Engl Ironball SE - Recording mit eingebauten IRs

ollie

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Hallo Leute,

ich hatte einen Engl Ironball SE zum Testen zu Hause und habe einen Take damit aufgenommen.
Verwendet wurden ausschließlich die 3 vor-installierten IRs.
Man kann zusätzlich 5 weitere auf dem Gerät speichern, so das man 8 IRs zur Verfügung hat.
Der Amp hat viele Features: Leistungsreduktion, Silent Recording, Hall und Delay on Board und eben eingebaute IRs fürs Recorden:
Gerade letzteres unterscheidet ihn von den meisten Röhrenamps und vom Vorgänger Ironball.

Grund für mich, ihn mal zu testen:

Mein Fazit: typischer Engl High Gain Sound. Clean ist er weniger meine Baustelle, da klingt er mir einfach zu klinisch und steril.
Der Boost im Clean macht den Sound mittiger aber man kommt damit nicht wirklich in Richtung Crunch.
Der Lead Kanal hat dann wieder Gain bis zum Abwinken, aber auch hier ist bei minimalster Einstellung kein wirklicher Crunch für bluesige Sounds möglich.
Insofern fehlt der für mich mittlerweile wichtigste Sound: der Crunch.

Die Bedienbarkeit ist sehr gut, alles sehr übersichtlich.
Wer auf den Sound steht, wird glücklich werden, wenn er keine 100 Watt live benötigt.

So kommen wir zu der Frage, für wen ist dieser Amp geeignet?

Für große Bühnen wird er nicht ausreichen. Kleine Bühnen (im Club) wird wohl gehen. Das kann ich nicht beurteilen, aber auch dafür finde ich 20 Watt nicht so super geeignet (wir reden immerhin von einer High Gain Kiste)......clean kommt er natürlich, auf 5 Watt eingestellt, ziemlich bald in die Endstufenzerre, ob das aber nun der Crunchsound ist, den man sich erhofft - ich weiß nicht.....muss jeder selbst beurteilen....Geschmacksache.

Nur für den Studioeinsatz - da denke ich fährt man mit AXE FX oder Kemper besser, da vielseitiger.

Der Klang beim Recorden ist gut, kann aber nicht restlos überzeugen. Auch da klingt er für mich etwas steril, wenn auch der Sound sehr angenehme Spieleigenschaften vermittelt und schon nahe an ein mikrophoniertes Signal heranreicht.

Insofern ist das Konzept des Amps hinsichtlich seiner Verwendbarkeit für mich nicht ganz schlüssig.
Das mag jeder anders sehen. Wenn er mich klanglich in allen Disziplinen überzeugen würde, zusätzlich auf 50 Watt laufen würde, dann wäre es eine sehr runde Sache!
Dann würde ich so ne Kiste live und im Studio super einsetzen können und bräuchte keine weiteren Digitallösungen....

Aber da ist viel Konjunktiv dabei.....;-)

Für das Gesamtpaket aus meiner Sicht ein relativ preiswerter Amp wenn man seine inhaltlichen Konkurrenten, wie den Diezel VHX oder den Suhr PT15 als Vergleich heranzieht.
Andere Röhren - Amps mit eingebauten IRs kenne ich nicht....

Hier das Video:

Viel Spaß
oli
 
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powerslave

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Danke für diesen Erfahrungsbericht (und wieder mal: super gespielt).

Den PT15 habe ich einmal angetestet. Schöner Amp, nicht gerade preiswert, aber speziell der Aufpreis auf die I.R. Version ist dann einfach zu viel des Guten.
Für mich sind Röhrenamps mit eingebauten IRs ganz generell nicht so schlüssig. IR Loader kosten nicht mehr besonders viel, für D.I. Lösungen sowohl Live als auch im Studio gibt es bessere Lösungen (u.a. die von Dir erwähnten).
Wenn man in diesen speziellen Settings auf Röhrenamps nicht verzichten will, dann ist eine ordentliche - gerne eingebaute - Powersoak/Reactive Load aus meiner Sicht der zentrale Bestandteil. Oder, um im oben angeführten Beispiel zu bleiben, lieber den PT15 ohne I.R. und dann separat Ox oder den Boss Amp Expander dazu.
 
ollie

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Ich denke es ist halt ein Versuch der Hersteller, den Kempers etc. etwas entgegenzusetzen, um den Röhrenamp moderner und konkurrenzfähiger zu machen. Es ist aber schwer, da sich sehr viele Gitarristen den Röhrensound mit Box auf der Bühne abgewöhnt haben und auf Alternativen nicht mehr (zurück-)umspringen.
Jetzt geht es um das Segment "Homerecording" mit mehr Röhrencharakterisitik und Übungsamp mit 1 Watt zu Hause ohne Verlust des warmen Röhrensignals.
Beides verliert aber gegen die Digitallösungen, die den Röhrencharakter sehr gut simulieren.

Es ist schwierig dagegen anzukommen.

Suhr PT ohne IR liegt auch bei 2599,- und mit IR bei 3079,- das ist schon ne andere Baustelle, zumal Suhr auch nicht jedermans Geschmack ist.....

Die OX ist mir zu teuer...und ich habe so etwas ähnliches im Prinzip über die UAD Plug Ins, die ich ja als "quasi-IR" umfunktionieren kann, indem ich das Send Signal des Amps in das Plug In sende und die Vorstufe im Plug In deaktiviere. Damit verwende ich die Endstufen-Sim des Plug-Ins + die Boxen IR......klingt kompliziert, ist aber easy. Mein JVM klingt so aufgenommen wirklich gut - besser als das AXE FX, dem so das letzte Quäntchen Natürlichkeit schlicht und ergreifend abgeht.

Systemfrage:
Was können Röhrenamp- Hersteller anders und noch besser machen, um noch attraktiver zu werden, als das Beispiel Engl Ironball SE....;-). Jetzt mal die reinen Boutique Einkanaler, die nur für die Bühne gemacht sind weggelassen - denn die schlagen grds. in eine andere Kerbe.....
 
powerslave

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Deine Lösung ist mit den UAD Plug-ins ist eh perfekt - wenn der Röhrenamp einen guten Line out hat. Ggf. brauch man noch einen Attenuator.

Ich glaube, der erfolgreiche Weg für Röhrenamphersteller liegt eben genau im Purismus. Gemacht für Leute, die an Knöpfen drehen wollen, die Röhren glimmen sehen wollen usw. Erinnert irgendwie an LP vs CD bzw. Streaming. Rein von den Features her kann eine primär analoge Lösung mit Kemper, Axe FX, Quad cortex & Co einfach unmöglich mit. Schon allein wegen der bei digitalen Lösungen möglichen Updates. Neuer Amp? Download. 11 neue Reverbs? Download usw.

Ich habe neben einem Helix und einem FM3 noch genau 2 Röhrenamps. Einen Marshall 2061X (puristischer geht es wohl kaum - in erster Linie aus Sentimentalität) und einen Bogner Atma, der für mich die modernen Möglichkeiten analoger Röhrentechnik ziemlich ausreizt. In der Praxis spiele ich aber praktisch nur noch mit digitalen Lösungen direkt ins Pult.
 
HaWe

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REVV bietet da ja den D20 und G20 an. Beide mit eingebautem Torpedo IR-Loader. Die waren, glaube ich so mit die Ersten, die Röhrenamps mit eingebauter Digitalumwandlung/-Schnittstelle angeboten haben. Und vom Preis her, meine ich, auch recht angemessen.
 
ollie

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REVV bietet da ja den D20 und G20 an. Beide mit eingebautem Torpedo IR-Loader. Die waren, glaube ich so mit die Ersten, die Röhrenamps mit eingebauter Digitalumwandlung/-Schnittstelle angeboten haben. Und vom Preis her, meine ich, auch recht angemessen.
Danke Dir für die Info! Über den bin ich gestern in der Tat auch gestolpert, als ich mich auf die Suche gemacht habe nach Vergleichsprodukten.
 
ollie

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Deine Lösung ist mit den UAD Plug-ins ist eh perfekt - wenn der Röhrenamp einen guten Line out hat. Ggf. brauch man noch einen Attenuator.
Da hast du Recht.

Dieser take wurde komplett mit dem JVM und dem oben beschriebenen Routing aufgenommen.
Für mich klingt das sehr nach dem Originalamp:

Zusätzlichen Attenuator braucht es nicht. Der JVM kann Silent Recording und ich greife ja nur das Pre Amp Signal ab und das ist gut.

Bezüglich Digitalrecording verwende ich primär dieses Routing, zusätzlich AXE FX II, Strymon Iridium und div. UAD Plug Ins. Damit komm ich gut über die Runden. Die Crunchgeschichten gehen in der Tat am besten mit dem AXE.....das können die ganzen UADs nicht und beim Marshall klingen die auch nicht so toll.
Ich hab mir jetzt noch ein Laney Cub Supertop gekauft. Viel Crunch, viel clean und gutes gain für sehr wenig Geld.....
kann ich nur wärmstens empfehlen und wird bald mein nächstes Review.....
 
michabekman

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Der Clip mit dem JVM gefällt mir bedeutend besser als der mit dem ENGL.
Ich fand ENGL früher mal toll, hatte diverse Amps. Genau was dir im überzeugenden Crunch fehlt, war auch dann irgendwann zu meinem Problem geworden.

Tja was können die Amp-Hersteller anders machen...?
Ich persönlich finde eingebaute Powerscaling-Möglichkeiten gut und praxisgercht.
Zu mindest da wo es wirklich gut funktioniert. (Suhr Badger).
IRs muss ich nicht in einem Amp haben. Wie bereits geschrieben, gibt es gute günstige oder teure Möglichkeiten seinen Amp über Reactive-Loads auf Line-Level zu bringen und damit diverse IR-Loadern zu befeuern. Oder man hat schon ein Multi, das eins on-Board hat. Ich finde übrigens auch eine BluBox super - für die die keinen Bock auf zu viel Technikspielereien haben.

Alles integriert ala Suhr PT15 finde ich aber auch schon reizvoll, wenn du mit so einer Lösung viel unterwegs bist und das eben genau dein Amp ist.
Denn Reactive-Load über einen Speaker-Ausgang, dann noch IR-Loader ist viel (u.U auf dunklen Bühnen) kritische herumkabelei.
Ich hatte mir so mal fast meinen AC30 gehimmelt, der dann falsch an ner Fryette Powestation angeschlossen war, weil es einfach zu hektisch wurde.

Letztlich finde ich es klasse dass es solche Möglichkeiten gibt, wenn man sie braucht.

Für mich sehe ich es mittlerweile so:
- Wenn IR für Live, dann auch konsequent über Modeller
- Wenn Amp, dann auch Amp mit Box für das gewisse etwas
 
 

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