Muss man Gitarre erst einspielen?


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Muss man eine Gitarre erst einspielen?​

Hy@all
Ich höhrte vor kurzem die Geschichte über das "einspielen" der Gitarre :?:
Soll heißen - wenn ich eine Gitarre neu kaufe verfeinert sich Ihr Klang durch regelmäßiges (ein)spielen und wird mit der Zeit deutlich besser. Hmmmm....so wie ein Auto "einfahren" und dann erst bekommt man 100% Leistung ??

:arrow: Gibt`s sowas - braucht Holz "Einspielzeit" :?: Kann mir das wer erklären :!: Oder ist das nur ein Märchen :?:

thx, lg, RockMe
 
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Lösung
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Moinsen,

Jo, gute Frage - schwer zu beantworten.
Ich finde schon.
Klar, wird ein Instrument mit der Zeit öfter justiert und dadurch evtl. subjektiv angeblich von "allein und nur durchs benutzen" besser.

Fakt ist daß sich PU´s mit der Zeit meist zum Vorteil verändern.
Wie genau dies mit den Tonabnehern funktioniert ist allerdings noch ein Rätsel.
(Genauso wie manche Ampdesigner den Alterungsprozess von Ausgangsübertragern zu ergründen versuchen)

Was sich auf molekularer Basis im Holz abspielt durch die Ausetzung an Schallwellen bzw Umweltbedingungen dürfte genauso schleierhaft sein.
Aber irgendwas ist schon dran...

greez
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Moinsen,

Jo, gute Frage - schwer zu beantworten.
Ich finde schon.
Klar, wird ein Instrument mit der Zeit öfter justiert und dadurch evtl. subjektiv angeblich von "allein und nur durchs benutzen" besser.

Fakt ist daß sich PU´s mit der Zeit meist zum Vorteil verändern.
Wie genau dies mit den Tonabnehern funktioniert ist allerdings noch ein Rätsel.
(Genauso wie manche Ampdesigner den Alterungsprozess von Ausgangsübertragern zu ergründen versuchen)

Was sich auf molekularer Basis im Holz abspielt durch die Ausetzung an Schallwellen bzw Umweltbedingungen dürfte genauso schleierhaft sein.
Aber irgendwas ist schon dran...

greez
 
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Christof
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Ich habe gerade eine Gitarre eingespielt. Sie war funkelniegelnietennagelneu und ich brauchte so in etwa zwei Wochen intensiven Spielens bei zum Teil intensiver Lautstärke.
Die größten Unterschiede konnte ich nach zwei, drei Tagen hören und fühlen. Dat Ding klang schlichtweg besser, bessere Ansprache, besseres Feedbackverhalten, die Saitenlage konnte ich runtertrimmen, das ganze Teil wurde "geschmeidig".
War eine Les Paul, die ich mir habe bauen lassen. Als ich sie abholen wollte, hat der Gitarrenbauer just in eben dem Moment Sattel und Steg gekerbt. Die war absolut jungfräulich.

Ergo: stimmt, Einspielzeit gibt es.
 
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Irgendwo hab ich in den letzten 2 Monaten hier ne ziemlich ausführliche Anleitung zum Einspielen gelesen, finde allerdings den Thread nicht mehr wieder... Ich glaube aber, der mad cruiser hatte das geschrieben!
 
ESPedro
ESPedro
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RockMe":14mniny9 schrieb:
:arrow: Gibt`s sowas - braucht Holz "Einspielzeit" :?: Kann mir das wer erklären :!: Oder ist das nur ein Märchen :?:

thx, lg, RockMe

Tach,
ja. sowas soll es geben. Es wird ja oft behauptet, das Instrumente (und nicht nur Gitarren) besser klingen und sich leichter spielen lassen, wenn sie älter sind. Dabei ist es wohl wichtig, das das Instrument über Jahre, möglichst täglich, gespielt wird, und nicht irgendwo in einem Koffer herumliegt und darauf wartet, das es Schimmel ansetzt und "wintitsch" wird.
Es soll auch möglich sein, den "Einspielprozeß" zu beschleunigen, Infos gibt es zum Beispiel hier:

http://www.klangoptimierung.de/de/klangoptimierung/

Ob das jetzt wirklich was bringt, oder alles nur Voodoo ist, kann ich nicht sagen, ich habe es noch nicht ausprobiert. Aber ich habe schon ein paar Gitarren gespielt, die auf diese Art und Weise behandelt worden sind, und sie waren durchweg sehr gut, sowohl von der Bespielbarkeit als auch vom Sound her. Aber dabei muß man sehen, das mir erstens der Vorher- Nachher Vergleich fehlt, und zweitens nix aus der unteren Preisklasse dabei war :roll:

Also auch hier wieder der immer gleiche Grundsatz:probieren geht über studieren ;-)

Vielleicht sagt ja Burke nochwas dazu...
 
W°°
W°°
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Moin,
das ist ein sehr umfangreiches Thema, zu dem unter dem Stichwort "einschwingen" schon viel geschrieben wurde.
Instrumente verändern sich durch den Gebrauch, was nicht bedeutet, dass alles automatisch besser wird.
Eine akustische Gitarre wird bei regelmäßigem Spiel lauter, da sich (vornehmlich) in der Decke Spannungen durch die Schwingungen lösen.
Ähnliches passiert auch bei elektrischen Gitarren, jedoch längst nicht in der Deutlichkeit.
Es passiert aber auch anders herum:
Der Spieler findet zum Instrument und fasst es mit und mit so an, dass es die Dinge macht, die er will. Dabei lässt sich kaum eine Grenze ziehen, was wen mehr bewegt....
Die Gitarre den Spieler?
Der Spieler die Gitarre?
 
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LP-Natasha":25u33qxu schrieb:
Ich glaube aber, der mad cruiser hatte das geschrieben!

:shock: Hömma, ich bin doch hier nicht an ALLEM Schuld! :lol: :lol: :lol:

Das ein Instrument eingespielt werden muß, wenn es neu kommt, ist in den meisten Fällen so. Der Christof hat genau beschrieben, was auch meiner Erfahrung entspricht.

Ich persönlich bilde mir ein, selbst nach Abrichten oder Neubundierung muß ist die Bünde wieder etwas einschmeicheln, selbst wenn es sehr gut gemacht ist.
 
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mad cruiser":26rg973n schrieb:
Ich persönlich bilde mir ein, selbst nach Abrichten oder Neubundierung muß ist die Bünde wieder etwas einschmeicheln, selbst wenn es sehr gut gemacht ist.

Moinsen,

Jo, MadCruiser,....
und auch erst nach ner´gewissen Zeit des Einspielens kommen ja
auch die Rillen in die Bünde, die ein Verrutschen der Saiten nach links und rechts verhindern,
und dem Instrument erst die richtige tonale Stabilität geben. :-D :-D :-D
(aber ganz sicher binsch mir nich, fragt lieber nochmal eure Eltern) ;-)


greez :cool:
 
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Ich sehs noch trivialer...

eine Gitarre braucht erst mal Rotz und Schmodder an den Bundstäbchen und im Griffbrett. Wenn die Metallteile vom Schweiß anlaufen und die ersten Macken von der Gürtelschnalle im Holz sind, dann ist die Klampfe eingespielt und richtig gut. ;-)
 
frank
frank
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ESPedro":1yopnynk schrieb:
Dabei ist es wohl wichtig, das das Instrument über Jahre, möglichst täglich, gespielt wird, und nicht irgendwo in einem Koffer herumliegt und darauf wartet, das es Schimmel ansetzt und "wintitsch" wird.

Nun ja, ESpedro,

mit dem Wort "wohl" schränkst Du Deine Erklärung etwas ein. Gut so.
Ich habe einschlägige ERfahrungen mit meiner 25/50 (s. Equipment), die über 20 Jahre ungespielt im Koffer lag, bevor ich sie bekam.

Gleichwohl war sie eine sehr gute Gitarre (Achtung: Geschmackssache), die sich nach meinem Empfinden durch den Gebrauch in nichts verändert haben dürfte.
Die einzigen Veränderungen ergaben sich durch die veränderten Einstellungen und Bundabnutzung.

Ich halte die ganze Geschichte um das Einspielen mittlerweile für eine Mär. Viel wahrscheinlicher ist für mich, dass sich der Gitarrist anpasst und durch häufiges Spielen die eigenen Fähigkeiten und damit die Qualität dessen verbessert, was aus dem Boxen herauskommt.
 
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Christof
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frank":270v3690 schrieb:
Ich halte die ganze Geschichte um das Einspielen mittlerweile für eine Mär. Viel wahrscheinlicher ist für mich, dass sich der Gitarrist anpasst und durch häufiges Spielen die eigenen Fähigkeiten und damit die Qualität dessen verbessert, was aus dem Boxen herauskommt.

Frank, bei allem Respekt: dann hast Du noch nie eine neue, gute Gitarre eingespielt. Siehe mein Beitrag oben. Das war keine Psycho-Akustik und auch keine Esoterik, das war deutlich spürbar und hörbar.
 
frank
frank
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Christof":3a35xnu2 schrieb:
Frank, bei allem Respekt: dann hast Du noch nie eine neue, gute Gitarre eingespielt. Siehe mein Beitrag oben. Das war keine Psycho-Akustik und auch keine Esoterik, das war deutlich spürbar und hörbar.

Hi Christof,

ich danke für Deinen Respekt. Deine Meinung betrachte ich als etwas voreilig gefasst. Vielleicht magst Du einen Blick in mein Equipment werfen?
 
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Lieber Frank, vielleicht haben Deine Ohren beim Schießtraining etwas gelitten ;-) . Eine Gitarre verändert sich im Verlauf des gespielt werdens. Wie der Walter oben auch schrieb, neigt Holz dazu, zu arbeiten, wie Walter ausdrück: "es baut Spannungen ab". Ob das jeder hört, bleibt dahingestellt, genauso die Frage, ob sich das generell positiv auswirkt. Ich denke aber, dass den grössten Teil das Zueinanderfinden von Instrument und Spieler ausmacht.
 
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Christof":2nikl5bt schrieb:
Ich habe gerade eine Gitarre eingespielt. Sie war funkelniegelnietennagelneu und ich brauchte so in etwa zwei Wochen intensiven Spielens bei zum Teil intensiver Lautstärke.
Die größten Unterschiede konnte ich nach zwei, drei Tagen hören und fühlen. Dat Ding klang schlichtweg besser, bessere Ansprache, besseres Feedbackverhalten, die Saitenlage konnte ich runtertrimmen, das ganze Teil wurde "geschmeidig".
War eine Les Paul, die ich mir habe bauen lassen. Als ich sie abholen wollte, hat der Gitarrenbauer just in eben dem Moment Sattel und Steg gekerbt. Die war absolut jungfräulich.

Ergo: stimmt, Einspielzeit gibt es.

du weisst schon,dass das nicht über zwei wochen geht sondern über jahre.mit 10 - 15 jahren könnt ihr rechnen und wenn hier jetzt jemand versucht mir oder anderen klar zu machen,dass er seine gitarre in einen jahr oder weniger eingespielt hat.dem unterstelle ich unwissenheit!
 
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Christof
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Schönen guten Tag Bartek,

Du kannst mir gern Unwissenheit unterstellen, ist ok.

Nimm einfach zur Kenntnis, daß ICH es in den ersten zwei Wochen deutlich gehört und gefühlt habe, inzwischen aber nicht mehr täglich Unterschiede wahrnehme. Manchmal geht es besser, manchmal schlechter. Wieviel davon von der Gitarre oder von mir abhängt, kann ich nicht sagen. Das "Öffnen" hin zu einer vital schwingenden und klingenden Gitarre ging relativ schnell. Zum Glück, denn am ersten Tag war ich schockiert ob der Steifheit des Instruments. Und sollte sich in den nächsten Jahren noch mehr tun, macht mich das umso froher.

Christof
 
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Christof
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frank":2v0u0f5c schrieb:
Hi Christof,

ich danke für Deinen Respekt. Deine Meinung betrachte ich als etwas voreilig gefasst. Vielleicht magst Du einen Blick in mein Equipment werfen?

Hallo Frank,

das war kein Angriff auf Deine Fähigkeiten als Gitarrist oder auf Dein Equipment. Sorry, wenn das so angekommen ist.

Lass es mich so sagen: für mich war die tatsächliche Erfahrung mit dem Einspielverhalten einer ganz, ganz neuen Gitarre ein Novum - nach immerhin auch 26 Jahren Beschäftigung mit neuen, gebrauchten und zum Teil sehr alten Instrumenten.

Christof
 

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