Vintage AV3 Natural, semiakustische Schönheit mit Ausdruck

doc guitarworld

Moderator
17 Jan 2002
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Was fĂŒr eine Schönheit, fuhr es mir durch den Kopf, als ich die Vintage AV3 ihrem Pappkarton entnahm und erst einmal in den Armen wog. Natural heißt die Devise, die sich bei diesem Instrument wie ein roter Faden durch das Konzept zieht. Der zweiteilige Mahagonikorpus aus den Vollen gefrĂ€st, eine zweiteilige dezent getigerte „bookmatched“ furnierte massive Ahorndecke aufgeleimt, ein Mahagonihals mit angeschĂ€fteter Kopfplatte und einer Reihe geschmackvoll und hinsichtlich der Herstellungskosten sicherlich wohlbedachter Zutaten, die aber ein „rundes“ Instrument ergeben. Chapeau, Herr Wilkinson, vielen Dank an Music & Sales fĂŒr die Gelegenheit!

Ich hatte schon einige Semiacoustics in der Hand, die zumindest optisch eine Referenz haben, die wohl unbestritten aus dem Land der unendlichen Möglichkeiten zu sein scheint: der USA. Grössere und kleinere Varianten von Gibson, Ibanez, Heritage, ESP, Tokai, Framus, Epiphone und diverser anderer Hersteller und Labels waren in meinem Erfahrungsfundus ebenfalls dabei und ich hatte mal mehr, mal weniger Freude an der Konstruktion, was auch daran liegen mag, daß ich von der Stratocaster komme, meine Initiation und Sozialisation auf diesem Instrument und seiner Derivate durchlaufen habe, bevor mir andere Gitarrenkonstruktionen zugĂ€nglich wurden. Der Gitarrentypus Semiacoustic mit Sustainblock war mir lange nur durch die Postillen bekannt, die SehnsĂŒchte und TrĂ€ume verursachten bei dem Gitarrennovizen, der ich einmal war 


Jahre spÀter ...

Klein soll sie sein, geschmeidig, gut verarbeitet, mit funktionalem und funktionierenden Parts ausgestattet, einen guten „Snap“, einen holzigen und sustainreichen Ton haben und gut am Körper anliegen. Sie sollte akzentuiertes Spiel, allerlei Spieltechniken zulassen, gut in der Hand liegen und auch bei etwas ruppigerer und energiegeladenerer Spielweise nicht direkt die Segel streichen.

Trevor Wilkinson schien meinen Wunsch erhört zu haben. Mit dem Modell AV3, hier in der Version AV3HNF ist eine Gitarre am Start, die wohl nicht nur bei mir Begehrlichkeiten wecken dĂŒrfte. Sie ist sicherlich keine Gitarre, die alle Musikstile bedient. Aber sie lĂ€dt ein, wenn Blues, Fusion, Jazz, Jazzrock und alle Spielarten dazwischen bedient werden wollen. Ob Ă  la Tom Morello auch die heftigeren Gefilde angefahren werden dĂŒrfen, liegt in Eurem Ermessen. Ich habe zumindest feststellen können, wie sehr sie noch bei High Gain Settings und grösseren LautstĂ€rken problemlos funktioniert.

Die Konstruktion:

Semiakustisch
zweiteiliger hohlgefrÀster Mahagonikorpus
zweiteilige Ahorndecke mit geflammtem bookmatched Ahornfurnier
Mahagonihals mit angeschÀfteter Mahagonikopfplatte
Palisandergriffbrett
GlÀnzend klar lackiert
Binding
Gibson-Mensur (628mm)
Tune-O-Matic
Wilkinson-Hardware vernickelt
Wilkinson Humbucker

Trocken ohne Amp gespielt klingts erwartungsgemĂ€ĂŸ satt holzig mit einem gesunden Sustain, was Lust macht, das Baby schnell an einen Amp oder mein Lieblingsspielzeug Fractal Audio Axe-FX Ultra zu klemmen. Der Hals mit den sauber abgerichteten und dem mit einem geschmackvollen Binding umfassten MediumbĂŒnden hat genug Fleisch, ein mir sehr entgegenkommendes GreifgefĂŒhl, kein BaseballschlĂ€ger aber vertraut, wenn man nicht grade vom Wizzard-Rennhals, sondern zB. von der Les Paul kommt. Die Verarbeitung ist pingelig gut ausgefĂŒhrt, die Gitarre wirkt wertiger als der UVP vermuten lĂ€sst. Die Komposition aus den genannten Hölzern, dem gefassten Body und Neck ist sauber klar lackiert, der Lack (vermutlich Polyester) schĂŒtzt vor nicht allzu grobem Enthusiasmus, die RĂŒckseite des Halses bremst nichts, selbst nach einer schweisstreibenden dreistĂŒndigen Session oder einem Gig, wo es unter der ĂŒblichen ClubbĂŒhnenbeleuchtung schon mal gerne etwas wĂ€rmer wird, bleibt das SpielgefĂŒhl und das Handling der Gitarre gut. Insgesamt zeigt sich die Gitarre auch am Gurt in guter Balance und rĂŒckenschonenden 3,5 KG laut der alten KĂŒchenwaage.

Die Hardware macht einen prĂ€chtigen Eindruck, stimmstabile WilkinsonÂź WJ44 Klusons aus asiatischer Fertigung mit wunderschönen „Tulips“, die Tune-O-Matic-Abteilung, sowie alle anderen Metallteile sind sauber vernickelt und versehen ihren Dienst sicher sehr viele Jahre selbst bei heftigster Beanspruchung.

Die Schaltzentrale und die beiden Klangreaktoren, eine simple wie effektive BestĂŒckung, die grade der aufgerĂ€umten Natur entgegenkommt, zeigen sich von stabiler Seite. Ein Dreiwegschalter, der selbst nicht grade zimperlichem Umgang nach nun ungefĂ€hr drei Monaten klaglos und ohne Aussetzer gegenĂŒbersteht, drei nicht zu leichtgĂ€ngige Potis, die feinfĂŒhlig jede noch so kleine Klangnuance rauskitzeln lassen. Als Bonbönchen und klangliche Erweiterung hat Herr Wilkinson das Vintage „Roll Control"-Poti spendiert, das das stufenlose Ein- und Ausblenden der zweiten Spule der Humbucker, sodass die Pickups auch als Single Coils eingesetzt werden können, ermöglichst. Funktioniert prima, gute Idee, gibt einen Bonuspunkt von mir. Die verwendeten etwas heisseren PAF-Varianten WilkinsonÂź Humbucker: WVCN, WVCB haben Standardhumbuckermaß, entfalten den vorhandenen gesunden Ton sauber, ohne Matsch und Mikrophonie.

Nach den ersten EindrĂŒcken schon erwartungsgemĂ€ĂŸ zeigt sich das blonde MĂ€del sehr souverĂ€n und zuverlĂ€ssig. Auspacken, einstöpseln, loslegen. So mag ich das, das schafft Vertrauen in das Handwerkszeug. Clean (zB. Fender Twin oder Blackfacesound, also californian clean) am Steg, zB. mit aktiviertem Roll Control geht’s von klingelig (a la Kinks) bis zB. im Humbuckermodus schimmernden Chords und drahtigen Single Notes. Der Halshumbucker ĂŒber einen cleanen Sound inspiriert zu bluesigen und jazzigen Licks, klingt auch bei Jazzchords transparent und voll. Angezerrt fĂ€ngt die Gitarre an zu singen, sĂŒĂŸ singend mit guten Obertönen bis aggresiv mit ordentlichem Timbre (zB. ĂŒber einen Dumble-, Boogie- oder Plexisound) und bei Highgain fĂŒhlt sich der Steghumbucker besonders wohl und erfreut mit sustainreichen singenden Leadsounds. Der Hals-PU ist kein ĂŒberzeugender Partner fĂŒr Highgainsounds, was ich aber nicht als Manko sehe, sondern ein Tribut an die Konstruktion darstellt und auch zu den deutlich teureren Schwestern aus USA und Europa keinen Unterschied macht. Die AV3 ist ĂŒbrigens selbst bei etwas höheren LautstĂ€rken und Zerrstufen noch recht unempfindlich gegen unkontrollierbare Feedbacks. Gut so, noch ein Pluspunkt.

Jetzt fragt sich der geneigte Leser dieses Reviews natĂŒrlich, warum keine SchwĂ€chen aufgefĂŒhrt sind. Nun, ich kann bei dem professionell einsetzbaren Instrument keine echten SchwĂ€chen entdecken und bin nach wie vor sehr angetan. Die AV3 hatte ich bei Sessions und einer ProduktvorfĂŒhrung mit, wo sie allgemein einen guten Eindruck hinterliess. Zuhause ist sie immer noch meine Hauptgitarre, ich nehme mit ihr auf (Soundfiles folgen noch) oder ich nehme sie zum Üben. Optisch hatte ich Anfangs meine Bedenken, weil ich kein so grosser Naturholzklarlack-Fan bin. Allerdings sehen die HĂ€lzer schon echt lecker aus. Und das Auge isst ja bekanntlich mit 
 ĂŒbrigens gibt es auch noch ein schönes Rot, ein Sunburst und eine AV3 in Schwarz sowie P90-Varianten.

Zu beziehen ist die Vintage Guitars AV3 ĂŒber deinen lokalen Musicshop, sofern dieser mit Music & Sales zusammenarbeitet. Music & Sales selektiert die Instrumente aus, nur was wirklich taugt, kommt in den Handel. Der UVP liegt imho nach Katalog bei 699 Euro, der Strassenpreis dĂŒrfte gĂŒnstiger ausfallen. FĂŒr weitere Infos stehe ich in diesem Review zu VerfĂŒgung, beantworte gerne weitere Fragen zur AV3. Des weiteren schaut mal zu www.vintage-rocks.de und www.musicandsales.com

Tante Edit: Ich habe eben gesehen, 7enderman hatte auch einer AV3 ein Review gewidmet. Soweit ich gelesen habe, trifft das weitestgehend zu meinem zu. Ich denke, die Gitarre sollte fĂŒr den einen oder anderen schon eine Empfehlung darstellen. Link zu 7endermanÂŽs ebenfalls lesenswerten Review - ich werde der Übersicht halber nicht anhĂ€ngen.
 
Hallo Doc,

schöner Bericht.

Ich habe ja auch so ein Teil, allerdings ne rote.
Und bin sehr zufrieden damit.

Gruß Uli
 
Hi Sven,

danke fĂŒr dein aussagefĂ€higes Review zur AV3. Diese Gitarre ist m.M.n. der Bringer unter den kleinen Semis a la ES339 und scheut auch keinen Vergleich. Meine wog ĂŒbrigens auch nur knapp ĂŒber 3 Kilo. In schwarz ist sie leider nicht erhĂ€ltlich, jedenfalls noch nicht - wĂŒrde ihr allerdings sehr gut stehen und ich denke sie wird wohl noch kommen nĂ€chstes Jahr.

Stilistisch kann man mit der kleinen Semi einige Genres abdecken, egal ob Blues, Jazz, Rock und alles was dazwischenliegt - sehr fein ;-)

Du kannst wenn du möchtest gerne meine Soundclips hier einfĂŒgen - ich denke, da hört man schön einiges zu dem Charakter der AV3.

Dir viel Spaß und lass sie rocken :cool:
 
Hi Magman,

stimmt, die schwarze gibts (noch) nicht ... also bitte einmal das schwarze Kleine mit Nickel-HW :)

Magmans Clips:

[mp3]http://www.magman-blues.de/DemoAV3.mp3[/mp3]

[mp3]http://www.magman-blues.de/AV3dirty.mp3[/mp3]
 
Magman":4z11rnte schrieb:
... In schwarz ist sie leider nicht erhÀltlich, jedenfalls noch nicht ... und ich denke sie wird wohl noch kommen nÀchstes Jahr...
Hi Magman,
nur eine Vermutung oder schon eine Insiderinformation?
Habe selbst schon eine Auge auf die AV3 geworfen. Und schwarz wÀre eine ernsthafte Alternative zu rot.
Gruß, Herr Fuchs
 
Hallo Herr Fuchs,

eher nur eine Vermutung. Da sich momentan allerdings schwarze Semis gut verkaufen, sollte/wird Vintage sicherlich reagieren.
Durchscheinend schwarz mit Nickel HD wĂŒrde auch mir sehr gut gefallen an der AV3.

3avc-g4.jpg
 
Hey Magman,
da haben wir ja schon das erste Modell der schwarzen Serie :cool:

Aber was mich auch interessiert:
Was ist der bauliche und klangliche Unterschied der P90-Stacked-Humbucker zu den normalen Humbuckern der AV3?
Ich kenne mich bei den vielen G*bsn-mĂ€ĂŸigen Tonabnehmern nicht so aus, da ich bisher meist Strat gespielt habe.
Und ich dachte, der P90 wÀre ein Single Coil.

GrĂŒĂŸe allerseits!
Herr Fuchs
 
Herr Fuchs":3qzzb94u schrieb:
Hey Magman,
da haben wir ja schon das erste Modell der schwarzen Serie :cool:

Aber was mich auch interessiert:
Was ist der bauliche und klangliche Unterschied der P90-Stacked-Humbucker zu den normalen Humbuckern der AV3?
Ich kenne mich bei den vielen G*bsn-mĂ€ĂŸigen Tonabnehmern nicht so aus, da ich bisher meist Strat gespielt habe.
Und ich dachte, der P90 wÀre ein Single Coil.

GrĂŒĂŸe allerseits!
Herr Fuchs

Moin,

also, der klassische P90 ist immer ein Singlecoil. Diese Variante bei der AV3P ist eher wie ein *Gibson P100, den man allerdings per Poti splitten kann zum P90. Bei Vintage nennt sich das dann *P90 Stacked Humbucker. Ich finde den Klang der Pickups richtig gut. Um ehrlich zu sein, gefÀllt mir die Variante mit den beiden splittbaren Humbuckern doch ein wenig besser und ich denke, ich werde demnÀchst wieder wechseln.

Bei meinem ersten Soundclip oben hört man wie gut diese Pickups gesplittet klingen. In der Zwischenposition einfach nur megageil und je nach Ampeinstellung wirklich lecker und sĂŒĂŸ Carlton Tone! Und wenn Bedarf besteht dann kann die AV3 auch AC/DC-mĂ€ĂŸig rocken. Aber auch da gefĂ€llt mir die gesplittete Variante am besten so wie bei dem Soundclip No2. Der Humbucker Sound ist eher warm und fett und der gesplittete Sound knochig trocken. Muss man hören, ist schwer zu beschreiben.

Wen es interessiert: Diese Clips sind ĂŒbrigens live mit meiner Band im Proberaum eingespielt, also keine Backing Tracks aus'm Net ;-)
 
Hallo AV3-Fans,
nachdem mich die verschiedenen Berichte hier im Forum sehr neugierig auf diese Gitarre gemacht haben, hatte ich heute Gelegenheit im neu zugezogenen Musikshop dieses SchÀtzchen zu spielen.
Von der Optik und vom SpielgefĂŒhl her ist es eine sehr schöne Gitarre. Überzeugt hat mich auch der Hals-Humbucker in Verbindung mit dem "Roll Control"-Regler.
Als Single Coil gespielt, klingt er rund und sauber, nicht zu fett und man hört aus der Ferne die Strat tönen. Macht man per Poti einen Humbucker daraus, wird es richtig schön fett und warm und man spielt nur noch Blues-Licks. Ich war begeistert.
Ganz anders beim Steg-Humbucker: Der erschien mir viel schwachbrĂŒstiger und dĂŒnner als der Hals-Pick Up. Auch hatte ich den Eindruck, dass das "Roll Control"-Poti nicht funktioniert. Ich habe keinen Unterschied zwischen Single Coil und Humbucker hören können. Höchstens, wenn ich mit Blick auf die Potistellung gesehen habe, dass es jetzt ein Single Coil ist, dann habe ich eine Spur von AusdĂŒnnung erahnt. Habe ich dann zum Humbucker ĂŒbergeblendet, konnte ich keinen Humbucker-Sound hören. Blind gehört, fand ich keinen Unterschied.
Als Referenz fĂŒr den Steghumbuckersound diente eine ES 335. Beim Halshumbucker konnte die AV3 super mithalten. Beim Steghumbucker der AV3 habe ich mich gefragt, ob Vintage hier wirklich einen so dĂŒnnen Humbucker verbaut hat oder ob die "Roll Control"-Schaltung nicht funktioniert.
Welche Erfahrungen habt Ihr mit der AV3?
Ist der Steghumbucker im Vergleich zun Halshumbucker wirklich so schwach? Von der Höhe her erschienen mir die Tonabnehmer richtig justiert. Ist die Wirkung des "Roll Control"-Reglers beim Hals-Pickup stÀrker als beim Stegpickup?
Danke im Voraus fĂŒr Eure EindrĂŒcke und viele GrĂŒĂŸe,
Herr Fuchs.
 
Hallo Herr Fuchs :lol:

Also, ich denke, da war ein kleiner Defekt an der Gitarre. Ich hatte bislang mehrere in HÀnden und konnte nichts derartiges feststellen. Beide PU's sind gleich laut und man hört auch einen deutlichen Unterschied, wenn man auf SC 'blendet'. Teste mal noch ne andere wenn möglich.
 
Hallo Magman,
danke fĂŒr die schnelle RĂŒckmeldung.
Einen deutlichen LautstĂ€rkeabfall des Steg-HB gegenĂŒber dem Hals-HB habe ich nicht als solchen wahrgenommen, bzw. ich habe nicht ausdrĂŒcklich auf die LautstĂ€rke bzw. den Ausgangspegel geachtet.
Was mir aufgefallen ist, war die Diskrepanz im Klangcharakter. Beim Hals-HB hörte auch ein Tauber: Hier ist ein Humbucker am Werk! Beim Steg-HB fehlte der steghumbuckertypische, leicht agressive Druck.

Leider hat der HĂ€ndler nur dieses eine Modell der AV3, so dass ich nicht vergleichen kann. Übrigens eine Rote - sehr schön anzusehen.

Noch eine Frage zur Schaltung und Wirksamkeit des Roll-Control-Reglers: WĂ€hrend der Pickup-Umschalter Les Paul- oder ES-typisch die Tonabnehmer auswĂ€hlt, wirkt der Roll-Control-Regler gleichmĂ€ĂŸig auf beide Pickups bzw. auf die jeweils ausgewĂ€hlten?

GrĂŒĂŸe
Herr Fuchs
 
Herr Fuchs":24ih4pd1 schrieb:
Noch eine Frage zur Schaltung und Wirksamkeit des Roll-Control-Reglers: WĂ€hrend der Pickup-Umschalter Les Paul- oder ES-typisch die Tonabnehmer auswĂ€hlt, wirkt der Roll-Control-Regler gleichmĂ€ĂŸig auf beide Pickups bzw. auf die jeweils ausgewĂ€hlten?

GrĂŒĂŸe
Herr Fuchs

Der Roll-Control-Regler wirkt gleichmĂ€ĂŸig auf alle Pickups, egal welche Einstellung der Toggle-Switch hat - also entweder beide Pickups auf Humbucker-, oder Singlecoil Betrieb. Ich finde gerade den SC Sound mit der AV3 richtig gut, vor allem in der Mittelstellung klingt sie damit sehr sweet. Meinen Lieblingssound hörst du weiter oben im ersten Clip.
 
GAS? HÀÀÀ, wat'n das? ;-)

Was sagen denn die anderen AV3-Player zu o.g. Problem?
(Mr. Magman ist ja immer gleich zur Stelle, wenns um die AV3 geht. Danke nochmal!)

Viele GrĂŒĂŸe,
Herr Fuchs.
 
Herr Fuchs":1rglhi7p schrieb:
GAS? HÀÀÀ, wat'n das? ;-)

Was sagen denn die anderen AV3-Player zu o.g. Problem?
(Mr. Magman ist ja immer gleich zur Stelle, wenns um die AV3 geht. Danke nochmal!)

Viele GrĂŒĂŸe,
Herr Fuchs.

Hallo,

das Problem habe ich bei meiner AV3 nicht. Der Überblendregler arbeitet feinfĂŒhlig von HB zu SC und der Steg-Humbucker ist ein guter Partner zum Hals-HB. Die AV3 macht sogar an "bösen" Zerrsounds ein gutes Bild. Ich vermute auch, an der AV in dem Shop ist der Regler nicht i.O. oder nicht richtig verkabelt.
 
Hallo Doc,
danke auch fĂŒr Deine RĂŒckmeldung. Nach diesen Wörtern hatte ich bei der Beschreibung gesucht: Die von mir getestete AV3 lieferte nicht die steghumbuckertypischen "bösen" Zerrsounds.

Ich werde wohl nochmal mit dem Musikladen Kontakt aufnehmen, ob sie noch ein anderes Modell auftreiben können.

Viele GrĂŒĂŸe,
Herr Fuchs.
 
Ich muss mich an dieser Stelle den Lobeshymnen anschließen! Meine AV3, in einem wunderschönen rot, ist heute bei mir angekommen. Die Verarbeitung ist top, bis auf ein zwei kleine Fehler im Lack, die aber fast nur mit der Lupe auffallen. Klang: schön, toll, rund. Vorallem die Möglichkeit stufenlos zwischen HB und SC zu wechseln hat es mir angetan.

FĂŒr den Preis, ich habe bei gear4music.com 284,- gezahlt, unglaublich. Ging auch relativ flott. Dienstag bestellt und ĂŒberwiesen, Mittwoch die Nachricht bekommen, dass die Gitarre versendet wird, Donnerstag die UK verlassen, heute da.

Nur ein Problem habe ich mit mir. Und zwar mag ich sie nicht aus der Hand legen, was meiner Motivation fĂŒr die am Montag anstehende mĂŒndlich Diplom-PrĂŒfung zu lernen nicht unbedingt zutrĂ€glich ist. Aber gut, man muss halt PrioritĂ€ten setzen.
 
Hallo!

Meine AV-3 war tadellos verarbeitet. Hier gab es absolut nichts zu bemÀngeln.

Der "Überblendregler" ist natĂŒrlich Bullshit. Es soll doch niemand erzĂ€hlen, dass da ĂŒber den gesamten Regelweg des Potis was passiert. Kurz vor der Null wird eine Spule kurzgeschlossen, fertig. Das ist ein Schalter in Potiform, was totaler Blödsinn ist. Ein echter Kippschalter wĂ€re sinnvoller.

Davon mal abgesehen, erwarte ich von einer Gitarre zwischen Les Paul und ES-335 (und so sehe ich die AV-3) einen schönen holzigen Ton, warm, weich, rund und von singend bis schreiend.

Die Schaltung und auch die Pickups bieten all das. Aber die können nur das abnehmen, was die Gitarre trocken bringt. Nennen wir das mal Ton. Die Tonentfaltung meiner AV-3 war leider eher mau.

Wenn MIDI 128 Dynamikstufen bringt, hatte die AV-3 ungefÀhr 3. Klangfarben? Ja, mit Gewalt konnte man da verschiedene Klangfarben rausarbeiten. Vor allem in "KampflautstÀrke" war meine AV-3 extrem trÀge.

Ich persönlich mag lieber zickige Instrumente, die sehr sensibel reagieren.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen entschuldigen, denen ich diese Gitarre angeboten habe. So ist das nun mal bei Kleinanzeigen. Der KĂ€ufer bei ebay schrieb mir ĂŒbrigens, dass diese AV-3 erheblich besser sei als seine Gibson ES-335. Dann möchte ich mir diese Gitarre lieber nicht vorstellen.

Kurz gesagt: Meine AV-3 war eine Scheiß-Gitarre.

Gruß

erniecaster
 
erniecaster":3kjxfno1 schrieb:
Kurz gesagt: Meine AV-3 war eine Scheiß-Gitarre.

Nabend Ernie,

irgendwie hast du ziemlich oft Pech beim Gitarrenkauf, oder?

Also ich hatte ja bereits die Ehre mehrere AV3's zu spielen und zwei davon auch mein eigen zu nennen. Die waren allesamt richtig richtig gut und sehr holzig-warm und auch sĂŒĂŸ vom Ton. Auch was Dynamik und Durchsetzungsvermögen anbelangt ist die AV3 eine meiner besten - meine beiden ES 135 kamen da jedenfalls alle nicht mit.

Ja, die AV3 liegt wie du richtig formuliert hast zwischen ES-335 und Les Paul - eben sweete Töne und auch mal hart und dirty. Meine Soundfiles auf der ersten Seite sollten auch genau so deutlich rĂŒberkommen. Das geht locker von Carlton bis Moore. Ich bin mittlerweile allerdings doch eher der Freund der AV3 mit den beiden Humbuckern geworden, die AV-3P ist nicht mehr in meinem Besitz.
 
Magman":1vacqx4x schrieb:
erniecaster":1vacqx4x schrieb:
Kurz gesagt: Meine AV-3 war eine Scheiß-Gitarre.
irgendwie hast du ziemlich oft Pech beim Gitarrenkauf, oder?

Martin,

mal ganz im Ernst und unter uns Pastorentöchtern:

Ich habe keine Lust auf Streit und ich möchte nicht schon wieder mit dir aneinander geraten.

Aber ich frage mich ernsthaft, was dich dazu bringt, immer und immer wieder diesen „Vintage-Schrott“ in den Himmel zu heben

Es mag sein, dass du gute Kontakte zum Vertrieb hast und ausgesuchte oder nachgearbeitete Exemplare bekommst. Ich habe diese Kontakte nicht und habe mir im Verlauf der letzten beiden Jahre immer mal wieder ein Brett dieser „Marke“ von der Wand oder vom StĂ€nder geholt. Eine Les Paul Junior-Kopie (heißen die so?) in TV-Yellow habe ich mir sogar ausgeliehen um sie ein paar Tage an meinem Amp zu testen. Sie stach mir optisch ins Auge und hatte einen P90er, das ist mein Leib und Magen-Pickup.

Die Ergebnisse waren durch die Bank ernĂŒchternd. Ich bin wahrhaftig kein Equipment-Freak. Ich habe hier die Squier Classic Vibe empfohlen, eine Billig-Klampfe, made in China, die fĂŒr den Preis eine unschlagbare QualitĂ€t bietet. Dabei hatte ich ein gutes Gewissen.

Aber das, was Herr Wilkinson mit „Vintage“ abliefert ist nach all meinen persönlichen Erfahrungen schlicht und einfach ĂŒbel – da gibt es scheinbar keine QualitĂ€tskontrolle. Alles was da aus Vietnam per Container bei uns landet, wird aus dem Karton heraus in den Handel gebracht und dank geschicktem Marketing an die unerfahrene glĂ€ubige Kundschaft verscherbelt. Ja, die Dinger sind billig, aber andere Hersteller lehren uns, dass man fĂŒr kleine Kohle wirklich gute Gitarren kaufen kann. Das kann man bei „Vintage“ aber nicht. Oder man muss GlĂŒck haben.

In einem Jahr krĂ€ht kein Hahn mehr nach „Vintage“. Verbrannte Erde. Dann hat Wilkinson ein neues Marktsegment aufgetan, das mit viel Geschrei und mit Hilfe preiswerter Promoter unters Volk gebracht wird.

Ich schlucke ja kommentarlos jede Menge MĂŒll, der hier in letzter Zeit verbreitet wird. Aber alle drei Monate, so mein Vorhaben, mache ich mein Maul auf, wenn es zu viel wird. Und heute sind drei Monate um – mit Verlaub.

Habe die Ehre

Tom
 
Cher Tom,
ich hebe nicht alle Vintage Gitarren in den Himmel, muss und will mich hier auch nicht verteidigen, sondern bezog mich in diesem Review speziell auf das AV3 Modell. WĂ€ren die Gitarren generell shyce wĂŒrde ich sie sicherlich nicht selbst spielen und hier empfehlen. Von den billigen Vintages hatte ich auch schon Schrott in der Hand. Ich wiederhole mich - die Vintage Advance Serie wird in D beim Vertrieb selektiert und somit sollte da kein Schrott an die HĂ€ndler geliefert werden.
Aber egal, wer eine hat und glĂŒcklich ist - oder eine hatte die shyce war - man testet sie im Laden und vergleicht, behĂ€lt sie, oder legt sie wieder weg. Besser geht immer!

Belassen wir's dabei ;-)
 
Hallo!

Magman":3m9hroda schrieb:
irgendwie hast du ziemlich oft Pech beim Gitarrenkauf, oder?

Die letzten Male habe ich daneben gegriffen, das stimmt. Vielleicht ist aber auch mein Anspruch an Gitarren anders geworden.

Seit einiger Zeit habe ich meinen Bestand an Gitarren sehr verkleinert, was dazu fĂŒhrt, dass ich hier nur noch Gitarren habe, die ich wirklich mag und die fĂŒr meine BedĂŒrfnisse auch gut sind.

Da ist es fĂŒr einen Neuzugang natĂŒrlich schwer...

Gruß

erniecaste
 

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