Oder warum hüpft bei Status Quo die ganze Halle und bei Satriani steht die versammelt Musikergilde da und wackelt höchstens mit dem Fuß ?

Oh wie wahr! Wie oft sitze ich da, spiele (oder versuche es zunmindest) nicht ganz einfache Solis und bekomme Gemecker zu hören, wobei ich eigentlich ganz zufrieden war und die Aufnahme das bestätigte.
Dann wiederum jamme ich einfach ein paar passende und croovende Cords auf der Akustik und meine Frau nebst Sohn hüpfen und freuen sich.

Das filigrane Gitarrengefiedel begeistert meist nur den Gitarristen, weil er weis wie schwierig es ist dies zu spielen. Spass macht aber eher die einfache rhythmische Musik.


.
 
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:roll:

...und was lernt uns das? :cry:

Kann es vielleicht sein, dass wir Gitarristen uns gelegentlich einfach etwas zu ernst nehmen? :roll:
 
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ich finde eigentlich nicht, dass die solis bei sweet home alabama so leicht sind, und ich gebe zu es ist eingänge musik.
ich habe eigentlich nur gemeint, dass ich es schlimm finde, dass die zuhörer leistung nur dann honorieren, wenn sie schon für sie bekannt ist...

und wieviel zeit braucht man schon, um ein cover durvchschnittschweres cover einzustudieren...
max 2-3 abende: tabs aus mysongbook.com runtersaugen, einüben zuhause, dann in band. ein kleiner feinschliff. fertig (bisserl übertrieben habe ich schon, um die dramatik ins unermessliche zu steigern ;-) )

und ein eigenes lied sieht bei mir folgendermassen aus:

guitar- oder bassline wird entweder durch jammen oder durch melodei im kopf gefunden, ich tabe meine songs dann zumeist in guitarpro, weil ich dann einfacher die anderne spuren dazu finden kann.
oft stellt sich dann raus, "oh fuck die melodie klingt wie XY"
und zurück an den start...

... dann zur probe, lieder mal durchgespielt, wenn es gut geht und die anderen mitrocken, und sich entschliessen, daran zu arbeiten, dann versucht jeder 2-3 proben lang seine line zu verbessern und zu harmonisieren, wenn alles passt wird dann feingeschliffen, optimales instrumenten setup erarbeitet. und weiter perfektioniert.


und irgendwie erkennt niemand diese ganze arbeit an. selbst bei einen song, der nach schxxsse klingt, steckt eine menge arbeit dahinter....


amen
 
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badmatafaka":1ap8rsbv schrieb:
ich finde eigentlich nicht, dass die solis bei sweet home alabama so leicht sind, und ich gebe zu es ist eingänge musik.
ich habe eigentlich nur gemeint, dass ich es schlimm finde, dass die zuhörer leistung nur dann honorieren, wenn sie schon für sie bekannt ist...

hi badman, :roll:

ist nun mal so. coversongs sind was für die breite masse. den leuten ist es völlig wurscht, ob du für das solo einen tag oder ein jahr geübt hast.
wichtig ist der wiedererkennungswert. kein wunder das sämtliche coverbands aus unserer umgebung so ziemlich das selbe programm haben (bruce springsteen, bryan adams, lynard skynard, tom petty, stones, gary moore usw.u.s.f......) das ist musik mit der die leute aufgewachsen sind. wahrscheinlich könntest du diese songs auch auf ner ukulele spielen und es würd trotzdem noch ankommen .:cool:
wie schon richtig erkannt : die breite masse möchte unterhalten werden und nicht über die technischen details eines songs nachdenken müssen.
du kannst von einem laien nicht verlangen, dass er erkennt wieviel arbeit dahinter steckt.
in dem sinne ...

gruss daggy[/quote]
 
physioblues
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badmatafaka":1n1qxf2n schrieb:
und irgendwie erkennt niemand diese ganze arbeit an. selbst bei einen song, der nach schxxsse klingt, steckt eine menge arbeit dahinter....


amen

Hi,

dann musst du die Scheiße halt schön verpacken, dann kannst du damit eben doch reich werden. Und du darfst dann so Keulen wie Naddel abschleppen und aufs Maul hauen, und du darfst in einer unglaublich kompetenten Jury sitzen und Superstars konstruieren und total witzige werbespots machen.
Aber wie gesagt, schön verpacken, dann klappt das schon.
 
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badmatafaka":bv1w4psj schrieb:
seas!
und dann spielst du nicht perfekt vorbereitet 2 abgedroschene coversongs die einfahren wie eine granate...

Hi,

diese Erfahrung hatte ich vor über 30 Jahren auch gemacht. Hat sich nix geändert... :roll:
 
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vielleicht sollte ich umsatteln auf keyboard und so eine titlititi-trullibulli-pieppiep- scheisse machen wie dieser komische justin timberlake. musikalisch kake, aber mit guter PR. und dann genug tussen abschleppen...

ich sollte echt auf poppige musik umsteigen, aber der einzige pop beim bassen bei mit ist tatsächlich das poppen beim slappen... und das hat mit pop jedoch denkbar wenig zu tun...
ich hasse poppige und klassische synthisizer-musik echt. ich krieg einen halsausschlag, und meine beine wurzeln sich am boden fest sodass ich mich nicht einmal mehr bewegen kann, selbst wenn ich es wollte.

im alkrausch habe ich mich jedoch schon selbst ertappt, dass ich 10-12x mit den zehen im takt gewippt habe...

wie ein freund von mir zu sagen pflegt:
life 's a bitch
 
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Hi,

da stellt sich wieder die Frage:
a) mach ich Musik um damit Erfolg zu haben und Kohle zu scheffeln.
b) oder mach ich Musik weil es mir ein Bedürfnis ist mich auszudrücken.
Bei a) hat schon FZ gesagt: Geh zum Frisör und schaff Dir geile Klamotten an...
 
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daggy":v573tbsv schrieb:
den leuten ist es völlig wurscht, ob du für das solo einen tag oder ein jahr geübt hast.

Das ist an dem.

daggy":v573tbsv schrieb:
wahrscheinlich könntest du diese songs auch auf ner ukulele spielen und es würd trotzdem noch ankommen .:cool:
Manche sagen, dass dies einen wirklich guten Song ausmacht...
 
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duffes schrieb:
Hi,

da stellt sich wieder die Frage:
a) mach ich Musik um damit Erfolg zu haben und Kohle zu scheffeln.
b) oder mach ich Musik weil es mir ein Bedürfnis ist mich auszudrücken.
quote]

Hallo Duffes,

das ist doch wieder die Frage nach Handwerk oder Kunst.
Ich finde, beides hat seine Berechtigung. Und dann gibt es ja auch noch das "Kunsthandwerk" :lol:

Man kann ja auch in verschiedenen Projekten unterschiedliche Ansprüche realisieren...
 
W°°
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mad cruiser":1egugy8v schrieb:
das ist doch wieder die Frage nach Handwerk oder Kunst.
Ich finde, beides hat seine Berechtigung. Und dann gibt es ja auch noch das "Kunsthandwerk" ...

Hallo,

ich habe schon mit Entsetzen erlebt, dass der Keyboarder nach einem verschwitzten, wilden Gig statt einer allerletzten Zugabe aus Spaß ein paar Takte Lambada angespielt hat. Man kann die Bauchlandung, die man als engagierter Musiker erlebt, wenn das Publikum dann ernsthaft auf den Tischen tanzt, nur mit "sportlich" umschreiben.

Ich habe mich aber auch schon auf der anderen Seite, nämlich im Publikum geärgert, wenn ich als zahlender Zuhörer besser gekleidet war, als die musizierenden Gastgeber. Nach dem Motto: "Ich spiele hier ja nicht mit dem Hemd" sahen sie aus, als hätte man sie gerade aus der Fußgängerzone mitgenommen.

Eine Show ist dann gut, (meine ich) wenn sie den Zuhörern (und Zuschauern!) eine gute Zeit macht.
 
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W°°":3nzrh24s schrieb:
Ich habe mich aber auch schon auf der anderen Seite, nämlich im Publikum geärgert, wenn ich als zahlender Zuhörer besser gekleidet war, als die musizierenden Gastgeber. Nach dem Motto: "Ich spiele hier ja nicht mit dem Hemd" sahen sie aus, als hätte man sie gerade aus der Fußgängerzone mitgenommen.

Moin moin!

Walter, was ist denn bitte gut gekleidet?

Es gibt Punkbands die spielen in sehr netten Anzügen, es gibt andere, die haben halbnackte frontmänner, an denen man wegen der Masse am piercings und Tätowierungen kaum noch haut sieht ...
Soll ich mich also beschweren bei den halbnackten oder den mit den Anzügen?

Oder bei der Courtney love, weil sie mal schnell ihre damals noch nicht operierten Titten vorführt?

Bei Heather Nova, weil Sie keinen BH unterm Top trug?

Beim Schlagzeuger von Melvins, weil er immer maximal mit Unterhose bekleidet ist?

Bei Gwen Stefani von No doubt, weil sie es wagte, ein wenig Bauchfett zu zeigen?

Beim Dirigent im Theater, weil ihm der Frack nicht steht? Oder weil er keinen an hat?

Bei unerträglichen Tanzkapellen über den Schnauzbart?

Ist mir neu, dass man durch Zahlen des Eintrittspreises ein Recht auf eine gewisse Kleidung der Musiker erwirbt ...

Wenn sich bei mir jemand auf einem Auftritt von mir über meine Kleidung beschweren würde, würde ich ihm sein Eintrittsgeld wiedergeben und ihn dann höflich aber nachdrücklich bitten zu gehen - wenn er sich rechtzeitig beschwert. Wenn er nach dem Konzert damit ankäme und zu unhöflich dabei wäre , würde ich ihn einfach nur rausschmeissen.

Wem es nicht passt, der kann gehen, ich bin schließlich keine Dienstleister, sondern Musiker. Wer nur Musik macht, um die Erwartungshaltung des Publikums zu befriedigen (ob optischer oder musikalischer Art), endet oft in der musikalischen Bedeutungslosigkeit. Das man als Dienstleister und (Kunst-) Handwerker trotzdem gute Chancen hat, damit Geld zu verdienen ist eine andere Sache.
 
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billion guitar horror":1sh6jm03 schrieb:
Wem es nicht passt, der kann gehen, ich bin schließlich keine Dienstleister, sondern Musiker.

Tacheles,

die meisten Musiker, auch die in der Unterhose, sind doch eher Dienstleister und das Outfit die passende Dienstkleidung zum Genre.
Ich kenne auch ein paar wenige Musiker, die ausgesprochen keine Dienstleister sind. Sie komponieren und legen die Kompositionen dann in ein Regal. Dabei stellt sich wieder die buddhistische Frage: Gibt es den Mond auch dann, wenn niemand hinsieht? Besteht Kunst unabhängig ihrer Beachtung?
Iss mir letztlich egal. Von mir aus kann der Künstler in der Unterhose auf einem Kamm blasen. Denn - da gebe ich Deinem grundliberalen Ansatz recht - ich muss dafür ja nicht bezahlen.
 
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Hallo allersaits,

ich persönlich spiele nicht für mich, sondern für das Publikum. Anderenfalls bliebe ich im Proberaum. Aber ich bin ja auch kein Künstler! :p

Wenn aber jemand Geld ausgibt, um meine Band zu sehen, hat er IMHO Anspruch darauf, dass die Band ihr Bestes gibt.
Und dazu gehört nach meiner Ansicht auch, dass man dem Publikum ein optisches Angebot macht - auch um zu zeigen, dass man sich Mühe gibt. Worin das bestehen mag, ist durchaus Ansichtssache und von Fall zu Fall extrem unterschiedlich. :cool:
Und die Zeiten, dass einer rückwärts von der Bühne kippt, oder so bedröhnt ist, dass er nur noch lallt, sind - denke ich - auch vorbei. Ich finde das nicht professionell und nur sehr bedingt lustig. :evil:
 
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übrigens : finde ich "sweet home alabama" kein bischen abgedroschen ;-) es ist eher so etwas wie eine hymne ...

nix für ungut


gruss daggy
 
B
Banger
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daggy":24cbd63d schrieb:
übrigens : finde ich "sweet home alabama" kein bischen abgedroschen ;-) es ist eher so etwas wie eine hymne ...
Ich spiel's immer wieder gerne. Und ich gebe offen zu: bei unserem letzten Gig hatte ich ernsthaft Spass an einer fast-hardrock-version von "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben"... ;-)
 
 

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