wie sollte ein guter lehrer sein?


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hi leute!

ich bin seit knapp über einem jahr an einem konservatorium und studiere dort jazz-gitarre. ich hatte vorher noch nie einen lehrer, bin also autodidakt, und mich würds mal interessieren, wie ihr einen guten lehrer definiert.

ich bin mit meinem nämlich mehr als unzufrieden; und damit ihr euch einen kleinen eindruck von ihm machen könnt, erzähl ich euch ein wenig von einer typischen unterrichtsstunde:

ich komm rein ins gitarrenzimmer und da lachen mir schon seine mind. 5 wenn nicht mehr effekte ins gesicht (3-5 delays, distortion, usw...), die er ALLE im unterricht benutzt. schon allein der soundcheck kann manchmal 10 min :shock: dauern (dabei bin ich bei weitem nicht sein erster schüler am tag!!). dann darf ich meist seine eigenkompositionen spielen, und zwar die begleitung, weil er improvisiert ja drüber. was ich spiele bzw. WIE ich spiele hat der typ nach über einem jahr noch nicht erfasst (nicht, daß ich so gut wäre, er sagt rein gar nichts über mein spiel). aussagen wie: "na dann lernst du halt keine fingersätze" oder "so, ich hol mir jetzt mal nen kaffee" (was meist auch mehr als 5 min in anspruch nimmt - man bedenke die unterrichtszeit: 45 min/woche) stehen an der tagesordnung. sweep-picking bringt er mir so bei, daß er mir erklärt, was das ist - und fertig. manchmal vergeht eine stunde, ohne daß ich auch nur eine einzige note angeschlagen hab, weil dann ja wiedermal ein lehrerkollege reinschaut, dem er imponieren will und ihm unbedingt seine neueste "composition" vortragen muß. sowas kann halt zeit in anspruch nehmen... . meine motivation wirklich jazz zu lernen könnt ihr euch vielleicht nun vorstellen... :|

und für sowas zahlt man 140 - in diesem falle wirklich - TEURO pro monat!! ich hab eh schon ziemlich fix vor, nach diesem semester dort aufzuhören und aufs vmi in wien zu gehen (kennt das jemand? hat jemand erfahrungen damit? wenn ja, lohnt es sich??), weil mir mein geld für so eine leistung wirklich zu schade ist. :mad: (übrigens bin ich nicht der einzige dort, der so denkt...)

jedoch trotzdem die frage: was ist für euch ein guter lehrer?

lg
eardrum
 
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Hi eardrum,

soetwas in der Art habe ich schon von diversen Musiker gehört und leider auch sehen müssen. Es kam schon oft vor, das mir Musiker erzählt haben, das sie an irgendwelchen privaten Musik-Gitarren-Schulen Untericht hatten / haben... Zuerst einmal beeindruckt, wenn man das so hört, habe ich aber die Augen ausgerissen als man mir etwas vorspielen wollte, bzw. wenn man diese Leute mal in Aktion gesehen hat... Das Spiel war meist ehr schlecht als recht so das ich oft froh war nur bei Bedarf Gitarrenunterricht genommen gehabt zu haben.

140 Euro ist natürlich schon eine Menge Geld und da sollte man schon einiges für verlangen können, statt nur ein "Begleitmusiker" zu sein, um den tollen "Lehrer" (da muss man ja aufpassen und sollte ehr Dozent sagen, denn studiert haben wohl die wenigsten davon) in ein schönes Licht zu rücken.

Ich bin de Meinung, das man sich eigentlich alles selber beibringen kann und die Teile wo man das nicht schafft immernoch durch Teilunterricht nachlernen kann. Allerdings sollten die Grundlagen beherrscht werden, damit man sich nit von Anfang an etwas falschen beibringt.

Gruß
VVolverine
 
physioblues
physioblues
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20 August 2003
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2.103
Hai,

schieß diesen Flachkopp in den Wind !!!!

Als zahlender Eleve bist DU Mittelpunkt der 45 min. Er ist das Medium für dich zur Verbesserung, und nicht du sein Publikum. Wenn er vergöttert werden will, soll er sich auf den Bühnen dieser Welt beweisen.

Als Lehrer muß man übrigens nicht unbedingt der größte Virtuose sein, man muß pädagogisches und didaktisches Geschick haben und gereifte Persönlichkeit genug sein, sich in diesen 45 min der Verbesserung des Schülers zu widmen und kein Problem damit haben, sollte der Schüler einmal besser(nicht kompetitiv gemeint ) werden als man selbst.


.
 
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hi vvolverine!

jaja, stimmt schon - dozent, weil er hat ja nicht mal selbst ein sog. jazz-diplom gemacht...

Das Spiel war meist ehr schlecht als recht

sei froh, daß du mich noch nie jazz spielen gehört hast :lol: :? :| :( :cry:

ich bin ja selbst auch der meinung, daß man das gitarre-spielen alleine lernen kann (immerhin spiele ich ja schon seit 10 jahren) - bei rock und solche (theoretisch weniger "diffizilem" - um in der sprache meines lehrers zu bleiben) sachen hab ich eigentlich auch keine probleme, nur bei jazz ist es halt hilfreich, jemanden zu haben, der einem was beibringen kann. mein "dozent" ist zwar ein toller jazzer und musiker - jedoch kein lehrer imho.

ich hab ihn auch schon öfters gefragt, ob ich die richtige technik habe , ob ich mir eh keine "fehler" beigebracht habe - die antwort lautete immer "gute technik, keine fehler weit und breit, bla bla bla..."

ich hab mir jetzt mal ein paar bücher zu diesem thema besorgt, und durchforste auch ständig das internet um neue git-lehrseiten zu finden, und je mehr ich mich mit dem thema beschäftige, desto mehr fehler finde ich in meinem spiel (die ich natürlich alle eigenständig wieder ausbügeln muß, was die ganze sache nicht unbedingt erleichtert).

ist es nicht irgendwie ironie, daß man an 6 tagen in der woche mind. 4 h gitarre spielt, nur an dem tag, wo man unterricht hat, bloß 45 min (wenn überhaupt ;) ??

nun gut, im moment bleibt mir eh nur zu warten auf den herbst und dann nichts wie weg von dort.

falls jemand ein beispiel von einem guten lehrer hätte, ich wäre sehr dankbar auch mal "eine andere saite" kennenzulernen. :)

lg
eardrum
 
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Hi,

tja typischer Fall von Gitarrenmasturbation :-D Hatte auch schon einige Lehrer und bin mittlerweile selbst einer geworden. Schlechte Beispiele zeigen nur was man mal in solch einer Situiation nicht machen sollte (soweit zum positiven Aspekt deines Lehrers). Ansonsten kann ich nur empfehlen schnell die (Euro-)Notbremse ziehen. Ich war eine zeitlang am MGI, habe aber aus ähnlichen Gründen direkt den Stecker gezogen.

Ein guter Lehrer guckt dem Schüler auf die Finger und lässt IHN spielen. Die eigene gitarre dient nur zum kurzen zeigen. Ansonsten kann ich nur physioblues zustimmen. Supergute Gitarristen sind nicht unbedingt gute Lehrer. Aber darauf kommt es eben an.

Gruss
Pete
 
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Wenn du unbedingt Jazz-Gitarre studieren willst um Profi zu werden, dann geh´an eine staatlich anerkannte Hochschule. Das Level dort ist ein ganz! anderes und wenn Du die Aufnahmeprüfung dort nicht bestehst, dann ist das ein Grund sich das mit dem Profi werden nochmal zu überlegen, oder nochmal ordentlich vorzubereiten. Wenn´s unbedingt nach Österreich gehen soll:Hochschule Luzern! Dort ist Kurt Rosenwinkel ab März Dozent in Sachen Gitarren- und Ensembleunterricht geworden. Ist von der jungen Generation und hat schon reichlich Erfahrung.

Wenn´s darum geht nur Jazzgitarre zu lernen würde ich eher zu verschiedenen Lehrern privat Kontakt aufnehmen, Probestunden/Gespräch vereinbaren und mal sehen wie´s so läuft. Ist auf jedenfall zwangloser.

Was du da erzählst hört sich echt grausam an. Wenn du gehst, sag dem Pisser (sorry!), dass er sich in Zukunft ohne dich einen abwichsen kann...
 
A
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hi physioblues, hi pete-rock!

schieß diesen Flachkopp in den Wind !!!!

würd ich am liebsten heute als morgen machen, glaubs mir, wenns so leicht ginge. in gedanken ist er eh schon "vom winde verweht" :lol:
ich wollte eigentlich dieses semester schon wechseln, ging aber leider nicht. und mitten im jahr kann ich nicht einfach aufhören, das würd wieder andere probleme mit sich bringen, die ich wahrscheinlich schnell bereuen würde (studienbeihilfe usw.)

Ein guter Lehrer guckt dem Schüler auf die Finger und lässt IHN spielen. Die eigene gitarre dient nur zum kurzen zeigen.

das würd ich mir auch von einem (jeden/guten) lehrer erwarten. wie ich ja schon beschrieben habe, ist leider das absolute gegenteil der fall. mir scheint, als ob er sich für mich gar nicht interessieren würde. die frage ist: "wie bring ich ihm das (obige zitat) bei" :lol: , ohne daß gleich ein kleinkrieg ausbricht??

typischer Fall von Gitarrenmasturbation

jahhaaaa, selbstverwirklichung scheint sein zweiter vorname zu sein!! :evil:

Er ist das Medium für dich zur Verbesserung, und nicht du sein Publikum

...:cry:...

neulich meinte er bei einem nicht gerade leichten stück (er nennts "hard bop"), ich solle dazu improvisieren. na gut, ich (kopfschüttelnd) angefangen, natürlich nix besonderes dabei rausgekommen und er meinte nur: "na das ist aber kein jazz, weißt du das eh..." (in diesem moment hätte ich ihm was antun können :evil: )

hm, danke jedenfalls für die aufmunterung, jetzt fühle ich mich ein bißchen bestätigt, daß es nicht (nur) an mir liegt, daß da nichts weitergeht.

lg
eardrum
 
A
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:lol:

hi marcello!

war gestern schon kurz davor, den atlas zu schnappen... aber luzern - österreich - nöööö...

aber das vmi soll ja auch sehr gut sein, ua unterrichtet karl ratzer dort, der soll ziemlich gut sein...

hat gestern generell mal ganz gut getan, den frust ein wenig abzubauen - heute ists schon viel besser. und heute nachmittag muß ich dann eh schon zu diesem "sagenhaften" lehrer...

wünscht mir glück! :roll: ;-)

lg
eardrum
 
A
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Ich habe ebenfalls einen privat lehrer! Ich bin mir meist nicht sicher ob ich zufrieden bin oder nicht. Einer seits ist der unterricht schön locker.
Er zeigt mir das was ich lernen MÖCHTE ( spiele knapp 3/4 jahr ) und kommt eigentlich nie mit dem spruch: "als nächstes MUSST du das können".

Oft besteht der unterricht dadrin das ich irgendwelch lieder auf cd mitbring und er mir zeigt wie sie gespielt werden. falls neue techniken drin vorkommen werden diese natürlich erklärt und auch oft übungen dazu gezeigt.

Mir ist das leider schon etwas zu locker. Mir würds mal ganz gut tun wenn er sich z.b. eine der übungen nach wochen anschaut und mir sagt ob ich was falsch mache oder nicht.

Andererseits hab ich auch nicht das gefühl das es ihm vollkommen egal ist was und wie ich spiele. Seit nun 3 Wochen befassen wir uns mit theorie ( auf meinen wunsch ) d.h. tonleitern, skalen und akkorde. Find ich persöhnlich wichtig für den anfang. Hätte nur gewünscht das er mir das in den ersten wochen gezeigt hätte.

Aber sonst.. der unterricht motiviert mich immer, oft hab ich beim üben zuhause fragen die ich mir selber kaum beantworten kann z.b. ob meine pull off technik ok ist oder oder oder oder... und in solchen fällen hilft ein lehrer da er schon sagt obs richtig ist komplett mies ist ( war komischerweise noch nie der fall ).

Alles im allen bin ich aber doch zufrieden für 60€ im monat und 30 minuten unterricht in der woche.

Auf jeden fall besser als der Herr lehrer von eardrum...
du kannst einem echt leid tun. Vieleicht fragst du mal ob er dir ein autogramm geben kann, er scheint sich selber ja zimlich toll zu finden :roll:
 
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Ja, dass mit dem "zu locker" kenne ich. Aber eigentlich ging die Initiative zum Plausch immer von mir aus... :) Sonst bin ich manchmal aus dem Unterricht gekommen und dachte ich hätte ´ne Mathearbeit geschrieben.

Ich glaube, viele Lehrer sind es bei der Mehrzahl der Schüler garnicht gewohnt, dass die sich mit dem Material und den Übungen des Unterrichtes tiefgehend befassen. Zumindest nicht, dass die das unverzüglich tun. Man bekommt auch oft Material auf´s Auge gedrückt, mit dem könnte man sich über Jahre befassen! ( Das ist nicht negativ gemeint, sondern sorgt eigentlich für Motivation und ausreichend "Food for thought")

Ich denke, es sollte auch immer eine gewisse Initiative vom Schüler ausgehen. Wenn Du dich mit etwas intensiv befasst hast, dann sag das deinem Lehrer und frage ihn, was er dazu meint. Zwinge ihn dich zu kontrollieren.(Allerdings würde ich als Lehrer das sowieso kontrollieren. Sonst könnte ich ja auch ´ne Wand unterrichten. Ich hatte mal jemanden, bei dem hatte ich das Gefühl. Hatte immer Ausreden warum er was nicht geübt hatte und ich war mir nicht sicher, ob der überhaupt rafft, was ich ihm da sage. Habe ich an meine eigene Gitarrenlehrer vermittelt. :mrgreen: ) Ich denke, er wird das dann irgendwann von alleine machen. Ansonsten hört es sich bei Dir ganz gut an, wie ich finde. Alles da, was man braucht..und ruhig Blut, du spielst ja gerade mal ein 3/4 Jahr. Gut Ding braucht Weile, gerade in der Musik. Sich über einen anderen Lehrer Gedanken zu machen, ist anfänglich nur dann nötig, wenn man persönlich ein ganz schlechtes Gefühl hat, ( So wie eardrum) oder man über einen längeren Zeitraum nicht weiterkommt. Dann ist es erstmal nötig sich selbst zu reflektieren. Übe ich genug, richtig und das Richtige? Da sollte einem der Lehrer Tipps geben können. Auch könnte ein Lehrer-Wechsel sinnvoll sein. Aber das sollte ein guter Lehrer selber erkennen und auch sagen...
 
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Hi,

Also ich gehe seit eh und je in die Gitarrenstunde und seit ich spiele habe ich den selben Lehrer und das sind etwa 7-8 Jahre. Kurzum, ich bin äusserst zufrieden, eigentlich sehr glücklich mit meinem Lehrer.
Was früher war kann ich mich nur schlecht erinnern... Aber ich weiss dass ich eine Zeit lang ein wirklich mühsamer Schüler war. Ich habe kaum geübt, wollte gar nicht mehr wirklich in die Gitarrenstunde, bin einfach gegangen. In dieser Zeit hat er mich immer wieder Motiviert und da ichs ihm wirklich nicht leicht gemacht habe wars für ihn nicht unbedingt einfach. Jetzt da die Musik eigentlich zum fast wichtigsten Teil meines Lebens wurde freue ich mich schon 2 Tage im Vorraus das bald wieder Gitarrenstunde ist. Ich komme mit einem breiten Grinsen ins Zimmer. Kurz ein bisschen reden wies einem geht und was so läuft und dann Spielen, meistens noch 5 bis manchmal 10 min länger (wenn der nächste Schüler verspätung hat) und am Schluss gehe ich nur widerwillig aus dem Zimmer wieder raus. Er zeigt mir alles was ich wissen möchte, erklärt mir das ganze wirklich gut! Mittlerweile weiss er was mir so gefällt und plötzlich kommt er wieder mit etwas völlig neuem was mir echt Spass macht (mein Grinsen wird während der Stunde immer breiter ;-) )

Naja, wie gesagt, ich möchte/brauche denke ich mal die nächsten Jahre keinen neuen Lehrer.

Da ich jetzt mit einem Auge die Jazzschule nach Lehrabschluss ins Auge gefasst habe wirds wohl mal zu Lehrerwechsel kommen.
 
A
Anonymous
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Mal eine andere Frage zum Thema:

In welcher Spanne sollte ein Gitarrenlehrer preislich liegen (pro Monat)?
Würdet ihr eher eine Musikschule oder einen priv. lehrer suchen?
 

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